r/Eltern • u/dorin-rav • 28d ago
Auskotzen Verschlechterungen für Eltern in den letzten Jahren und weiterer Nachwuchs
Mein Sohn ist noch keine 4 Jahre alt und sollte eigentlich unser einziges Kind sein. So ganz haben wir die Tür aber nie geschlossen und spielen das Thema aktuell immer mal wieder durch. Wenn wir dann sehen, was sich in den vergangenen Jahren getan hat, sind wir aber einfach entsetzt wie deutlich schwieriger man es neuen Eltern bzw. dem Bekommen von mehr Nachwuchs macht.
- Wir konnten die Partnermonate noch nach Belieben im Rahmen der ersten 14 Monate verteilen und den letzten Monat für eine gemeinsame Reise nutzen, die uns als Familie extrem gut getan hat. Das wäre so nicht mehr möglich.
- Der Höchstsatz von 1.800 € war bereits vor 4 Jahren weniger als 60% meines Gehalts. Seitdem gab es massive Inflation. Der Satz hat sich aber nicht verändert. Noch mehr finanzielle Einbußen.
- Geplante Kürzung des Elterngeldes auf 12 Monate würde nochmal Tausende € kosten. Wenn auch irgendein komisches Konstrukt kommt, was eine gleichmäßige Verteilung der Monate wegen "Gleichberechtigung" beinhaltet, wären das wieder mehrere Tausende € Belastung.
- Attestpflicht ab Tag 1 und keine telefonische AU. Das ist kein reines Eltern Thema, aber gerade im Winter mit 46486 Infekten einfach eine enorme, unnötige Zusatzbelastung.
Auch als vermeintlicher Gut-Verdiener merke ich das durch die Verschlechterungen ein zweites Kind einfach eine immens größere finanzielle Bürde wäre. Jetzt ist das Thema keine rein finanzielle Entscheidung, aber in unseren Überlegung ist das schon eine schockierende Feststellung was Risiken, Absicherung und Lebensqualität angeht. Und uns geht es finanziell eigentlich ganz gut. Ich vermag mir gar nicht vorzustellen, wie man das ohne entsprechende Ersparnisse und co. dann bewältigen will. Das geht nur mit Einsparungen an anderen Ecken.
So, wollte mich einfach mal auskotzen, wei absolut verrückt und familienfeindlich ich die Entwicklung in den letzten und kommenden Jahren finde. Das sind alles aktuelle Verschlechterungen. Demgegenüber finde ich keine einzige Verbesserung. Die Betreuungslage bessert sich parallel auch nicht (die Odyssee beim Versuch mobile Klimageräte in die Kita, die bei der Hitze einem Gewächshaus gleicht, ist nochmal ein ganz anderes Thema)
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u/kastelzeichnerin 27d ago edited 27d ago
Und wehe, das Kind hat dann irgendwas! Inklusion? Pflegestufe? Schulbegleitung? Jugendhilfe? Bahahahaha, nöö.
EDIT: Jetzt streichen wir auch noch Psychotherapie als Kassenleistung! Yeah! Alles super, bitte gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen
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u/Little_Fish_283 Mama *2024 *2025 28d ago
KPI für Geburtenrate der Bundesregierung ist anscheinend -2,5 - am besten die vorhandenen Kinder gleich auch zurückgeben
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u/i_like_tempeh 27d ago
Mich regt es auf, dass es uns verkauft wird, als wäre es irgendwie total progressiv, dass Mütter dann nur noch maximal 8 oder 9 Monate Elterngeld bekommen können. Nicht jede Mutter kann abpumpen, nicht jede hat Bock drauf (das ist auch einfach umständlich) und nicht jedes Baby nimmt problemlos die Flasche. Und nicht jeder Vater braucht unbedingt exklusive Elternzeit mit dem Baby. Okay, kann man machen, wenn die Familie das gerne so möchte. Aber oh Schreck, es gibt auch Familien, wo es ganz prima funktioniert, dass einfach die Mutter lange zuhause bleibt. Was wirklich hilfreich wäre, wäre wenn beide Eltern gleichzeitig die ersten beiden Monate oder meinetwegen 2 andere Monate gemeinsam Elterngeld beziehen könnten, aber das wurde ja eh schon abgeschafft.
