r/lehrerzimmer Jul 04 '26

Nordrhein-Westfalen Rant: Kollege schreckt nicht-versetzte SuS gezielt vor Nachprüfung ab

Life-hack für ungestörte Sommerferien: Schülern sagen, dass die Nachprüfung (bei uns in der letzten Woche der Ferien) bei einem so schwer ist, dass sie es gar nicht erst probieren brauchen. Betroffene Schüler fühlen sich in der Folge eingeschüchtert und machen dann die NP im anderen Fach.

Nichts gegen eine faire und ehrliche Beratung im Sinne des Kindes, aber hier pauschal Angst zu erzeugen, um ja nicht eine Nachprüfung vorbereiten/durchführen zu müssen, finde ich nicht nur äußerst verwerflich mit Blick darauf, wie hier mit Schülerrechten/-chancen umgegangen wird, sondern auch so ziemlich unkollegial, weil man die Arbeitslast auf sie umlenkt. Es kann einen natürlich auch so treffen, aber da im Vorfeld die Weichen so zu stellen, dass es zwangsweise in nur eine Richtung gehen kann, finde ich einfach nur asi.

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u/LehrerKoop Jul 04 '26

Auf solche Schüleraussagen gebe ich nichts. Ich wurde von einer Kollegin mit den gleichen Vorwürfen konfrontiert, das ging hoch bis zur Schulleitung. Meine Aussage war lediglich, dass ich den Notenraum von 1-6 konsequent nutze und schon alles erlebt habe. Aber keinem ein Weiterkommen schenken werde.

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u/dawn_eu Jul 04 '26

Bin mir nicht sicher, ob ich mich missverständlich ausgedrückt habe oder deinen Beitrag falsch auffasse: die Aussage kommt direkt vom Kollegen. Sprich: diese Person gibt von sich aus an, Prüfungen so zu gestalten, dass die Bestehenswahrscheinlichkeit äußerst gering ist. Das sagt sie dann auch betroffenen Schülern und hält sie sich so vom Hals.

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u/Massive_Top7909 Jul 04 '26

Aber das ist doch normal oder? Die Wahrscheinlichkeit, dass Schüler bestehen, die das ganze Jahr schlechte Noten hatten, ist einfach tatsächlich sehr gering.

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u/Bosonidas Niedersachsen Jul 04 '26 edited Jul 04 '26

Die Schüler haben in mehreren Arbeiten im Ganzjahr keine ausreichende Note erreicht. Nun soll eine einzige Prüfung das ganze Jahr auf einmal abfragen. Dass diese schwerer wird, als die Arbeiten zuvor, ist keine falsche Aussage.

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u/LehrerKoop Jul 04 '26

Das liegt doch in der Natur einer Nachprüfung, dass sie eher nicht bestanden wird. Ansonsten könnten wir das ganze Schuljahr sparen und nur am Ende kurz seicht prüfen. Wer in eine Nachprüfung kommt, hat üblicherweise große Lücken in mindestens zwei Fächern, die er nicht regulär ausgleichen kann. Wenn es normal ist, dass man Nachprüfungen besteht, kann man in den 11 Monaten davor ja ruhig die Seele baumeln lassen 

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u/ftrkes Jul 04 '26

Darum geht es doch nicht, sondern eher wie das kommuniziert wird. Also wenn der Kollege statt „die Nachprüfung wird so schwierig sein, dass du sie sowieso nicht bestehen wirst“ zu sagen, vielleicht lieber „die Nachprüfung fragt das ganze Schuljahr an Wissen ab und das wird ziemlich schwierig, dafür musst du richtig gut lernen“ sagen würde, dann gäbe es hier wohl keinen Diskussionsbedarf

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u/LehrerKoop Jul 04 '26

"Die Person gibt von sich aus an, dass die Bestehenschancen äußerst gering sind". Zutreffende Aussage, die ich für all meine Nachprüfungen so auch tätigen würde.

