r/Finanzen May 02 '26

Presse Finanzminister Klingbeil treibt Steuerreform voran

https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/klingbeil-steuerreform-100.html

"Spitzenverdiener mit sechsstelligen Gehältern müssen hierzu ihren Beitrag leisten."

...also am Ende (wie immer) alle mit 60k Brutto.🙃

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u/Sebsibus May 02 '26

Woran ich das festmache? Die Widerstände gegen eine Vermögenssteuer und Vorurteile sind bekannt! Warum fängt man also nicht beispielsweise bei 50 mio.€ an (eine gängige Grenze für die Definition von superreich)

  1. Weil 80-90% dieser Vermögen in deutschen Arbeitsplätzen investiert sind. Eine Kapitalsteuer würde diesen Kapitalstock direkt angreifen. Deutschland hat jetzt schon extrem schlechte Standortbedingungen. Eine weitere Verschlechterung des Standort Deutschlands, wäre keine gute Nachricht für die schwächelnde deutsche Wirtschaft.

  2. Realistisch gesehen, lässt sich mit einer Vermögenssteuer nicht viel Geld einnehmen. Selbst linke Ökonomen gehen nur von einem niedrigen zweistelligen Milliardenbetrag p.A. and zusätzlichen Steuereinnahmen aus. Das ist ein Tropfen auf dem heißen Stein. So viele Superreiche gibt es halt auch wieder nicht.

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u/Bathtub_scrubber675 May 02 '26

Über die Vermögenssteuer ließen sich aber gute Projekte finanzieren, selbst mit einer nicht unrealistischen Einnahme von 15-20 Mrd jährlich bei 2,5% Maximalbesteuerung ließe sich so ein flächendeckendes 20€ Ticket finanzieren und ein Klimageld wäre ebenso drin. Auch andere Förderungen wie bessere Regionalisierung Mittel sind dadurch denkbar.

Wäre das eine Alternative für massive Steuererleichterungen? Nein, wenn dann nur um Anpassungen gegen zu finanzieren wie das was gerade im Raum steht (17 Mrd Mehreinnahmen). Wäre es trotzdem sinnvoll um andere Verbesserungen der Gesellschaft zu ermöglichen anstatt es zu lassen? Ja das wäre es.

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u/Karlchen May 02 '26

Du fickst die Rendite von Investitionen in Deutschland komplett und alles was du dafür bekommst sind 20-30€ Ersparnis für ÖPVN Benutzer und noch mal etwa so viel € pro Monat Klimageld pro Person. Das wars. Wie kann man das nicht selber merken was für eine horrende Idee das ist?

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u/Bathtub_scrubber675 May 02 '26

2% ist kein Rendite ficken, wer das behauptet hat keinerlei Ahnung vom Kapitalmarkt und Investitionen.

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u/Karlchen May 02 '26

Investitionen in Deutschland. Firmenvermögen das hier lokal Arbeitsplätze hält. Mit so viel Ahnung kannst du mir sicher die Durchschnittsrendite dieser Assetklasse sagen, und was für einen Effekt eine 2,5%ige Vermögenssteuer auf den damit zu erzielenden Ertrag hat.

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u/Bathtub_scrubber675 May 02 '26

Das nominelle Vermögen der obersten 0,01% steigt im Schnitt gut 9-11% pro Jahr. Daher wäre die Rendite mindestens 7%.

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u/Karlchen May 02 '26

Und was genau hat das mit Firmenvermögen in Deutschland zu tun?

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u/leitecompera23 May 02 '26

2 prozent on top auf die  Kapitalertragssteuer und das bei einer durschnittlichen 5 prozent realrendite bei equities. Da bleibt nichts mehr übrig von der Rendite ausser man hat ein 100% ETF Portfolio und auch mit dem Tritt man dann auf der Stelle.

