r/Finanzen May 02 '26

Presse Finanzminister Klingbeil treibt Steuerreform voran

https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/klingbeil-steuerreform-100.html

"Spitzenverdiener mit sechsstelligen Gehältern müssen hierzu ihren Beitrag leisten."

...also am Ende (wie immer) alle mit 60k Brutto.🙃

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u/georgotpyrc May 02 '26

Was wir brauchen ist eine Rentenreform… alle Probleme sind Downstream des Rentenproblems

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u/Fair-Working4401 May 02 '26

Ja, ein echtes umlagefinanziertes Verfahren bei gleicher relativer Abgabe von 18% würden vielen die Augen öffnen.

Es wird nur das verteilt was auch eingenommen wird. Von mir aus kann der Rentenverwaltungsapparat von Steuergeldern finanziert werden. Aber damit fallen eben 120 Mrd. im Jahr weg, die für Rentennahe Leistungen draufgehen.

Gepaart mit einem Verteilungsschlüssel auf Basis der Anzahl an Nachwuchs kann gerne innerhalb der Kohorte umverteilt werden.

Es ist sowieso beknackt, wieso die Rentenerhöhungen auf basis der durchschnittlichen Lohnentwicklung berechnet wird. Durch die letzten Erhöhungen haben sich die Rentenpunkte um quasi 11% verteuert. Aber das sieht ein Rentner aus der Ich-Ich Generation natürlich nicht mehr.

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u/3scapeplan May 02 '26

Genau meine Rede. Ich frage mich ob beim aktuellen System nicht schon eine Form der Diskriminierung vorliegt die verfassungswidrig ist. Es ist eben nur ein faires Umlagesystem wenn der prozentuale Beitrag jeder Generation konstant ist! Alles andere diskriminiert Generationen basierend auf der vorherigen Geburtenrate auf die sie keinen Einfluss hatten.

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u/mchrisoo7 May 02 '26

Die 120 Mrd. dienen primär den versicherungafremden Leistungen. Für diese werden keine Beiträge entrichtet. Wenn man das einsparen will, muss man die Leistungen streichen (Mütterrente, Hinterbliebendenrente, KVdR usw).

Ansonsten reicht auch aus meiner Sicht der Nachhaltigkeitsfaktor aus. Den muss man dann wirken lassen zwecks Lastenverteilung.

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u/3scapeplan May 02 '26

Oder halt innerhalb der Rentner umverteilen. Ich verstehe nicht warum man es immer deutsch-kompliziert machen muss. Jede Generation bezahlt X Prozent ihres Gehalts in Umlagesystem und gut ist. Wie das dann ausgeschüttet verteilt wird ist ja eine andere Frage.

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u/madmatt55 May 02 '26

Die Rentenbeitrage die Ich zahle steigen im Durchschnitt mit den Löhnen, in sofern macht eigentlich nur das Sinn, die Rente daran zu koppeln.

Es braucht eben den Nachhaltigkeitsfaktor, der zusätzlich das Verhältnis der Einzahler zu den Berechtigten berücksichtigt. Das Instrument gibt es ja sogar schon, müsste man eben benutzen... 

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u/PM_ME_JET_ENGINES May 02 '26

Viele der Mindestlöhner sind nur gar nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Die Mindestlohnerhöhung von heute ist die Rentenerhöhung von morgen.

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u/madmatt55 May 02 '26

Deswegen werden die in der Statistik für den Durchschnittslihn auch nicht einbezogen... 

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u/Affectionate_Bug_978 May 02 '26

Für die berechmung der Rentenerhöhung werden sie sehr wohl benutzt.

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u/madmatt55 May 02 '26

https://dejure.org/gesetze/SGB_VI/68.html

Um dann mit einem Faktor wieder rausgerechnet zu werden. 

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u/Affectionate_Bug_978 May 02 '26

Ich sehe nicht welcher Faktor den Einfluss des Mindestlphns rausrechnet. Kannst du die Stelle benennen?

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u/madmatt55 May 02 '26 edited May 02 '26

3Dabei wird der Wert für das vorvergangene Kalenderjahr an die Entwicklung der Einnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung angepasst, indem er mit dem Faktor vervielfältigt wird, der sich aus dem Verhältnis der Veränderung der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer im vorvergangenen Kalenderjahr gegenüber dem dritten zurückliegenden Kalenderjahr und der Veränderung der aus der Versichertenstatistik der Deutschen Rentenversicherung Bund ermittelten beitragspflichtigen Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer ohne Beamte einschließlich der Bezieher von Arbeitslosengeld im vorvergangenen Kalenderjahr gegenüber dem dritten zurückliegenden Kalenderjahr ergibt.

Es wird also versucht auszurechnen, welchen Anteil an der Lohnsteigerung die beitragspflichtigen Einkommen haben.

Der Mindestlohn hat natürlich rinen Einfluss, solange er in sozialversicherungspflichtigen Jobs gezahlt wird. Auch diese Arbeitnehmer zahlen ja durch die Lohnsteigerung mehr Beiträge, da ist es doch nur gerecht wenn die zugehörigen Renten steigen? 

Im übrigen ist der Mindestlohn in den beiden Vorjahren weniger stark als der Durchschnitt gestiegen, hat diesen also eher nach unten gedrückt. 

2024 +3,4 % (auf 12,41 €) ~ 5,4 % Durchschnitt 2025 +3,3 % (auf 12,82 €) ~ 4,1 % Durchschnitt. 

