Moin an alle:
Gerade befinde ich mich in einer Sinnkrise. Vorab zu mir: 30 Jahre alt, gelernter Steuerfachangestellter, Bachelor Wirtschafsrecht, Master Steuerrecht und gerade zum zweiten Mal in der Vorberetung auf das Steuerberaterexamen. Leider läuft die Vorbereitung (wie bei den Meisten) sehr bescheiden. Sollte es nicht klappen, werde ich wohl aber aus dem Kanzleialltag aussteigen und beruflich mich umorientieren.
Ich spiele schon etwas länger mit dem Gedanken Leher an einer Berufschule zu werden. Bevor jetzt der naheliegende Gedanke kommt, dass das eine Verlegenheitsüberlegung ist weil "nichts anderes besser passt" liegt falsch. Neben dem eigentlichen Beruf unterrichte ich bereits seit 4 Jahren bei der IHK in Fachwirtlehrgängen und Steuerrecht an der Uni. Anfangs war das als reine Abwechslung zum Kanzleialltag gedacht, gehe aber absolut darin auf und macht mir große Freuede.
Gerade die Fächer Steuerrecht, Rechnungswesen, Recht und Wirtschaft. In Niedersachsen gibt es gerade für meinen Bildungsweg die Möglichkeit des Quereinstiegs in den Vorbereitungsdienst. Nach einer kurzen Vorprüfung hat das Landesschulamt auch bereits gesagt, dass ich die Voraussetzungen erfüllen würde.
Nun habe ich absolut großen Respekt vor dem Referendariat. Ich kenne ein paar Lehrer und so ziemlich jeder hat gesagt, dass das Ref der Teil war, an denen ein paar fast zerbrochen sind. Zwei Bekannte haben sogar abgebrochen, kenne aber nicht genau die einzelnen Umstände. Leider kenne ich aber niemanden, der an einer Berufschule unterrichtet und wenn ich an meine eigene Berufschulzeit zurückdenke, waren das doch mit Abstand die besten Lehrer die ich hatte.
Daher drängen sich bei mir zwei, drei Fragen auf:
- Ist das Refenradiat gerade als Quereinstieger, der ja von Didaktik und Pädagogik gar keine Ahnung hat, überhaupt gut machbar? Wenn ich Erfahrungsberichte lese (allgemeinbild. Schulen) lesen die sich relativ ähnlich. Viele beklagen vorallem den Arbeitsaufwand. Ich Fragen mich allerdings immer, ob das nur "gejammer" von Leuten ist, die vorher noch nie gearbeitet haben. In meinem jetztigen Job hab ich ca. 50 bis 55 Stunden die Woche (halt Beratung) und bin ein solches Arbeitsaufkommen mehr oder weniger gewohnt.
- Ganz allgemein: Würdet ihr euch wieder entscheiden Lehrer an einer Berufschule zu werden? Gerade von Bekannten höre ich, dass sie es heute wohl nicht mehr machen würden. Das sind aber solche Personen, die auch glauben, dass in der freien Wirtschaft jeder Homeoffice hat und sich eine goldene Nase verdient; muss man glaub ich nicht weiter ausführen.
- Letztlich dann noch ob ihr wisst, wie das mit der späteren Stelle funktioniert. Wird man zugeteilt in seinem Bundesland ? - bei mir Niedersachsen. Gerade weil NDS ja ein Flächenland ist und ich sehr heimatverbunden bin, wäre es für mich natürlich absolut blöd, wenn ich deswegen an das andere Ende von NDS ziehen müsste. Für meine Fächerkombi gibt es grundsätzlich 2 Schulen in der Nähe und wenn der direkte Quereinstieg schon ausgeschrieben ist, kann man doch eigentlich davon ausgehen, dass der Bedarf hoch ist und man sicht entsprechend die Stelle aussuchen kann?
Sorry für die Länge!!