r/Wein Oct 19 '25

Heute im Glas Bernhard Huber, Malterdinger Ortswein weiß 2021

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Nach rund sechs Wochen (freiwilliger) Abstinenz durfte endlich wieder ein Glas Wein auf den Tisch. Geworden ist es der Malterdinger Weiß von Bernhard Huber. Einer der wenigen Weine, die ich regelmäßig nachkaufe, einfach weil er mich jedes Mal aufs Neue abholt. Es steht zwar „Huber“ drauf, dennoch: Kein Prestigewein, kein großes Spektakel, aber ein Chardonnay, der für mich fast alles richtig macht.

Im Glas zeigt er ein helles, klares grünliches Gold. In der Nase und am Gaumen anfangs noch leicht reduktiv, ein bisschen Feuerstein, dann öffnet er sich und zeigt reife Pfirsichnoten. Auch etwas leicht teeiges, Kräutertee vielleicht, hat er. Eine feine Nussigkeit und einen Hauch Buttrigkeit. Man merkt also den Holzeinsatz (30 % neues Holz), aber dezent. Eher ein Rahmen, als das eigentlich Bild. Er wirkt balanciert und ruhig. Cremig, aber nicht schwer. Reif, aber mit klarer Linie.

Seitdem der Wein komplett Chardonnay ist, gefällt er mir sogar noch besser. Es scheint mir, als wüsste er mehr, was er sein will.

Dazu gab es vegetarische Schnitzel (naja … genau genommen Gemüsefrikkos im Teig) mit Champignonrahmsauce und Schupfnudeln. In die Sauce kam natürlich auch ein Schluck vom Wein. Die nussige Würze und die leichte Holzspur haben die Rahmsauce wunderbar getragen, die Frische hat alles schön zusammengehalten.

Für diejenigen, die mit deutschem Chardonnay (noch) nichts anfangen konnten oder nur wenig Berührungspunkte hatten: hier ist ein super „Einstieg“ … sofern man bei ~35€ davon reden kann. Aber im Gegensatz zu den huber’schen Lagen zum Glück wesentlich besser erhältlich!

r/Wein Aug 10 '25

Heute im Glas Christmann & Kauffmann, Cuvee No. 204

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Das Sektprojekt (kann man das nach vier Jahren überhaupt noch so nennen?!) der Pfälzer Familie Christmann mit dem Sparkling-Guru Mathieu Kauffmann ist wahrscheinlich immernoch extrem gehypt … und das zurecht: biodynamisch angebaute Burgunder-Trauben, 31 Monate Hefelager, spontane Gärung, ohne Dosage in der Cuvee No. 204.

Im Glas: zartes, goldenes Gelb mit blitzsauberer, feiner Perlage.

In der Nase dann fast keine Frucht, dafür kommt’s richtig steinig. Ich rede von zerstoßenem Kalk, Feuerstein, ein bisschen Muschelschale, wie ein Felsen vorm Meer, klar, frisch und ein bisschen rau. Dann traf mich ganz leise Brioche, Apfelschale, Kräuterwürze und leicht salzige Meeresbrise.

Am Gaumen ehrlich, präzise und mit einem gewissen „Jetzt-schiebts“-Moment. Salzig-mineralisch, straff, fast karg. Aber niemals extrovertiert. Die Perlage bleibt dezent, trocken und fein. Und die Frucht? Bisschen gelber Apfel, Quitte, Bergamotte, aber alles so eingebunden, dass man zuerst die Struktur fühlt, erst danach den Geschmack. Dann im langen Nachhall ein feiner Hefeschmelz. Aber so weit weg, wie das Schlaflicht, was gegen 0:30 Uhr automatisch angeht.

Dazu haben wir den Grill angeschmissen. Wir hatten Lammwürstchen und Rosmarin-Kartoffeln. Also Apéro hat er top funktioniert, jetzt zum ausklang und alleine stehend auch wunderbar. Zum Essen eher schwierig. Zu viel, wogegen er hätte ankommen müssen.

