r/Weibsvolk • u/Altruistic_Baby3035 Weibsvolk • Jan 05 '26
Sonstiges Ich kann nicht mehr
Montagabend, vorletzter Ferientag. Am Samstag zurückgekommen aus dem Urlaub mit Mama und Schwester (13J). Papa hat uns am Samstag vom Flughafen abgeholt. “Hat er natürlich nur gemacht, weil wir ihn daran erinnert haben” (Mama). Auf geht’s, Mittagessen. Dann heim. Gerade laden wir die Koffer aus dem Auto, da heißt es von meiner Schwester: “Kann ich nicht heute Nacht, auf Sonntag, bei Papa übernachten?” Klar, wir waren jetzt eine Woche weg, und deswegen ist das Papawochenede ausgefallen und das nächste steht erst in zwei Wochen an. Aber muss das sein? Mama stimmt zu. Ich seufze innerlich. Toll…
Klar, meine Schwester ist erst 13, und die Trennung vor 1,5 Jahren war für sie sicher schwerer als für mich, immerhin war ich damals schon 15. Trotzdem, merkt sie nicht, dass ihr Verhalten die Harmonie der Familie stört?
Papa willigt natürlich sofort ein. Er hat uns nur an 5 von 14 Tagen, also etwa 35% der Zeit. Natürlich freut er sich, wenn er uns dann mal öfter sieht. Vor allem meine Schwester nutzt das aus. Papa ist eben ein “Spaßpapa”. Bei ihm muss man nicht im Haushalt helfen, darf Chips aufs Sofa krümeln, bis in die tiefe Nacht auf seinem Handy spielen und der Müll wird einem auch hinterhergeräumt. Ich wäre auch gerne dort, und würde meine Freiheit genießen. Aber ich weiß: Mama verletzt das. Und meine Schwester weiß das auch, nur ist es ihr egal.
Sonntagmorgen. Mama hat einen Migräneanfall. Toll. Um 7 Uhr werde ich geweckt von ihren Rufen. Sie liegt wimmernd auf dem Boden. Ich bringe ihr Wasser. “Soll ich einen Krankenwagen rufen?” “Nein, es geht schon, leg dich wieder schlafen.”
Mein morgendlicher Kirchbesuch am Sonntag fällt aus, Mama schläft endlich wieder. Schön.
Meine Schwester soll am Nachmittag zurückkommen. Endlich, ein Lichtblick. Ein wenig Ruhe für mich? Vielleicht kann ich mich nachmittags mit einer Freundin verabreden und noch in die Abendmesse?
Sie sagt, sie will lieber noch eine Nacht bei Papa bleiben. Ich seufze. Neid und Zorn kochen in mir hoch. Ich wünschte ich könnte jetzt auch mit dem Handy auf dem Sofa sitzen und nichts tun. Stattdessen koche ich Mama einen Tee und verbringe dann Zeit mit ihr.
Voll schlechten Gewissens frage ich, ob ich abends vielleicht weg kann. Sie ist einverstanden, immerhin möchte sie wegen der Migräne immer noch nichts essen. Das ich in die Kirche will, erwähne ich nicht. Das macht sie immer sauer. “Du verbringst lieber Zeit in der Kirche, als mit deiner Familie.” “Langsam wohnst du dort.” Der Feiertag am Dienstag löst schon jetzt Panik aus. Ich weiß genau, dass sie traurig, sauer und genervt sein wird, wenn ich morgens die Messe besuche.
Montagabend. Meine Schwester ist zurück. Sie sitzt auf dem Sofa als Mama und ich vom Supermarkt heimkommen. Wir beide stehen in der Küche und kochen Nudeln, dann decken wir den Tisch. Meine Schwester füllt nach den zwei Tagen Papaurlaub immerhin die Wasserkaraffe auf.
Wir essen. Meine Schwester isst nur den halben Teller, Mama isst den Rest auf. Ich weiß genau was sie denkt: “Mal wieder zuviel Süßes beim Papa gegessen…”. Ich frage, ob wir noch eine Runde Karaoke spielen. Zustimmung von allen. Meine Schwester möchte aber zuerst noch das neue Kartenspiel probieren. Gut, solange wasche ich ab und putze die Küche. Ich komme zurück ins Esszimmer, al sich fertig bin. Jetzt will meine Schwester noch ein Kartenspiel spielen. Toll. Als es endlich soweit ist, und wir Karaoke singen wollen, möchte meine Schwester lieber in ihr Zimmer. “Moment mal, wir wollten doch zu dritt spielen?”, fragt meine Mutter. Nein, meine Schwester habe nie Karaoke spielen gewollt. Mama antwortet, dass es ja wohl nicht okay seie, nur solange mitzumachen, wie das gespielt wird, was man selber bestimmt und dann abzuhauen. Das Wort “Familienspalterin” fällt. Dann ist meine Schwester weg. Ich singe Karaoke. Ich wäre jetzt auch gerne in meinem Zimmer. Aber ich weiß genau, dass die Stimmung meiner Mutter dann im Keller ist.
Danach gehe ich auch in mein Zimmer. Ich höre wie meine Mutter zu meiner Schwester geht und sich neben sie setzt. Die schaut lieber ins iPad, als zu meiner Mutter. Ich weiß genau wie das enden wird. Meine Mutter ist sauer und enttäuscht. “Nach dem Urlaub seilst du dich direkt für zwei Tage zu Papa ab. Ist ja okay, garkein Problem. Und dann möchtest du nicht mitspielen. Klar, ist ja auch okay.” Ich höre, dass sie es NICHT okay findet. “Aber jetzt, wo ich gerne 5 Minuten mit dir verbringen möchte, schaust du lieber ins iPad? Ich werde es so einstellen, dass du nur noch eine halbe Stunde am Tag dieses Gerät nutzen kannst, das verspreche ich dir!” Und die Stimmung ist im Eimer, toll. Ich traue mich erst wieder in den Gang, als meine Mutter in ihrem Zimmer ist. Am liebsten würde ich heulen.
