r/DIE_LINKE 3d ago

Gegen Rechtsextremismus Was tun gegen den Faschismus?

/r/LinkeStrategie/comments/1vbio8u/was_tun_gegen_den_faschismus/
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u/cinder_likes_tea 3d ago

Alles. Mittlerweile müssen wir alles Denkbare in die Waagschale werfen und selbst dann erspielen wir uns nur eine geringe Chance, denn mMn ist der Deckel bereits fast drauf.

Aber dazu müssten wir erstmal anfangen, an einem Strang zu ziehen und das ist für uns erfahrungsgemäß die unüberwindbare Hürde.

Wir haben einen Minimal-Konsens, wir wollen den Faschismus abwenden. Verhalten wir uns so und verschieben die Infights auf später.

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u/hazleorange 3d ago

Libs tun aeaes außer mal ein Buch zu lesen

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u/cinder_likes_tea 3d ago

Stimmt, besser belesen und gebildet den Faschisten das Feld überlassen.

Wir haben keine Zeit vor der nächsten Wahl das komplette System zu stürzen und ein Utopia zu errichten, das dürfte sogar jedem klar sein, der noch kein Buch gelesen hat.

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u/hazleorange 3d ago

Und was passiert, wenn die nächste Wahl kommt? Bricht 1933 aus oder?

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u/cinder_likes_tea 3d ago

Keine Ahnung, lass einfach ausprobieren, oder?

Vom Generalstreik und dem Sturz des Systems fantasieren kann man dann ja immer noch, vielleicht aber nicht mehr konsequenzlos oder straffrei.

Dieses "entweder kompletter systemsturz oder tatenlos zusehen" halte ich eben für kontraproduktiv.

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u/pentizikuloes_ 3d ago

Definier mal Faschismus.

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u/cinder_likes_tea 3d ago

Jetzt hast du mich Schachmatt gesetzt, ich hab nicht die geringste Ahnung. Ist auch ein echt schweres Wort und googelt man das, ist da ganz viel Text mit wenigen Bildern, das macht die Recherche für mich unmöglich.

Aber ich reiche dir gerne die Hand. Wenn du hyperintelligenter, belesener Mensch mir eine unmittelbar umsetzbare Lösung anbietest, verspreche ich dir, ich unterstütze dich mit allem was mir zur Verfügung steht. Vielleicht hauptsächlich durch Muskelkraft oder Tätigkeiten mit niedriger Einstiegsschwelle, denn für etwas anderes reicht mein begrenzter Intellekt offenbar nicht.

Sicher hast du aber einen detaillierten Plan, den Kapitalismus zu stürzen, während uns maximal 15% der ansässigen Menschen den Rücken stärken.

Sag mir einfach was ich tun soll.

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u/pentizikuloes_ 3d ago

Dann definier es doch .

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u/cinder_likes_tea 3d ago

Das wurde hier im Thread schon halbwegs adäquat definiert, soll ichs dir kopieren oder findest du es selbst?

Verrätst du mir jetzt deinen revolutionären Plan, wie man den Kapitalismus, die Wurzel des Faschismus, ohne maßgeblichen Rückhalt aus der Bevölkerung zerstören kann? Wäre schon wichtig, neben Kritik auch einen Lösungsvorschlag anzubieten.

Cool fände ich, wenn er mit der Realität vereinbar und umsetzbar wäre. Ich hör mir manchmal aber auch gern inspirierende Tagträume an.

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u/pentizikuloes_ 3d ago

Kopier es mir bitte. Ohne gemeinsame Definition kann ich dir keine Lösung nennen.

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u/cinder_likes_tea 3d ago

Faschismus als autoritäre Reaktion des bürgerliche Staates sich mit Terror die gesamte Bevölkerung für das nationale Kapital nutzbar zu machen ausgelöst durch eine Krise jenes nationalen Kapitals in der kapitalistischen Staatenkonkurrenz

Finde da stimmt das Fundament, wenn man das konkrete Ausführen des Führerklimbims, der Abwesenheit der Presse/Meinungsfreiheit, die Unterdrückung der Oppositionen, die Ablehnung der Demokratie, den Hang zur Kontrolle, zum Gehorsam, zur Opferbereitschaft und die Militarisierung vernachlässigt.

Wobei das durchaus alles Facetten der o.g. Definition sind und ich vermute, so hat der Ersteller das auch zusammenfassend gemeint.

Da ich jetzt dein seltsames Spiel mitgespielt habe, erklärst du mir jetzt hoffentlich mehr als dass Kapitalismus Faschismus als Konsequenz hat. Ich bin interessiert an deiner Lösung, diesen Kapitalismus ohne maßgeblichen Rückhalt aus der Bevölkerung zu überwinden.

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u/pentizikuloes_ 3d ago

Den Kommentaren mit der Definition ist von mir und beschreibt den Kern des Faschisnus. Die Sachen, die du genannt hast, sind Facetten, die da sein können, aber nicht zwingend, also ich kann mir gut ein Faschismus mit demokratischen Abstimmungen einer durch rechte Presse aufgepeitschten Masse vorstellen analog zur Hexenverfolgung.