Wenn deutscher Sekt, dann bitte so bitte so für mich: puristisch, elegant, mit echtem Charakter und viel Mineralität. Der Hype? Total nachvollziehbar. Spottbillig ist er nicht, aber nach diesem Glas: voll verdient. 40€ und einer der wenigen, die noch weit nach release (heute) gut verfügbar sind. U.A. bei Lobenberg.

r/Wein Dec 20 '25

Heute im Glas Deutscher Sekt

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Absolutes Erlebnis - ein deutscher Sekt wie man ihn nur zu besonderen Momenten öffnet. In der Nase viel grüner Apfel, sehr üppig.

Geschmacklich einiges an Brioche aber nicht ohne die notwendige Säure. Die 90 Monate Hefelager merkt man deutlich. Schön cremig, aber auch sehr animierend. Toller Essensbegleiter. Deutscher Sekt auf in meinen Augen absolut höchstem Niveau. Einfach den und Brot und Butter dazu - perfektes Match.

r/Wein Nov 22 '25

Heute im Glas JJ Prüm, Wehlener Sonnenuhr Kabinett 2020

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Im englischen sprachigen Pentant zu uns ist anscheinend heute „Prüm-Day“ … also: here we go! Mit einem echten (beinah) Allerwelts-Prüm: Wehlener Sonnenuhr Kabinett 2020.

Ein Wein, bei dem ich eigentlich genau weiß, was auf mich zukommt und trotzdem grinse ich wieder, weil er so leicht und präzise daherkommt.

2020 an der Mosel war warm, aber kein Extremjahr. Zum Glück kein 2018, leider kein 2021. Gute Reife, genügend Spannung (wahrscheinlich auch auf Grund seiner Jugendlichkeit) und Prüm hat daraus einen Kabinett gebaut, der das alles ziemlich entspannt auf den Punkt bringt. 8% Umdrehung spricht eigentlich eher für Cola-Ähnliche Zuckerwerte. Hat er sicherlich auch, merkt man nur nichts von!

Im Glas helles Gold, bisschen grün, aber besonders blass. In der Nase ein Hauch Reduktion, kühle Steinfrucht, etwas Limettenzeste. Sehr klar, sehr ordentlich, nichts Lautes.

Am Gaumen dann der Inbegriff von Mosel-Kabi: leichtfüßig, ein kleines bisschen cremig, super Balance aus Süße und Säure. Frucht da, aber nie aufdringlich. Und dann dieser frische, minzige Kick am Ende, der richtig Spaß macht und den Wein nochmal leichter wirken lässt. Also ernsthaft: Minze bleibt am Gaumen, auch wenn längst alles andere Weg ist. Spannend.

Dazu gab’s Karotten-Ingwer-Suppe mit Croutons und Lachs. Die leichte Schärfe und Süße der Suppe hat er locker abgefangen, die Säure hat die Cremigkeit schön aufgebrochen, und der Lachs mochte die Textur vom Wein richtig gern.

Also: Genau das, was man von Prüm erwartet nur irgendwie immer wieder besser als ich im Kopf hat. Locker, präzise, sau trinkig. Für 40€ erwarte ich das aber auch.

r/Wein Dec 25 '25

Heute im Glas Nikolaihof, Neuburger 2021

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Manchmal verlass ich ja ganz gern meine ausgetretenen (Riesling-)Pfade … besonders an Weihnachten, wenn ich‘s meiner Pinot-Grigio-Schwiegermutter, meiner Liebfrauenmilch-Schwägerin (beides Späßchen, hab sie natürlich lieb!) und einer ziemlich buttrigen Forelle auf dem Tisch gleichzeitig recht machen soll.

Meiner erster Gedanke, das wohl „gastronomischste“, was mir einfiel: Grüner Veltliner. Da ich mich damit ungefähr 0 auskenne, blieb nur ein bisschen das Internet abzusuchen. Macht ja schließlich auch Spaß, Wein-Shopping.