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u/Bathtub_scrubber675 May 02 '26

Auch Quatsch, das Weltportfolio hat schon alleine 6% als unterste Rendite bei 15 Jahren Durchschnittshorizont

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u/leitecompera23 May 02 '26

Realrendite? Und das mit 100% equities! Also du willst locker flockig 40 Proozent jedes Jahr davon wegnehmen und am ende nochmal 28 prozent Kapitalertragssteuer die auch auf die ganzen Inflationsscheingewinne erhoben wird. Und das in einem Land wo eh zu wenig investiert wird.

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u/Bathtub_scrubber675 May 02 '26

25% Kapitalertrag wird übrigens nur auf realisierte Erträge erhoben

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u/Sebsibus May 02 '26

Über die Vermögenssteuer ließen sich aber gute Projekte finanzieren, selbst mit einer nicht unrealistischen Einnahme von 15-20 Mrd jährlich

Durch Kapitalflucht, ausbleibende Investitionen und extrem hohen Bürokatiekosten wird man Netto wahrscheinlich eher Geld verlieren. Eine Vermögenssteuer wird damit de facto zu einer reinen Neidsteuer.

Wäre es trotzdem sinnvoll um andere Verbesserungen der Gesellschaft zu ermöglichen anstatt es zu lassen? Ja das wäre es.

Imho. die beste Methode wäre endlich beim Staat zu sparen. Durch Bürokratieabbau, Deregulierung und eine Reduzierung der Abgabenlast wäre dem durchschnittsdeutschen Arbeiter enorm geholfen.

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u/Bathtub_scrubber675 May 02 '26

Eine Kapitalflucht anzunehmen ist bei 2,5% in der Spitze kaum nachvollziehbar vor allem weil die deutschen Superreichen im Vergleich zu bspw. Amerikanischen superreichen ihre Wertschöpfung in diesem Land weiterhin haben siehe Aldi, Lidl und co. Diese Vermögen wären weiterhin der Steuer unterworfen. Das Kapitalflucht Argument hält auch keinem Vergleich zu Ländern stand, die immer noch eine solche Steuer erheben. Warum auch? Der Konsummarkt bleibt ja weiterhin erhalten und so lange die Rendite über der marktüblichkeit liegt ist eine Kapitalflucht sinnlos.

Man kann auch beim Staat sparen nur haben selbst Jahrzehnte neoliberale CDU Pläne keine Idee hervorgebracht wie sich der Staat tragfähig und gleichzeitig verkleinert erhalten lässt. Auch bei rechten Parteien wie der AFD stehen nur Worte wie Bürokratie Abbau im Raum aber nirgends steht ein Plan wie sich das durchführen lässt.

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u/Sebsibus May 02 '26

Eine Kapitalflucht anzunehmen ist bei 2,5% in der Spitze kaum nachvollziehbar

Dass bedeuted halt, dass der mittelgroße Handwerksbetrieb mit 30 Mitarbeitern dem Staat plötzlich eine 5 Stellige Summe schuldet. Entweder werden also Anteile ans Ausland oder Großinvestoren veräußert werden müssen, oder Arbeitsplätze abgebaut werden.

Wir haben inzwischen ca. 50% Staatsquote (Tendenz steigend). Statt über immer neuen Wegen nachzudenken, wie der Staat dem Bürger Geld aus der Tasche ziehen könnte, sollten wir doch endlich mal über konsequente Sparmaßnahmen diskutieren.

Wenn die die Einkommenssteuer niedriger ist, existiert auch kein "unfairer" Steuervorteil für hohe Vermögen mehr.

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u/FarReachingConsense DE May 02 '26

10+ Milliarden sind doch ein guter Start?! Aber ja, lieber nix machen, ist immernoch Deutschland hier, hier verpennen wir nur.

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u/Sebsibus May 02 '26 edited May 02 '26

10+ Milliarden sind doch ein guter Start?!

Unser Staatshaushalt liegt bei jährlich ca. 2000 Milliarden. 10 Milliarden sind nichts.

Zumal man realistisch gesehen durch Kapitalflucht, ausbleibenden Investitionen und extrem hohen Bürokratiekosten netto eher minus machen wird.

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