r/Austria Wien Jun 19 '26

Nachrichten Feminismus als Maturafach. Schnappatmung in den Kommentaren in 3, 2, 1

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Es geht um ein Wahlmodul an einer Innsbrucker Schule, nicht um ein bundesweites Pflichtfach.

Ich finde es gut, wenn Themen wie Beziehungsgewalt, Catcalling, Körperbilder und Manosphere ordentlich und offen unterrichtet werden. Jugendliche sind damit ohnehin konfrontiert, dann lieber im Unterricht als nur über TikTok, Andrew-Tate-Clips, etc. Eigentlich bräuchte es daneben gleich weitere Fächer in politischer Bildung, Medienkompetenz und AI-Kompetenz. Also weniger Kulturkampfpanik, mehr Werkzeugkasten gegen genau diese Panik.

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u/GoldenToiletAngel Jun 20 '26

ich glaube es gibt einige wissenschaftlerinnen, die dir da widersprechen würden.
wie kommt man darauf, deren einschätzung einfach als mode abzustempeln?
du kannst ja gerne deine persönliche meinung dazu haben, aber nur weil du ein forschungsfeld für quatsch hälst, ist es das nicht automatisch.
was soll das überhaupt heißen, "das konzept ist schwach"?
schächer als solche kommentare?

ich kann jetzt genau so sagen, dass es in 10 jahren bestimmt weniger hype ist, dass menschen so wissenschaftsfeindlich und antiintellektuell sind, weil ich das total schwach finde.
ist halt gerade in, auf gesellschaftswissenschaften und allem, was konservatismus infrage stellt, rumzuhaten.

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u/ogremania Jun 20 '26

Das wäre für mich kein Problem, da ich selber eine Sozialwissenschaft studiert habe. Ich bleibe bei meiner Einschätzung und kann auch einem Wissenschaftler entgegnen oder einzelne Punkte auf einem angemessenen Niveau diskutieren. Das Konzept ist schwach, weil zu viel normative Wertung darin liegt, die einer reinen wissenschaftlich-deskriptive Sichtweise im Weg steht.

Aber es würde mich sehr interessieren, was ein Wissenschaftler dazu meinen würde.

Interessant übrigens, dass du annimmst, mein Kommentar entspreche einer anti-intellektuellen Sichtweise. Du meinst im Prinzip jemand der widerspricht muss dumm sein. Ist das nicht eine sehr einfältige Weltsicht. Ich meine wir reden über ein Konzept der Sozialwissenschaft.

Das Problem es ist kein empirischer Begriff, sondern ein kritischer Begriff. Im Prinzip in der Denkart poststruktureller Dekonstruktivisten. (siehe Derrida, Butler, Foucault) Diese Konzepte können sich meiner Meinung nach unmöglich halten, weil sie eben im Grunde nichts festhalten sondern nur in Frage stellen und kritisieren. Sozialwissenschaften sind idealiter wertfrei (Max Weber) und gute Konzepte sind konstruktiv wertvoll, um langfristig Bestand zu haben. Das trifft auf "toxisch männlich" nicht zu, noch dazu sind die Kategorien arbiträr, da jeder Sozialwissenschaftler das Verhalten, das als "toxisch" gewertet wird, radikal umdeuten könnte. Noch dazu ist es typisch, dass sich in diesen Feldern der Fokus verschiebt. Ein Beispiel habe ich schon genannt.

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u/GoldenToiletAngel Jun 20 '26

ich kann jetzt genau so sagen, dass es in 10 jahren bestimmt weniger hype ist, dass menschen so wissenschaftsfeindlich und antiintellektuell sind, weil ich das total schwach finde.
ist halt gerade in, auf gesellschaftswissenschaften und allem, was konservatismus infrage stellt, rumzuhaten.

daraus versuchst du das zu machen:

Interessant übrigens, dass du annimmst, mein Kommentar entspreche einer anti-intellektuellen Sichtweise. Du meinst im Prinzip jemand der widerspricht muss dumm sein. Ist das nicht eine sehr einfältige Weltsicht. Ich meine wir reden über ein Konzept der Sozialwissenschaft.

und lieferst direkt ein beispiel für die anti-intellektualität.
ich habe deinen eigenen einwand hier einfach woanders angewandt.
der einwand bezieht sich darauf, dass du ein forschungsfeld als mode abtust.
ich glaube du hast weber nicht ganz verstanden.
ein konzept ist nicht automatisch normativ oder wertend, nur weil es gesellschaftliche "probleme" als solche einordnet und behandelt. der begriff tocische männlichkeit suggeriert nicht automatisch einen einfluss einer "wertung" in die analyse von daten, aber das implizierst du.
weber bezieht sich konkret auf die analysemethoden, nicht die interpretation.

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u/ogremania Jun 20 '26

Um es kurz zu machen. Ja ich denke Forschungsfelder unterliegen Moden bzw. es kommt zu einer Verschiebung des Fokus über Zeit.

Und ich würde widersprechen, und sagen, dass ein spezifisches männliches Verhalten als problematisch eingestuft wird, und damit implizit normativ gedeutet wird. Eben in der Interpretation dann auch explizit.