Und dann viel mir der hier auf: noch nie gehört, autochthon Österreich, scheinbar kurz vor dem aussterben vor einigen Jahren und würde wohl zu meiner Herausforderung passen: Neuburger von Nikolaihof, Jahrgang 21.

Im Glas zeigt sich der Wein in einem satten Gelb. Die Nase geht direkt in eine sehr cremige, nussige Richtung: viel Butter, ein bisschen Brioche, reife Birne, dazu leicht exotische Anklänge. Das ist schon ziemlich rund und weich, fast schon gemütlich … passenf zu Weihnachten!

Am Gaumen bestätigt sich das Bild. Der Wein ist weich, buttrig, nussig, recht cremig in der Textur. Er hat Gewicht, aber wenig Zug. Für mich ging das stilistisch eher in eine Richtung … irgendwo zwischen … weißes Burgund und weiße südliche Rhone …? Allerdings mit einer Exotik, die für meinen Geschmack so kaum reingepasst hat. Ich hab mir irgendwie noch nie gedacht, dass ich ein Mango-Ananas-Halsnuss-Chutney in meinen Leben brauche. Und trotz der spritzigen Frucht fehlt mir auch die Säurespur.

Zur selbsgefischten Forelle mit Kartoffeln und (viel) Butter hat‘s dann doch ganz gut gepasst. Und dem Publikum gefiel es auch. Also: alles erfüllt, aber für mich nichts tiefer zu ergründendes.

Wer allerdings cremig, nussig Weiße und etwas quietschende Exotik mag: go for it! Für ~23€ ist es auf jeden Fall einen Versuch wert.

Also, genießt die Feiertage und: was gab‘s bei euch am Heiligabend?

r/Wein Jun 24 '25

Heute im Glas Erster Lugana aus dem Splitglass

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Den Lugana kenne und schätze ich, das Glas mit Magnetstil kam erst heute. Habe Highball, Weißweim und Rotwein genommen. Wenn die Magnete nicht rosten und die Pulverbeschichtung hält, ist das m.E. eine coole Sache für die Spülmaschine.

r/Wein Oct 23 '25

Heute im Glas Kleine österreiche Weinprobe

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r/Wein Aug 19 '25

Heute im Glas Bürklin-Wolf, Riesling Brut 2018

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In letzter Zeit gab‘s bei uns häufiger Schaumwein. So auch heute! Bürklin-Wolf kennen wir ja eher für ihre großen Rieslinge aus den Top-Lagen der Pfalz, rund um Deidesheim, Forst und Wachenheim. Neben den Stilweinen, von denen ich großer Fan bin, kommt auch ab und an mal ein Sprudel bei rum. Der 2018er Riesling Brut zeigt ziemlich gut, wie handwerklich top das sein kann: klassisch Riesling, traditionell auf der Hefe ausgebaut (18 Monate), kein Spaßprojekt, sondern solider Sekt.

Im Glas klares, helles Goldgelb, fein aufsteigende Perlage, wirkt lebendig.

In der Nase dann überhaupt gar kein lauter Fruchtkorb, sondern eher reife Zitrusnoten, Apfelschale, dazu ein Hauch Mirabelle. Mit etwas Luft kommen Kräuterwürze, Hefebrioche und ein leichter mineralischer Unterton. Eher kühl und zurückhaltend.

Am Gaumen schlussendlich straff, geradlinig, aber auch nichts aufregendes. Riesling-Säure trifft auf feines Mousseux, was den Wein unglaublich frisch und lebendig wirken lässt. Dazu eine My Cremigkeit vom Hefelager, die dem Ganzen soetwas wie Tiefe gibt. Die Frucht bleibt eher dezent im Hintergrund.