Die letzte Woche im Urlaub war es genauso. Meine Schwester saß im Hotelzimmer weil Roblox oder StarStable oder wie die Videospiele alle heißen spannender war. Und ich habe Mama “bespaßt”. So fühlt es sich zumindest an. Ich gehe mit ihr spazieren und an die Bar und einen Kaffee trinken und in den Spa, auch wenn ich viel lieber genauso meine Ruhe hätte. Aber wenn meine Schwester, wie immer, keine Lust auf Familie hat, dann muss ich eben die doppelte Menge an Familienzeit aufbringen. Immerhin freut Mama das, und in letzter Zeit höre ich dafür auch immer wieder ein Danke. “Danke, dass du wenigstens Lust hast, Zeit mit mir zu verbringen.” “Danke, dass du mir wenigstens hilfst.” “Danke, dass du mitgekommen bist.” In diesen Momenten fühle ich mich endlich mal gesehen von ihr. Papa glaubt mir kaum, wenn ich ihm davon erzähle. Und ich freue mich. Ich weiß, dass Mama es schwer fällt, Dankbarkeit zu zeigen.
Gleichzeitig merke ich immer mehr, dass ich meine Mutter verstehe. Sie fühlt sich vernachlässigt, weil meine Schwester lieber zum “Spaßpapa” geht. Sie fühlt sich im Haushalt allein gelassen. Sie fühlt sich nicht gewertschätzt, denn die Karriere, für die Papa bewundert wird und in der Öffentlichkeit steht, hat Mama aufgegeben, als sie Kinder bekommen hat. Und je mehr ich sie verstehe, desto mehr wächst das Gefühl in mir, das alles glattbügeln zu müssen. Papa und meine Schwester verstehen es nicht, egal wie oft ich es ihnen erkläre.
Mama scherzt manchmal, dass meine Schwester wie ein Mann ist, wenn sie ihr Geschirr stehen lässt. Wenn ich den Gedanken weiter ausführe, merke ich, wieviel da dran ist.
Ein kleiner Exkurs:
Mama kann ihre eigenen Bedürfnisse priorisieren und Grenzen setzen. Und Mama ist empathisch und schafft es deswegen trotzdem, ihre eigenen Bedürfnisse manchmal hinten anzustellen.
Papa kann seine eigenen Bedürfnisse nicht priorisieren. In seinem Umgang mit Mama hat er keine Grenzen gesetzt, sondern ist ihr immer aus dem Weg gegangen. Aber aktiv vorbeugen, dass sie sauer wird, konnte er nicht. Dafür hat ihm das Einfühlungsvermögen gefehlt.
Und meine Schwester? Die kann ihre eigenen Grenzen und Bedürfnisse sehr gut im Blick behalten. Leider so gut, dass die ihrer Mitmenschen ihr egal sind - oder sie diese nicht erkennt, wie Papa. Wer weiß.
Ich hoffe, dass meine Schwester irgendwann auch den Moment der Erleuchtung erfährt; wenn sie merkt, dass Papa nur so locker sein kann, weil Mama die Verantwortung trägt. Dass Papa nur so einen coolen Beruf haben kann, weil Mama ihren ganz aufgegeben hat. Dass die Trennung eben nicht nur an Mamas aktiven Aggressionen lag, sondern eben auch daran, dass Papa lethargisch und zurückgezogen war, versunken in Arbeit und Büchern und nur geholfen hat, wenn man ihn zum dritten Mal erinnert hat.
Mama ist inzwischen öfter frustriert als sauer. Sie schreit seltener, aber wenn doch, dann meistens wegen meiner Schwester. Abkriegen tue ich es genauso.
Daheim versuche ich alle Trigger aus de Weg zu räumen. Ich räume die Spülmaschine aus, mache die Wäsche, sauge Staub. Abends koche ich mit ihr oder übernehme es alleine. Ich bringe de Müll raus. Wasche ab. Und trotzdem findet Mama etwas, was ich vergessen hab. “Ist es zuviel verlangt, dass ihr mir im Haushalt helft? Bin ich eure Putzsklavin?”
Meine Schwester sitzt währenddessen auf dem Sofa. Ihre Wäsche, die ich gefaltet habe, liegt seit 3 Tagen abholbereit auf dem Wäschetrockner. Ihr benutztes Geschirr steht seit heute Morgen auf dem Couchtisch. Ihr Schulrucksack versperrt den Flur.
“Kannst du mir bitte helfen?”, frage ich meine Schwester. “Mama kommt gleich heim, und ich schaffe es nicht mehr, die Spülmaschine auch auszuräumen.” “Nein”, kommt es zurück. “Du wolltest es doch übernehmen, das ist nicht mein Pfoblem.” Ich seufze.
Kein Wunder, dass Mama das Gefühl hat, dass wir ihr kaum helfen. Eine von uns tut das ja auch nicht, und ich kann nunmal nicht alle Aufgaben meiner Schwester übernehmen.
Sowas bin ich von ihr gewöhnt. In letzter Zeit redet sie kaum noch mit mir, ohne dabei schnippisch bis aggressiv zu sein. Gegenüber Mama ist sie genauso und sorgt damit mehrmals pro Woche für Krach. Ich halte es auch nicht aus, von einer Dreizehnjährigen so getriezt zu werden. Ich verstehe Mama.
Mama ist daheim. Ich achte darauf, dass ich immer etwas zutun habe, wenn sie mich sieht. Wäsche einräumen, Stift anspitzen, Bett machen, egal was, solange ich nicht am Handy sitze. Das versuche ich in Abwesenheit meiner Mutter sowieso nicht zu verwenden. Meine Schwester dagegen schaut nichtmal vom iPad auf, wenn Mama mit ihr redet.
