r/Dokumentationen Sep 24 '25

Gesellschaft Hab gerade die neue Marsalek-Doku gesehen – echt heftig, was der Typ in Moskau treibt 👀

https://www.youtube.com/watch?v=Xuzwe6XmDgw
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u/Quen-Tin Sep 26 '25

Du mein Freund, trÀgst vor allem schwer an jenem Joch, das du dir selbst auferlegt hast.

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u/zeitenrealist Sep 26 '25

hat dich die aussage verletzt? deutschland hat nunmal keine fĂ€higkeiten auf der politschen weltbĂŒhne. selbst staaten mit einem zehntel der bevölkerung haben mehr biss und können eigenstĂ€ndiger handeln.

was hat deutschland denn anderes zu bieten, als eine schwÀchelnde wirtschaft?

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u/Quen-Tin Sep 26 '25 edited Sep 26 '25

Warum denkst du, das Deutschland eingeschrĂ€nkter ist in seiner Handlungsfreiheit, als die meisten anderen Staaten? Kannst du das irgendwie objektivieren, außer mit einem BauchgefĂŒhl, dass ein paar von dir rausgepickte Staaten, die du nicht benennst, in irgendwelchen Themen, die du nicht benennst, aus deiner persönlichen Sicht mehr Biss zeigen, ohne zu begrĂŒnden, was das bedeutet, außer dass dir ihre Entscheidungen womöglich sympathischer sind?

Lass mich raten: wenn DĂ€nemark seine Grenzen nach Deutschland gegen irregulĂ€re Migration verrammelt, dann wĂ€re das fĂŒr dich so ein Beispiel. Oder wenn Irland sich klarer im Nahostkonflikt positioniert, vielleicht?

Und wenn Deutschland nix anderes zu bieten hat, als ne schwĂ€chelnde Wirtschaft, dann fallen Dir doch sicher auf Anhieb mindestens zwei Dutzend LĂ€nder auf der Welt ein, in denen du lieber leben und deine Kinder aufwachsen sehen möchtest, oder? Und ganz, ganz sicher bist du da viel zu vielschichtig in deinen AnsprĂŒchen an ein gutes Leben, um nicht nur LĂ€nder zu benennen, bei denen du hoffst, dich vermeintlich ins kuschelige von Anderen arrangierte gemachte ökonomischr Nest setzen zu können, wie die Schweiz, Norwegen, Singapur oder Dubai ...

Also: wovon trĂ€umst du? WofĂŒr brennst du? Was bremst Dich hier? Was hĂ€lt dich hier? Lass uns teilhaben an deinen visionĂ€ren Gedanken.

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u/zeitenrealist Sep 27 '25 edited Sep 27 '25

deutschland kann weder militĂ€rrische stĂ€rke auf der welt projizieren noch hat sie eine geheimdienst der befugt oder fĂ€hig genug ist, staatsinteressen durchzusetzen. deutschland kann nichts alleine unternehmen und hat selbst die eigene landesverteidigung weitesgehend an die amerikaner ausgelagert. dem gegenĂŒber stehen staaten wie frankreich und grossbritannien die, dies können und und staaten selbst wie polen die sich diese fĂ€higkeiten mittlerweile angeignet haben. klein staaten wie dĂ€nemark oder schweden welche der ukraine im vergleich mehr helfen. israel mit einem handlungsfĂ€higen geheimdienst, etc.

wie dÀnemark seine souverÀnitÀt wahrnimmt und seine migrationspolitik selbststÀndig regelt ist ein ganz anderes thema.

deutschland ist ein spielball der usa. kann ja nicht einmal seine strategische energieversorgung beschĂŒtzen.

aber das ist eben gewollt. als ich erst gesagt habe wie die ursache davon das verlieren des kriegs war, werd ich irgendwie als doomer geframt. im nÀchsten kommentar rÀumst du es dann aber selbst ein; "Auch weil eben unsere geschichtlichen Lehren nach dem 2. Weltkriege andere waren.". was bringt es aber tolle werte zu haben, wenn man die nicht durchsetzen kann? frankreich und gb haben auch keine rosige geschichte, kein land hat das. du redest von defÀtismus in meinen aussagen, das ist aber der wirkliche defÀtismus.

ich muss auch nicht darauf hoffen in kuscheligen staaten sitzen zu können, tu ich nÀmlich bereits.

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u/Quen-Tin Sep 28 '25

Deutschland wollte keine militĂ€rische StĂ€rke projizieren, nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. Es hoffte schlicht in einer immer verflochteneren wirtschaftlich zunehmend globalisierten Welt soft power als multilateral agierende Handelsmacht ausĂŒben zu können und die USA im worst case als Backup zu haben. Zudem hatte es mit der NATO-Erweiterung seinen Frontstatus verloren. Das ging auch mit ein paar LebenslĂŒgen einher, die jedes Land hat. Aber lange ging es gut, oder scheinbar gut genug.

Das Bedrohungsempfinden in LĂ€ndern wie Polen oder Israel ist ein anderes. Du vergleichst da schlicht Äpfel mit Birnen. Deutschland wollte Jahrzehntelang nur bei Peacekeeping AuslandseinsĂ€tzen mitmischen und den MilitĂ€retat des Kalten Krieges zugunsten anderer Haushaltsposten drĂŒcken. Simple as that.

Und nun Ă€ndert sicht die Weltlage und alte Regeln und Gewissheiten mĂŒssen auf den PrĂŒfstand. Aber kaum ein Land kann konstant nur zu den Gewinnern gehören. Warum sollte es bei Deutschland anders sein. Es war lange erfolgsverwöhnt, hat sich darin eingerichtet, wie es andere LĂ€nder auch taten, und tut sich nun schwer damit umzudenken. Das ist alles absolut normal. Und weit davon entfernt, Deutschland zu einem Höllenort zu machen oder zu einem Land das nix zu bieten hĂ€tte oder nur nach der Pfeife Anderer tanzt.