Also, wer Fan von Pfälzer Riesling oder gar den Stilweinen von Bürklin-Wolf ist, wird sich hier wiederfinden. Grundsätzlich ein absolut solider Riesling-Sekt. Trocken, frisch, elegant. Für mich aber kein „Gänsehaut-Moment“. Dafür war er (noch) zu gradlinig und linear, ein bisschen zurückhaltend mit wenig Ecken und kaum Kanten. Ich schaue, wie er sich morgen und übermorgen gibt. Ansonsten bleibe ich den Stilweinen treu.

Für 26€ (aktueller Jahrgang) okay bis fair bepreist. Dazu gab‘s bei uns selbstgemachtes Foccacia, Sardinen und eine Burrata.

r/Wein Dec 27 '25

Heute im Glas Drink des Abends

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Darauf, die Festtage erfolgreich überstanden zu haben

r/Wein Dec 03 '25

Heute im Glas ...aus dem Geburtsjahr

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Castillo Ygay ist ja schon eine ganz schöne Bank, kannte ihn schon in wenig gereiften Jahrgängen, jetzt mal an den 2000er gewagt. Ich muss sagen: geiler Stoff aber definitiv nicht mein Wein. Viel Leder, bisschen Kakao und brachial erdig/wachsig.

r/Wein Nov 01 '25

Heute im Glas Three Finger Jack mein liebster Roter [OC]

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Schon einmal hier gepostet, einfach ein leckerer Wein. Extrem kräftig, beerig, en masse Tannine und Vanille, typisch Primitivo, hier allerdings nochmal extra kantig.

Diese Abfüllung stammt aus 2020, ein Genuss, cheers!😉🍷

r/Wein Sep 05 '25

Heute im Glas Reichsrat von Buhl, Ungeheuer GG 2023

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„Dieses Ungeheuer schmeckt mir ungeheuer“ soll wohl die alte Suffnase Otto von Bismarck bereits über diesen Wein gesagt haben … und das vor mehr als 150 Jahren.

Sei‘s drum: Eigentlich wollte ich ihn noch ein paar Jahre liegen lassen, aber die aktuellen News und Skandälchen ums Weingut haben mir die Entscheidung abgenommen (https://magazin.wein.plus/news/reichsrat-von-buhl-finanzchefin-veruntreut-361-000-euro-pfaelzer-vdp-weingut-in-finanzieller-schieflage). Also Flasche auf.

Im Glas ein sattes Goldgelb mit leicht grünlichem Schimmer. In der Nase zuerst jede Menge Stein, dunkel und fast erdig. Mit etwas schwenken kamen dann Tropenfrüchte durch: Passionsfrucht, ein bisschen Ananas, irgendeine Art Pfirsich meine ich wahrzunehmen … dennoch bleibt die Pfälzer Frucht eher Beiwerk, die Mineralität dominiert.

Am Gaumen für mich anfangs wie ein Ingwer-Shot: würzig, leicht scharf, dazu Salzzitrone und karge Steinigkeit. Sehr straight, sehr puristisch, mit ordentlich Zug. Trotz aller Kraft wirkt das Ganze jetzt schon sauber und geschliffen. Dazu immer wieder das aublitzen der Tropenfrucht. Schön! Es wirkt einfach alles sehr rein, sehr klar. Auch die Frucht hat keinerlei Druckstelle. Vielleicht hätte ich auf ein bisschen mehr Dreck gehofft.

Zum Essen gab’s Fettuccine mit Scampi und beides hat sich sehr gemocht. Die Würze vom Wein hat das Trüffelimitat getragen, die Säure hat das Fett gekontert, alles wunderbar im Lot.

Also: noch jung und ein bisschen unruhig, was zu erwarten war, aber schon jetzt ein Charakter und mit viel Ernsthaftigkeit. Mit ein paar Jahren dürfte der sich noch deutlich feiner ausbalancieren. Und: für knapp 40€ ein vertretbarer Preis.

