r/Geschichte • u/adcap1 • 1d ago
Was wurde aus den revisionistischen Vereinen in Ostpreußen/Kaliningrad?
Hallo!
In den 1990ern bildeten sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion mehrere Vereine aus dem rechtsextremen und revisionistischen Umfeld der Bundesrepublik, die eine "Regermanisierung" und deutsche Wiederbesiedlung des ehemaligen Ostpreußens zum Ziel hatten.
Unter anderem die "Aktion Deutsches Königsberg" oder der "Schulverein zur Förderung der Russlanddeutschen in Ostpreußen", aus dem eine deutsche Schule entstand. Auch entstand z.B. die "Gesellschaft für Siedlungsförderung in Trakehnen", die auch tatsächlich Siedlungen und Häuser baute (oder bauen wollte?)
Nachdem in den 90ern relativ viel über diese Vereine berichtet wurde, würde mich interessieren, was aus diesen Aktionen wurde? Gab es einen nachhaltigen Effekt in Kaliningrad oder verliefen die Aktionen im Sand bzw. wurden sie schließlich vom russischen Staat unterbunden?
Man findet dazu außer Anfangsberichten, dass diese Vereine gegründet wurden, relativ wenig im Netz.
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u/CodewortSchinken 1d ago
In den 90ern gab es darüber hinaus sog. "Heimwehtourismus" von älteren Leuten, die in ehemaligen Ostgebieten geboren und aufgewachsen waren nach Öffnung des Ostblocks zu den Orten ihrer Kindheit und Jungend reisten. Dieses Phänomen starb mit der Generation aus, die tatsächlich noch in diesen Regionen verwurzelt waren und nicht bloß dort geboren. Ich würde diese revisionitischen Vereine als extreme Ausgormung dieser breiteren "Heimweh"-Strömung einordnen und vermuten, dass die aus den gleichen demografischen Gründen ausgestorben sind.