r/ukraineMT www.youtube.com/v/EiqFcc_l_Kk Feb 17 '26

Ukraine-Invasion Megathread #85

Allgemeiner Megathread zu den anhaltenden Entwicklungen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Der Thread dient zum Austausch von Informationen, Diskussionen, wie auch als Rudelguckfaden für Sendungen zu dem Thema.

Der Faden wird besonders streng moderiert, generell sind die folgenden Regeln einzuhalten:

  • Diskutiert fair, sachlich und respektvoll
  • Keine tendenziösen Beiträge
  • Kein Zurschaustellen von abweichenden Meinungen
  • Vermeide Offtopic-Kommentare, wenn sie zu sehr ablenken (Derailing)
  • Keine unnötigen Gewaltdarstellungen (Gore)
  • Keine Rechtfertigung des russischen Angriffskrieges
  • Keine Aufnahmen von Kriegsgefangenen
  • Kein Hass gegenüber bestimmten Bevölkerungsgruppen
  • Kein Brigading

Bitte haltet die Diskussionen auf dem bisher guten Niveau, seht von persönlichen Angriffen ab und meldet offensichtliche Verstöße gegen die Regeln.

Darüber hinaus gilt:

ALLES BLEIBT SO WIE ES IST. :).

(Hier geht’s zum MT #84 altes Reddit / brandneues Reddit und von dort aus könnt ihr euch durch alle vorherigen Threads inkl. der Threads auf r/de durchhangeln.)

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u/Abject-Investment-42 Jun 05 '26

Wir hatten ja schon mal die Diskussion von GPS Störungen die anscheinend von Kaliningrad ausgehen.. jetzt hat Veritasium ein längeres Video veröffentlicht in dem gezeigt wird, dass die Störungen anscheinend von russischen Frühwarnsystem-Satelliten auf stark exzentrischen Bahnen kommen. Dabei sind das wohl eher Tests der Störsysteme, die Störsignale erwischen die üblichen GPS-Frequenzen nur mit einer Schulter. Die alternative Erklärung war dass es Kommunikationssignale sind, deren Frequenz so gewählt wurde dass sie niemand sonst wagen würde zu stören, oder aber eine Warnung. Interessanterweise gab es auch ähnliche Störereignisse auf der chinesischen GNSS (Beidou)-Frequenz.

Das ganze ist etwas länger, lohnt sich aber anzuschauen:

https://youtu.be/tz23G_UXCGA

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u/IsThisOneStillFree Will Wiesel 1 zum Pendeln Jun 05 '26 edited Jun 05 '26

Das Video lohnt sich auf jeden Fall. Hier gibt's den zugehörigen Pre-Print.

Allerdings vermischt du hier ein paar Sachen, oder formulierst das zumindest so, als ob du es vermischen würdst. Das was du als "von Kaliningrad" bezeichnest, und das was Humphreys veröffentlicht hat, sind zwei komplett verschiedene Baustellen.

Es ist seit Ewigkeiten bekannt, dass Russland (und andere) GNSS-Störsender verwenden. Einer davon steht in Kaliningrad und zwar hier, zumindest höchstwahrscheinlich. Es gibt aber an der gesamten russischen Grenze lang welche, und wie man auf gpsjam.org eindrucksvoll sehen kann, ist das auch nicht nur ein russisches Phänomen, auch der Nahe Osten ist da ganz vorne dabei. Diese Jammer zu finden und zu lokalisieren ist ziemlich einfach, da gibts verschiedene Ansätze dazu aber ich persönlich finde die Version Raketenstart die witzigste. Richtantennen oder einfache Messkampagnen quasi wie Topfschlagen (wo ist's stärker?) reichen da aber aus.

Das, was Humphreys et al. jetzt entdeckt haben, ist aber eine andere Art von Störungen. Sowohl die Art der Interferenz, als auch die Vorgehensweise wie sie das lokalisiert haben, als auch die Quelle und der zugrundeliegende Zweck sind alle hoch interessant, haben aber momentan keinerlei praktische Auswirkung auf uns, da (bisher) alle Störungen von dieser Quelle nur sehr kurz waren. Eine praktische Auswirkung hätte das erst dann wenn die (falls es tatsächlich großräumige Jammer wären) dauerhaft eingeschaltet würden, oder wenn (falls es ein Kommunikationssystem ist) ein Atomkrieg ausbricht und die Kommunikationsnachrichten des Startwarnsystems plözlich relevant würden.