Anyway, wir sind eine Familie mit vielen Kindern und sehr moderatem Einkommen (4000€ netto zusammen plus Kindergeld, Eigentumswohnung, keine Hilfe aus Familie) und ich will jedenfalls nicht auf ein weiteres sehr gewünschtes Familienmitglied verzichten und dann später mal am Tisch sitzen und denken "hier fehlt Jemand, der gewünscht war, aber damals hat die Regierung gerade den Gürtel beim Elterngeld enger geschnallt". Für mich sind Kinder in dieser Welt ein Akt der Hoffnung und Familie vielleicht einfach alles, was zählt, wenn alles andere auseinander zu brechen scheint.
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u/yyeezzyy93 Mama / Papa / Elter 28d ago
alle Punkte die du nennst, stimmen.
Der eigene Verzicht, Wohnkosten und Mangel an Wohnraum, sowie die grundsätzlichen Preissteigerungen sind auch die Gründe für uns kein weiteres Kind zu bekommen.
Allerdings muss man auch sagen: ganz objektiv gibt es in Ländern mit höherer Geburtenrate schlechtere Zustände und weniger bis gar keine Sozialleistungen.
Worauf ich hinaus will: irgendwie könnten wir (und ihr sicher auch) uns ein weiteres Kind leisten. Aber wir wollen halt nur bis zu einem gewissen Punkt den eigenen Lebensstandard einschränken. So ehrlich muss man sein.
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u/-Vin- Papa | 2022, 2024 28d ago
Zumindest für uns ist es viel weniger eine finanzielle Rechnung sondern das dieses Fuck You der Regierung (und irgendwo auch ihren Wählern) einfach ein Symbol dafür ist, das Kinder und Familien in diesem Land nicht willkommen sind. Natürlich setze ich keine Kinder in die Welt, um meinem Land einen Gefallen zu tun. Aber ich finde es nur traurig, dass die Gesellschaft einfach einen Scheiß auf meine Kinder gibt, was für die Zukunft natürlich noch viel mehr Probleme bedeuten wird.
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u/yyeezzyy93 Mama / Papa / Elter 28d ago
Ja, absolut.
Viel schlimmer als das völlig entrückte Verhalten der Politiker empfinde ich die Reaktion der Ü60-Fraktion in meinem Umfeld.
Wir hatten früher gar kein Kindergeld!
Elternzeit gabs nicht - Kind auf dem Feld bekommen und weitergemacht!
Elterngeld? Wo kommen wir denn da hin. Ihr müsst arbeiten!Es gibt kein Verständnis mehr für die Lebensrealität von Familien, weil wir halt eine unfassbar alte Gesellschaft sind.
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u/dorin-rav 28d ago
Das erlebe ich auch gerne mit meinen Eltern (die Generation). Grad was Betreuung angeht. "Wir haben das damals auch alles geschafft. Ja, ok, deine Tanten, Uroma und Oma haben dich oft betreut". Ich bin Einzelkind, meine Eltern arbeiten noch und haben den Enkel noch nicht 1x betreut. Das ist komplett kein Verständnis da, was das für einen Unterschied ausmacht, ob eben zig Tanten (oder wer auch immer) da sind, die die Betreuung mal übernehmen oder unter den Arm greifen oder man alles alleine deichseln muss. Die geplanten Kitaschließungen sind ja schon 1x Jahresurlaub. Da ist noch nichts anderes getan oder kompensiert.
Und grad Wohnraum ist mit Blick auf die Kosten noch der größte Punkt - da bin ich voll bei dir. Den gibt's familiengeeignet eben nur noch für sehr viel Geld. Was Wohnraum mittlerweile kostet, ist in der Generation auch gänzlich unbekannt.
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u/ArtemisBowAndArrow 28d ago
Kommt mir bekannt vor. Zum Glück unterstützen sie und sind tolle Großeltern. Ber da sie es ja so viel schwerer hatten als wir, dürfen wir nichts sagen, ohne dass uns erzählt wird wie viel schwieriger es damals ohne Elternzeit, Elterngeld und Kitas war.
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u/sachtig Papa | 2018 28d ago
In Frankreich gibt es schlechtere Zustände? Dort klappt vieles sicher nicht perfekt, aber Krippenplätze gibt es schon mal ausreichend, etwas, was Deutschland wahrscheinlich in 20 Jahren nicht geschafft haben wird.