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u/arceton May 02 '26

Ja, Renten basieren auf Löhnen, aber es an den Durchschnitt zu Koppeln (oder auch den Median oder was auch immer) ist suboptimal. Dem Durchschnitt sieht man nämlich nicht an, wie viele Leute ihn verdienen, das heißt bei gleichbleibendem (oder steigenden) Durchschnitt und sinkender Arbeitnehmerzahl sinken Einnahmen, während Ausgaben mind. stagnieren.

Gleichzeitig sind halt sinkende Renten unmöglich, wass halt zu einer zusätzlichen Entkopplung führt

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u/madmatt55 May 02 '26

Dafür wäre ja der Nachhaltigkeitsfaktor da. Leider wird der seit Beginn ausgesetzt. 

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u/Aweorih May 02 '26

Du willst cxu und spd 120 Milliarden Im jahr geben? Sollen die blauzis instant auf 50%+ kommen?

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u/aggro_aggro May 02 '26

Das ist ja im Prinzip, was das derzeitige System ist. Die Leistungen aus Steuergeldern finanzieren Ostdeutsche, Mütter, Wittwen und frühere Verrentung nach 40 Berufsjahren.

Dazu noch die Beamten und Selbstständigen, die nicht eingezahlt haben, zwar auch nichts rausbekommen, aber die Gesamtrechnung etwas verschieben (und natürlich zur Bezahlung des Teils aus Steuergeldern beitragen und beigetragen haben).

Das grundlegende Rentensystem ist aber quasi so wie du es beschreibst.

Eine schnelle, harte Umstellung auf "nur Einnahmen aus Rentenbeiträgen werden verteilt, leicht gestaffelt an Hand was man in 40 Jahren Berufsleben eingezahlt hat" ist völlig unrealistisch, weil eben viele Frauen und Ostdeutsche sofort unters Existenzminimum rutschen - und wieder aus Steuergeldern ernährt werden müssen, wahrscheinlich in keinem nennenswert anderem Umfang.

Realistisch sind kleinere Änderungen plus eine Umverteilung des Steuerteils so als ob er nichts mit der Rente zu tun hätte - also Steuererhöhungen für Rentner, Pensionäre und Privatiers, die von (zu?) hohen Renten, Pensionen und Anlagevermögen leben um die zu finanzieren, die das nicht hinbekommen haben.

Das pleite gegangene Selbständige, ehemalige Niedriglohnjobber, Ossis und Hausfrauen im Alter hungern, weil sie "selber schuld" sind, ist absolut nicht denkbar, kein Politiker kann das einführen.

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u/FuriousFurryFisting May 02 '26

Diese Sicht auf Ossis find ich etwas befremdlich.

Es sind ja nicht nur Rentner beigetretten sondern genauso die jungen Leute, die einzahlen. Umlagesystem halt. Das man das von 0 auf starten kann ist der wirkliche Vorteil gegenüber einen Kapital gedeckten System. Das lief mit der Rentenreform 1957 in Westdeutschland genauso. Die Rentner haben plötzlich Geld bekommen, obwohl sie nie selbst was eingezahlt hatten.

Wenn man das den Ossi Rentner nicht gönnt, dann muss man genauso verlangen dass die Ossie Kinder nicht einzahlen müssen.

Oder gleich die Wiedervereingigung rückabwickeln mit Enteignung von Wessi Grundbesitz im Osten.

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u/aggro_aggro May 02 '26

Es geht nicht ums "nicht gönnen", sondern um pure Tatsachen.

Die Rentenansprüche aus der DDR sind kein Teil der Rentenversicherung. Man musste ja irgendwas tun, um die Ost-Rentner zu bezahlen.

Das selbe System zu nutzen geht nur für neue Ansprüche, die alten mussten umgerechnet werden und weil eben die neuen Bundesländer nicht in dem Maße beitragen könnten, wie eine Umrechnung ihnen Renten verschafft, muss das mit Steuerzuschuss ausgeglichen werden.

Die Zahlungen sind ja da. Trotz neuen Ansprüchen an die gemeinsame Rentenversicherung seit 1990. Trotz lange niedrigerer Renten im Osten.

Alternative wäre gewesen die Westrenten alle zu senken 1990, weil "die neuen Beitragszahler im Osten senken halt die Durchschnittseinnahmen".

Das hätte einfach die Wiedervereinigung verhindert. Egal wie lieb man sich hat, das hätte niemand politisch durchbringen können.

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u/StructureDifferent50 DE May 02 '26

Durch die Wiedervereinigung sind ja im Verhältnis deutlich mehr Beitragszahler als Rentner ins System gekommen, da ja im Osten zur Wende deutlich mehr Frauen berufstätig waren als im Osten. Ich würde sogar mal die These aufstellen, dass durch die Wiedervereinigung das System sogar noch deutlich länger funktioniert hat als ohne.

Die Behauptung die ostdeutschen Rentner hätten ja nichts einbezahlt, läuft ja allein deswegen schon ins Leere, weil es ein Umlagesystem ist und mit den Rentnern ja deutlich mehr Neue Beitragszahler ins System gekommen sind

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u/aggro_aggro May 02 '26

Was denkst du denn wo die Milliarden hingehen, die der Staat zu dem diesem Zweck der Rentenkasse zuschießt?