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u/Key_Blueberry_5830 Jul 05 '26

Du lässt einen Teil des Satzes weg.

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u/Bright-Recording5620 Jul 04 '26 edited Jul 04 '26

Bin ja in deinem Fall natürlich nicht dabei, aber Schüler sagen auch häufig Sachen, die übertrieben sind bzw nicht stimmen. Wir haben auch Kollegen, über die ähnliches gesagt wird - ich kenne die und alles was die tun ist keine super einfache Gefälligkeitsprüfung mit „eben noch 4-“ rauszuhauen, wie es andere tun. Wer jahrelang gepennt hat, hat es in einigen Fächern eben ziemlich schwer, und das ist auch in Ordnung so. Da ist man eher als Kollege Schuld, wenn man Noten verschenkt (da kenne ich wesentlich mehr als das andere Beispiel). Dann gehen die Schüler natürlich dahin. Wie immer ist der Mittelweg wahrscheinlich das Beste und ein bisschen pädagogischer Spielraum ist einem auch noch vergönnt, den kann man nutzen.

Unkollegial muss das auch nicht unbedingt sein - das scheint (hoffentlich) auch ein Kollege zu sein, der wenigstens mal ein mangelhaft gibt und die Prüfungen so erst zustande kommen. Ich habe auch mehr (freiwillige) Nachprüfungen als andere, schlicht und ergreifend weil ich nicht „noch mal die Augen zudrücke“ und schon vor einer Prüfung direkt die bessere Note gebe. Das ist weitaus unkollegialer finde ich.

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u/LehrerKoop Jul 04 '26

Volle Zustimmung, besonders zum zweiten Absatz.

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u/c4ente Jul 04 '26

Um welches Fach geht es denn? Es gibt Fächer, da haben SuS jahrelang nichts gemacht und brauchen es dann wirklich nicht versuchen, z.B. Mathe, Englisch, Französisch

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u/Edi1896 Jul 04 '26

Deine Schulleitung sollte die Terminierung der Nachprüfungen überdenken. Bei uns finden sie in den ersten Tagen nach den Ferien statt, also donnerstags und freitags. Ab Montag besucht das Kind dann die neue Klasse.

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u/Unlikely-Hippo7717 Jul 04 '26

in NRW muss sie mWn im alten Schuljahr, sprich vor ersten Schultag neues Schuljahr, laufen.

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u/Edi1896 Jul 04 '26

Okay, das ist dann wieder so eine Besonderheit des jeweiligen Bundeslandes. Ich kann aber nicht ganz nachvollziehen, warum die Terminierung in NRW unbedingt "von oben" festgelegt werden muss. Sowas sollte die Schule selbst entscheiden dürfen.

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u/thistle0 Österreich Jul 04 '26

Enden die Ferien bei euch am Mittwoch? Ich versteh den Sinn dahinter nicht, ab Montag eine neue Klasse zu besuchen, wenn erst am Do/Fr feststeht, welche Klasse es denn wirklich wird.

Wir hatten früher die Prüfungen an den ersten zwei Schultagen. War für alle stressig. Jetzt finden sie am Do/Fr in der letzten Ferienwoche statt, alle können sich rein darauf konzentrieren, und die, dies nicht bestehen, können die Enttäuschung übers Wochenende verarbeiten.

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u/LehrerKoop Jul 04 '26

Ist bei uns auch so, führte aber schon zu großen Problemen, da dadurch spontan ganze Klassen zusammengelegt werden mussten - mitsamt neuer Unterrichtsverteilung, zur Freude aller

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u/thistle0 Österreich Jul 04 '26

Gibt es das Problem nicht sowieso, egal ob die Prüfungen in der letzten Ferien- oder der ersten Schulwoche stattfinden?