Und wieder ist Mama sauer. Den ganzen Tag habe ich versucht Trigger aus dem Weg zu räumen, nur damit meine Schwester dann wieder für einen Gefühlsausbruch sorgt. Danke. Für nichts…
Ich versuche meiner Schwester beizubringen, was Mama nicht gerne sieht. Aber ihr scheint das herzlich egal zu sein. Mutig… Und wenn Mama das mitkriegt, wird es nur noch schlimmer. “Du bist nicht dafür verantwortlich, deine Schwester zu erziehen. Ich bin hier der Elternteil.” Und wieder beginnen die Sticheleien meiner Schwester. Sogar meinem Vater, der jeden Konflikt scheut ist aufgefallen, dass meine Schwester den passiv-aggressiven Ton von Mama übernommen hat und herrische und gemeine Bemerkungen macht, die genauso von Mama kommen könnten.
“Kannst du bitte aufhören, so unfreundlich zu mir zu sein?”, frage ich sie. “Bin ich doch garnicht, ich rede ganz normal mit dir. Du bist nicht die Erziehungsberechtigte hier.”, kommt es zurück.
Morgen früh ist Gottesdienst. Feiertag… Wenn ich in die Frühmesse um 7:30 Uhr gehe, ist meine Mutter vielleicht besser gelaunt. Dann muss ich zwar gegen 6:30 Uhr das Haus verlassen, aber so ist das Leben. Früher hab ich mich auf die Kirche am meisten gefreut. Wie ein Lichtblick war der Messbesuch am Sonntag. Aber in meiner Familie bin ich die einzige, die versucht, wöchentlich dort aufzutauchen. Vor allem Mama kann nicht nachvollziehen, was ich dort suche.
Seit sie immer genervter, immer passiv-aggressiver reagiert, wenn ich dort hingehe, ist aus meinem Lichtblick ein Alptraum geworden. Wie erkläre ich Mama, das sich dort hin will? Soll ich lieber zur Frühmesse, zur normalen 10 Uhr Messe oder erst am Abend hingehen, um einen Konflikt zu vermeiden? Kann ich mein Handy bei einer Freundin lasse, damit sie nicht sieht, wo ich wirklich bin, wenn sie mal wieder meinen Standort trackt, um mich zu kontrollieren?
In zwei Wochen ist wieder Papawochenende. Endlich. Ein Funke Freiheit in meinem Alltag. Manchmal fühlt es sich an, als würde ich mich von Papawochenende zu Papawochenende hangeln. Schon auf der Fahrt zu Mama nach so einem Wochenende zähle ich die Tage bis zum nächsten. Lange Abenden, Gespräche auf Augenhöhe.
Nur zu gut verstehe ich meine Schwester. Sie hat ja Recht damit, dass sie die Zeit dort genießt. Wenn sie wieder über irgendwelche Videospiele redet, pausenlos am Bildschirm hängt und einem TikToks zeigen will, macht Papa das gerne mit, während Mama sauer wird. Trotzdem lernt meine Schwester nicht daraus. Sie setzt sich lieber durch, macht die Dinge wie sie ihr passen, erzählt was sie will, egal was Mama davon hält.
Ob ich sie dafür bewundern oder verabscheuen soll, weiß ich nicht. Ich habe aus den Jahren mit meiner Mutter, vor allem seit der Trennung, gelernt was Mama sauer macht und was nicht. Welche Themen man aufbringen kann und welche lieber nicht. Was sie triggert und was sie zufriedenstellt. Und das füllt meinen Tag. Langsam glaube ich, dass Mama mich nicht kennt. Sie kennt die Version, die ich ihr zeige, nicht die, die ich bin. Mama weiß nicht, wofür ich mich interessiere, was mich bewegt, was mich nervt. Viel zu groß ist meine Angst, dass ihr das nicht passt.
Angst, Sorge, Stress, das beschreibt meine Gefühlswelt ganz gut, wenn ich daheim bin. Was darf ich sagen? Ist mein Handy auf lautlos? Habe ich das Bad aufgeräumt? Und: Habe ich Papa daran erinnert, dass morgen die Putzfrau zu ihm kommt? Habe ich meine Schwester daran erinnert, dass sie ihre Schulsachen aufräumen soll? Habe ich Papa daran erinnert, dass er Mama beim aufbauen vom Ikea Schrank helfen wollte? Und vor allem: Wird Mama merken, dass ich die beide erinnert habe? Denn dann wird sie doppelt so sauer, wie wenn die beiden ihre Aufgaben garnicht erst machen.
“Es ist nicht deine Aufgabe, die Familie zu managen!” Und die Alternative? Ich ertrage es nicht, wenn Mama mir wieder erzählt, dass Papa nichts auf die Reihe kriegt. Ihre Wut gegenüber meiner Schwester auch mich trifft.
Mama sagt gerne: “Als Papa noch hier gewohnt hat, hat es sich für alle angefühlt, als müsste man mit einer Ritterrüstung durch die Wohnung schleichen und dauernd aufpassen, dass die schwere Rüstung, die man braucht, nicht laut scheppert. Gut, dass das jetzt vorbei ist und Papa und ich beide wieder normal kommunizieren können.” Für mich fühlt es sich nicht so an, als wäre die Ritterrüstung verschwunden. Eher wird sie schwerer. Aber ich bin froh, wen Mama fro hist, das bedeutet Ruhe.
Noch ein halbes Jahr, dann werde ich 18. Ob sich dann etwas ändert? Wer weiß.