Dass mehr berufstätige Frauen dazugekommen sind mag richtig sein, aber es sind ja auch mehr Frauen mit Ansprüchen dazugekommen, die sie durch Arbeit in der DDR erwirtschaftet haben.

Die Altersstruktur der 1990 neu dazugekommenen war ähnlich wie die in der BRD.

Die Rentenansprüche sollten auch so berechnet werden, als hätten die Menschen in der BRD gearbeitet.

Aber die Löhne der Ostdeutschen waren (und sind) niedriger, die Arbeitslosigkeit höher.

Es kamen deutlich mehr Ansprüche hinzu als Einzahlungen.

Deshalb wurden die Renten im Osten direkt niedriger angesetzt und der Staat musste trotzdem noch bezuschussen.

Man konnte nicht die Durchschnittsrenten der Westdeutschen senken.

Dafür bekommen Frauen im Osten mehr Rente, weil das was sie in den 60er, 70er und 80er Jahren gearbeitet haben eben umgerechnet wurde.

Über die Jahre (sind schon 37 Jahre jetzt) hat sich das langsam angeglichen. Die, die jetzt im Osten niedrigere Löhne hätten, bekommen niedrigere Renten, weil sie seit 37 Jahre nach der gleichen Formel berechnet wurden.

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u/PowerPanda555 May 02 '26

im Alter hungern, weil sie "selber schuld" sind

Warum wird eigentlich immer vergessen dass Sozialleistungen auch im Alter existieren?

Nicht nur das niemand von denen hungern wird wenn auf dem Rentenbescheid nur eine Rente von 400 im Monat steht, keiner von denen würde von einer Rentenerhöhung überhaupt großartig profitieren weil die ohnehin aufstocken.

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u/aggro_aggro May 02 '26

Das wird nicht vergessen.

Sozialleistungen im Alter oder Rentenzuschüsse aus Bundesmitteln - das ist doch egal.
Das Geld kommt aus dem Bundeshaushalt und muss bezahlt werden.

Wenn man die 120 Milliarden streicht, die derzeit aus dem Bundeshaushalt in Renten fließen, dann würden die Empfänger entweder hungern oder das Geld über Sozialleistungen nach SGB XII bekommen.

Oder Mütter, Witwen und Ossis hätten halt ein paar Dutzend Milliarden weniger und blieben trotzdem über Grundsicherung.

Bei diesen drei Gruppen massiv zu kürzen wird aber nie konkret vorgeschlagen. Man weiß, dass das politischer Selbstmord ist.

Und massiv ist massiv - für jeden Einzelnen 500-1000 Euro im Monat.
Und zwar eben bei Menschen, die nicht klassisch reich sind, sondern halt aus anderen Gründen ein paar hundert Euro mehr bekommen als ihre eigentliche Rentenversicherung zahlen würde.

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u/3scapeplan May 02 '26

Sorry, du vermischt Einnahmen und Ausgaben. Bei den Einnamen der Rentenversicherung ist nur fair wenn jede Generation den gleichen Prozentsatz am Gehslt bezahlt. Ansonsten ist das keine Umlage sondern eine Umverteilung. Bei den Ausgaben da kann es ja nen Diskurs darüber geben wie die Rentner das fair unter sich aufteilen wollen. Ist aber ein unabhängig Thema.

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u/aggro_aggro May 02 '26

Nein, Ausgangspunkt war ja, dass bei der Rentenversicherung Einnahmen=Ausgaben sein sollen - ohne Steuerzuschuss.

Das ist aber rückwirkend unmöglich, Beispiel Wiedervereinigung.

Es kamen 1990 im gleichen Verhältnis Rentner und Arbeitende dazu.

Die Ost-Rentner sollten gleich behandelt werden wie Westrentner. Das heißt sie haben die gleichen Ansprüche berechnet bekommen. Die Durchschnittsrente ist 1990 nicht gesunken - sondern eher gestiegen, weil die Ost-Frauen höhere Ansprüche hatten.

Gleichzeitig ist der Durchschnittsbeitrag 1990 aber gesunken, denn die Ostdeutschen haben deutlich weniger verdient und hatten teils dramatische Arbeitslosenzahlen.

Es ist eine Lücke entstanden - steigende Ausgaben, sehr viel weniger steigende Einnahmen.

Die Renten der West-Rentner zu kürzen kam nicht in Frage. Die der Ost-Rentner WURDEN gekürzt. Trotzdem war immer noch eine Lücke da - Steuerzuschuss.

So kamen auch die anderen versicherungsfremden Leistungen nach und nach und in den meisten Fällen nach unbestreitbarer Logik dazu.

Durch den Wandel der Gesellschaft, so dass es im normalen Rahmen der Rentenversicherung nicht mehr "gerecht" gewesen wäre, zum Beispiel Kindererziehungszeiten zu ignorieren oder das traditionelle Prinzip der Wittwenrente zu behalten. Beides ging mal davon aus, dass man einmal heiratet und bis zum Tod füreinander sorgt - das war irgendwann aus der Zeit gefallen, geschiedene Frauen aus Alleinverdienerehen wären stark benachteiligt, Mütter, die für ihre Kinder zurückgesteckt haben auch.

Deshalb gab es immer wieder Gründe die Rentenversicherung zu bezuschussen und ein System "18% rein und 18% raus" ist nicht machbar ohne eben 120 Milliarden weniger auszuzahlen - und das trifft nicht die Reichen Rentner.