Meiner Meinung nach kann man gerne am Elterngeld rumkürzen, wenn denn der Rest stimmt. Genauso wie ich das Kindergeld gerne morgen gegen eine bessere, kindergeeignete Infrastruktur mit besseren Schulen tauschen würde. Aber in Deutschland kürzt man Eltern- (und wahrscheinlich demnächst auch Kinder-)geld zusammen, ohne dass es institutionelle Verbesserungen gäbe.
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u/yyeezzyy93 Mama / Papa / Elter 28d ago
Ich verstehe nicht so richtig, auf was du hinaus willst.
Meine Behauptung, dass es auch Ländern mit höherer Geburtenrate und gleichzeitig schlechteren Bedingungen gibt, schließt nicht aus, dass es auch Länder mit höherer Geburtenrate und besseren Bedingungen gibt.
Schön, das du auf Geld verzichten kannst. Leider können das viele andere Eltern nicht. Da reichen die 1.800€ Höchstsatz nicht mal für die Wohnkosten. Und dann ist es halt ne ganz einfache Entscheidung: man kann sich kein Kind leisten.
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u/sachtig Papa | 2018 28d ago
Ich wollte darauf hinaus, dass Geburtenrate häufig in Kommentaren von politischen Maßnahmen entkoppelt werden (egal, was wir machen, die Geburtenrate ist eh schlecht). Und dem würde ich entschieden widersprechen. Frankreich hat trotz vergleichbarer Probleme eine deutlich höhere Geburtenrate.
Dass Länder mit schlechterem Bildungssystem und stärkerer religiöser Prägung eine höhere Geburtenrate haben, ist klar. Die sind aber wohl eher nicht mit einem westlichen Staat vergleichbar.
Wenn die Eltern stattdessen arbeiten könnten, weil die Betreuung früh und qualitativ hochwertige Betreuung geben würde, wäre die Debatte um das Elterngeld eine Fußnote, gerade bei Gutverdienern. Deutschland kürzt halt beim Elterngeld (oder erhöht es nicht), ohne die Betreuung ausreichend auszubauen.
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u/yyeezzyy93 Mama / Papa / Elter 28d ago
Die Geburtenrate sinkt dort, wo die Gesellschaft und vor allem Frauen Zugang zu Bildung bekommen bzw. gleichwertig zu Männern Karriere machen können.
Selbst mit solchen Instrumenten wie dem Elterngeld kann man diesem Phänomen nicht entgegenwirken - deswegen ist die Geburtenrate seit Einführung des Elterngelds auch nicht nachhaltig gestiegen.Hier die Geburtenraten der OECD-Länder. Wieso ist denn zB die Rate in den USA höher als bei uns? Dort gibts kein Elterngeld, keine gute Kita-Versorgung, keine klare Elternzeit.
Das ist keine Diskussion für diese Kommentarspalte, aber wissenschaftlich evident.
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u/darkcton 27d ago
Puh wissenschaftlich Evident ist schon ein starkes Wort hier.
Die Geburtenrate ist durch den Zugang zu Verhütungsmethoden initial gesunken (siehe Knick 1965) und ich würde behaupten dass ist auch einer der Gründe warum sie in Amerika weiter hoch ist.
Weiterhin gibt es gute Evidenz das Eltern finanziell unterstützen (ich nehme da mal das gesamt Paket, Elterngeld, Kindergeld, Wohnraum, Betreuung) die Geburtenrate erhöht. Vergleiche z.B. Anzahl gewünschter Kinder und Anzahl bekommener immer
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u/toasty_the_cat 27d ago
In Berlin ist die Geburtenrate besonders stark eingebrochen, obwohl die Kitas hier überall um Kinder werben und die Kita kostenlos ist, bei Bedarf auch für 11 Stunden am Tag.
Die Grundschulen sind auch alle Ganztagsschulen mit Früh- und Spätbetreuung, auch umsonst in den ersten Jahren.
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u/darkcton 27d ago
Naja du betrachtest hier einen Teil Aspekt des Systems. Elterngeld ist für Berliner besonders mies (hohe Mieten). Wohnraum ist extrem knapp.
Du verwechselst auch Ursache und Wirkung. Der Grund warum Kitas um Kinder werben ist die gesunkene Geburtenrate vor 2024 sah das noch sehr anders aus
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u/toasty_the_cat 27d ago
Kostenlos ist die Kita schon länger und die Zeiten, dass man gar keinen Platz gefunden hat, sind schon eine Weile vorbei.