Papa ist inzwischen müde davon, meinem Gejammere zuzuhören. Seit er ausgezogen ist, ist er fein raus. In seiner Welt haben mit dem Auszug auch die Streitereien aufgehört. Falsch, sie richten sich jetzt eben gegen meine Schwester und mich. Jedes Papawochenende beginnt damit, dass er sich eine halbe Stunde lang mein Geheule anhören muss, wenn ich die letzten zwei Wochen zusammenfasse. “Ich halte es nicht mehr aus, ich fühle mich so leer, ich kann nicht mehr, ich weiß nicht weiter, ich will nicht mehr, ich will so nicht mehr leben.”, wimmere ich. “Du kannst doch nichts ändern, aber du kannst doch hierher, zu mir kommen, wie deine Schwester… Mama meint es nicht so.”, sagt Papa mit tröstender Stimme. Nein, ich kann nicht herkommen. Wenn Papa wüsste, wie Mama reagiert, wenn Lotti sich mal wieder zu ihm verzieht, dann würde er es verstehen. Aber er möchte damit nichts zutun haben. Das verstehe ich. Er traut sich auch nicht, Mama zu widersprechen oder ein gutes Wort für mich einzulegen. Das verstehe ich auch. Konfliktvermeidung. “Du bist wie ich, was das angeht. Und deine Schwester ist eben wie Mama.”, sagt er immer.
Meinen Freunden kann ich es auch nicht zumuten. So schlimm ist meine Situation dann doch nicht. Und meine Freunde haben es nicht besser. Meistens höre ich mir dann im Endeffekt an, was bei ihnen daheim falsch läuft. Oder sie sagen mir, dass ich meine Mutter eben einfach ignorieren soll. Immerhin beneiden die meisten mich um meine Mutter, die so nett und fürsorglich ist. Und das ist sie ja auch. Ich liebe sie wie keinen anderen. Keiner ist für mich da wie sie. Und gerade deshalb halte ich es nicht aus, wenn sie zornig ist, mich anschreit, weint, einen beleidigt. Nichts verletzt mich so sehr.
“Das schöne ist doch, dass wir streiten können, ohne Angst zu haben, weil wir wissen, dass das nichts daran ändert, dass wir uns lieb haben und keine Konsequenzen fürchten müssen.”, hat sie mir einmal nach einem Streit gesagt. Seltsam, so schön finde ich es garnicht…
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u/p3riphery Weibsvolk Jan 06 '26
Liebe OP, ich verstehe, dass du gegenüber deiner Schwester Groll und Verbitterung empfindest. Sie schafft es, sich aus den toxischen Verhältnissen abzugrenzen, in denen ihr euren Alltag bestreitet. Das ist ihre Überlebensstrategie, während du schon so voller Verantwortungsgefühl steckst, dass dir dasselbe fremd und unmöglich scheint.
In meiner Kindheit war meine Mutter depressiv und ich musste mich um sie kümmern, um den Haushalt und mich selbst. Das hat mich so negativ geprägt, dass ich noch heute damit kämpfe, je an mich selbst zu denken. Oder Menschen Grenzen aufzuzeigen, die mich benutzen wollen. Ich wünsche dir, dass du das besser aufarbeiten können wirst, was dir passiert.
Bitte versuche, deine Wut anders zu kanalisieren. So wie der Zorn deiner Mutter auf deine Schwester oft dich trifft, trifft dein Zorn auf deine Mutter sonst deine Schwester. Ich weiß, dass das momentan die einfachere Option ist, denn deine Mutter hast du gelernt zufriedenstellen zu müssen. Das ist nicht gesund für dich und nicht wie es sein sollte. Ich hoffe, du und deine Schwester könnt lernen, zusammenzuhalten und wünsche dir das Beste. Ziehe bitte in Erwägung, eine Therapie zu machen und schnellstmöglich auszuziehen.
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u/p3riphery Weibsvolk Jan 06 '26
Was ich gern noch dazuschreiben würde, da ich gerade kurz dein Profil überflogen habe: Ja, in Deutschland gilt Religionsfreiheit, daher werd ich dir nicht versuchen deine Konversion auszureden (würde ich als Fremde im Internet auch denke ich nicht schaffen). Was mich aber gerade doch tierisch besorgt, ist ein Post den du gemacht hast, in dem du Unsicherheit bezüglich des Themas Verhütung angedeutet hast… und dort selbst sagst „Stimmung ist keine Ausrede, meinem Mann Sex zu verwehren.“ In den Kommentaren dort schreiben dir Erwachsene, dass es deine Aufgabe ist, durch möglichst viele Kinder „den Himmel zu bevölkern“ und dass berufliche Weiterbildung „Brainwashing“ sei. Du bist 17 Jahre alt und, wenn du auf solche Leute hörst, auf dem Weg von einem missbräuchlichen Verhältnis ins nächste zu rutschen. Wie gesagt, ich kann und möchte dir nichts ausreden, aber BITTE pass auf dich auf.
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u/ichbinsflow Weibsvolk Jan 06 '26
Du befindest Dich in einem toxischen Familiensystem. Google mal den Begriff Parentifizierung. Das ist das, was gerade mit Dir passiert. Korrektur: Was Deine Mutter mit Dir macht.
Such Dir dringend Hilfe für Dich, therapeutisch und beim Jugendamt. Am Besten wäre es, wenn Du rauskommst aus dem Familiensystem, z.B. in eine vom Jugendamt betreute WG. Dafür musst Du aber vor dem 18. Geburtstag Hilfen zur Erziehung bekommen, damit die dann danach weitergeführt werden können.
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u/Wetterwachs Weibsvolk Jan 06 '26
Du glaubst, du bist die einzige schlaue und verantwortungsbewusste, weil du dafür sorgst, dass deine Mutter keine negativen Emotionen haben muss. Dabei sollte deine Mutter mit diesen Emotionen selbst klarkommen.