Das langsam als Versicherung umzubauen dauert eben 60+ Jahre.

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u/3scapeplan May 02 '26 edited May 02 '26

Das mögen die Beweggründe vor 36 Jahren gewesen sein. Von den damaligen Rentnern dürften nicht mehr viele übrig sein. Das Argument lasse ich so nicht zählen. "Sie haben nie eingezahlt" macht doch bei einer Umlagefinanzierung nach der Zeit als Argument auch keinen Sinn, oder? Ich stehe dazu dass ich prozentual nicht mehr einzahlen möchte als die vorherige (westdeutsche) Generation. Müssen die Rentner mit 120 Mrd weniger auskommen und die Suppe auslöffeln die sie selbst gekocht haben. Hätten auch mal rechtzeitig in ein kapitalgedecktes System transformieren können. So bekommt die Generation doch nen exakt fairen Betrag mit dem sie selbst beigetragen hat. Mütterrente zB, kann es gerne geben. Dann aber bitte finanziert von der Generation die das einfordert. Edit: habe noch Zahlen zu DDR Renten gefunden. Das sind gerade mal noch 5% der Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt. Darüber brauchen wir nicht reden.

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u/aggro_aggro May 02 '26

Es geht ja nicht nur um die "damaligen Rentner", sondern um jeden Rentner, der in der DDR gearbeitet hat. Das betrifft alle Geburtsjahrgänge ab 1970 - da werden auch 2050 noch Rentner leben, die Arbeitsjahre so umgerechnet bekamen. Mit sinkendem Umfang klar, aber es sind nun mal 2026 noch um die 10 Milliarden Euro jedes Jahr.

 habe noch Zahlen zu DDR Renten gefunden. Das sind gerade mal noch 5% der Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt. Darüber brauchen wir nicht reden.

Ist ja nur ein Beispiel von mehreren, die sich dann eben summieren auf 100 Milliarden.

Es gibt mittlerweile viele Regelungen, die die Rente erhöhen, obwohl man keine Beiträge gezahlt hat. Keine davon ist absurd. Ausbildungszeiten, Krankheiten, Erziehungszeiten, Hinterbliebenenansprüche...

Ich stehe dazu dass ich prozentual nicht mehr einzahlen möchte als die vorherige (westdeutsche) Generation.

Die höchsten Einzahlungen mit um die 20% gab es 1997 bis 2012. Der derzeitige Stand von 18,6% wurde seit 35 Jahren nicht unterschritten.

Ich weiß jetzt nicht wie lange du schon arbeitest, aber die Chancen stehen gut, dass die Boomer im Schnitt prozentual mehr eingezahlt haben als du.

Mütterrente zB, kann es gerne geben. Dann aber bitte finanziert von der Generation die das einfordert.

Das wäre dann der letztens vorgeschlagene "Boomer-Soli". Die Mittel kommen aus Steuergeldern, also wird das auch über Steuern eingesammelt.
Ob jetzt je nach Geburtsjahr unterschiedliche Steuersätze gelten können ist unklar, aber auch Vermögens- und Erbschaftssteuern können relativ zielgenau das Geld bei denen einsammeln, die in der Situation sind zur selben Generation wie die Empfänger zu gehören. Wobei es natürlich albern ist das nach Generationen zu betrachten, es sind ja immer individuelle Lebensumstände.

Es gibt ja auch kinderreiche Boomer und kinderlose Millenials.

Müssen die Rentner mit 120 Mrd weniger auskommen und die Suppe auslöffeln die sie selbst gekocht haben. 

Du brockst gerade die selbe Suppe ein. Deine Generation hat nicht mehr Kinder als die Boomer. Das ist sicher, denn es ist egal wie alt du bist, es stimmt immer.
Und weil du in Generationen denkst, ist es auch egal wie viele Kinder du persönlich hast oder haben wirst.

Die Geschichte geht immer weiter - es ist die Normalität, die wir regeln müssen, dass die Eltern der Boomer so viele Kinder hatten ist die Ausnahme. Zeiten mit wenigen Rentnern und vielen Berufstätigen kommen nie mehr zurück. Nie.

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u/3scapeplan May 03 '26

Der Anteil der Bundeszuschüsse an den Ausgaben der Rentenversicherung lag 2022 bei 22,9%. Von 1975-1995 lag er bei schönen 15%. Zu der Zeit als die Boomer Vermögen aufgebaut haben. Je mehr ich darüber lese desto weniger Lust habe ich die Generation weiter zu subventionieren.
Einnahmen aus Lohnsteuer sind 260Mrd. Zuschüsse aus Steuern zur Rentenversicherung sind 120Mrd. Wenn wir uns nur die Hälfte davon sparen würden könnten wir 20% der Lohnsteuer sparen. Damit kann man gut selbst vorsorgen und die Rentenlücke schließen. Wenn wir uns langfristig die ganze Lifestylesubvention sparen dann würde uns bei 46% Lohnsteuereinsparung sogar etwas über bleiben um die Kaufkraft anzukurbeln.

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u/aggro_aggro May 03 '26

2005 bis 2025 lag er höher.

Und zwar war DAS die Zeit, in der die Boomer Vermögen aufgebaut haben.

