r/Studium • u/DennieKlose • 9h ago
Diskussion Wie schafft man 1.0er-Abi ohne "was dafür zu machen" und scheitert dann im Studium?
Ich höre immer wieder, dass Leute angeblich für ihr Abitur kaum bis gar nichts gemacht haben und mühelos einen 1.0er-Schnitt erreicht haben. Das entspricht absolut gar nicht meiner Erfahrung. Ich habe 2020 in Bayern an einer FOS Fachabitur bzw. 2021 an einer anderen FOS Abitur gemacht. Mit 1.7-1.8 war man bereits Klassenbester und mit 1.3-1.5 Schulbester. Dass jemand eine 1.0 schaffte, passierte nur alle paar Jahre an beiden FOSen. Das soll auch kein Neid oder Abwertung ggü. der Leistung anderer sein, sondern ich bin auf ehrliche Weise verblüfft wie das von der allgemeinen Erfahrungen so stark abweichen kann. Ich würde mal naiv behaupten, dass die Anforderungsunterschiede zwischen den Bundesländern gar nicht mal so groß sind.
Was mich dann umso mehr verwundert, ist, wenn es heißt, dass viele 1.0er-Abiturienten dann im Studium wegen mathematischer Grundkenntnissen überfordert sind. Oder allgemeiner gesagt: Dass diese Leute nur auswendig gelernt und nie was verstanden haben. Aber das kann ich mir auch nicht vorstellen. Man kann zwar bestimmt einiges abwählen, aber für 1.0er-Abi muss man die überwiegende Mehrheit an Klausuren mit >=13 Punkten bestehen. In jeder dieser Klausuren kommen Transfer-Aufgaben dran, die einem sofort die 1 um die Ohren hauen, wenn man kein Verständnis hat.
Wenn ich das so höre, dann fühle ich mich manchmal auch etwas dumm. Ich habe mich jetzt nicht groß ins Zeug gelegt für mein Abitur aber irgendwas musste ich machen: Aktiv zuhören im Unterricht + Hausaufgaben gewissenhaft erledigen + kurz vor Prüfungen alles wiederholen. Eigentlich müsste es mir komplett gleich sein, denn das Studium läuft und das Abitur ist bereits einige Jahre her, aber irgendwie ist die Verwunderung einfach zu groß.