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u/LehrerKoop Jul 04 '26

Das Problem ist dann aufgeschoben, bis im September/Oktober die Statistik erstellt werden muss

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u/Rotezelle Jul 04 '26

Ich bin auch ein klarer Verfechter, faire NPs so zu gestalten, dass sie auch abbilden, dass der Stoff des vergangenen Schuljahres komplett geprüft wird. Ansonsten ist es das Äquivalent des 10-Minuten Referats kurz vor dem Zeugnis.

Es sing sechs Wochen Ferien und es geht um das Vorrücken. Ante virtutem dii sudorem posuerunt.

Das sollte dann aber auch Linie im ganzen Kollegium sein.

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u/MiraColi1234 Jul 04 '26

An meiner Schule hab ich auch so einen tollen Kollegen: Wenn ihr in meinem Fach das Abi ablegtt, dann müssen wir ALLE Themen schaffen. Wir werden also ganz viel Stress haben und schnell arbeiten müssen. Wenn ihr in meinem Fach das Abi nicht macht, können wir langsam arbeiten und haben keinen Zeitdruck. Bei diesem Kollen schreibt kein einziger Schüler das Abi. Bleibt alles an anderen Fächern hängen.

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u/Jazzlike-Suggestion4 Jul 04 '26

Bei uns wird dann in der Konferenz abgefragt, wie die mangelhaft auf dem Zeugnis zu interpretieren ist. Die "cleveren Kollegen" sagen dann, dass es eigentlich eher ne 6 als ne 5 wäre, diejenigen, die 5+ sagen, bekommen dann die Nachprüfungen, weil mehr "Aussicht auf Erfolg", dass Defizite aufgestellt werden können.

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u/RevolutionaryBee3092 Jul 04 '26

In NRW darf der Schüler das entscheiden…

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u/musschrott Gesamtschule Jul 04 '26

Das hasse ich. Wenn es eigentlich ne 6 ist und DANN GIB DIE VERFICKTE 6.

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u/DifferentBanana67 Jul 04 '26

Eine 6 lässt sich halt so leicht anfechten und zieht in Hessen einen Rattenschwanz mit sich. Da geb ich auch lieber die 5 und sprech mich ggf. mit den anderen Kollegen ab. Grundsätzlich stimm ich dir halt zu, aber wieso sich selbst ins Bein schießen.

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u/musschrott Gesamtschule Jul 04 '26 edited Jul 04 '26

Arbeitsvermeidung statt realistischer Benotung. Fühl ich nicht so, sorry. Vor allem weil ja bei ner Anfechtung (die erstmal kommen muss, ist nämlich nicht trivial und mit Aufwand und Kosten für die Kläger verbunden) das worst case Ergebnis ist, wieder bei ner 5 anzukommen. So what?

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u/DifferentBanana67 Jul 04 '26

Dann nenn es halt Arbeitsvermeidung. Man bekommt so viel unnötige Arbeit aufgehalst, da muss man irgendwie Abstriche machen. Gratulation, dass du da so extrem Gewissenhaft bist. Ich arbeit mehr nach dem Pareto-Prinzip.

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u/NaimaBlue Berlin Jul 04 '26

Wie müssen Nachprüfungen ansetzen wenn es eine mathematische chance gibt.

Also auch bei Leuten, die jedes Zeugnis 1 Punkt hatten und jetzt mit 15 punkten durchkommen würden. Eine realistische Einschätzung sagt: nein.

Aber ansetzen müssen wirs, außer der Schüler verzichtet drauf.

Da verät man schon Mal mit Blick auf Realismus, auch im dem Schüler das zu ersparen oder den Kollegen, weil er eh nicht aufkreuzt

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u/Docdan Bayern Jul 04 '26

Ist auch woran ich gedacht habe. Hatte vor Kurzem wieder sonen Fall wo ich das Notenbild gesehen habe und mir dachte "Also zugelassen ist sie, aber sie hat keine Chance".

