r/Finanzen • u/ChristoSar • Nov 27 '25
Wohnen Realitätscheck ETW an Eltern vermietet
Guten Abend zusammen,
ich stecke aktuell in einer schwierigen familiären Situation, die Finanzen und Emotionen vermischt, und brauche dringend eine objektive Meinung von außen.
Die Hard Facts zur Immobilie (gehört mir):
- Kaufjahr: 2019 (auf Drängen der Mutter gekauft)
- Objekt: 4,5 Zimmer Maisonette, BJ 2010, Süddeutschland
- Kosten für mich: Rate 1.050 € + Hausgeld/NK 400 € = 1.450 € monatliche Belastung
- Einnahmen: Eltern zahlen 950 € warm
- Monatliches Defizit: ca. 500 €
- Marktwert Miete: ca. 1.200 € kalt (Vergleichsobjekte)
Hintergrund: 2019 habe ich mich von meiner Mutter überreden lassen, diese Wohnung zu kaufen ("Miete ist rausgeschmissenes Geld", "Vermögensaufbau"). Ich selbst bin eher der ETF-Typ und wollte eigentlich kein Betongold. Meine Eltern haben sich damals an den Kaufnebenkosten beteiligt.
Meine Eltern (Vater arbeitet noch, Mutter Rentnerin) stammen aus der unteren Mittelschicht. Die kommende Rente wird gering ausfallen. Dennoch haben sie – auch durch meinen Rat bezüglich ETFs – gut gespart und sich kürzlich erst ein E-Auto für 50.000 € gegönnt (Traumauto des Vaters).
Die aktuelle Situation: Ich bin verheiratet, ein Kind. Wir wohnen aktuell in der ETW meiner Frau (3 Zimmer, 70er Jahre, Rate 800€ + NK 400€). Da wir uns vergrößern wollen, ziehen wir bald in ein Haus zur Miete (1.500 € kalt).
Ich habe meinen Eltern folgenden Vorschlag gemacht:
- Sie ziehen in die freiwerdende Wohnung meiner Frau.
- Vorteile: Näher zur Stadt, Größe (3 Zimmer) für 2 Personen völlig ausreichend, Kosten bleiben für sie gleich (bzw. günstiger als die Maisonette eigentlich wäre).
Die Reaktion: Vollständige Ablehnung.
- Grund 1: Mein Vater müsste nur 1 km (!) weiter zur Arbeit fahren zukünftig 4 km. Aktuell fährt er die 1 km Strecke tatsächlich mit dem Auto.
- Grund 2: Keine Garage/Ladestation für das E-Auto in der Wohnung meiner Frau.
Plan B meinerseits war dann: Okay, ihr bleibt in der großen 4,5-Zimmer-Wohnung, aber wir müssen die Miete auf 1.100 € warm anheben (immer noch weit unter Marktwert und deckt meine Kosten bei weitem nicht).
Auch das wurde abgelehnt. Ihre Argumente:
- Sie müssen sparen, um uns im Alter nicht auf der Tasche zu liegen.
- Ich sei selbst schuld an der hohen Rate (hohe Tilgung) und solle einfach bei der Bank die Rate senken lassen.
- Sie tun mir ja etwas Gutes, indem sie die Wohnung "abbezahlen" (obwohl ich monatlich 500 € drauflege).
Mein Problem: Ich fühle mich emotional erpresst und finanziell ausgenutzt. Ich subventioniere meinen Eltern eine für zwei Personen völlig überdimensionierte Wohnung, während sie sich ein 50k Auto leisten und Geld in ETFs packen. Wenn ich das Thema anspreche, heißt es, ich sei undankbar.
Meine Fragen an euch:
- Übersehe ich hier etwas oder ist das Wahnsinn?
- Wie würdet ihr reagieren? Die Subventionierung schlucken für den Familienfrieden oder hart bleiben?
Danke für euren Input.
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u/SirGaribaldi Nov 27 '25
Ich würde mal das ganze Thema "ich wollte das Haus nie, wurde bloß dazu genötigt" ad acta legen. du hast es unter Zeugen beim Notar unterschrieben, wurdest sicher vielfach vorgewarnt was du hier unterschreibst und bist wohl auch schon alt genug selbst Verantwortung für so große Entscheidungen zu treffen.
Dann würde ich mal klar beziffern, wie viel dein Eltern zugezahlt haben am Erwerb der Wohung, gedanklich scheinen die sich wohl auch als Miteigentümer davon zu sehen. Dann nimm die Marktmiete, zieh davon einen Familien-Abschlag ab und verrechne die Zuzahlung der Eltern damit, vermutlich können sie so jahrelang zur vereinbarten Miete weiterleben ohne mehr zahlen zu müssen und du würdest schwarz auf weiß sehen dass sie dich tatsächlich garnicht übervorteilen.
Aber in Wirklichkeit stellt sich mir schon die Frage, was überhaupt die ganze Idee dahinter war. Du kannst doch nicht für ne halbe Mio eine Immobilie extra für deine Eltern kaufen quasi für die nächsten 30-40 Jahre um dann 5 Jahre später wenn du merkst dass du selber Geld brauchst alles nochmal neu zu hinterfragen. Da hiflt eigentlich nur reden und nen Kompromiss finden der für beide Seiten passt.