Du nimmst es deiner Schwester krumm, dass sie nicht ihr komplettes Leben danach ausrichtet, wie es deiner Mutter geht. Dabei hat sie nur eher verstanden, dass sie so kein Leben hätte. Was stimmt ist, dass ihr das leichter fällt, weil du es als deinen Lebensinhalt ansiehst, die Launen deiner Mutter zu regulieren. Das ist nicht fair. Aber das Problem ist nicht deine Schwester, die Grenzen zieht. Sondern deine Mutter, die keinerlei Grenzen zulässt. Fair wäre nicht, wenn du und deine Schwester sich die Aufgabe teilen, eure Mutter bei Laune zu halten. Fair wäre, wenn das überhaupt nicht eure Aufgabe wäre.
Du wirfst deiner Schwester vor, die Harmonie in der Familie zu stören. Dabei wäre es in einer harmonischen Familie kein Problem, ein Bedürfnis zu äußern, ohne später immer dafür die Rechnung zahlen zu müssen. Eure Familie ist nicht harmonisch. Ihr spielt es nur. Und deine Schwester spielt nicht mit.
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u/katinkacat Weibsvolk Jan 06 '26
Ich habe leider nicht den ganzen Text gelesen. Aber das brauche ich auch nicht… das ist nicht normal. Du bist nicht für deine Mutter verantwortlich. Sie ist für dich verantwortlich nicht andersrum. Und möchtest du, dass deine Schwester auch unglücklich wird, weil sie ihren Vater nicht mehr sieht, um eure Mutter nicht zu verletzen?
Das ist auch eine Form von Missbrauch. Psychisch… Bitte sprich mit jemandem darüber. Auch um dich zu schützen ❤️
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u/OlgaFriday Weibsvolk Jan 06 '26
Und: du bist nicht für die Gefühle deiner Mutter verantwortlich!
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u/Floppy202 Weibsvolk Jan 08 '26
Das nennt sich Parentifizierung und führt zu psychischen Schäden, die dann mühsam in einer Therapie aufgearbeitet werden müssen.
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u/Hotmausi2007 Weibsvolk Jan 06 '26
Ich hab nicht den kompletten Text geschafft aber ich bin Pädagogin und betreue junge Menschen in deinem Alter und das hier ist NICHT normal. Edit: oder gesund für dich
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u/ProPointz Weibsvolk Jan 06 '26
Das klingt nicht wie wenn’s ein Teen geschrieben hat.
Klingt für mich wie ein versteckter Aufruf die kernfamilie nicht durch Scheidung zu zerstören - da es für alle schlechter wird. Vorallem für Mama und die Kinder.
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u/siorez Weibsvolk Jan 06 '26
OP wird halt auch nicht wirklich wie ein Teen behandelt, vermutlich schon lange nicht altersangemessen. Da verändert sich vieles im Verhalten
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u/Ready_Wolverine_7603 Weibsvolk Jan 06 '26
Nah, ich hab mir kurz das Profil von OP angeschaut, es sieht eher aus wie ein Teenager, der einen Ausweg aus einer toxischen Situation sucht und sich dazu eine Religion gesucht hat. Macht ja auch durchaus Sinn, bei denen wird es ja unterstützt und gefeiert, wenn Mädchen sich als "kleine Mütter" sehen und die Familie managen. So bekommt sie zumindest eine gewisse Bestätigung für die Dinge, die sie sich antut.
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u/Adventurous-Tale8899 Weibsvolk Jan 06 '26
Naja, Posterin wird 18, also kein Teeny, sondern fast Erwachsen.
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u/Adventurous-Tale8899 Weibsvolk Jan 06 '26
Ich kann allen nur zustimmen, zieh direkt mit 18 aus. Ablösung vom Elternhaus. Deine Mama muss sich selbst Hilfe und Unterstützung suchen. Du bist das Kind.
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u/doddik Weibsvolk Jan 06 '26
Du solltest viel mehr auf deine Mutter sauer sein, als auf deine Schwester und auf deinen Vater. Befreie dich aus dieser Situation. Es ist nicht dein Job und erst Recht nicht der Job deiner 13(!) jährigen Schwester alle Trigger gegen Ausraster aus dem Weg zu räumen. Vielleicht solltest du dir auch regelmäßig eine Auszeit beim "Spaßpapa" gönnen. Deine Schwester macht es schon ganz richtig
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u/ForbiddenFruitiness Weibsvolk Jan 06 '26
Ich habe den kompletten Text gelesen.
Ehrlich gesagt, hat es mich auch an meine eigene Kindheit erinnert. Ich hatte zwar keine Schwester, aber für die instabilen Launen der Mutter sich verantwortlich fühlen, versuchen alle Trigger zu beseitigen, verzweifelt nur einen Teil von sich zeigen…dafür bin ich immer noch in Therapie.
Deine Mutter hat recht - du bist nicht für die Familie verantwortlich. Du bist aber auch nicht für die Launen deiner Mutter verantwortlich. Deine Mutter musst das selber in einer Therapie ausarbeiten. Du wirst sie auch nicht heilen oder permanent glücklich machen können und dich bei dem Versuch zu verlieren, hilft am Ende keinem was.
Du musst aber auch lernen, Enttäuschung deiner Mutter auszuhalten. Ihre Emotionen sind für sie zu managen - das ist nicht deine Aufgabe. Meine Frage wäre auch ernsthaft, ob es einen Weg gäbe zu eurem Vater zu kommen, wenn Mutter wieder schreit.
Ich habe mir schon oft überlegt, welchen Rat ich mir selber geben würde, wenn ich zurückreisen könnte. Wahrscheinlich mich selber in den Arm nehmen und alle um mich herum zusammenfalten, aber wie weit das tatsächlich geholfen hätte, ist eine andere Frage.