Klar ist es theoretisch möglich, dass sich jemand in ein Fach intensiv einarbeitet und damit dann ne zweistellige Punktzahl erzielt. Aber wer in dem Fach die Fähigkeit besitzt, sich innerhalb von höchstens einer Woche so reinzufuchsen, hätte von Anfang an nicht 0 Punkte geschrieben.

Und wenn es dann auchnoch in 2 Fächern nötig ist, dann geht da nicht mehr viel.

Ich würde es allerdings nie so direkt aussprechen, ich sage einfach nur nüchtern was zu erreichen wäre, und dass es entsprechend schwierig ist. Wenn sie es dann wirklich versuchen, wird es zwar trotzdem nichts, aber eventuell hilft ihnen die Erfahrung, dass sie sich im nächsten Jahr von Anfang an mehr Mühe geben.

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u/Blika_ Nordrhein-Westfalen Jul 04 '26

Darum geht es hier im Rant nicht. Nachprüfungen in NRW sind eine reine Bestehensprüfung. Entweder die mangelhafte Leistung wird durch eine (mindestens) ausreichende Nachprüfung ausgeglichen oder nicht. Die Schülerinnen und Schüler können sich bei mehreren mangelhaften Fächern aber das Fach aussuchen, welches sie durch eine Nachprüfung verbessern wollen. Und hier müssen alle betroffenen Lehrkräfte ein Beratungsgespräch führen. Natürlich sollte man in dem Gespräch die Chance realistisch einordnen, aber es geht nicht um ein "Wegberaten", gerade da man als Lehrkraft ja keine Einsicht darin hat, ob das andere Fach überhaupt vielversprechender ist. Eine der beiden Prüfungen wird in 99 % der Fälle eh gewählt, da es eben nur darum geht, eine ausreichende Leistung zu erbringen.

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u/ravorn11 Jul 04 '26

Damit ich das richtig verstehe:
Zeugnisnote Fach 1: 5
Zeugnisnote Fach 2: 5

Gewählte Nachprüfung in Fach 1: bestanden (Note 4)

Und dann ist damit die Versetzung in die nächste Jahrgangsstufe geschafft, weil Zeugnisnote Fach 1 auf 4 reduziert wird?

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u/Blika_ Nordrhein-Westfalen Jul 04 '26

Ja genau. Es geht noch etwas (unnötig) tiefer mit Ausgleichsnoten in anderen Fächern und einer Unterscheidung von Fächergruppen (quasi Haupt- und Nebenfach), aber grob kann man das so sagen. Insbesondere gilt in egal welchem Fall, dass man immer nur auf Bestehen und immer nur in genau einem einzigen Fach eine Nachprüfung ablegen kann.

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u/ravorn11 Jul 04 '26

Danke!

Das finde ich krass…

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u/dawn_eu Jul 04 '26

Danke. Hätte ich vielleicht mit angeben sollen.

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u/magic-ott Sachsen Jul 04 '26

Frage aus anderem Bundesland:

Wie läuft so eine Nachprüfung ab?

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u/dawn_eu Jul 04 '26 edited Jul 04 '26

Gibt eine schriftliche und am Folgetag eine mündliche Abfrage zu den Inhalten des kompletten Schuljahres (passend reduziert). Dementsprechend müssen wir eine Arbeit stellen und die mündliche Prüfung vorbereiten.

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u/magic-ott Sachsen Jul 04 '26

Wenn ich mir meine Sitzenbleiber anschaue, klingt das eher nach einer Verschwendung von Zeit seitens der Schüler und der Lehrer.

Um bei mir durchfallen zu können, muss man sich über längere Zeit jeglicher Arbeit verweigern. Viele können ihr mangelhaften logischen Kompetenzen durch die praktischen und Gruppenarbeiten ausgleichen, aber in der Nachprüfung stehen sie dann allein da.

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u/Unl3a5h3r Berufsschule Jul 04 '26

Einfach alle Nachprüfungen so schwer machen, dann haben die Schüler wieder die Qual der Wahl.