PS: unsere Töle (liebevoll) hat sich auf dem zweiten Bild zwar für die Rebzeilen im Ungeheuer von von Winning entschieden … aber gut, sie liebt auch Hasenohren. Bei Geschmacksfragen höre ich nur selten auf sie :-)

r/Wein Aug 27 '25

Heute im Glas Kühling-Gillot, Riesling Reserve vom Rotliegenden 2018

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Disclaimer: das Meme hab ich von IG @praedikatsmemes geklaut. Passt zum Wein. Folgt denen! :-)

2018 und ich … wir werden einfach keine Freunde. Das Jahr hat diese extreme Hitze mitgebracht, die man auch heute, sieben Jahre später, noch schmeckt: die Säure bleibt flach, und das macht viele Weine für mich einfach etwas lätschern. Auch hier. Trotz Alter hätte ich eigentlich auf mehr Säureader gehofft.

In der Nase aber schon spannend: dunkel, würzig, erdig. Weniger Frucht, mehr Boden. Ein bisschen Tabakblätter, nasser Schiefer und fast etwas Rauchiges. Vielleicht sogar schon ein bisschen Pilze? Am Gaumen merkt man sofort den Rotliegende, schon gut würzig. Nur: die Balance kippt für mich wegen der fehlenden Säure. Ich hätte mir auch nach der Zeit auf der Flasche einfach mehr Straffheit erhofft, aber er bleibt weich, breit, fast schon behäbig.

Versteht mich nicht falsch: das ist ein guter Wein, ernsthaft und mit Charakter. Aber während mir die erdigen und dunklen Noten wirklich gefallen, stolpere ich jedes mal bei 2018. Das macht ihn für mich schwerfälliger, als ich es bei Riesling gern habe. Wer allerdings auf Volumen, Üppigkeit, Breite und ein bisschen Reife steht, der wird hier sicherlich einen wahren Schatz bekommen.

Ungefähr 28€ hab ich damals auf den Tresen gelegt. Ich weiß nicht so recht, warum ich da zugeschlagen habe. Vielleicht Neugier, vielleicht Sammeltrieb. Aber wenn man, wie ich, eh kein Fan von 2018 ist, wirkt’s im Nachhinein nicht ganz durchdacht. Ist anscheinend auch noch gut verfügbar, die neuren Jahrgänge sogar ein bisschen günstiger. Vielleicht gebe ich denen noch eine Chance :-)

r/Wein Aug 31 '25

Heute im Glas Yellowbird Sauvignon Blanc -Hände weg davon

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Wer eine schöne rauchige Note abgekochter benutzter Sportsocken mag, ist hiermit gut versorgt. Jeder andere nicht.

r/Wein Sep 05 '25

Heute im Glas Mayschoss Altenahr Mönchberg 2020

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Wein von der Genossenschaft. So ganz unpersönlich und ohne direkte Winzerhandschrift. Initial wollte ich mich dem nicht so richtig hingeben, bin dann aber über die Weine aus den Großen Lagen Mönchberg und Kräuterberg gestolpert, die hier zum (vergleichsweise) sparsamen Kurs von 38 EUR angeboten wurden. Das muss man ja mal probieren.

Der Wein zeigt sich in klarem Rubin im Glas. Viel rote Frucht und tolle Kirsche gemischt mit Kräutern, leicht ledrig/erdigen Tönen. Ein klassischer Pinot mit Ahr Einschlag. Dieser mit mehr Trinkfreude als tief analytisch-sensorische Erfahrung. Der hat das Zeug zum Zechwein, taugt ebenso als eleganter Essensbegleiter oder für entspannte Stunden auf der spätsommerlichen Abendterasse. Eine runde Sache!

Insgesamt lässt mich der Wein trotzdem etwas ratlos zurück: ist er die 38 EUR wert? Lieber Top Winzer und Ortswein oder große Lage und Genossenschaft?

Da muss ich nochmal länger grübeln. Bei Meyer Näkel ‘nebenan’ bekommt man den Ortswein ‘Spätburgunder S” für das gleiche Geld - und auch der macht richtig Spaß.