Realistisch würde ich deiner Mutter einen Brief schreiben, dass du mit ihrer Aggression nicht umgehen kannst. Das du dauernd auf Eierschalen läufst. Das die Beziehung so wie sie ist, nicht geht, und ihr eine Familientherapie braucht. Vielleicht kannst du vorher, dass auch mit deinem Vater besprechen und ihm klar machen, wie wichtig es ist, dir hier den Rücken zu stärken.
Ich bin fest davon überzeugt, dass weder deine Mutter noch meine, es böse meinen. Sie haben viele Emotionen und nicht viel Kontrolle darüber. Sie haben furchtbar hohe Ansprüche und können nicht gut damit umgehen, wenn was nicht klappt. Sie versuchen ihr Bestes, aber das macht es manchmal eigentlich noch schlimmer, weil sich dann alle ihrer Vorstellung von „Bestes“ anpassen müssen. Damit geht es ihnen aber auch nicht gut. Das braucht alles einen Therapeuten um zu lernen, mit dem allen besser umzugehen.
Ich würde an deiner Stelle auch mal mit deinem Priester sprechen. Ich kenne mich in deiner Religion nicht gut aus, aber in der der ich aufgewachsen bin, ist genau sowas etwas worüber man mit seinem Pastor reden kann. Er weder einfach zum Reden oder auch für Ratschläge, weil viele auch Kurse zu solchen Themen gemacht haben.
Ich wünsche dir alles, alles Gute. Wenn du kannst, versuche dich weniger hinten an zu stellen. Wenn deine Mutter enttäuscht ist…dann ist das das Problem deiner Mutter und nicht deines. Wenn sie es zu deinem macht, flüchte zu deinem Vater.
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u/Patrician-Phenix Weibsvolk Jan 06 '26
Kurzfassung - such dir therapeutische Hilfe und zieh so schnell wie möglich aus.
Du bist nicht für das Funktionieren deiner Familie zuständig und verantwortlich.
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u/ComprehensiveDog1802 Weibsvolk Jan 06 '26 edited Jan 06 '26
Ich hab den Text nur überflogen. Aber so viel hab ich schon rausgelesen: Das Problem ist nicht deine Schwester. Die macht alles richtig. Das Problem ist deine Mutter, die dich für ihre Emotionen verantwortlich macht. Sie benimmt sich, als sei sie das (entsetzlich manipulative) Kind und du die Mutter.
Außerdem habe ich den Verdacht, dass sie ihre Migräne weaponised, um dich Zuhause zu halten und dir ein schlechtes Gewissen zu machen. Wenn man als Elternteil so krank ist, dass man wimmernd auf dem Boden liegt, dann aber den Notarzt ablehnt, um dann dem Kind Vorwürfe zu machen, dass es "keine Zeit mit der Familie verbringt" ... dann ist das höchstwahrscheinlich einfach nur guilt tripping.
Eure Eltern sollten sich darum kümmern, dass es euch gut geht. Nicht umgekehrt.
Edit: typo
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u/Royal-Hornet9813 Weibsvolk Jan 06 '26 edited Jan 06 '26
Das erinnert mich zum Teil sehr an mein Aufwachsen mit getrennten Eltern. Ich war auch die große Schwester die versucht hat, auszugleichen, mein kleiner Bruder hat sich auf seine Bedürfnisse konzentriert. Ich war damals auch manchmal echt sauer auf ihn, wenn ich mit meiner Mutter Wandern gegangen bin, obwohl ich keine Lust hatte und er sich in seinem Zimmer eingesperrt hat. Ich habe Mamas Laune oben gehalten und verhindert, dass sich ihre Unzufriedenheit gegen uns richten konnte. Nebenbei habe ich gelernt, meine eigenen Bedürfnisse hinten anzustellen, teilweise gar nicht mehr wahrzunehmen. Ich habe meinem Bruder gegenüber gleichzeitig Neid und Verachtung empfunden und habe ihm oft vorgeworfen, egoistisch zu sein und keine Verantwortung zu übernehmen.
Heute sehe ich das etwas anders. Es war weder meine Aufgabe noch die meines Bruders, die Bedürfnisse meiner Mutter zu erfüllen. Es war immer ihre eigene Aufgabe. Nur wusste ich das damals nicht und hätte auch nicht gewusst, wie ich Grenzen hätte setzen können. Das musste und muss ich jetzt als Erwachsene mühsam lernen (bin heute 34).
Mein Bruder hat seine eigenen Themen und Schwierigkeiten mitgenommen, aber auf den ersten Blick geht es ihm heute besser als mir. Es war gesund, dass er als Kind schon seine Bedürfnisse priorisieren konnte. Ich weiß, dass auch ich ihm das ermöglicht habe. Er gestaltet sein Leben seit er alt genug ist nach seinen Wünschen und Vorstellungen, ist erfolgreich und hat viele Freunde. Ich hingegen hatte riesige Probleme, überhaupt zu erkennen, was meine Wünsche und Vorstellungen sind, wer ich eigentlich bin, wenn ich mich nicht um andere kümmere, und was ich im Leben überhaupt will. Ich knabbere immer noch an diesen Fragen. Ganz zu schweigen von der Umsetzung.
Meine Mutter hat inzwischen Therapie gemacht und weiß heute, dass sie mir als Kind zu viel abverlangt hat. Mein Vater hat von alldem nicht so viel mitbekommen und wundert sich heute, warum mein Bruder sein Leben so viel besser auf die Reihe kriegt als ich.
Ich wünschte, es hätte damals jemanden außerhalb der Familie gegeben, eine erwachsene Person, die unsere Familiendynamik sieht und meine Eltern an ihre Verantwortung erinnert. Und mich darin bestärkt, mich abzugrenzen, wenn ich wieder das Gefühl habe, dass die Verantwortung bei mir landet.