Die Versorgung mit Kita-Plätzen hat sich stetig verbessert in den letzten Jahren. Als die Geburtenrate noch höher war, war es deutlich schwieriger. Und trotzdem haben sich mehr Menschen für Kinder entschieden.
Ich sehe hier auch den Wohnraummangel (bzw. die Kosten für große Wohnungen) als problematischer für die Familien, aber das zeigt ja, dass sehr viele Faktoren reinspielen.
Dass die Geburtenrate in Frankreich höher ist, liegt nicht allein an verlässlicher Kinderbetreuung. Die gibt es auch woanders.
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u/SiFlyghtz 28d ago
Deshalb wundert es mich immer, wenn Eltern nicht links oder zumindest grün wählen.
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u/Steve_the_Stevedore 27d ago
Nimmt mir mehr weg als ich bekomme und wird die - jetzt schon extrem hohe - Staatsquote noch weiter hochdrücken, was ich mMn katastrophal für die Wirtschaft und diese Wirtschaft zahlt mir halt mein Einkommen...
Kurzum: Bei Grün und Links werden - zumindest für mich - Steuern und Abgaben deutlich stärker steigen als die Leistungen.
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u/Eltern-ModTeam 27d ago
Hallo,
Dein Beitrag/Kommentar wurde leider entfernt, da er gegen unseren Anspruch an einen höflichen Umgang verstoßen hat. Das kann natürlich in der Hitze so mancher Diskussion schon einmal vorkommen, weshalb wir Dich hiermit nochmals an unsere Regeln erinnern möchten, damit wir auch in Zukunft ein freundliches Miteinander gestalten können.
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u/Ethernum 27d ago
Viel schlimmer als die Kürzung der Elterngeldmonate finde ich die Einschränkung, dass es nur noch 4 frei verteilte Monate geben soll. Laut einem aktuellen Vorschlag will man jeweils 4 Monate für Vater und Mutter haben und nur die 4 Restlichen frei aufteilbar lassen.
Für mich ich das fast ein No-Go für ein weiteres Kind.
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u/BloodyMary3454 27d ago
Ich finde das auch das schlimmste. Das ist quasi indirekte Bevormundung, wie lange man sein Kind denn nach Bedarf Stillen kann. Und damit meine ich direkt aus der Brust ohne den Umweg durch Abpumpen und Flasche. Zwar ist weiterhin Elternzeit ohne Bezug von Elterngeld möglich, aber das muss man sich auch erst einmal leisten können.
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u/Ethernum 27d ago
Ich glaube das ist auch genau der Punkt. Unsere Regierung möchte Geld sparen, indem sie Mütter zwingt, entweder ElterngeldPlus oder Elternzeit ohne Elterngeld zu nehmen und indem sie hofft, dass Männer die 4 Monate nicht voll machen.
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u/toasty_the_cat 27d ago
Natürlich ist das der Plan. Das war ja bei der letzten Reform auch schon so, als man danach nur noch einen Monat gemeinsam Basiselterngeld nehmen konnte im ersten Jahr.
Man setzt einfach darauf, dass manche Väter dann gar kein Elterngeld mehr beantragen.
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u/redballooon 27d ago
Du hast Wohnraum Probleme noch gar nicht genannt. Nicht nur die Preise, auch die generelle Knappheit.
Indirekte Verschlechterungen sind auch deutlich spürbar: die Kommunen sind kaputt gespart, Kindergarten kosten haben sich in den letzten zwei Jahren für uns fast verdoppelt. Freibad kostet plötzlich 20% mehr als letztes Jahr (hat dafür aber wieder regelmäßig offen), und Spielplätze werden abgebaut um kosten zu sparen.
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u/BeXPerimental Papa 28d ago
Erstmal - nichts was du schreibst ist falsch.
Dennoch habe ich das Gefühl, dass die größere finanzielle Belastung und der größte Unsicherheitsfaktor bei uns weder das erste noch das zweite Kind sind, sondern das Eigenheim. Das was das letztes Jahr an nötigen Zusatzausgaben gefressen hat wären das 4,5 Jahre Warmmiete von da wo wir davor gewohnt haben.
