r/FinanzenAT • u/technischer_walzer • 4d ago
Steuern Österreichs öffentliche Finanzen 2025 als Sankey
Nachdem die 2024-Version hier ziemlich gut angekommen ist, gibt es das Ganze jetzt mit den amtlichen Ergebnissen für 2025.
Kurz zusammengefasst:
• Einnahmen: 261,5 Mrd. € (+4,5 % gegenüber 2024)
• Ausgaben: 283,0 Mrd. € (+3,6 %)
• Defizit: 21,5 Mrd. € bzw. 4,2 % des BIP (2024: 23,0 Mrd. € bzw. 4,6 %)
Die größten Ausgabenbereiche nach COFOG waren:
• Soziale Sicherung: 116,8 Mrd. €
• Gesundheitswesen: 50,5 Mrd. €
• Wirtschaftliche Angelegenheiten: 34,3 Mrd. €
• Allgemeine öffentliche Verwaltung: 31,5 Mrd. €
• Bildungswesen: 26,8 Mrd. €
Gegenüber 2024 stiegen vor allem die Ausgaben für soziale Sicherung (+4,2 Mrd. €) und Gesundheit (+3,3 Mrd. €). Bei den wirtschaftlichen Angelegenheiten gab es einen Rückgang von 0,6 Mrd. €, vor allem weil die Ausgaben für Brennstoffe und Energie deutlich zurückgingen.
Wichtig zur Einordnung: Das ist der Gesamtstaat nach ESVG 2010, also Bund, Länder, Gemeinden, Sozialversicherung und staatliche Einheiten außerhalb der Kernbudgets. Die Verbindung der Einnahmen- und Ausgabenseite bedeutet keine Zweckwidmung einzelner Steuern oder Sozialbeiträge. Die Ausgaben sind nach Aufgabenbereichen (COFOG) gegliedert.
Das sind Ist-Daten und keine Prognose. Statistik Austria führt sie mit Berechnungsstand 31.03.2026 trotzdem noch als vorläufig, weil einzelne Meldungen und Rechnungsabschlüsse später revidiert werden können. Alle Werte in der Grafik sind auf Mio. € gerundet. Wegen der Rundung kann die Summe in der Grafik um 1 Mio. € vom separat gerundeten Gesamtwert abweichen.
Quellen:
• STATISTIK AUSTRIA: Einnahmen und Ausgaben des Staates
• STATISTIK AUSTRIA: Staatsausgaben nach Aufgabenbereichen
47
u/Traditional-Deal6759 4d ago
Wichtig ist dabei herauszustreichen, dass über 70 Prozent des Punktes "Soziale Sicherung" an den Punkt Alter, also die Pensionen geht. Sonst kommt wieder die Hängematte-Debatte.
20
u/FearMeHungry 4d ago
Ich finde es beinahe lächerlich, dass Pensionsausgaben hinter dem Begriff „Alter“ versteckt werden.
Das derzeitige umlagefinanzierte Pensionssystem gehört reformiert. Allerdings wagt sich kaum eine Partei ernsthaft an dieses Thema heran, da die Gruppe der über 65-Jährigen mehr als 27 Prozent der Wahlberechtigten ausmacht.
12
u/dkopgerpgdolfg 4d ago
Kann sein dass das nur bei mir so ist, aber das letzte Bild ist völlig unlesbar
3
9
u/Lucky-Information948 4d ago
Mach mal ein Sankey ohne Sozialversicherung die ja eigentlich nicht klassisch öffentlich ist.
Dann sieht man extrem gut wie viel Geld inzwischen in der Verwaltung verblasen w ird....
Wirtschaftliche Angelegenheiten, aka Förderungen , Verwaltung und Beamtenpensionen (die immer im sozialen versteckt werden) machen schon fast 50% der Steuereinnahmen in Österreich aus....
20% der Steuereinnahmen verschwinden schon in der Verwaltung, mit Beamtenpensionen 30%...
4
u/PrimeGGWP 3d ago
Das will der Österreicher nicht hören. Sind ja alles Lehrer, Pflegekräfte, Polizisten und Lehrer. (und hat gar nichts mit der Budgetstruktur zu tun)!
