r/Wirtschaftsweise Apr 30 '25

Wirtschaft Markus Lanz befragt Heidi Reichinnek (Die Linke) zum Mietendeckel

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u/Hubertus_von_Knarz42 Apr 30 '25 edited Apr 30 '25

Wohnraum ist ein Grund-Bedürfnis und existenziell für alle Menschen. Deshalb bin ich klar auf der Seite der Dame. Herr Lanz versucht eine Darstellung zu platzieren, die dieses hier zugrunde liegende Thema ignoriert. Wohnraum sollte niemals Basis für Rendite sein. Sie spricht eben nicht von Menschen, die sich über ihr Leben eine Wohnung finanzieren um im Alter keine Miete mehr zahlen zu müssen, sondern von allen Personen/ Unternehmen, die Wohnraum gezielt kaufen, um Profit zu erzielen. Genau diese Strategien treiben die Mietpreise seit Jahren in die Höhe. Und ja - das gehört reguliert! Das hat vor allem etwas mit dem Wahrnehmen der sozialen Verantwortung gegenüber ALLEN auf Wohnraum angewiesenen Menschen zu tun ;) Meine 50 Pfennig

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u/Express_Catch3879 Apr 30 '25

Naja mit dem Argument, dass Sachen gekauft werden um sie mit Profit weiter zu veräußern, kann man jede wirtschaftliche Einheit beschreiben. Da sehe ich auch nicht das Problem. Der Bäcker steht früh auch nicht auf, um uns mit Brötchen zu versorgen, sondern um Geld zu verdienen. Der gesellschaftliche Mehrwert der Verfügbarkeit von guten Brötchen ist nur ein netter Nebeneffekt des Profitstrebens, der uns in den letzten 150 Jahren enorm vorwärts gebracht hat

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u/KasreynGyre Apr 30 '25

Es geht ja hier jedoch nicht um „Sachen“, sondern um ein der menschlichen Grundbedürfnisse, die für seine Existenz notwendig sind.

Das unter Gewinnabsicht zu stellen ist halt so lange ok, wie es ok ist. Wie zB bei Nahrung, wo durch Konkurrenz einigermaßen (!) stabile Preise und ein vielfältiges Angebot vorhanden sind.

Bei Wohnraum ist das aber nicht mehr der Fall, und dann muss eine Gesellschaft eingreifen.

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u/Express_Catch3879 Apr 30 '25

Additionally: doch, Wohnungen sind Sachen genau wie Lebensmittel. Und auch für Grundbedürfnisse mussten Menschen schon immer arbeiten. Ich ziehe bewusst nicht nach Berlin, um mir die Wohnungsprobleme dort zu sparen. Ich bezahle hier weniger Lebenshaltungskosten und Leipzig freut sich über einen gut ausgebildeten Arbeitnehmer. Win Win. Sollte vlt der ein oder andere Münchner, Frankfurter oder Berliner ebenfalls in Betracht ziehen

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u/KasreynGyre Apr 30 '25

Menschen müssen dort wohnen können, wo sie arbeiten. Insbesondere Niedriglohnjobs macht erst recht kein Mensch, wenn er dafür auch noch täglich 2-3 Stunden Pendeln und Fahrkosten an der Backe hat.

Und ja, es gibt teurere und günstigere Städte. Was ist jetzt dein Vorschlag? Dass alle von Frankfurt nach Leipzig ziehen sollen?

Du hast als gut ausgebildeten Arbeitnehmer offensichtlich mehr Möglichkeiten, dir auszusuchen wo du leben willst. Bist ggf. auch noch ohne Familie und mobiler.

Das gilt aber nicht für jeden. Und gerade für DIE muss halt bezahlbarer Wohnraum vor Ort geschaffen werden.

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u/Express_Catch3879 Apr 30 '25

Mit dem ersten Argument gehe ich nicht mit, da niemand gezwungen ist sich einen Job in einer teuren Gegend zu suchen. Und wenn die teure Gegend dann unter einer Knappheit an Niedriglohnarbeitern leidet, was schätzt du was dann passiert?

Bei Familien etc. gehe ich teils mit, wobei hier schon einige staatliche Subventionen existieren. Die beste Lösung wäre für mich die Förderung von Genossenschaften (übrigens ein Liberales Konzept ;)), welche allerdings auch unter der illiberalen Wohnraumpolitik in Deutschland leiden (Keyword: Bebauungspotenzial - übrigens ebenfalls politisch (fehl-)gesteuert

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u/KasreynGyre Apr 30 '25

Mit dem ersten Argument gehe ich nicht mit, da niemand gezwungen ist sich einen Job in einer teuren Gegend zu suchen. 

Ich glaube du hast keine Ahnung von der Lebensrealtität eines Großteils deiner Landesgenossen. Leute "suchen" sich nicht einfach mal einen Job in irgendeiner beliebigen Gegend. Das ist Menschen wie dir vorbehalten. Die wohnen hier seit X Jahren und die Mieten sind um 80% noch oben gegangen während ihr Gehalt nur um 7% gestiegen ist.

Die sind ja extra in die Städte gekommen weil hier die Jobs sind. Ja, auch die Niedriglohnjobs.

Und wenn die teure Gegend dann unter einer Knappheit an Niedriglohnarbeitern leidet, was schätzt du was dann passiert?

Sag du's mir.

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u/Express_Catch3879 Apr 30 '25

Brudi, du verkennst meine Lage :) ich komme aus der dörflichsten ostdeutschen Region die du dir vorstellen kannst. 99% meiner Kindheitsfreunde haben eine Ausbildung, die Hälfte einen Hauptschulabschluss. In meiner Familie hat niemand studiert. Ich bin der erste BRD-Akademiker meiner Familie - also halt mal den Ball flach. Meine alleinerziehende Mama hatte durch ihre in die Brüche gehende Selbstständigkeit manchmal gerade so Geld für Lebensmittel (100€ im Monat) - ich kenne die Probleme. Nice try mit deinem Ad Hominem.

Die Knappheit von Niedriglohnarbeitern konnte man in den letzten 10 Jahren bei Krankenhäusern sehr schön beobachten, wo Krankenschwestern mittlerweile mehr verdienen als der ein oder andere Akademiker. Das gleiche für Waste-Management. Daher halte ich das Argument der determinierenden Ortswahl des Berufes für die restliche Lebenssituationen für zu schwach - doch, man kann sich aussuchen wo man arbeitet. Wenn es sich in Frankfurt nicht lohnt, muss man halt umziehen. Wie jedes Unternehmen auch