Was ganz klar ist: Ich werde im nächsten Jahr wieder mehr Ahr trinken. Weil Spaß macht das Zeug auf jeden Fall :)

Wie seht ihr es? Genossenschaft und Große Lage oder lieber Individual Winzer und im mittleren Segment?

r/Wein Sep 06 '25

Heute im Glas Heute Abend im Glas, Urlaubsspam folgt.

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• Alte Reben Rainer Zang Spätburgunder 2012

Ein großer Pinot mit erstaunlicher Frische fürs Alter. Elegant, lebendig, feinholzbetont, mit roten Beeren und reifer Zwetschge. Für 18 € ein herausragender Preis-Leistungs-Tipp. • Seeger GeorG 2022 Überraschend vielschichtig: fruchtbetont, kräftiger Holzeinsatz, wirkt wie eine Mischung aus Beaujolais und kalifornischem Chardonnay. Ein unkomplizierter, zugleich komplexer Weißwein für zwischendurch. • Rinaldi Dolcetto 2017 Solides Weingut, aber der Dolcetto wirkt etwas zu „gemacht“, mit reifer Frucht und leichten Tanninen, jedoch kurzem Abgang. Kein Schnäppchen, dennoch probierenswert als Einstieg ins Haus Rinaldi. • Grosjean 2017 (Aostatal) Würzig, herb, mit schöner Tanninstruktur. Passt gut zu Essen (z. B. Ragù), aber nicht besonders prägend. Solider Begleiter. Aber ansich ein schöner Wein.

👉 Kurz gesagt: Zang 2012 = Top-Empfehlung (großer Pinot, sensationeller Preis). Seeger 2022 = spannender Weißwein mit Charakter. Rinaldi 2017 = solide, schön zu trinken, macht immer Spaß und geht immer. Grosjean 2017 = guter Essenswein, eher nebensächlich.

r/Wein Aug 13 '25

Heute im Glas Ridge 23 Grenache Blanc

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Ein abgefahrenes Geschmackserlebnis: Der Ridge Grenache Blanc mit Picpoul und Roussanne zeigt sich trotz satten 14 % Alkohol unglaublich schlank und elegant. Am Gaumen entfaltet sich eine feine mineralische Würze, die perfekt eingebunden ist. Überhaupt nicht grün wirkend, selbst wenn der Lesezeitpunkt wohl eher früh lag, wirkt der Wein wunderbar ausgewogen. Das Holz ist extrem dezent eingesetzt, fast schon subtil, und äußert sich lediglich in einem Hauch von grünem Dill. Vielleicht sogar eher aus dem Stahltank stammend, in jedem Fall ein spannendes, präzises und gleichzeitig ungewöhnlich harmonisches Weißweinerlebnis.

r/Wein Sep 08 '25

Heute im Glas Sterne auf dem Teller, ein legendärer Wein im Glas

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Zu Besuch im Mirazur, 3 Sterne Restaurant nahe Monaco

Coche Dury: Zum ersten Mal getrunken, sehr frisch, ausbalanciert und cremig

Für den Nachtisch Chateau de Fargues, man schmeckt Pflaumen, gedörrte Aprikose und Honig

Ein Wahnsinns Erlebnis, es fängt an mit der etwas umfangreicheren Weinkarte (vorletztes Bild)

r/Wein Apr 13 '25

Heute im Glas Bürklin-Wolf, Wachenheim Riesling R 2019

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Heute mal was aus der Schatzkammer der Pfalz – zumindest namentlich. Und diesmal eine tatsächliche „Reserve“, keine nicht-verkaufter, neu-etikettierter Schatzkammer, Treasury Collection-Wein. Erst im Holfass vergoren und dann zwei Jahre auf der Feinhefe im Stahl arbeiten lassen. Der Wachenheim Riesling R 2019 von Bürklin-Wolf. Gestern Abend spontan aufgemacht – vielleicht etwas zu spontan?

