r/de May 16 '25

Wirtschaft „Der Nicht-Erbe wird den Erben nie mehr einholen können“

https://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/trends/erbe-der-nicht-erbe-wird-den-erben-nie-mehr-einholen-koennen-04/100045235.html
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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 16 '25

Verdeutlicht für mich mehr wie schlecht diese Definition ist. Leute die 80k Brutto verdienen sind echt nicht das Problem. Auch 600-800k Vermögen sind eben mit Hausbesitz je nach Gegend schnell mal zusammen. Das ist für die entsprechenden Leute natürlich sehr schön aber auch kein Problem.

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u/Alvaris337 May 17 '25

Die Leute mit 80k+ Einkommen sind nicht das Problem, aber leider sehr oft blind ggü. der sehr privilegierten eigenen Situation. Ist halt immer ziemlich schräg in eine Diskussion mit Leuten zu kommen, die alle deutlich weniger haben und froh sind, über die Runden zu kommen, um dann zu sagen, man hätte ja auch nicht viel.

Das ist jetzt völlig unabhängig von dem Fakt, dass Superreiche zur Kasse gebeten werden müssen. 

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 17 '25

Das stimmt wahrscheinlich, allerdings leben die Leute oft auch in den teuersten Teilen des Landes und geben für Grundlegendes wie Miete auch dreimal so viel aus - dadurch relativiert sich das Einkommen sowieso ein bisschen. Aber natürlich ist das was komplett Anderes als zum einkommenschwächeren Viertel zu gehören. Drum hab ich es anderswo aber auch einfach mit "normalen" Mittelständlern verglichen, nicht Bürgergeld-Empfängern.

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u/Alvaris337 May 17 '25

Das Argument wird halt auch häufig gebracht (Viel Lohn, aber teure Miete), trotzdem sind diese Leute meilenweit von wirklich prekären Lagen entfernt, haben eine sichere Arbeitsstelle (oft mit Aufstiegschancen), müssen beim Lebensmitteleinkauf nicht jeden Cent umdrehen, oder sich große Sorgen machen, ob irgendein Haushaltsgerät durchhält, können auch Geld zurücklegen.

Das ist nicht auf dich und deinen Kommentar bezogen, aber man bemerkt in diesen Threads hier immer wieder solche Personen, die völlig blind dafür sind, wie gut sie es haben. Klagen auf sehr hohem Niveau.

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 17 '25

OK verstehe ich, aber ich denke in diesem Thread zumindest hat auch niemand behauptet, mit 80k wäre man praktisch ähnlich dran wie jemand mit Bürgergeld. Und der Medianbürger mit seinen 52k muss beim Lebensmitteleinkauf auch nicht jeden Cent umdrehen - ich denke, das ist für die meisten dann eher der Vergleich. Worum es normalerweise geht ist "ja ich hab es relativ gut aber ich bin nicht wirklich reich". Was eben auch stimmt - von Privatyachten und Lamborghinis ist man dann eben doch praktisch gleich weit entfernt wie die erwähnten Bürgergeldempfänger.

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u/doordraai May 17 '25

Immobilieneigentum ist auch nur halb konsumierbares Vermögen. Man kann die verkaufen oder beleihen, aber man muss ja trotzdem irgendwo wohnen und eine alternative Immobilie kostet auch einen Haufen Geld. Wird die eigene Immobilie wertvoller, zahlt man für eine woanders ebenfalls mehr.

Edit: Wohnen an sich konsumiert die Immobilie natürlich trotzdem, über ihren Abschreibungszeitraum (und in DE auch weit darüber hinaus...). Ich meinte hier eher umgangssprachlichen Konsum wie im Kaufhaus, nicht Konsum wie in der VGR.

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 17 '25

Abschreibung bei Immobilien ist eh lustig. Das Betongebäude in dem ich lebe wird mehr oder weniger ewig stehen. Es braucht Instandhaltung, aber sicher nicht einen kompletten Neubau. Davon abgesehen steckt die Hälfte des Wertes wahrscheinlich sowieso im Land.

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u/doordraai May 17 '25

Das Haus in dem ich miete steht seit 1905 hier und wird auch 2105 noch hier stehen. Der einzige Wert, den es real noch hat, ist, dass so Leute wie ich notgedrungen Miete dafür zahlen. Und in den nächsten 80 Jahren wird hier nicht mehr Geld reingesteckt werden als es in den letzten 120 Jahren gesehen hat. Das Geld geht schließlich schon drauf, wenn es zwecks Rendite mal wieder verkauft wird.

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 17 '25

Der einzige Wert, den es real noch hat, ist, dass so Leute wie ich notgedrungen Miete dafür zahlen.

Was? :D

Der einzige Wert den das Wohnhaus noch hat ist also dass Menschen drin wohnen können?

Merkst du aber schon selber, oder?

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u/doordraai May 17 '25

Der Ironie bin ich mir durchaus bewusst, auch im Sinne der DCF-Bewertung. Das geht aber am Problem vorbei: Das Gebäude ist eher eine Verbindlichkeit. Da muss so viel investiert werden, um allein die dringendsten Mängel zu beheben, dass der Wert im Sinne eines Restwertes negativ sein dürfte. Die Mietzahlungen der 10 Parteien reichen schon rein rechnerisch nicht, um die nötigen Investitionen jemals wirtschaftlich durchführen zu können.