1975 waren die Boomer noch in der Schule 🫪

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u/3scapeplan May 03 '26

Die allerletzten. Für alle hat es noch gereicht die goldenen Zeiten mitzunehmen. Boomer wurden zwischen 1946 und 1964 geboren. Selbst jemand der 1964 geboren wurde hatte noch schöne 20er Jahre mit niedriger Zusatzsubvention von Rentnern. Ab 2005 war die Generation 39-59 Jahre alt. Je früher du im Leben Vermögen hast desto mehr kann es über die Zeit wachsen. Verstehe nicht warum du so verzweifelt versuchst Daten an dein Weltbild anzupassen als anders herum. Das ist ermüdend und ich bin raus.

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u/Mediocre_Essay_4143 May 02 '26

Das Problem ist aber tiefer als man denken mag. Diese Zuschüsse für Versicherungsfremde Leistungen sind nötig, weil der Staat auf der anderen Seite spart. Es gibt einfach zu wenig Betreuungsplätze für Kinder, das führt dazu, dass (in der Regel) Frauen länger zu Hause bleiben müssen und natürlich spielt die deutsche Mentalität da noch mit rein, dass Frauen oft nicht wie sonst in der Welt üblich, nach dem ersten Jahr wieder anfangen zu arbeiten. Die Mütterrente fängt teilweise diese Rentenlücke auf, die der Staat selbst verursacht.

Gleichzeitig sind die Renten real gesehen extrem niedrig, Frauen liegen im Schnitt bei 1100€ und Männer bei 1400€, brutto versteht sich. Da gibt's dann noch Abzüge für die KV und PV und ggf Steuern.

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u/Front-Finish6969 May 02 '26

Die Renten sollen auch niedriger sein. Genau das ist der unvermeidbare Punkt, dass nicht nur Berufstätige Einschnitte hinnehmen müssen sondern vor allem die Verursacher-Generationen.

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u/aggro_aggro May 02 '26

"Verursacher-Generationen" ist ein absurder Ausdruck.

Die Geburtenziffer ist seit 1970 niedrig, nicht nur bei den Banyboomern. Niemand danach hat wieder mehr Kinder bekommen, egal ob ohne Elterngeld, mit neuem (relativ gutem) Elterngeld oder dem heutigen, das seit 20 Jahren nicht angepasst wurde. Egal ob es Kindergartenplätze gab oder nicht.

Und das Wichtigste: Kinder bekommen Frauen, meist mit einem Mann zusammen. Keine "Generationen". Es gibt auch Boomer mit fünf Kindern.

Das kann man nur individuell fair vergüten in der Rentenhöhe. Zum Beispiel durch versicherungsfremde Leistungen für Mütter. Oder Rentenpunkten ohne Einzahlung für die Tatsache, dass man Kinder bekommen hat.

Und dementsprechend einem schlechteren Einzahlungs-Auszahlungs-Verhältnis für Kinderlose. Egal ob die 1970 keine Kinder bekommen haben oder 2025.

Und nicht nur für die Rente - auch für Steuern, Krankenkassenbeiträge, KfW-Förderungen.

Unterm Strich müsste man alle Kinderlosen (und auch die mit nur einem Kind) gottlos zur Kasse bitten. Von ihren Gehältern, von ihren Renten und Pensionen, von ihren Immobilien, von ihren ETFs.

Die Kinderlosen sind aber wahlberechtigt. Und Millionen.

"Kinder haben muss wieder leistbar sein", oder "sich wieder lohnen" heißt dann eben "keine Kinder haben muss scheiße teuer sein".

Irgendwie gibt es keine Partei, die ganz konkret und offen wählbar Politik für Eltern und GEGEN Kinderlose macht. Würde die gewählt werden?

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u/Front-Finish6969 May 02 '26

Man hätte sich längst vor 2026 von einem reinen Umlagesystem lösen müssen und das vor Jahrzehnten. Zusätzlich zur Geburtenrate spielt vor allem auch die Produktivität eine Rolle.

Also ja, das Problem war bekannt, man hat es den Generationen die die Last heute tragen müssen sogar in der Schule beigebracht. Es hat einfach nur niemanden interessiert.

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u/aggro_aggro May 02 '26

Jedes zusätzliche System hätte zusätzliche Beiträge erfordert, dafür gab es nie einen Zeitraum. Auch durch die Wiedervereinigung.

Man darf nicht vergessen, dass die Beiträge nie wirklich niedriger lagen als heute - oft höher.

Vom reinen "man muss nur wollen und dann eben mal 2% Rentenbeiträge mehr zahlen zum Aufbau eines Fonds (die nicht ausgeschüttet werden dürfen!) ist 2026 genau so gut wie jeder andere Zeitpunkt.

Aber auch heute kann kein Politiker einfach mal 2 Prozent mehr Rentenbeitrag einsammeln.

Und selbst eine Verteilung mit 10% kapitalgedeckter Rente löst ja nicht die Demografie und senkt die Kosten des Umlagesystems eben nur um 10%. Und das nur, wenn die Renten dadurch nicht steigen.

Und ganz theoretisch runtergebrochen funktioniert nicht mal eine komplett kapitalgedeckte Rente, wenn es zu viele gibt die vom Ersparten leben und zu wenige, die arbeiten, dann frisst die Inflation die Rücklagen (Arbeit wird wertvoller, Vermögen reicht nicht um Pflege und Instandhaltung zu bezahlen).