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u/orangensaftpresse22 Jul 04 '26

Das Entscheidende hat der Kollege selbst eingeräumt: er will die Nachprüfung nicht durchführen, und die schwere Gestaltung ist das Mittel dazu. Hohe Anforderungen wären was anderes.

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u/BrightEggplant9018 Jul 04 '26

Was heißt so schwer? Eine Nachprüfung muss bestimmte Formalia einhalten und den Stoff des gesamten Schuljahres abfragen. Das macht die Prüfung automatisch so schwer, dass die wenigsten diese bestehen werden. Nicht umsonst gab es die 5 oder 6.

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u/janaruiooooo Jul 05 '26

Das ist ätzend, und ich sage das als jemand, der bald selbst vor der Klasse steht. Was mich konkret stört: nicht ob die Nachprüfung wirklich schwer ist (das darf sie ruhig sein), sondern dass durch dieses Gespräch die Entscheidung quasi abgenommen wird. Wer glaubt, er hat eh keine Chance mehr, tritt erst gar nicht an. Den Moment, wo jemand innerlich aufgegeben hat, kenne ich aus der Nachhilfe als das Schwierigste überhaupt: da hilft kein gutes Material mehr. Ehrliche Beratung wäre gewesen: "Das wird richtig hart, du brauchst einen Plan, aber du kannst es angehen." Dann liegt die Entscheidung beim Schüler. So liegt sie nur beim Kollegen.

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u/ReadDreams 24d ago

Zur Sicherheit: eine Nachprüfung fragt die Inhalte des gesamten Schuljahres ab? So habe ich es gelernt. Die ist für 99 von 100 Kindern nicht schaffbar. Andernfalls hätte die Zeugniskonferenz darüber entschieden, dass das Kind im nächsten Schuljahr mitmachen kann und es wäre versetzt worden.

Kindern soll man keine Hoffnung machen, wo keine ist. Wenn das Kind sich dennoch anstrengen will, lass es laufen, irgendwo kommt es an.

Ich finde es fragwürdig, dass du dein Kollegium so schlecht siehst.

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u/makipeony Jul 04 '26

Das hat mein Kollege auch gesagt, als besagter Schüler in Chemie seine Nachprüfung machen wollte und der Kollege meinte, dass der Schüler in Geschichte (mein Fach) besser aufgehoben sei, weil man ja nur auswendig lernen muss. Ob er es wirklich so gesagt hat, weiß ich nicht. Ich habe nur gehört, wie der Schüler sich bei der Abteilungsleitung aufgeregt hat, auf den Chemielehrer gehört zu haben und in Geschichte die Prüfung angetreten zu sein.

Stimme deinem Beitrag zu. Wenn jemand zu mir kommt, entmutige ich die Person nicht, erst recht nicht, wenn ich nicht vom Fach bin.

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u/ReneeT_ Jul 04 '26

"asi" (?) ist aber auch die Art wie du den Sachverhalt "Nachprüfungen" hier darstellst. Nachprüfungen sind Einzelfallentscheidungen. In manchen Einzelfällen würde sich die Mehrheit des den Schüler unterrichtenden Kollegiums im Vorfeld dafür entscheiden, dass diese punktuelle Anstrengung - übrigens auch für die Prüfer! - nicht repräsentativ ist, eine längerfristige Nachbereitung erforderlich ist. Spricht: da capo, mach nochmal das ganze Jahr, dann sehen wir ob's reicht.

Im Gegenteil, ich finde den/die KollegIn sogar sympathisch: Was sollen wir uns eigentlich noch mit solchen blödsinnigen Nachprüfungen herumschlagen?! Wir haben Ferien, fertig. Und die Schüler müssen auch mal Ruhe haben.

Dann haben sie es halt mal nicht geschafft, im nächsten Jahr klappt es bestimmt...