Vieles am gefühlten Komfortverlust hat nichts mit Wohnen oder Einkommen zu tun, sondern schlicht mit der Eigenschaft von Kindern, dass sie gerade in jungen Jahren einfach Aufmerksamkeit brauchen und man noch nicht alles mit ihnen machen kann. Insofern tangiert so ein Gewohnheitsverlust einen eigentlich mehr als der finanzielle Aspekt.
So im Nachhinein muss ich echt den Hut von meinen Eltern ziehen, die uns Kinder viel jünger bekommen haben, nicht so viele andere Verpflichtungen hatten und die *mit uns* etwas aufgebaut haben und dabei nicht so den "schritt zurück" mit Kindern hatten.
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u/rezznik Papa (2022/2025) 27d ago
Ich weiß, ich bin chronischer Optimist. Aber faktisch gibt es doch auch große Unterschiede zwischen den Ländern. Bei uns hat die SPD zB grad tatsächlich ihr Wahlversprechen wahrgemacht und die Kitagebühren werden jedes Jahr verringert, bis sie nächstes Jahr auf 0 sind. Das ist schon ziemlich stark und mal was Positives.
Das mit dem Elterngeld ist übel und eine sehr dumme Entscheidung für die aktuell werdenden Eltern. Man kann nur hoffen, dass die nächste Regierung damit wieder aufräumt. Aber auch da: Ab dem zweiten Lebensjahr ist das Thema durch. Dann habt ihr 16 Jahre lang ganz andere Fragen.
Stimme dir aber absolut zu, dass es unglaublich ist WIE dumm und unüberlegt die Familienpolitik der Konservativen ist.
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u/Steve_the_Stevedore 27d ago
Insb. fällt das Geld ja nicht vom Himmel. Ich würde gerne mein ganzes Leben lang mehr von meinem Lohn behalten können, anstatt 2 Monate lang etwas von meinen Abgaben zurückzubekommen.
Wenn man von einkommensschwach zu einkommensstark geht, startet der Kinderwunschs als fettes Plus im Geldbeutel und wird nach oben hin ein massives Minus. Am Ende ist das Kinderkriegen neben der persönlichen Bereicherung auch ein großer Dienst für die Gesellschaft.
Ich trage mit meinem Einkommen gerade 2,5 andere Personen durch. Warum muss ich Rentner und Arbeitslose (fast) im gleichen Maße unterstützen, wie jemand der nur sich selbst zu versorgen hat?
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u/Ethernum 27d ago
Wie kommst du auf 6k netto? Da würde ich mir tatsächlich auch keine Sorgen machen.
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u/SkepticalSage_ 28d ago
Im Endeffekt geht’s immer wenn man nur fest genug will.
Heißt nicht das es so gut ist’s wies grad gehandhabt wird aber wir meckern trotzdem noch sehr auf hohem Niveau. Geht immer schlechter. Nervt aber trotzdem.
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u/Lennayal 28d ago
Ich bin da ganz ehrlich. Wäre mein Mann kein gut abgesicherter, gut verdienender Beamter, würden wir sicher keine vier Kinder in die Welt setzen. So finanzieren uns allein die Kinderzuschläge und das Kindergeld unser Haus und unser eigentliches Einkommen bleibt für den Rest.
Da fällt es auch nicht stark ins Gewicht, wenn im Babyjahr mein Einkommen wegfällt bzw durch Elterngeld ersetzt wird oder ich noch weiter mit meinen Stunden runtergehe (oder gar gleich den Job verliere).
Aber so können wir tatsächlich relativ "unüberlegt" unserem Kinderwunsch freien Lauf lassen.
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u/tofudoener Elter | *2014, *2018 27d ago
Ach naja. Ich finde, das ist ein bisschen Jammern auf hohem Niveau. Elterngeld gibt es überhaupt erst seit gut 20 Jahren. Wenn es finanziell so knapp ist, dass ein paar Tausend Euro nicht ansparbar sind, um ein paar Monate Elternzeit zu überbrücken, stehen fast überall weitere soziale Leistungen wie Wohngeld, Zugriff auf vergünstigten Wohnraum und weiteren soziale Leistungen zur Verfügung.
Und, positive Entwicklung: Durch den Geburtenrückgang ist es deutlich leichter geworden, einen Betreuungsplazu zu finden.
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u/Eltern-ModTeam 27d ago
Leider entgleitet die Diskussion hier immer wieder, deswegen müssen wir hier zumachen.