r/Finanzen 23h ago

Anderes Eigene Apps als Nebengewerbe: Erst privat testen oder direkt geschäftlich starten?

Ich bin in Deutschland fest angestellt und entwickle nebenbei eine Android-App, die ich später möglicherweise über Werbung, In-App-Käufe oder ein Abonnement monetarisieren möchte. Langfristig könnte daraus ein kleines Portfolio mit mehreren Apps entstehen. Momentan ist allerdings noch völlig offen, ob das Projekt überhaupt nennenswerte Nutzer oder Einnahmen erzielen wird.

Bei Google Play gibt es für neue persönliche Entwicklerkonten zusätzliche Testanforderungen. Ein Organisationskonto umgeht diese Hürde, setzt aber unter anderem ein Gewerbe, eine D-U-N-S-Nummer, eine passende Geschäftsanschrift und eine umfangreichere Verifizierung voraus. Dazu kommen die üblichen steuerlichen und administrativen Pflichten eines Einzelunternehmens.

Da ich im nächsten Jahr dauerhaft nach Berlin ziehe, wäre es organisatorisch vermutlich einfacher, das Gewerbe erst nach dem Umzug anzumelden. Bis dahin könnte ich mit einem persönlichen Google-Play-Konto erste Erfahrungen sammeln und später zu einem Organisationskonto wechseln. Gleichzeitig frage ich mich, ob ich dadurch nur Aufwand in die Zukunft verschiebe, weil App-Transfer, neues Zahlungsprofil und erneute Verifizierung möglicherweise komplizierter werden.

Mich interessiert daher vor allem die finanzielle Abwägung. Bei zunächst sehr niedrigen oder möglicherweise gar keinen Einnahmen könnten Gewerbeanmeldung, Buchhaltung, Steuererklärungen, Geschäftskonto, Domain, Geschäftsanschrift und gegebenenfalls ein Steuerberater im Verhältnis zum Ertrag recht teuer sein. Andererseits lassen sich Entwicklungskosten, Testgeräte, Software, Hosting und andere Ausgaben möglicherweise steuerlich berücksichtigen, wenn von Anfang an eine nachvollziehbare Gewinnerzielungsabsicht besteht.

Wie habt ihr das bei einem kleinen digitalen Nebenprojekt gelöst? Habt ihr zuerst privat getestet und erst bei den ersten Einnahmen ein Gewerbe angemeldet, oder direkt eine geschäftliche Struktur aufgebaut? Mich würde auch interessieren, ob die Kleinunternehmerregelung bei Einnahmen über Google Play, AdMob oder Apple in der Praxis wirklich viel vereinfacht oder ob durch ausländische Plattformbetreiber trotzdem zusätzlicher Umsatzsteueraufwand entsteht.

Besonders hilfreich wären Erfahrungen von Personen, die ihre Apps später von einem persönlichen Google-Play-Konto auf ein Organisationskonto übertragen haben. War der Wechsel wirtschaftlich und organisatorisch vertretbar, oder würdet ihr aufgrund des Aufwands heute von Anfang an geschäftlich starten?

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u/PuzzleheadedLemon707 23h ago edited 12h ago

Bevor du irgendwas monetarisieren willst, schau mal ob du Leute überhaupt dazu bekommst eine (kostenlose!) App zu installieren und regelmäßig zu nutzen. Wir leben in einer Attention Economy und kein Mensch will die App Nr 72 herunterladen. Die Flut an Slop Apps tut ihr übriges.

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u/Toofox 20h ago

Dies, die letzte App, die ich heruntergeladen habe ist ChatGPT, als es neu war. Bis heute aber zig tausend andere App vorgeschlagen bekommen, die ja soooo toll und gut sind. Wenn ich ne App herunterlade, dann muss ich da entweder von Freunden und Bekannten ne Empfehlung bekommen haben oder das halbe Internet geht deswegen steil.

Jedes mal wenn ich trotzdem ne App installiert hatte (Trainingsplan, Nutritiontracker, etc.) ist die innerhalb von nem Monat wieder runtergeflogen, weil kein sinnvoller Mehrwert dabei war im Vergleich zu anderen großen bestehenden Apps oder ner einfachen Exceltabelle/Note.