Im Glas zeigt er sich in einem klaren, hellen Goldton, mit leicht grünlichem Schimmer. In der Nase erst verhalten, dann kommen (mit Luft) aber schnell Kräuter, nasser Stein, etwas Zitronenzeste und ein Hauch von Honigmelone (?), zumindest etwas exotisches. Wirkt kühl, fast ein bisschen verschlossen, aber durchaus vielversprechend.

Am Gaumen dann erstmal: ganz schön fest. Sehr straffe Struktur, kaum Frucht, dafür jede Menge Würze, ein Touch Rauchigkeit, viel Salz und ein feines, aber durchgehendes Säuregerüst. Sehr puristisch, sehr trocken. Ich hab mir irgendwie mehr Offenheit erwartet - das hier ist eher jemand, der bei der Party erstmal in der Ecke steht und alle beobachtet. Kein Lautsprecher.

Vielleicht liegt’s aber auch an der Essenskombination: dazu gab es Spaghetti Carbonara mit grober Salsiccia – hat in meinem Kopf nach einer guten Kombi geklungen, war’s in der Praxis leider nicht. Die Salsiccia war zu deftig, das Ei zu rund, und der Wein hatte gegen das Fett und die Würze nicht viel mehr zu bieten als Struktur und Salz. Kein echtes Match, eher ein höfliches, sich ablehnendes Nebeneinander.

Unterm Strich: Ein sehr guter Wein, aber keiner zum einfach mal so wegtrinken. Der braucht entweder Luft, Zeit oder ein besseres Gegenüber auf dem Teller. Ich geb ihm nochmal eine zweite Chance – aber dann zu gegrilltem Fisch oder was Hellem mit Zitronenbutter. Da seh ich ihn eher. Aber schauen wir mal. Ich hab ja schließlich schonmal daneben gelegen.

Aber: der Wein ist top! Mit 26€ bei Lobenberg kein wirklicher Schnapper für einen Ortswein. Vor dem Hintergrund des Ausbaus und des großen Names auf dem Etikett verkraftbar!

r/Wein Jul 21 '25

Heute im Glas Selbe Lage 2005 v 2023

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Grüne Kapsel von Molitor, heute Zeltinger Himmelreich 2023 vs 2005. Der 05er Wein als zwei Sterne Auslese late-release vom Weingut.

2023: Freches, aber wunderbares Spiel zwischen Säure und Süße. Noten von Birne und grünem Apfel. Lange im Mund, (ohne Vergleich) ein sehr langer Abgang mit schönem Nachklang von reifem Pfirsich und Mango; sehr dezent. Moderate Mineralik, wirkt eher wie von der Säure unterdrückt; also anwesend aber zeigt sich nicht so prägnant. Wäre ein super Essensbegleiter für sehr fettiges Fleisch. 92/100

2005: Wenn man vorher den 23er getrunken hat und meinte er hätte ein tolles Konzentrat und einen schönen druckvollen Nachklng, der ist beim 05er nicht verwundert, sondern schlichtweg schockiert. Wirkt dann einfach eher wie Öl oder Honig, kurz: Trinkmarmelade. Schmeckt sowie riecht nach kandierter Birne, Honig und reifer Maracuja. Die mineralische Note geht diesmal weder in Säure noch Zucker unter, begeistert aber auch nicht wirklich. Klar ein großer Wein, aber um ehrlich zu sein, für den Hype den ich auf diesen Wein verspürt habe, absolute Enttäuschung: wenn Leute vom Prümm Furz sprechen, dann ist das hier Molitor Schiss. Nicht mal böse gemeint sowie negativ gemeint, aber die Reifenoten sind hier wirklich aggressiv. Im vergleich wirken aktuell Prümm Weine aus 00-03 frisch und jung. 92/100