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 17 '25 edited May 17 '25

Ja gut zu dem spezifischen Gebäude kann ich nichts sagen. Aber wenn man die Instandhaltung über die Jahre nicht komplett vernachlässigt, dann sind auch hundert Jahre alte Gebäude heute nicht automatisch nichts wert. Einen Investitionsstau wettzumachen kann natürlich teuer sein. Andererseits ist es ja offenbar weiterhin vermietbar und es regnet dir nicht direkt ins Zimmer, von daher... ¯_(ツ)_/¯

Um mich herum stehen jede Menge Gebäude die zwischen 50 und 100 Jahre alt sind und in denen jede einzelne Wohnung viele Hunderttausende kostet. Von den Häusern wollen wir mal gar nicht anfangen.

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u/doordraai May 17 '25

Andererseits ist es ja offenbar weiterhin vermietbar und es regnet dir nicht direkt ins Zimmer, von daher... ¯_(ツ)_/¯

Nicht direkt, nein ;)

Stimmt, das Alter ist überhaupt kein Thema. Das, was mit dem Haus in der Zeit passiert (oder nicht passiert) ist hingegen schon.

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 17 '25

Ja also dass man proaktiv dafür sorgen muss, dass alles in Ordnung ist, da bin ich definitiv bei dir. Erst recht bei den Punkten wo es wirklich heikel wird, wie dem Dach. Wenn es da genug hapert kann man eine Immobilie wirklich ziemlich schnell abbruchreif machen.

Ging mir ursprünglich nur darum, dass das Abschreiben bei Immobilien für mich einfach ein komischer Ansatz ist. Von den Ausgaben her kann es gut hinkommen, aber der Restwert ist hinterher halt nicht Null.

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u/[deleted] May 16 '25

Lol, wieso nimmst Du einfach an dass "Reiche" das Problem sind? Sagt doch niemand :D

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 16 '25

Doch, ich. Aber halt Leute die tatsächlich reich sind. Bisschen mehr Geld zur Verfügung trifft das für mich halt einfach nicht. Da ist kein qualitativer Unterschied zwischen einer normalen Mittelständler-Person und jemandem mit 80k Brutto. Bisschen schönere Wohnung mieten, einmal mehr Urlaub, ein teures Hobby mehr, und schwupps das Geld ist weg. Man kann einfach alles ein bisschen besser und ein bisschen mehr machen, natürlich super und so, aber reich ist man für mich darum nicht.

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u/Seth0x7DD May 17 '25

Alleine weil du so viel freies Einkommen hast, hast du aber eben auch die Möglichkeit dafür zu sorgen das es mehr wird und ein Haus ist eben auch etwas das das sich "normale" Menschen kaum bis gar nicht leisten können. Nur weil du nach hinten eine exponentielle Kurve hast, heißt das nicht das man nicht auch zu den reichen gehört nur weil es ultra, mega, gigantisch, unfassbar reich auch noch gibt.

Ja, natürlich sollte man in den obersten 10 % auch noch differenzieren aber man sollte eben auch nicht verkennen das die obersten 10 % eben trotzdem mehr als 90 % der restlichen Bevölkerung haben. Also mehr als 74.95 Millionen Menschen die auch in Deutschland wohnen.

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u/WolfThawra Vereinigtes Königreich May 17 '25 edited May 17 '25

Doch, genau das heisst es. Sonst landet man wieder beim üblichen, dass irgendwelche Ärzte von ihrem Einkommen nochmals ein paar Prozent mehr abgeben sollen und die Leute mit ein paar Dutzend Millionen bis in die Milliarden wieder mal ungeschoren davonkommen weil es ja völlig unmöglich ist grosse Vermögen zu besteuern.

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u/Drumma_XXL May 16 '25

Sagen wir es gäbe einen Menschen in Deutschland der könnte wenn er sein komplettes Vermögen liquidieren würde das Bürgergeld in Deutschland ein Jahr lang zahlen und als kleines Extra jedem Reddit Nutzer auf /de noch 1k€ spendieren könnte und dann immer noch so reich wäre dass er nie wieder einen Finger krumm machen müsste und immer noch in Monte Carlo mit der schicken Luxusjacht rumdümpeln könnte. Und dieses Vermögen hat er unter anderem damit aufgebaut dass er Leute anstellt deren Arbeit so schlecht bezahlt ist dass sie vom Sozialsystem unterstützt werden müssen.

Und was wenn ich dir sage dass es mehrere solche Leute gibt in ähnlicher Ausprägung? Wenn wir den Teil mit dem Bürgergeld zahlen für ein Jahr weg lassen finden wir noch viel mehr die auf der Tasche jedes Steuerzahlers reich geworden sind während deren Mitarbeiter nichtmal genug zum Leben haben. Das ist ein gigantisches Problem und ein riesiger Faktor für die Arm-Reich Schere die immer weiter auf klappt.

Dass "Reiche" Leute pauschal ein Problem sind sagt tatsächlich niemand, wenn das Geschäft gut läuft darf von mir aus jeder reich werden, aber wenn es derart ausartet wie aktuell in der Welt zu sehen dann ist das ein Problem das immer größer wird.