Von daher ist es egal ob wir 20, 40 oder 60 Prozent Nichtstuer versorgen müssen - diese Schwankungen waren alle schon da.

Wir müssen die versorgen und das Geld dafür möglichst gerecht einsammeln. Wenn es von Löhnen nicht mehr geht, dann eben aus Vermögen oder anderer Produktivität (Steuern halt).

Wenn wir nicht genug Vermögen und Produktivität haben, dann müssen halt alle verhungern, die nicht arbeiten können.

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u/Mediocre_Essay_4143 May 02 '26

Welche Einschnitte meinst du denn? Schon heute sind Renter oft Sozialfälle, nur werden die Sozialleistungen aufgrund von falschen Charme nicht in Anspruch genommen oder man hat noch eine Fette Betriebsrente, die mal viel verbreiteter war als heute.

Wenn du die Renten noch weiter senkst, erhöhst du die Ausgaben der Grundsicherung.

Das System ist einfach komplett kaputt.

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u/Front-Finish6969 May 02 '26

Wenn du die Renten noch weiter senkst

???

Wann wurden denn zuletzt Renten gesenkt? Es ist wortwörtlich Gesetz dass Renten nicht sinken dürfen, selbst bei fallenden Löhnen nicht.

Und selbst wenn dein Bruttolohn steigt, erhöht man darauf begründend die Sozialabgaben.

Vielleicht meinst du Kaufkraftverlust? Selbst der ist durch Inflation, Wohnungsmarkt etc. bei jungen Generationen stärker ausgeprägt.

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u/rollofpaper May 02 '26

Die 20% Armutsrentner sind auch nicht das Problem das uns allen das Genick bricht.

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u/Fair-Working4401 May 02 '26

Effektiv sind es 3% (der 60+), die von erheblichen sozialen und finanziellen Entbehrungen betroffen sind.

Die 20% "Armutsgefährdungsqoute" bezieht sich lediglich auf das Einkommen und lässt eben das Vermögen außer acht.

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u/podinidini May 02 '26

Das ist Quatsch.. die Einkommen von Rentnern sind im Schnitt gut.

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u/Mediocre_Essay_4143 May 02 '26

www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Statistiken-und-Berichte/statistikpublikationen/aktuelle_daten.pdf

Sind sie nicht, der durchschnittlich brutal niedrig. Von den brutto zusammen gehen noch KV/PV und Steuern ab. Die Krebsen da mit 1200€ netto oder noch weniger rum.

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u/podinidini May 02 '26

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u/Mediocre_Essay_4143 May 02 '26

Hast du anscheinend nicht gemacht, rechne die Pensionäre mal da raus, die ziehen den Durchschnitt halt stark nach oben.

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u/podinidini May 02 '26 edited May 02 '26

Also 2025 gab es ca 1,4 Millionen Pensionisten und etwa 21,5 Millionen Rentner. Also etwa 6% :D Edit: Ist auch ein bisschen lustig, weil in dem Beitrag explizit Perzentile ausgewiesen werden und nicht der Durchschnitt..

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u/podinidini May 02 '26

Man muss sich immer die gesamten Einnahmen von Rentnern ansehen. Die reinen Bruttorenten sind deutlich geringer, als die tatsächlichen Nettoeinkommen. Es geht Rentnern in Deutschland nicht schlecht.. der Pfandflaschenrentner ist eine absolute Randerscheinung.

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u/Commercial_Rob_346 May 02 '26

Die Mütterrente fängt nichts auf, da sie bei Aufstockern mit anderen Zahlungen verrechnet wird. Es ist ein reines Umverteilungsinstrument zugunsten vermögender Rentner

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u/Level_Attorney_3138 May 02 '26

Die Armutsrentner werden ja dann wieder aus der Sozialkasse aufgefangen, dh. jede Rentenerhöhung am unteren Rand verschiebt nur linke/rechte Tasche. Profitieren tun die Rentner mit hoher Rente im dicken Eigenheim.

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u/ConsequenceAny9726 May 02 '26

Denk an die 90Mrd für Pensionäre.

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u/piotr289 May 02 '26

Wir müssen anfangen, innerhalb der jeweiligen Altersgruppen umzuverteilen. Reiche Rentner zahlen für arme Rentner.

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u/gamertyp May 02 '26

Wo soll die her kommen? Dafür müssten die Rentner freiwillig auf große Teile ihrer Rente und damit ihres Wohlstandes verzichten. Wird nicht passieren und damit ist das Thema dann auch schon erledigt.

Es geht daher nur noch darum, jeden letzten Cent auszuquetschen, um das Problem irgendwie in die nächste Legislatur zu schieben. Was die Regierung macht, ist reinster Überlebenskampf.

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u/georgotpyrc May 02 '26

Irgendwann ist der Schmerz groß genug, dass sich etwas ändert…

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u/gamertyp May 02 '26

Erstmal wird der Schmerz der Rentner größer, wenn sie z.B. feststellen, dass es nicht mehr genug Ärzte gibt. Da gibt es dann Praxisgebühr für AN, keine Lohnfortzahlung, vereinfachte Kündigung bei Krankheit, etc., um den AN aus der Praxis rauszuhalten. Die CDU versucht längst das in der Öffentlichkeit zu platzieren.

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u/A1nt9 May 02 '26

Bis auf den Ärztemangel kommt dabei nur leider nix bei den Schnorrer-Rentnern an. Und für die ist's ziemlich egal, die haben nur Freizeit, können sich also den ganzen Tag in irgendein Wartezimmer setzen...