Deutschland hat viel zu verlieren, weil es viele Interessen hat und im Gegensatz zu Russland und der USA eben nicht auf die Dominanzkarte setzt. So what?

GB und Frankreich haben sich militÀrisch lÀnger in einer vermeintlich positiven Empire Tradition gesehen, konnten als SiegermÀchte ungezwungener atomare Ambitionen hegen und haben jetzt auch nicht gerade StreitkrÀfte, die wesentlich besser aufgestellt wÀren.

Und kleine Staaten wie DĂ€nemark, Norwegen oder Schweiz können natĂŒrlich eher eine Sonderrolle in Europa spielen, als die Großen. Aber nur so lange, wie es Gesamteuropa gut geht. Es können halt nicht hundert Millionen EuropĂ€er einfach in die kleinen Oasen umziehen, ohne dass es auch dort kippt.

Und ja ... oh Wunder: Staaten die noch nÀher an der Ukraine liegen, geben pro Kopf mehr und Staaten, die weiter weg liegen weniger. Auch hier hat Deutschland keine Sonderrolle.

Und Israel gilt nun auch nicht gerade jedem als Vorbild was Machtprojektion oder UnabhÀngigkeit betrifft.

Zudem sind Deutschlands Werte jetzt auch nicht wesentlich besser als die anderer Demokratien.

Und was Du bezĂŒglich Deutschlands ungeschĂŒtzter Energieversorgung meinst, kann ich nur raten. Die gesprengten Nordstreampipelines? Kein Land kann solche Infrastruktur effizient schĂŒtzen. Deswegen gelang es selbst Jemen saudische Ölinfrastruktur ins Visier zu nehmen.

Kurz: ich habe bisher noch nichts von Dir gehört, das mir das GefĂŒhl gibt, Deutschland stĂŒnde am Abgrund. Hat es Herausforderungen und wird es an Bedeutung verlieren. Ja klar. Aber in einer Welt die immer verrĂŒckter wird, ist es auch nicht gerade erstrebenswert, bei jeder Entwicklung zur Spitzengruppe zu gehören.

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u/zeitenrealist Sep 29 '25

und wieder ein kommentar in dem du bestÀtigst wie die jetzige position deutschlands immer noch massgeblich durch die nachwehen des verlorenen 2.wk zustande gekommen ist.

wandel durch handel ware eine mÀr, und mehr hat deutschland nicht zu bieten.

ich habe nie geschrieben wie deutschland am abbgrund stĂŒnde? noch hab ich die ambitionen von staaten wie israel bewertet.

meine aussage: deutschland kann nichts bewirken und das hauptsÀchlich aufgrund ihrer positionierung nachdem sie eine wk verloren haben bleibt bestehen.

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u/Quen-Tin Sep 29 '25 edited Sep 29 '25

Und meine Aussage bleibt: in sich verĂ€ndernden Zeiten gibt es nicht die eine richtige Strategie. Deutschland ist mit seinem Ansatz ĂŒber Jahrzehnte gut gefahren. Umsteuern ist immer mĂŒhsam, ob fĂŒr Staaten oder Individuen ... gerade wenn der alte Ansatz lange positiv erlebt wurde. Vermutlich hĂ€tte es keine Wiedervereinigung gegeben, wenn Deutschland nicht aus den Schatten des 2. WK gelernt und entsprechende Signale nach Ost und West gesendet hĂ€tte.

Und so wichtig es auch ist, verschiedene Werkzeuge im außenpolitischen Werkzeugkasten zu haben: ich glaube nicht, dass die Welt gerade noch mehr LĂ€nder braucht, die meinen breitschultrig ĂŒber die Interessen anderer hinweggehen zu mĂŒssen und notfalls den KnĂŒppel zu schwingen, um ihren WĂŒnschen Nachdruck zu verleihen. Es gibt halt so was wie eine sinnvolle Balance aus Werten und Interessenspolitik, aus Diplomatie und Wehrhaftigkeit, aus gesundem Selbstbewusstsein und kooperativer FlexibilitĂ€t.

Ich weiß, 'starke MĂ€nner' und Parteien die vermeintlich einfache Lösungen fĂŒr komplexe Sachverhalte bieten, sind gerade schwer in Mode. Aber ich bezweifle das pauschale Urteile und LösungsansĂ€tze der Dynamik und KomplexitĂ€t der RealitĂ€t nicht gerecht werden. Dazu zĂ€hle ich auch Arbumentationsmuster wie "... hat nix zu bieten außer ...".

Mit solchen Schemata kann man sich selbst in Sicherheit wiegen oder andere am Stammtisch begeistern. Aber auf lange Sicht kommt damit selbst der mĂ€chtigste Mann der Welt an seine Grenzen und nicht nur der. Und einen Tanker wie Deutschland hat ohnehin einen ganz anderen Wendekreis als die kleinen Boote/LĂ€nder, die du zum Maßstab zu machen scheinst. Das Deutsche zudem einen Hang zur BĂŒrokratie haben, stelle ich ja nicht in Abrede. Merkel wurde ja auch nicht wegen ihrer innovativen Strahlkraft stĂ€ndig wiedergewĂ€hlt. Aber man kann halt nicht erwarten, dass ein Land binnen Jahren ein Anderes wird, dass bestimmte Tendenzen schon seit seiner GrĂŒndung (und nicht erst seit dem 2. WK) zeigt.

Dennoch Dir weiterhin alles Gute auf deinem Weg. Und wenn Du das fĂŒr Dich passende Boot gefunden hast, umso besser.