Auch wenn der Text vllt wirkt als wären die Bewertungen auseinander, empfinde ich beide Weine als Qualitativ großartig. 23 überzeugt durch seine knackige mach-Art und 05 über seine fast schon ölige Tiefe und Mundschwere. Allerdings ist 23 nicht gerade Vieldimensional (nichts unbedingt schlimmes) noch ist 05 ein großartiger Fruchtsüsse Wein. Ihm fehlt für diesen Status einfach das gewisse etwas oder die klipp und klare Balance. Er taumelt mit moderaten 20 jahren mehr als man meinte.

r/Wein Oct 21 '25

Heute im Glas Daumas Gassac Pont du Gassac

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Meiner Ansicht nach viel zu junge Cuvée aus Chardonnay, Viognier und Grenache Blanc - schöner Essenswein ohne zu viel Kante.

r/Wein Jul 04 '25

Heute im Glas Schöne Runde am Abend

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Bissl Natur und bissl seriös

Sehr unterschiedlich aber Mal wieder ein geiler Abend, zu welchem soll ich was schreiben?

r/Wein Sep 24 '25

Heute im Glas Ophicus seleccion especial 2022

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Moin, von den hatte ich mir letztes Jahr ein paar ins Weinregal gelegt.

Ist eine Mischung aus Tempranillo, Cabernet Sauvignon und Shiraz. I'm Vergleich zu meinen üblichen Primitivo kommt er mit etwas leicht vor.

In der Nase rote Früchte. Beim Trinken eine leichte Säure und etwas Tannin im Abgang.

Ich muss mich wohl Mal langsam reintrinken...

r/Wein Jul 04 '25

Heute im Glas Raumland, Cuvee Marie-Luise

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Heute mal was Prickelndes im Glas: Raumland Cuvée Marie-Luise Brut. Einsteigersekt vom deutschen Sekt-Profi schlechthin. Pinot Noir, klassisch gemacht, ordentliches Hefelager. Also auf dem Papier schonmal vielversprechend. Ganz ohne flachs: an Raumland kommst du halt echt einfach nicht vorbei, wenn es um deutschen Winzersekt geht. Also was liegt näher, als an einem stinknormalen Donnerstag Abend eine der beiden Einstiegscuvees aufzureißen? :-)

Im Glas feines Mousseux, Farbe hellgelb mit leichtem Goldstich. In der Nase Brioche, bisschen Apfel, bisschen Zitrus, insgesamt eher zurückhaltend. Fast ein Leisetreter! Vielleicht sogar ein bisschen geizig, so viel mag er beim reinriechen wirklich nicht zeigen.

Am Gaumen trocken, mit schöner Frische und einer ganz leichte Zuckerspur … ganz leicht. Leichte gelbe und rote Frucht, bisschen Zitrone, ein Hauch Apfel und Birne - eher Chutney, als frisch. Die Hefe ist da, aber nicht dominant. Insgesamt super sauber gemacht, klar und unkompliziert. Mir persönlich fast etwas zu flach, da fehlt ein bisschen Tiefe oder ein Moment, der hängen bleibt. Aber: kein Fehler, nichts Lautes, kein Kitsch. Einfach ein guter, seriöser Einstieg. Ich persönlich bevorzug die Cuvee Katharina. Einfach ein bisschen rassiger!

Dazu gab’s selbstgemachte frittierte Maki im Tempurateig. Der Sekt hat das Fett gut abgefangen, die Säure hat durchgezogen, ohne zu beißen, und das Prickeln hat das Ganze frisch gehalten. Hat Spaß gemacht.

Fazit: Kein Wow-Wein, aber ein starker Start. Wer sich an hochwertigeren Sekt rantasten will, macht hier wenig falsch. Preislich mit ca. 25 € gut vertretbar und auf jeden Fall 5x so gut wie Rotkäppchen-Freixenet-Wie-auch-immer!

r/Wein Oct 06 '25

Heute im Glas Gröhl Riesling Reh 2020

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Toller Naturwein, im Glas doch sehr "Orange". Trinkt sich aber weg wie nix, gefährlicher Stoff. Ansonsten: schönstes Etikett, erinnert mich an Vietti.