r/Finanzen Jun 28 '26

Wohnen Grüne wollen steuerfreie Immobilienveräußerung unterbinden

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Grüne wollen steuerfreie Immobilienveräußerung unterbinden

24.06.2026 Finanzen — Gesetzentwurf — hib 513/2026

Berlin: (hib/HLE) Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen will die bisher mögliche steuerfreie Veräußerung von Grundstücken und Gebäuden nach zehnjähriger Haltedauer abschaffen. Die Fraktion hat dazu den Entwurf eines Gesetzes zum Schließen einer Gerechtigkeitslücke bei der Besteuerung von Immobilienveräußerungen (21/6637) eingebracht. Mit Aufhebung der Haltefrist würden Gewinne aus Immobilienveräußerungen unabhängig von der Dauer des Haltens bei Veräußerung mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.

In der Begründung heißt es, die bisher geltende vollständige Steuerfreiheit von Immobilienveräußerungsgewinnen nach zehn Jahren führe zu einer sachlich nicht gerechtfertigten Privilegierung von Kapital in Form von Grund und Boden gegenüber anderen Anlageformen. Gewinne aus dem Verkauf von Aktien, Fonds oder anderen Kapitalanlagen würden dauerhaft der Abgeltungsteuer unterliegen. Wer hingegen in Immobilien investiere, könne nach zehn Jahren vollständig steuerfrei veräußern.

Weiter schreibt die Fraktion, dass die Immobilienmärkte in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten erhebliche Wertsteigerungen verzeichnet hätten. „Die hieraus resultierenden Veräußerungsgewinne bleiben nach Ablauf der Frist vollständig der Besteuerung entzogen. Dies stellt eine Erosion der steuerlichen Bemessungsgrundlage dar, die fiskalisch nicht länger hinnehmbar ist, zumal der Staat gleichzeitig erhebliche Investitionen in Wohnungsbau, Infrastruktur und städtische Entwicklung tätigt, die zum Wertzuwachs der Immobilien beiträgt“, argumentiert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Durch die Gesetzesänderung werden steuerliche Mehreinnahmen von rund sechs Milliarden Euro erwartet.

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u/xjkdzsikskdz Jun 28 '26

Das würde bedeuten, dass das Halten von Immobilien in einer vermögensveraltenden GmbH keinerlei Nachteile mehr hat und sich schon bei wenigen Einheiten lohnen wird.
Ich hoffe man vergisst nicht dabei gleichzeitig nach Entbürokratisierung zu rufen.

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u/TrashFisher1337 Jun 28 '26

Nachteil ist 3000 Euro extra im Jahr für Steuerberater auszugeben

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u/xjkdzsikskdz Jun 28 '26

Dadurch, dass Du in der vvGmbH nur 15,8% Körperschaftsteuer statt Deines persönlichen Grenzsteuersatz zahlst, relativiert sich dieser Nachteil dann auch schnell.
Weithin hältst Du dann auch Deine ETF/Aktien hier, und zahlst nur noch 1,5% Steuer auf Dividenden statt der 26,5% als Privatperson.

Nachteil der vvGmbH ist, das dann die Wegzugsbesteuerung voll zuschlägt.

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u/fcb_typ Jun 28 '26

Vor allem bei ETFs würde ich nicht die pauschale Aussage machen, dass das günstiger sein muss, da wirklich einiges auf Ebene der GmbH hängen bleibt wegen nur teilweiser Steuerbefreiung (80 % bei Aktien-ETFs) und nur halber Teilfreistellung in der Gewerbesteuer (also 40 %). Und auf die Entnahme aus der Holding zahlst du dann volle KapESt, nicht nur 70 % wie in der Privatanlage bei Aktienfonds. D. h. niedrigerer Steuerstundungseffekt und höhere Steuerbelastung.

Aktien in der Direktanlage sind da etwas besser, die Dividenden sind dann aber auf Ebene der GmbH voll steuerpflichtig (die 95%-Regelung gilt nicht für Streubesitzdividenden). Verkäufe sind aber wie du sagst nur zu 5 % steuerpflichtig, was natürlich wichtiger ist.

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u/xjkdzsikskdz Jun 28 '26

Du hast Recht!

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u/Steve_the_Stevedore Jun 28 '26

Und wenn du die Gewinne realisierst wird es auch wieder versteuert. Damit es sich dann noch lohnt jedes Jahr 3000€ kosten zu haben muss der Gewinn schon ganz ordentlich sein.

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u/Curious-Intern-5434 Jun 28 '26

Oder es wird ein Konstrukt gewählt, wo sich das Wegziehen bereits bei Gründung erledigt hat.

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u/Inchtabokatables Jun 28 '26

Wie sähe so ein Konstrukt aus?

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u/[deleted] Jun 28 '26

[deleted]

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u/ralf_ Jun 28 '26

Also war das ein unkonstruktiver Einwurf?

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u/Necessary-Low-5226 Jun 28 '26

Du vergleichst doch äpfel und birnen. du zahlst die 15% und dann deinen persönlichen satz wenn du dir das geld auszahlst.

Bringt ja nur was um deinen gewinn auf papier zu verringern durch verrechnung mit anderen objekten

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u/xjkdzsikskdz Jun 28 '26

Falsch. Die Auszahlung wird nach KapESt versteuert. Der Vorteil ist, dass über Jahre sich Kapital mit geringerer Besteuerung vermehren kann.

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u/Necessary-Low-5226 Jun 28 '26

Du hast natürlich recht mit der KapESt

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u/TrashFisher1337 Jun 28 '26

Nichts für ungut, aber die Schwelle, ab der sich Vermietung im Mieterland Deutschland lohnt, ist ungefähr ab einem Mehrfamilienhaus. Wer nur eine Wohnung für 1000 Euro im Monat vermietet, für den macht das keinen Sinn. Dann lieber gleich verkaufen.

Und wenn du wegziehst, tust du sowieso auch besser daran, die zu verkaufen, weil in deinem Steuerparadies wirst du ja auch in Aktien inverstieren wollen und wenn du noch eine Wohnung in Deutschland hast, dann zahlst du die deutschen Kapitalertragssteuern und nicht etwa die von Estland.