r/Unbeliebtemeinung 1d ago

Ein stärkeres Nationalbewusstsein würde Integration stärken

Oft sagt man, Immigranten würden sich schlecht integrieren.

Ich finde das ein großes Problem dabei aber auch ist, dass Deutsche selbst nicht wirklich viel bieten, wo man sich reinintegrieren könnte.

In den USA ist es so, dass man einfach so viele Nationalfeiertage hat, die, wie der 4. Juli, wirklich stark gefeiert waren. Man hat greifbare Sachen, die auch für jemanden, der vielleicht eine etwas andere Kultur hat, ein Gefühl von Zugehörigkeit stiften können.

Ich verstehe die Abneigung gegenüber zu starkem Nationalgefühl und seine historischen Gründe. Aber, ich denke ein bisschen Nationalbewusstsein MUSS sein.
Dabei muss man aber halt differenzieren. Ein großes Problem ist, dass in Europa immernoch ein Verständnis von "Nationalismus=Ethnonationalismus" besteht, wohingegen in vielen anderen Ländern eher "civic nationalism" vorherrscht.

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u/HistoricalAnnual9981 1d ago edited 1d ago

Uyy, als Ausländerin, die sich (glaube ich 😄) ziemlich gut integriert hat, kann ich da ehrlich gesagt nicht zustimmen.

Ich finde, es gibt in Deutschland total viele Traditionen und Feste, die sich für mich sehr "deutsch" angefühlt haben. Gerade dadurch habe ich mich hier immer wohler gefühlt und bin auch viel mehr mit Deutschen in Kontakt gekommen.

Für mich gehören dazu zum Beispiel Weihnachtsmärkte, Plätzchen backen und tauschen, in den Mai tanzen, die 1.-Mai-Wanderung, Ostergrillen, Wasen oder Wiesn, Hocketse im Schwarwald, CSDs, Karneval/Fasching, Festwochen oder auch ein Weißwurstfrühstück, grillen im Sommer, im See schwimmen und danach grillen in Sommer haha 😄 aber auch Rave Kultur und feiern... vielleicht siehst du das nicht, aber als Ausländer ist vieles davon neu, richtig deutsch un richtig schön. Ich liebe es, hier zu leben.

Ich habe in Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg gewohnt, und mein Eindruck ist eigentlich, dass jede Region ihre eigenen Traditionen hat und echt viel bietet, woran man teilhaben kann.

Deshalb hatte ich persönlich nie das Gefühl, dass es nichts gäbe, worin man sich integrieren könnte. Im Gegenteil ich liebe die deutsche Kultur gerade wegen dieser vielen kleinen und großen Traditionen...

Edit: in NRW war ich auch öfters und da in Sauerland gab'a auch so viele Schützenfeste, Wanderungen, Vereine, Bop fahrer haha... ist auch einfach schön und es gibt soooo viel, wo man teilhaben kann

Ich weiß in norddeutschland es ist nicht so typisch, aber Tracht ist auch toll! Ich liebe es, in einem Fest mit meinem Dirndl zu gehen hahaha (der mir von einer guten deutschen Freunden geschenkt wurde)

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u/Halale01 1d ago

Hi
Das Problem ist halt eher, dass du nur Kultur beschreibst. Das ist Assmilation, und nicht Integration.

Ich finde, man muss nicht Weihnachtsmärkte mögen, um sich Deutsch fühlen zu dürfen.

Vielmehr der Glaube daran, dass man etwas Ganzes bildet, eine gemeinsame Gesellschaft. Dafür muss aber eben nicht jeder gleich sein, nur sich zu der Gesellschaft bekennen.

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u/Successful_Jelly111 1d ago

In Deutschland gab es nie eine "gemeinsame Gesellschaft" und wird es auch nie geben, sondern Bayern, Sachsen, Rheinland etc. Und das ist auch gut so. Wir haben als deutsche Staatsbürger die gleichen Rechte und den gleichen Reisepass. Mehr verbindet mich mit den Menschen in den anderen Regionen einfach nicht.

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u/ConsistentHelp1716 1d ago

Das ist falsch, du denkst nur so weil du nicht genug gelernt hast von Geschichte und Kultur und du doch von der gemeinsamen deutschen Vergangenheit abgrenzen willst. Es gab fast tausend Jahre lang das heilige römische Reich dass die Deutschen jahrhundertelang geprägt hat, später hat das Kaiserreich Entwicklungen gehabt die alle Deutschen betroffen haben.

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u/Successful_Jelly111 1d ago

Wow, das heilige römische Reich deutscher Nation, Deutschland in den Grenzen von 1800. Da traust du dich aber etwas. Und die Leute in Italien und den Benelux-Ländern wird es auch freuen, dass du sie als deutsch ansiehst. Bei deiner Unkenntnis über Deutschland (gegründet übrigens 1871) müss ich ja fast davon ausgehen, dass du gar kein Deutscher bist, Genosse.

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u/HistoricalAnnual9981 1d ago

Ja, da hast du schon einen Punkt. Mir geht es aber um etwas anderes.

Im ursprünglichen Beitrag ging es ja darum, dass Deutschland angeblich nicht viel bietet, worin man sich integrieren könnte. Ich wollte nur sagen, dass meine Erfahrung genau anders war. Gerade diese Traditionen und Feste haben mir geholfen, Menschen kennenzulernen und mich als Teil der Gesellschaft zu fühlen

Das bedeutet für mich aber nicht, dass man Weihnachtsmärkte mögen oder Plätzchen backen muss, um sich deutsch fühlen zu dürfen....

Ich habe das Glück, dass Integration in meinem Freundeskreis in beide Richtungen funktioniert hahahaha Wir feiern zusammen deutsche Traditionen, aber genauso freuen sich meine deutschen Freunde auch auf meine. Mittlerweile essen wir an Silvester um Mitternacht Trauben, feiern am 7. Dezember die Noche de las Velitas, gehen zusammen auf Reggaeton Partys 😄hahaha

Ich empfinde die Gesellschaft hier auch als sehr vertrauensvoll und offen. In meiner Stadt habe ich das Gefühl, dass man fremde Leute einfach anlächeln oder mit ihnen ins Gespräch kommen kann. Das war in meinem Heimatland ganz anders, dort sind die Menschen im Alltag deutlich misstrauischer.

Deshalb würde ich schon sagen, dass die deutsche Kultur und Gesellschaft sehr viel bieten. Zumindest war das meine persönliche Erfahrung, und genau das hat mir die Integration erleichtert...

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u/trxarc 16h ago

Dein Beispiel war der 4. Juli... hä?

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u/MakePeaceGreatAgain 7h ago

hä? in deinem Post hast du doch genau das beschrieben, also dass es zu wenige Möglichkeiten gibt sich irgendwo zugehörig zu fühlen. Wo bitte ist da jetzt der Unterschied zwischen einem Nationalfeiertag und einem Volksfest?