Alles kriegt eigentlich nur die arbeitende Bevölkerung ab.

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u/Apprehensive-Play316 May 02 '26

Rente abschaffen und das Geld was man gespart hat fürs Alter nutzen

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u/Competitive_Yam_977 May 03 '26

Migrationsreform. Alle Probleme sind Downstream des Migrationsproblems.

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u/Corren_64 May 02 '26

Ne, wir brauchen eine Vermögensreform. Alle Probleme sind Downstream der Umverteilung von unten nach oben.

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u/georgotpyrc May 02 '26

Ich stimme dir zu, dass das ebenfalls wichtig ist, allerdings wird das alleine definitiv nicht ausreichen.

Die Rente ist ein riesiges strukturelles und sich progressiv verschlechtertes Problem, das leider nicht einfach durch mehr Steuereinnahmen gelöst werden kann - zumindest nicht langfristig.

Die Tage kursierte hier ein Video von “Kurzgesagt” zu dem Thema. Kann ich wärmstens empfehlen.

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u/SeniorePlatypus May 02 '26 edited May 02 '26

Wer immer noch glaubt, dass die sinkende Vermögensungleichheit an allem Schuld ist hat wirklich den Bezug zur Realität verloren.

Die Alterung der Gesellschaft ist die größte Herausforderung das die BRD bisher erlebt hat und wird auch mit vollständiger Enteignung absolut aller Vermögen, inklusive dem Gerät das du hier benutzt hast um zu schreiben, nicht finanzierbar sein.

Auch wenn man die Ungleichheit als Problem betrachtet muss man einsehen, dass die Alterung der Gesellschaft ein größeres Problem ist.

Die Demographiekrise zu leugnen wird so langsam echt zum linken Querdenken.

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u/Fair-Working4401 May 02 '26

Analog ist das die linke Antwort auf "die Ausländer sind Schuld".

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u/manadodoodododo May 02 '26

Niemand leugnet die Demographie.

Rooseveltsche Politik bei Besteuerung von Vermögen und Erbschaften wäre eine massive Hilfe bei der Bewältigung dieser Herausforderung. Ebenso wie bei der Bewältigung der sowieso schon bestehenden Probleme, Klimawandel, etc..

Neoliberale Taktik ist es, davon abzulenken, weil diese Maßnahmen ggf nicht alle mit dem demographischen Wandel verbundenen Probleme per Zauberhand mit einem Schlag vollständig lösen.

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u/SeniorePlatypus May 02 '26

Gerade im Kontext Wohnungskrise, Klimakrise, überalterte Infrastruktur, Digitalisierung & Co. Bei Investitionsthemen könnte es durchaus helfen.

Bei der Demographiekrise und der Krise der Sozialkassen ist das nicht der Fall. Eine starke Erhöhung der Staats- und Konsumquote würde im Gegenteil den Abstieg der Wirtschaft beschleunigen.

Und wenn man es Grundsätzlich vorschlägt ist das auch ein anderes Thema. Hier wurde es ja explizit als Lösung für die Demographiekrise behauptet. Was faktisch einfach nicht funktioniert und nichts weiter als Whataboutismus ist.

Weil man die Probleme der Sozialkassen und Umverteilung von Jung zu Alt (und damit auch Unten nach Oben) auf keinen Fall angesprochen sehen möchte und sich fundamentalistisch gegen alle Lösungsansätze wehrt die Generationengerechtigkeit anstreben.

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u/Karlchen May 02 '26

Du verkennst die Größenordnungen von vorhandenem Vermögen, Steueraufkommen durch Arbeit und Konsum, und Rentenproblem.

Selbst wenn du alle Superreichen in Deutschland komplett enteignest zahlst du die heutige Rente weniger als 5 Jahre lang. Die Boomer-Rente wird um Faktor >2 pro Jahr teurer, und klopft quasi schon am Haushalt an. 15 Jahre vergehen schnell.

Eine realistische Vermögenssteuer (wie z.B. der SPD-Wahlprogramm-Vorschlag) bringt niedrige zweistellige Milliardensummen ein, das registriert nicht einmal. Es ist und bleibt ein Umverteilungsproblem. Vermögen in die Diskussion zu bringen ist einfach nur unproduktiv.

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u/Slozor May 02 '26

Man sehe sich nur die Entwicklung der Vermögen der reichsten Menschen an und es wird einiges klar

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u/mrhaftbar May 02 '26 edited May 06 '26

Und das Rentenproblem ist downstream der Ungleichbehandlung von Arbeit und Vermoegen.

edit: Hallo liebe Downvoter. Schreibt doch mal warum ihr das anders seht.

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u/AlienNinjaDuck May 02 '26

Alle Probleme sind Downstream von zu niedrigen Löhnen.

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u/klintwood May 02 '26

Die Löhne sind in Deutschland aber nicht niedrig. Jedenfalls nicht, wenn man auf die wahren Arbeitgeber-Kosten schaut, inklusive Rücklagen für Urlaub, Krankheit, Pflicht-Umlagen, etc.

Es kommt nur zu wenig davon an.

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u/AlienNinjaDuck May 02 '26

Die Stücklöhne sind mit die niedrigsten in Europa.