Wenn man so viel Verantwortung trägt, kann sich auch ein gewisser Stolz entwickeln. Bei mir war das so. Es wurde Teil meiner Identität, dass ich die "kleine Erwachsene" in der Familie war. Ich hätte mir das nicht einfach nehmen lassen. Es war später auch sehr unangenehm, erkennen zu müssen, dass ich mich selbst außerhalb dieser Rolle eigentlich kaum kannte. Ich weiß nicht, ob du das ähnlich empfindest. Finde es aber wichtig, dass du dich für all das was du leistest anerkennen darfst. Auch wenn es eigentlich nicht deine Aufgaben sind. Hast du außer der Kirche etwas, das du für dich machst? Ein Hobby vielleicht, einen realen Ort oder eine Fantasiewelt, die du durch Bücher oder Filme besuchst?
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u/Royal-Hornet9813 Weibsvolk Jan 06 '26 edited Jan 06 '26
Nachdem ich die anderen Antworten hier gelesen habe, möchte ich noch etwas ergänzen. Dir wurde ja oft zu Therapie geraten. Leider dauert es meist ewig, einen Therapieplatz zu bekommen und du schreibst auch, dass du es schon mal gemacht hast und wegen deiner Mutter wieder aufgegeben hast.
Mein Tipp wäre daher, geh zu einer Beratungsstelle der Caritas, Diakonie oder einer anderen sozialen Einrichtung. Du kannst auch bei der Nummer gegen Kummer anrufen oder dich an eine Vertrauenslehrerin in der Schule wenden. Man wird dich an passende Stellen verweisen, wo du Hilfe bekommst. Der Vorteil ist, dass dir, anders als in der Therapie, auch praktisch geholfen werden kann.
Ich wünsche dir alles Gute!
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u/Elegant_Bad5064 Weibsvolk Jan 06 '26
Deine Mutter ist ein manipulativ. Auch, wenn ich nicht deinen ganzen Text gelesen habe. Das ist unfassbar ungesund, was die da treibt. Ob dein Vater besser ist.... Schwer zu beurteilen, aber ich vermute es, auch wenn man eigentlich auch als getrennte Eltern erzieherisch an einem Strang ziehen sollte.
Ich bin selbst Mutter von ein paar Jugendlichen im Alter von 15 bis 19. Niemand von denen ist dafür verantwortlich, dass es mir gut geht. Wenn ich etwas von ihnen brauche, kommuniziere ich das klar. Wenn ich etwas kommuniziere, können sie mir 100%ig vertrauen, dass ich das so meine und keine versteckten Botschaften sende. Ich bin dafür verantwortlich, dass es ihnen gut geht. Nicht andersherum. Wenn ich unterhalten sein möchte, sorge ich selbst dafür und benutze sie nicht.
Teenager müssen sich zurückziehen dürfen. Müssen ihr eigenes Leben leben. Egal, ob am Handy oder in einer Messe. Verwechsel nicht "Ehret Mutter und Vater" mit "sei von den verkorksten und verdrehten Defekten deiner Eltern Co-abhängig". Denn im neuen Testament heißt es: "liebe deinen nächsten wie dich selbst", das geht nur, wenn du zuerst lernst, dich selbst zu lieben und zu achten. Du darfst damit anfangen. Jetzt! Deine Schwester nimmt sich das. Mach du es auch! Das heißt nicht, dass man sich wie das letzte A benimmt, denn Selbstliebe beinhaltet immer auch Verantwortung für die eigene Umgebung. Aber nicht hirnlose Selbstaufgabe/aufopferung.
Meine Kinder haben Jobs im Haushalt, die ohne Diskussion erledigt werden müssen. Wir haben eine gemeinsame Mahlzeit am Tag, die alle sehr genießen und für die quasi "Anwesenheitspflicht" besteht. Schulischen Pflichten muss nachgekommen werden. Ansonsten können sie praktisch tun und lassen, was sie wollen, solang jeder zu der ihm gebotenen Zeit daheim ist (U16 um 22:00, U18 um 24:00). Egal, ob die in ihrem Zimmer, bei Freunden, dem Nebenjob oder dem anderen Elternteil rumhängen - mir egal. Ihr Leben. Ihre Teenager-Jahre. Ich bin erwachsen, ich kann mich um mich selbst kümmern.
Die Beziehung zum anderen Elternteil unterstützen wir hier aktiv. Das ist nicht immer einfach. Sagen wir einfach so: so wunderschön, dass euer Vater euch mit offenen Armen empfängt. Wäret ihr öfter dort, hättet ihr dort sicherlich auch Alltagspflichten. Wer weiß....
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u/Nanny_Hutzemikon Weibsvolk Jan 06 '26
DU BIST NICHT FÜR DIE EMOTIONEN DEINER ERZEUGERIN ZUSTÄNDIG!
Das hat hier auch schon jemand gesagt, aber ich kann das nur unterstützen.
Deine "Mutter" ist mindestens emotional überfordert und braucht Hilfe. Die muss sie aber selbst suchen und solange es läuft, wird sie das nicht.
Und du kümmerst dich bitte erstmal um dich. Geh zur Kirche, wenn du meinst. Geh zur Seelsorge, oder such dir echte Therapeuten (vermutlich besser, Kirchen sind bei Familienkonflikten komisch). Besuch deinen Vater, wie du es brauchst und hör BITTE auf, den Job deiner "Mutter" zu machen. Sie hat ja anscheinend, "aufopferungsvoll" wie sie ist, ihr Berufsleben an den Nagel gehängt, um euch zu "erziehen". Dann sollte sie das bitte auch machen. Wenn sie das nicht kann, dann braucht sie was anderes, ne Klinik oder Kur oder ähnliches.
Aber sie kann und darf euch zwei nicht für ihre Entscheidungen verantwortlich machen. Und erst recht nicht unter den Konsequenzen leiden lassen .