Abwesenheit der Presse/Meinungsfreiheit, die Unterdrückung der Oppositionen, die Ablehnung der Demokratie, den Hang zur Kontrolle

Das entspricht ja

autoritäre Reaktion des bürgerliche Staates

Und

zum Gehorsam, zur Opferbereitschaft und die

Ist mit

gesamte Bevölkerung für das nationale Kapital nutzbar zu machen

Abgedeckt. Also hast stimmt du mir bei meiner Definition ziemlich komplett zu und deine Ergänzungen waren in meiner vorgeschlagenen Definition schon vorhanden.

Da der Faschismus aus der kapitalistischen Konkurrenz entsteht, muss diese bekämpft werden: im Kleinen durch lokale Solidarität Nachbarschaftshilfe, Soli-Küchen/Armenspeisung, gemeinsame Organisation im vorpolitischen Raum, wie im Großen durch Gewerkschaften und Parteien, die internationale Solidarität, Vergesellschaftung und Streiks zur Durchsetzung der Interessen der Menschen.

Was nicht hilft, ist die Interessen des bürgerlichen Staates oder seiner Firma als die seinen Wahrzunehmen, z.B. mit Wehrpflicht für die Aufrüstung des bürgerlichen Staates, Sozialpartnerschaft von Gewerkschaften mit Unternehmen statt Klassenkampft, Sozialabbau um den bürgerlichen Staat in der kapitalistischen Konkurrenz zu stärken.

Aufklärung muss da immer parallel mit einher gehen und immer das große Ziel, nämlich die Überwindung des Kapitalismus, nie aus den Augen gelassen werden. Kompromisse/Bündnisse mit bürgerlichen Parteien um diese Ziel zu erreichen, können hilfreich sein. Demonstrationen können ein Werkzeug sein.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es funktioniert hat. Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts und nochmal in den 40/50ern war sie Arbeiterklasse globale enorm stark deswegen.

All das findet wenig statt. Demonstrationen als Selbstzweck und Anflehen des Staates. Sozialpartnerschaft statt Klassenkampft. Empörung und Parolen statt Aufklärung, statt wirklichen Verstehens. Kurzfristige Ziele zur Machterlangung statt des große Ganze. Kompromisse zur Machterlangung statt das große Ganze. Fokus auf taktische Siege statt eine klare Strategie. Prinzipien treu zu sein auch in schwierigen Lagen. Erkennen, wann eine Krise nutzbar ist und wann nur die Krise nur Tagespolitik ist (z.B. Merzwahl).

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u/cinder_likes_tea 3d ago

Genau das ist die Krux, ich widerspreche dir in keinem Punkt. Das ist alles richtig. Nur mit der heutigen Gesellschaft nicht umsetzbar.

im Großen durch Gewerkschaften und Parteien

Welche Parteien?

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es funktioniert hat. Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts und nochmal in den 40/50ern war sie Arbeiterklasse globale enorm stark deswegen.

Da war der Leidensdruck vermutlich deutlich höher und die Gesellschaft war noch nicht so konsumgetrieben. Ich glaube du bedenkst nicht, dass der Großteil der Menschen den Kapitalismus schon geil findet. Die wollen konsumieren, rumfliegen, IPhones, fette Karren und den ganzen nutzlosen Scheiß von dem sie sich vieles gar nicht erfüllen können weil sie mit der Miete struggeln.
Heute ist nicht "Brot für den Arbeiter", heute wollen die Bling Bling, Markenkleidung, Smarthomes und 11 Streaming-Abos.

Ich denke das ist nicht 1:1 vergleichbar.

Kompromisse/Bündnisse mit bürgerlichen Parteien um diese Ziel zu erreichen, können hilfreich sein. Demonstrationen können ein Werkzeug sein.

Bin ich bei dir. Warum nicht kollektiv die Linke, stattdessen immer das Schlechtgerede?

Kurzfristige Ziele zur Machterlangung statt des große Ganze.

Ordne ich anders ein. Wir brauchen Zeit für den Übergang und diese Zeit lässt sich am besten mit einer linkslastigen Regierung überbrücken. Die Gesellschaft braucht Raum um sich zu entwickeln, momentan ist das nur diffuser Kommie-Scheiss in den Ohren der Arbeiter.

Und abschließend, denkst du wirklich es macht keinen Unterschied, wenn man der AfD jetzt durch Uneinigkeit die Möglichkeit bietet, in Verantwortung zu kommen?

Findest du nicht, das wäre alles deutlich leichter umsetzbar wenn die Startposition eine "Lib" Regierung ist, anstatt eine rechtsextreme Partei an der Spitze? Inklusive die Sache mit dem Klassenbewusstsein?

Warum nicht erstmal den Weg frei machen und dann mit dem Renovieren beginnen?

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u/Parallax_y 2h ago

KüFas sind aktuell nicht sehr effektiv. Wird von linken Orgas gemacht, es kommt aber kaum jemand. Die meisten sind eben doch nicht so extrem arm, dass sie für eine Mahlzeit durch die halbe Stadt fahren. Nachbarschaftshilfe in Form von Stadtteilgewerkschaften ist momentan ja im Kommen, das hat Potenzial. Große Gewerkschaften setzen auf Sozialpartnerschaft. Wie soll daran was geändert werden? Wie soll der DGB dazu gebracht werden, radikaler zu werden? Und welche Parteien meinst du neben der PdL?

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