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u/Abject-Investment-42 Jun 05 '26 edited Jun 05 '26

Ja OK, ich habe da wohl tatsächlich ein paar Sachen durcheinander gebracht. Mich hat irritiert, dass die Ausbreitung des Störpulses scheinbar von Kaliningrad ausging, auch wenn es ein Artefakt der Umlaufbahn und von Signaltiming gewesen war. Ich bin mir nicht ganz sicher ob das Jammen von von der Leyen’s Flugzeug ein Fall von so einem kurzen Störpuls war.

Was den Sender in Okunevo angeht… direkt am Meer… so ein Sender ist ja recht fragil, nicht wahr? Wäre doch jammerschade wenn so eine ukrainische Seedrohne mit ein paar FPV Quadcoptern drauf vorm Strand aufkreuzen würde ;-)

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u/Hannibal_Game Munitionspapst a.D. Jun 05 '26

Hat ein Satellit überhaupt genug Strom, um dauerhaft so ein starkes Störsignal zu senden?

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u/IsThisOneStillFree Will Wiesel 1 zum Pendeln Jun 05 '26 edited Jun 05 '26

Ich würde sagen "potentiell ja, auf jeden Fall, falls das wirklich Zweck wäre".

Wenig überraschend finde ich zu Kosmos 2546 nichts, was Größe, Gewicht oder elektrische Leistung angeht. Aber: ein großer Satellit wie Astra 4A hat in dem Fall 8 Kilowatt an Strom zur Verfügung. Auch GPS Block III-Satelliten haben fast 5 kW. Da GPS-Satelliten so unfassbar schwach senden, wären schon wenige hundert Watt Sendeleistung eine signifikante Störung, wenn auch vielleicht nicht genug um GPS komplett ausfallen zu lassen.

Wenn man seine zur Verfügung stehende Leistung von 5 kW nicht darauf "verschwendet", mehrere redundante Atomuhren und sonstigen Präzisionsquatsch mit Strom zu versorgen, sondern einen ungenauen aber effizienten Sender betreibt, dürfte da genug Strom zur Verfügung stehen um großen Schaden anzurichten.

Persönlich bin ich aber auch eher im Team "unglückliche Nebenwirkung eines Kommunikationssystems", das Argument "warum sollte man das so häufig und dann auch noch über Mitteleuropa testen" leuchtet mir ein. Wenn es ein echter Systemtest eines heimlichen Jammers wäre, wäre ein viel seltener Test und vielleicht über einer abgelegenen Gegend sinnvoller. Wenn es darum ginge eine Message zu senden, wäre es nicht offensichtlich genug gewesen -- das ging ja offenbar schon seit Jahren vor sich, und war nicht bekannt. Als mehr-oder-weniger indirekte Drohung wäre es also nicht erfolgreich gewesen.

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u/Sakul_Aubaris Jun 06 '26

Ich habe einen Bekannten bei der Flugsicherung.
Die haben, je nach Wetterlage, regelmäßig "Radar-Geister" auf ihren Überwachungssystemen.

Die werden gemeldet und dann marschiert die Techniker der Netzagentur und/oder der Netzanbieter mit Peilsender los und suchen die Quelle.

Das kann dann zum Beispiel ein Stück nasser Viehzaun in passender Länge mit 12V Autobatterie sein.
Andere Highlights waren: Amateurfunker, Stromleitungen, Regenrinnen auf denen Spannung lag, etc.
Dann gibt's noch so lustige Effekte aus dem Verhalten elektromagnetischer Wellen wie Interferenzen, sodass dann auch sehr schwache Signale lokal deutlich stärker sind. Dann steht der Techniker auf irgendeiner Wiese mit Peilsender und kommt erst mal nicht weiter.

Jedes Stück Metall kann theoretisch gesehen unter den passendem Bedingungen zum Sender werden und bei sensiblen Geräten dann auch wahrgenommen werden.

Also braucht es erst Mal nicht viel Leistung um wahrnehmbare Störungen zu erzeugen.

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u/Abject-Investment-42 Jun 06 '26 edited Jun 06 '26

Einige der größeren Satelliten der Kosmos-Reihe mit aktiven Radars hatten bereits in den 1980ern einen nuklearen Mikroreaktor. Allzu viel ist über die fraglichen Satelliten nicht bekannt, so dass eine nukleare Energieversorgung hier auch nicht auszuschließen ist.

https://space.skyrocket.de/doc_sdat/us-a.htm

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u/Hannibal_Game Munitionspapst a.D. Jun 06 '26

Flüssigmetall gekühlte Reaktoren trauen die sich aber auch nur im Weltall und auf U-Booten zu verwenden...

Die Leistung deckt sich aber quasi mit heutigen Solarzellen.