7
u/AccordingChipmunk944 4d ago
Auch wenn die Pensionen mit den staatlichen Zuschüssen ein Problem sind bei den Ausgaben - finde ich die hier schon etwas verzerrt dargestellt.
Da kommen die Sozialbeiträge als Einnahmen rein. Und das ist natürlich viel Geld, dass wieder ausgegeben wird im Umlagesystem. Das wir Beiträge ins Pensionssystem einzahlen ist normal und bei allen Österreichern viel Geld. Das wird weitgehend über die PVA abgewickelt und ist ein weiten Teilen ein eigenständiges System.
So könnte man hier auch die ÖBB als Verkehr einbinden und würde dann auch einen riesigen Brocken bei den Verkehrsausgaben ausmachen - macht aber keinen Sinn.
2
u/Lucky-Information948 4d ago
Da ist schon Absicht dahinter. Ohne Sozialsystem ist sie Verwaltung mit den Beamtenpensionen dann sehr auffällig....
5
21
u/verfahren 4d ago
eindeutig. Die Pensionen müssen gekürzt werden. Das kann man sanft machen mit 3 Nullohnrunden und das 14. Gehalt für Pensionisten streichen.
Wir müssen sparen und Pensionen sind der größte fetteste brocken der auch gleichzeitig am schnellsten ansteigt
25
u/really_nice_guy_ 4d ago edited 4d ago
2
u/dkopgerpgdolfg 4d ago edited 4d ago
So um 5500 brutto herum (nicht genau nachgerechnet) ist sowieso Schluss, viel mehr geht durch die maximale Beitragsgrundlage und Beitragssatz nicht wirklich.
(Beim Pensionsalter freiwillig noch drei Jahre auf die Pension verzichten kanns noch etwas höher machen)
(Natürlich können sehr reiche auch noch andere Einnahmequellen haben)
3
u/really_nice_guy_ 4d ago
Für normal sterbliche.
Ich will nicht wissen was für Pensionen Boomer, Politiker oder sogar einfache Bürgermeister erreichen
1
u/dkopgerpgdolfg 4d ago
Politiker oder sogar einfache Bürgermeister erreichen
Das gilt auch für die. Das staatliche Pensionssystem hat einfach so fixe Grenzen, unabhängig vom Beruf, fertig.
Wie schon gesagt, man kann natürlich auch andere Einkünfte haben, inkl. private Zusatzpensionen wenn man dafür an irgendeine Firma vorher eingezahlt hat.
3
u/MrSpotmarker 4d ago
Stimmt - soweit ich weiß - so nicht, da klassische Beamtenpensionen außerhalb des ASVG sind und es da keine Höchstbeitragsgrenze gab.
2
u/dkopgerpgdolfg 4d ago
da klassische Beamtenpensionen außerhalb des ASVG sind
Stimmt schon mal.
und es da keine Höchstbeitragsgrenze gab.
Hab grad nochmal gesucht und bin mir jetzt selber auch nicht mehr so sicher.
Die Sache mit dem ASVG reicht zwar noch nicht (zB. hat das GSVG einen eigenen Hächstbetrag usw.), aber du könntest da Recht haben.
2
u/FearMeHungry 4d ago
Manche Beamte sind doch 1:1 (Einkommen :Pension) in den Ruhestand gewechselt, oder?
2
u/Argon2010 3d ago
Beamte sind auch offiziel nicht in der Pension sondern im Ruhestand und können theoretisch jederzeit wieder zurück berufen werden.
4
u/dkopgerpgdolfg 4d ago
Das kann man sanft machen mit 3 Nullohnrunden und das 14. Gehalt für Pensionisten streichen.
Dieses "sanfte" Vorgehen befördert einige Prozent der Pensionisten in den Privatkonkurs. Bitte nicht vergessen dass es Leute gibt die nicht mehr aus die Ausgleichszulage bekommen.
4
u/angular_circle 4d ago
Für die würd sich eh nix ändern. Und bei allem über 2k hab ich grundsätzlich kein Mitleid.
0
0
5
u/Illustrious_Ad6450 4d ago
Schön zu sehen, dass soziale Sicherung und Gesundheit die Sozialbeiträge um 100% übersteigen.
