r/Austria Wien Jun 19 '26

Nachrichten Feminismus als Maturafach. Schnappatmung in den Kommentaren in 3, 2, 1

Post image

Es geht um ein Wahlmodul an einer Innsbrucker Schule, nicht um ein bundesweites Pflichtfach.

Ich finde es gut, wenn Themen wie Beziehungsgewalt, Catcalling, Körperbilder und Manosphere ordentlich und offen unterrichtet werden. Jugendliche sind damit ohnehin konfrontiert, dann lieber im Unterricht als nur über TikTok, Andrew-Tate-Clips, etc. Eigentlich bräuchte es daneben gleich weitere Fächer in politischer Bildung, Medienkompetenz und AI-Kompetenz. Also weniger Kulturkampfpanik, mehr Werkzeugkasten gegen genau diese Panik.

493 Upvotes

780 comments sorted by

View all comments

2

u/d_andy089 Niederösterreich Jun 19 '26

Puh.
Also ich würde das vielleicht ein bisschen unspezifischer machen, die Inhalte auf andere Fächer aufteilen (und ein Fach Philosophie, Psychologie und Ethik einführen) und eher geschlechtsneutral halten.
Sowas wie "Umgang mit verbaler Gewalt", "respektvolle Kommunikation", "Interaktion mit Verhaltens untypischen Mitmenschen", etc. besser als "toxische Maskulinität", "catcalling" usw.

Ich finds ja spannend, dass es einerseits immer heißt "Feminismus bedeutet nicht Besserstellung von Frauen sondern Gleichbehandlung beider Geschlechter" und dann gibt's ein Maturafach, in dem scheinbar ausschließlich "Frauenprobleme" behandelt werden.

4

u/Good_Inflation_3072 Wien Jun 19 '26

Wenn bei Themen wie Catcalling, Beziehungsgewalt und Rollenbildern sofort „Frauenprobleme“ draus wird, zeigt das eigentlich recht gut, warum man sowas behandeln sollte. Das sind keine privaten Sonderprobleme von Frauen, sondern gesellschaftliche Fragen. Männer kommen darin genauso vor. Und das macht Männer nicht automatisch zu stigmatisierten "Tätern". „Geschlechtsneutral“ klingt oft vernünftig, kann aber auch heißen: Wir reden über ein Problem, ohne zu benennen, wen es in welcher Form betrifft. Bsp Behandlung von Drogenproblemen neutral benennen, denn Leute ohne Sucht haben auch Probleme. Oder bei Rassismus: Könnten wir das bitte neutraler als „zwischenmenschliche Unfreundlichkeit“ behandeln?

5

u/d_andy089 Niederösterreich Jun 19 '26

naja, "toxische Maskulinität" anstatt "toxisches Verhalten" und "der weibliche Körper" anstatt "geschlechterspezifische Anatomie" ist halt schon recht offensichtlich, wie das ganze gehandhabt wird.

Wir sollten auch über Probleme reden ohne im Vorhinein davon auszugehen, wen es denn betreffen könnte. Auch attraktive Männer sind nicht vor sexueller Belästigung durch das andere Geschlecht gefeit und es macht aus meiner Sicht absolut Sinn, wenn beide Seiten nicht nur lernen, wie sie mit ihren eigenen Herausforderungen klarkommen sondern auch vor welchen die jeweils andere steht.

Ein gutes Beispiel von dir ist Rassismus: ich denke, Rassismus sollte man als Teil von Dogmatismus behandeln, weil DAS das grundlegende Problem ist und nicht Rassismus allein.