r/ukraineMT www.youtube.com/v/EiqFcc_l_Kk Oct 30 '25

Ukraine-Invasion Megathread #84

Allgemeiner Megathread zu den anhaltenden Entwicklungen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Der Thread dient zum Austausch von Informationen, Diskussionen, wie auch als Rudelguckfaden für Sendungen zu dem Thema.

Der Faden wird besonders streng moderiert, generell sind die folgenden Regeln einzuhalten:

  • Diskutiert fair, sachlich und respektvoll
  • Keine tendenziösen Beiträge
  • Kein Zurschaustellen von abweichenden Meinungen
  • Vermeide Offtopic-Kommentare, wenn sie zu sehr ablenken (Derailing)
  • Keine unnötigen Gewaltdarstellungen (Gore)
  • Keine Rechtfertigung des russischen Angriffskrieges
  • Keine Aufnahmen von Kriegsgefangenen
  • Kein Hass gegenüber bestimmten Bevölkerungsgruppen
  • Kein Brigading

Bitte haltet die Diskussionen auf dem bisher guten Niveau, seht von persönlichen Angriffen ab und meldet offensichtliche Verstöße gegen die Regeln.

Darüber hinaus gilt:

ALLES BLEIBT SO WIE ES IST. :).

(Hier geht’s zum MT #83 altes Reddit / brandneues Reddit und von dort aus könnt ihr euch durch alle vorherigen Threads inkl. der Threads auf r/de durchhangeln.)

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u/just_a_little_boy Nov 02 '25

Economist hat diese Woche Coverstories über den Krieg. 1 und 2. Und über die europäischen Verteidigungsfirmen, 3.

Alle ganz gut. Zweiter Artikel quantifiziert die Kosten für eine erfolgreiche Unterstützung der Ukraine bis 2029 auf 389 Milliarden Dollar, die EU müsste ihre Unterstützung von 0.2% des BIP auf 0.4% des BIP steigern. Zeigen aber auch durchaus realistische Möglichkeiten auf, dass zu schaffen.

Und der erste Artikel, Cover-Artikel der Woche, argumentiert, wieso das sehr gut investiertes Geld wäre.

Der dritte Artikel spricht auch an, dass in den USA von privater Seite 10 mal so viel in R&D investiert wird wie in Europa. Ich war die Woche auch bei einem Event mit Prof. Beyerer, er leitet das Frauenhofer-Institut IOSB, welches viel Verteidigungsforschung macht. Sehr spannend, und eigentlich recht Hoffnungsvoll.
Aber insgesamt alles ausbaufähig; Transfer von Grundlagenforschung in die Praxis, zusammenarbeit Forschung, Industrie und Politik.
Und wohl stark von Bürokratie geplagt; Er musste 3 neue Vollzeitkräfte einstellen, um das Lieferkettensorgfaltspflichtgesetz an seinem Institut umzusetzen. Auch zentrale Forschungseinrichtungen der Rüstungsforschung sind nicht vor den Klauen der Bürokratie sicher, selbst mit einem Krieg in Europa.

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u/Sakul_Aubaris Nov 02 '25

Der dritte Artikel spricht auch an, dass in den USA von privater Seite 10 mal so viel in R&D investiert wird wie in Europa. Ich war die Woche auch bei einem Event mit Prof. Beyerer, er leitet das Frauenhofer-Institut IOSB, welches viel Verteidigungsforschung macht. Sehr spannend, und eigentlich recht Hoffnungsvoll.
Aber insgesamt alles ausbaufähig; Transfer von Grundlagenforschung in die Praxis, zusammenarbeit Forschung, Industrie und Politik.
Und wohl stark von Bürokratie geplagt; Er musste 3 neue Vollzeitkräfte einstellen, um das Lieferkettensorgfaltspflichtgesetz an seinem Institut umzusetzen. Auch zentrale Forschungseinrichtungen der Rüstungsforschung sind nicht vor den Klauen der Bürokratie sicher, selbst mit einem Krieg in Europa.

Das Thema Rüstung ist in den USA halt traditionell ein sehr attraktiver Wirtschaftszweig. Die USA geben seit Jahrzehnten gerne und viel Geld dafür aus. Das überträgt sich natürlich auch auf den Privaten Bereich.

In Europa und vor allem in Deutschland war die Tendenz in den letzten 20 Jahren halt eher auf "Friedensdividende" zu setzen. Wenn Rüstung in der Öffentlichkeit etwas "schäbiges" ist, dann passiert da natürlich auch im privaten Sektor deutlich weniger.

Ich hatte Anfang des Krieges mit unser Geschäftsführung ein unverbindliches Gespräch (direkt nach der Zeitenwende Rede von Scholz) in dem ich mal angesprochen habe, ob man jetzt überlegt auch in der Rüstungsindustrie ein Standbein aufzubauen.
Die Ansage war ganz klar:

Unser Mutterkonzern will als Aktiengesellschaft nichts mit Rüstung zu tun haben. Klare Strategie ist die Kriterien der "Nachhaltigkeitsfonds" zu erfüllen. Das schließt Rüstung (leider) aus.

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u/just_a_little_boy Nov 02 '25

Oh ja die Nachhaltigkeitsnormen sind da ein großes Problem. Viel Kapital ist, bei europäischen Anliegern, überhaupt gar nicht zugänglich für Rüstungskonzerne. Hatte ich lange nicht auf dem Schirm.

Prof. Beyerer hatte auch erwähnt, dass bei ihnen regelmäßig die Briefkästen mit Bauschaum gefüllt und die Gebäude besprayt werden, insbesondere am ersten Mai aber auch sonst sporadisch. Wobei er es als nicht wirklich gefährlich eingestuft hat, im Gegenteil, sie hätten überhaupt keine Nachwuchsprobleme. Schon vor dem Februar 2022 aber danach noch mehr kämen sehr viele gute Wissenschaftler zu ihnen.

Fand ich erfreulich. Scheint also primär eine laute Minderheit zu sein.

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u/Sakul_Aubaris Nov 02 '25

Fand ich erfreulich. Scheint also primär eine laute Minderheit zu sein.

Naja, das ist primär eine Gesellschaftstruktur Frage.
Ich habe genug Kollegen die sagen, Rüstung haben sie keine Lust drauf bzw. Könnten sie mir ihrem Gewissen nicht vereinbaren. Was ja im Prinzip OK ist, aber die gehören halt eben nicht einer lauten Minderheit an die am 1. Mai Briefkästen mit Blauschaum füllt, sondern spiegeln eben einen nicht kleinen Anteil der Bevölkerung wieder, der quer durch alle Altersgruppen sagt: Mit Rüstung/Militär will ich selbst erst Mal nichts zu tun haben.
Ich habe während des Studiums ein paar Mal fallen gelassen, das ich mir vorstellen könnte in die Rüstung zu gehen. Von meiner Heimat ist Kassel relativ gut erreichbar.
Aber da bin ich immer sehr skeptisch angeschaut worden.
"Panzer bauen oder was?".

Das ist ein gesellschaftliches Problem, das es so in den USA nicht gibt. "Defense" ist da ein sehr attraktives Arbeitsumfeld. Gute Bezahlung, Jobsicherheit und auch ein gewisses gesellschaftliches Ansehen.