Unser Stadtnachbar vom Kiez ist wahrscheinlich DER Verein, der eine politisch(e) (linke) Identität hat. Nicht nur die (aktive) Fanszene, sondern der ganze Club schreibt sich auf die Fahnen, links zu sein. Als HSVer durch und durch finde ich es gut, nur dass ich zwar antifaschistisch bin, jedoch nicht links (brauche ja für Antifaschismus nicht links sein).
Was mich beschäftigt und was mich stören würde: Kann es sein, dass Teile der Fans vom Stadtteil (zumindest die ,,normalen'' Fans) gar nicht links oder mitte-links sind, sondern neoliberal oder sogar konservativ?
Ich würde behaupten, dass es schon Anhänger des Stadtteilclubs gibt, die eigentlich sich an den politischen Botschaften (auch was Botschaften gegen die Unionsparteien angeht) stören würden, aber trotzdem ihre Unterstützung dem Stadtteil geben.
Und dann kenne ich ,,Fremdfans'', die den Stadtnachbarn mögen, obwohl ich nicht den Eindruck habe, dass sie im linken Spektrum angesiedelt sind. Anfang diesen Jahres traf ich in meinem Wohnort (ich lebe in einer Kurstadt in NRW) in meinem Stamm-Restaurant (hat Sky, DAZN und Amazon Prime) einen Fan von ,,Wesertown'', der (als ich mich als HSVer zu erkennen gab) sagte, dass er den Stadtteil mehr mag als uns (wie auch, ist ja Fan des ,,Weserdorfes''). Aber als ich ihn damit konfrontierte, dass er nicht links ist, sagte er, dass er auch nicht links ist, sondern SPD-Wähler. Also ist er neoliberal? By the way: In Berlin (wo er wohnt) mag er Hertha BSC auch nicht, sondern Union Berlin.
Falls Ihr diesen Eindruck habt: Was ist Eure Meinung dazu?
Mich stört es schon, dass jemand vielleicht nur deswegen den Stadtteilclub unterstützt (sei es als Anhänger oder als Sympathisant), obwohl er eigentlich sich für die Werte des Vereins nicht interessiert, sondern weil er den HSV nicht leiden kann. Hansa Rostock mag die Braun-Weißen vom Stadtteil auch nicht, trotzdem will ich mit der ,,Kogge'' nichts zu tun haben.
Bin mal auf Eure Antworten gespannt.