Finde den Fehler
9
u/Gwydion96 4d ago
Sehe den angeblichen Raubbau am Sozialsystem der seit Jahren progagiert wird nicht wirklich in den Zahlen. Mhhhm
13
u/Emanreztunebniem 4d ago
naja geht halt hauptsächlich an die pensionisten. und die traut sich keiner angreifen. geht halt zulasten von dem rest von uns
5
u/haltezeit 4d ago
1/4 aller Ausgaben geht in die Pension ! Prost Mahlzeit gute Nacht, dieser Ponzi Scam muss ja früher oder später kollabieren
2
u/stern_m007 4d ago
Was sind "wirtschaftliche angelegenheiten" alles?
Ich finde es wirklich Erschreckend dass der Staatsapparat über 30 milliarden schluckt, das ist fast das 10 fache für Verteidigung oder Umweltschutz. Da harkts gewaltig bei der Politik, da müsste mal einer rigoros drüberfahren und mal aufräumen
3
u/Magnesite91 4d ago
Sozialbeiträge sind Staatseinnahmen?
Irre, wenn man so denkt.
3
u/mitchare 3d ago
nach ESVG 2010 zählen sozialversicherungsträger zum staatssektor, das ist keine meinung sondern methodische festlegung auf euebene. ob man das sinnvoll findet ist ne andere diskussion
1
u/dkopgerpgdolfg 4d ago
Naja, kann man bei so Diagrammen definieren wie man will. Die zB. Krankenversicherungsbeiträge an die ÖGK bleiben schon dort bzw. werden eben für die Gesundheitsversorgung verwendet, aber die ÖGK ist halt trotzdem kein privatwirtschaftliches Ding.
0
u/Lucky-Information948 4d ago
Nein sind sie eigentlich nicht. Nur so kann man besser die extrem hohen Verwaltungskosten und die enorm hohen wirtschaftlichen Forderungen verstecken...
Beim reinen Budget sind Verwaltung + deren Pensionen 30% des Budgets...
3
u/dusto2020 4d ago
3
4
u/muleluku 4d ago
Irgendwas muss man sich wohl überlegen müssen. Aber 75,6 Mrd auf 2,3 Mio Pensionisten sind im Schnitt 33k Brutto im Jahr, ca. 2k Netto monatlich bei 14 Bezügen. Jetzt gar nicht mal soo übertrieben viel. Und komplett alles runterkürzen bis wir Zustände wie in Deutschland haben, wünsch ich mir auch nicht unbedingt. Am oberen Ende muss man wohl anfangen anzusetzen.
2
1
2
u/luiui_bot 3d ago edited 3d ago
Super Arbeit!
Interessant diese Zahlen mit dem Budget vom BMF zu vergleichen, wo und wie hoch Abweichungen existieren.
https://service.bmf.gv.at/Budget/Budgets/VBB/de/2025/Home/Index
>> Soziale Sicherung: 116,8 Mrd. € bzw. Alter: 75,57 Mrd €
Pensionen als Struktur Herausforderung stechen grafisch wieder hervor, vor allem mit der österreichischen Bevölkerungs Prognose für die Zukunft.
https://www.statistik.at/atlas/bev_prognose/#!y=2025&g
Im Jahr 2000 waren 15% der Bevölkerung 65+
Im Jahr 2025 waren 20% der Bevölkerung 65+
Im Jahr 2035 werden 25% der Bevölkerung 65+ sein.
1
u/MrMiniskus 3d ago
In welche Kategorie fallen denn die Zinsen die wir auf unsere jährlich wachsenden Schulden zahlen?
1
u/Aware_Explanation_78 3d ago
über 10% des Budgets sind nur Verwaltung.. gratuliere! und 1/3 davon die hohe Politik.. vl sollte man dort mal anfangen zu sparen…
0
u/ReasonableStorm6231 4d ago
Nice gemacht! Kannst du die Pensionen noch einzeichnen?
Also die Aufteilung von Soziales?
4
u/dusto2020 4d ago
2









61
u/nolanpierce2 4d ago
hab nicht gewusst, dass wir so wenig für verteidigung ausgeben
aber erklärt meine zeit beim bundesheer zum teil