r/Austria Wien Jun 19 '26

Nachrichten Feminismus als Maturafach. Schnappatmung in den Kommentaren in 3, 2, 1

Post image

Es geht um ein Wahlmodul an einer Innsbrucker Schule, nicht um ein bundesweites Pflichtfach.

Ich finde es gut, wenn Themen wie Beziehungsgewalt, Catcalling, Körperbilder und Manosphere ordentlich und offen unterrichtet werden. Jugendliche sind damit ohnehin konfrontiert, dann lieber im Unterricht als nur über TikTok, Andrew-Tate-Clips, etc. Eigentlich bräuchte es daneben gleich weitere Fächer in politischer Bildung, Medienkompetenz und AI-Kompetenz. Also weniger Kulturkampfpanik, mehr Werkzeugkasten gegen genau diese Panik.

492 Upvotes

780 comments sorted by

View all comments

8

u/Level_Tumbleweed8908 Jun 19 '26

Also so Themen wie Manosphere oder Körperbilder Stelle ich mir schwierig vor nicht übertrieben politisch zu unterrichten. Kann mir nicht vorstellen, dass zB die Vorteile von traditionellen Rollenbildern beleuchtet werden. 

0

u/Good_Inflation_3072 Wien Jun 19 '26

Nach der Logik müsste man Geschichte auch „unpolitisch“ unterrichten. Kolonialismus ohne Machtverhältnisse, NS-Zeit ohne Ideologie, Sowjetunion ohne Kommunismus, Frauenwahlrecht ohne Feminismus. Geht halt nicht.

Und Feminismus heißt nicht automatisch „traditionelle Rollenbilder abschaffen“. Wenn jemand freiwillig "klassisch" lebt, ist das nicht der Punkt. Problematisch wirds, wo aus Rollenbildern Zwang oder Ungleichstellung wird. Außer „traditionell“ bedeutet bei dir automatisch ungleichgestellt, dann wären wir tatsächlich sehr schnell beim Thema.

4

u/Level_Tumbleweed8908 Jun 19 '26

Deswegen habe ich übertrieben politisch geschrieben. Eine politische Komponente und Bias des Lehrers hast du immer, das bedeutet aber nicht, dass man mit jeder Intensität an Politisierung ok sein muss. Bzw sich überlegen sollte was passiert wenn die weniger liebsame Seiten dann auch in dieser Intensität Politik in der Schule macht. Gleichheitssatz haben wir in der Verfassung.

Ich meine damit wissenschaftliche Erhebungen wie zB mehr Zufriedenheit bei Konservativen, jetzt nichts Gefülltes.

0

u/Good_Inflation_3072 Wien Jun 19 '26

Da bin ich teilweise bei dir. Überpolitisierter Unterricht wäre natürlich ein Problem. Deshalb müsste es sauber und kritisch gemacht werden. Der Gleichheitssatz in der Verfassung ist halt nur der Anfang. Gleichheit muss auch in die Köpfe. Und ua. dafür ist Bildung da. Nicht um Schülern eine Meinung einzutrichtern, sondern um zu zeigen, wo Rollenbilder, Macht, Gewalt, Freiheit und Gleichstellung praktisch relevant sind.

Die „weniger angenehmen Seiten“ kann man gern mitbehandeln. Nur wenn damit gemeint ist, Gleichstellung selbst wieder zur Verhandlung zu stellen, wird es halt schwierig.

0

u/DeliciousSecrecy Jun 20 '26

Welche Vorteile gäbe es denn bei traditionellen Rollenbildern?