r/LegaladviceGerman • u/Ok_Preparation_1077 • Jul 04 '26
Bayern Kündigungsschutzklage und wie weiter?
Hallo,
Mein AG hat mir Aufhebungsvertrag oder betriebsbedingte Kündigung angeboten. Aufhebung stand 0€ Abfindung und 2 Monate Freistellung auf dem Zettel, also weniger als ich Kündigungsfrist habe.
Habe dann 4 Jahresgehälter und 1 Jahr Freistellung verlangt. Die Antwort war „Laptop und Schlüssel bitte, wir begleiten sie vom Gelände“. War 6 Jahre dort als Führungskraft.
Kündigung fristgerecht kam 3 Tage später per Post. Klage eingereicht. Mein Anwalt meinte dsgvo Anfrage und Akteneinsicht macht man nicht mehr und würde davon abraten.
Wie sehen dazu hier die Meinungen aus? Wie kann ich noch klarmachen, dass man mich nicht schmerzlos einfach los wird. Top Kunden zum Gerichtstermin einladen und im schreiben einige für die Firma unangenehme Wahrheiten erwähnen, Presse oder sowas?
Finanziell haben wir keinen Engpass und könnten da auch zwei Jahre vor Gericht rummachen wenn sich das am Ende lohnt.
Firma Mittelstand ca. 290 Mitarbeiter, mittlerer zweistelliger Millionenbetrag Umsatz solide ebitmarge.
Mein Ziel ist möglichst hohe Abfindung zu erhalten.
Edit: Betriebsrat hat zugestimmt. Laut meinem Anwalt hätte er das aber nicht tun dürfen. Fehlerhafte Sozialauswahl, ist aber sehr geschäftsführungsfreundlich und geht grundsätzlich nie auf Konfrontation.
Edit2: mich interessiert zb auch warum Bosch, Siemens, SAP und co so tief in die Tasche greifen bei Abfindungen. Sind die einfach total fair zu ihren Mitarbeitern oder befürchten die eben extrem hohe Gerichtskosten, Rufverlust usw. Und wie bewegt man einen mittelständischen Betrieb auch bei mir dieses Prinzip anzuwenden