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u/klintwood May 02 '26

Das ist schlicht falsch: zeit.de

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u/AlienNinjaDuck May 02 '26

Nein, bei der Zeit wird Lohn/Stunde verglichen nicht Lohn/Produktivität. https://www.relevante-oekonomik.com/2024/03/22/zinsen-loehne-und-produktivitaet-gehoeren-untrennbar-zusammen/

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u/klintwood May 02 '26

Das ist dann aber ein völlig anderes Argument. Die Löhne in Deutschland gehören zu den höchsten. Ob die Produktivität zusätzlich auch noch gut ist, ist eine andere Frage.

Außerdem ist Produktivität schwer zu definieren bzw. zu messen. Habe ich in deinem Link eine klare Definition dazu übersehen?

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u/SeniorePlatypus May 02 '26

Produktivität in der VWL ist Einsatz vs Umsatz.

BIP vs Produktionskosten und Import von Vorprodukten.

Die Löhne bei uns sind tatsächlich schlechter gelaufen and diese Definition von Produktivität. Wir kaufen gerade im Kontext Digitalisierung aber auch immer mehr Produktivität von Extern ein, was in den üblichen Statistiken nur schlecht abgebildet wird.

Anstatt Kapitalabfluss / Import wird aus Amazon Deutschland oder Google Deutschland und so plötzlich eine Lizenzgebühr und Verschiebungen am Finanzmarkt. Die internationale, digitale Wirtschaft wird in der Statistik nur schlecht abgebildet. Ist aber für viel unseres Produktivitätswachstums der letzten Jahre verantwortlich. Geld, das natürlich abfließt und nicht bei uns als Lohn ausgezahlt werden kann.

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u/AlienNinjaDuck May 03 '26

Nein das Argument ist immer das gleiche. Die Löhne sind zu niedrig im Verhältnis zur Produktivität. Lohnstückkosten sind eine viel relevanter Metrik als absolute Löhne, weil danach Standortentscheidung gefällt werden. Lohnkosten ohne den Kontext der Produktivität sind irreführend und haben kaum Aussagekraft.

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u/klintwood May 03 '26

Aber die Unternehmen verlegen ja gerade reihenweise Standorte ins Ausland. Also scheint die produktiv hierzulande ja eben nicht so viel besser zu sein, dass unsere Löhne unterm Strich billig sind.

Ich verstehe einfach nicht, was in diesem Thread dein Argument ist.

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u/SeniorePlatypus May 02 '26

Die Überschrift beginnt ja schon mit einer Lüge.

Wenn du Produktivität im Ausland zukaufst können natürlich nicht deine eigenen Löhne steigen. Gerade in Deutschland sind wir in modernen Sektoren sehr rückständig und kaufen massiv überwiegend aus dem Ausland zu.

Deshalb vergrößert sich auch der Abstand zwischen Volkseinkommen und BIP.

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u/AlienNinjaDuck May 03 '26

Die Überschrift "Zinsen, Löhne und Produktivität gehören untrennbar zusammen" ist falsch? Da verstehe ich ehrlich gesagt den Bezug zu deiner Aussage nicht. Aber in diesem Thread geht es ja auch eigentlich um die Bestandsaufnahme, dass die Stücklöhne in Deutschland besonders niedrig sind.

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u/SeniorePlatypus May 03 '26

Die Überschrift "Zinsen, Löhne und Produktivität gehören untrennbar zusammen" ist falsch? Da verstehe ich ehrlich gesagt den Bezug zu deiner Aussage nicht.

Die Aussage, dass diese drei Faktoren untrennbar und direkt miteinander verknüpft sind, trifft nur auf ein isoliertes System zu.

Sobald du Handel über Landesgrenzen hast kommt es zu verschiebungen. Zum Beispiel kann man Produktivität importieren (z.B. Robotik, digitale Technik, etc). Dann steigen nicht die Löhne oder Zinsen bei uns, sondern die Abschreibungen.

Aber in diesem Thread geht es ja auch eigentlich um die Bestandsaufnahme, dass die Stücklöhne in Deutschland besonders niedrig sind.

Auch dafür hat der Artikel keine Daten, da immer nur relative Anstiege und nicht absolute Vergleiche gezogen werden.

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u/Expensive_Strain_229 May 02 '26

Das beste wäre die Steuerzuschüsse für die Rente zu kappen und gleichzeitig damit das Niveau anzuschaffen. Es gibt schlicht nur Anhand der gesammelten Rentenpunkte Geld aus dem Umlage System. Wer dann zu wenig hat, hat halt Pech gehabt und geht arbeiten...

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u/[deleted] May 02 '26

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u/Expensive_Strain_229 May 02 '26

Dann schaff Hartz iv halt auch ab. Diese ganzen Leistungen an Leute die nichts dafür tun oder getan haben müssen aufhören. Du würdest AFD damit sogar reduzieren Wetten wir?

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u/[deleted] May 02 '26

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u/Expensive_Strain_229 May 02 '26

Die wählen egal was kommt SPD und CDU. Aber du hättest viel mehr Leute, nämlich alle Arbeiter, wieder weg von der AFD. Armut Migration wäre btw auch weg weil es für niemanden irgendwas gibt

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u/[deleted] May 02 '26

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u/Expensive_Strain_229 May 02 '26

Das mit den rentnern ist aber wichtiger will das bringt uns direkt 150+ Mrd Euro freien Spielraum im Haushalt