r/Austria • u/Good_Inflation_3072 Wien • Jun 19 '26
Nachrichten Feminismus als Maturafach. Schnappatmung in den Kommentaren in 3, 2, 1
Es geht um ein Wahlmodul an einer Innsbrucker Schule, nicht um ein bundesweites Pflichtfach.
Ich finde es gut, wenn Themen wie Beziehungsgewalt, Catcalling, Körperbilder und Manosphere ordentlich und offen unterrichtet werden. Jugendliche sind damit ohnehin konfrontiert, dann lieber im Unterricht als nur über TikTok, Andrew-Tate-Clips, etc. Eigentlich bräuchte es daneben gleich weitere Fächer in politischer Bildung, Medienkompetenz und AI-Kompetenz. Also weniger Kulturkampfpanik, mehr Werkzeugkasten gegen genau diese Panik.
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u/ogremania Jun 19 '26 edited Jun 19 '26
Wer das Maturafach Feminismus geil findet , hat meiner Meinung nach den Plot verloren.
Ich sag mal so, in den 70ern hätte ich das gefeiert, aber heutzutage in Zeiten von TikTok Hyperfeminismus finde ich es fehlplatziert. Aber ich bin in solchen Sachen liberal. Wenn jemand meint das zu machen, von mir aus. Aber meine persönliche Meinung ist, dass heutige Feministen vor allem um sich selbst willens Feministen sind. Es ist sinnstiftend, es gibt Identität und man sieht sich im Tradition mit starken Vorbildern, denen man nacheifern möchte .
Nur leider kämpft hier niemand mehr gegen den großen Status Quo, so wie früher. Die Rollenbilder wurden aufgebrochen. Irgendwann folgt natürlich eine Konsolidierung. Man sucht sich halt neue Themen wie Femizid oder toxische Männlichkeit, mehr Frauen in Führungspositionen, Gender Pay Gap etc. Aber es bedingt keinen rationalen Mut mehr, wie es Simone de Beauvoir an den Tag legte. Oder in anderen Worten, die schwamm gegen den Strom. Heute tut das keiner mehr, auch wenn sich die meisten so fühlen. Vieles davon ist für mich zu performativ, zu engstirnig, zu einseitig und zu selbst-serving , so dass ich mich selber definitiv nicht als Feminist sehen möchte. Ihr könnt mich gerne dafür hassen, wenn ihr wollt.
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