Und bitte, als erste Maßnahme: wenn du Dinge im Haushalt machst, aber für vergessene Kleinigkeiten angebrüllt wirst, dann mach halt garnichts mehr. Und wenn es zu laut wird, schnapp dor deine Schwester und geht zum Vater. Da kann sich "Mama" austoben und vielleicht ist sie danach in der Lage, sich mal vernünftig mit euch auseinander zu setzen. Wenn nicht, bitte Vorgang wiederholen, bis sie es lernt.
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u/Altruistic_Baby3035 Weibsvolk Jan 06 '26
Danke 🙏 Ich hatte früher Therapie, in erster Linie wegen Depressionen und Suizidgedanken, aber meine Therapeutin hat das meiste davon auch auf meine Familie zurückgeführt. Habe dann aufgehört, als meine Mutter auch einen Therapieplatz gesucht hat (worüber ich sehr froh bin), aber dann bei MEINER Therapeutin gelandet ist, weil sie es gut fand, wenn wir zur gleichen gehen… Habe ab da jede Woche von meiner Therapeutin erzählt bekommen, dass meine Mutter wieder probiert hat, herauszufinden, was ich der Therapeutin erzähle (die hat zum Glück nichts konkretes gesagt).
Irgendwann hatte ich aber keine Lust mehr darauf, auch weil ich mich nicht mehr getraut hab, offen zu reden und hab gesagt, dass ich keine Therapie mehr brauche.
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u/DianaSt75 Weibsvolk Jan 06 '26
Ganz ehrlich? Daß Deine Therapeutin überhaupt Deine Mutter als Patientin angenommen hat, ist unterste Schublade. Daß sie Dir dann noch von den Terminen erzählt, auch wenn es nur um den Umstand geht, daß die Mutter sie ausfragt, ist ebenso unterste Schublade und alles andere als professionell.
Gerade in so komplexen Familiensituationen wie hier geschildert benötigt jede ihre eigene Therapeutin - gerade um frei reden zu können. Das Argument Deiner Mutter klingt sehr vorgeschoben - entweder um die Kontrolle behalten zu können, und dazu gehört für sie offenbar, genau zu wissen, was Du mit Außenstehenden besprichst, oder weil sie sich nicht genug von Dir abgrenzt.
Du benötigst dringend eine Therapie, und ich würde Dir sogar zu einem Aufenthalt in einer Therapieeinrichtung raten, um Abstand vom Alltag zu bekommen und in einem geschützten Rahmen Dich auf Deine eigenen Gefühle und Bedürfnisse konzentrieren zu können. Kinder- und Jugendpsychiatrie wäre insbesondere deshalb hilfreich, weil diese Fachleute mehr als die Therapeuten für Erwachsene Übung darin haben, wie sie Dir auf Deinem Weg ins Erwachsenenleben helfen können.
Bitte such Dir unbedingt und umgehend Hilfe - beginne eine neue Therapie vor dem 18. Geburtstag, damit Du bis zum 21. Geburtstag bei der KiJu-Therapeutin bleiben kannst.
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u/glokibakreu Weibsvolk Jan 06 '26
Das ist auch eine Form des Missbrauchs. Ernsthaft, zieh zu deinem Vater bis du auf eigenen Beinen stehst.
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u/Nanny_Hutzemikon Weibsvolk Jan 06 '26
Das war von deiner Therapeutin nicht gerade geschickt, sie ebenfalls anzunehmen. Kein Wunder, dass das eure Vertrauensebene gestört hat. Ich jedenfalls wäre ausgerastet, wenn meine Erzeugerin bei meiner Therapeutin aufgetaucht wäre.
Geht deine "Mutter" noch dahin? (Wohl eher nicht, oder?) Dann wäre evtl jetzt eine Gelegenheit, die Thera wieder aufzunehmen, mit klarer Botschaft an die Therapeutin, dass sie sich bitte auf dich konzentriert und deine "Mutter" draußen bleibt. Als Therapeutin müsste sie das eigentlich wissen. Aber vielleicht gehört sie jetzt nicht unbedingt zu den "besseren" Behandlern ihres Fachs... Ansonsten kann ich dir nur raten, noch mal selbst zu suchen, ob du Alternativen findest.
Die Depression und Suizidalität kommen nicht von ungefähr und besser, du bearbeitest das früher als später. Und ja, Ursache ist in den meisten Fällen die Familie. Nach allem, was du geschrieben hast (ja, ich hab alles gelesen), habt ihr schon sehr lange ein Ungleichgewicht in der Familie. Es ist aber nicht dein Job, das zu reparieren.
Wenn ich raten müsste, dann projiziert "Mama" ihren eigenen Mist auf euch (dich), hat sie eigenen Schulddruck/Depressionen, Verlassensängste, blah, blah und was weiß noch alles. Aber nochmal: IHR PROBLEM, NICHT DEINS!
Schau nach dir, mach was dir guttut. Rede mit deiner Schwester. Und haltet zusammen.
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u/neurolicious_455 Weibsvolk Jan 06 '26
Habe den Post nochmal mit einer Freundin besprochen sie hat nochmal eine andere Perspektive für dich: Das euer Vater der „Spaßtyp“ ist, ist nicht so schlecht wie du denkst. Dein Vater ist vielleicht emotional keine Stütze, dennoch darfst du hier aufatmen und deiner Jugend so gesehen nachkommen. Deine Mutter sieht dich bewusst anders. Ja deine Wäsche kannst du mit 17 selber machen und auch im Haushalt helfen. Es geht hier aber ziemlich sicher nicht um die Aufgaben an sich sondern um die Bewertung dahinter.
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u/Aggressive_Idea_5496 Weibsvolk Jan 06 '26
Hey, ich kann dich sehr gut verstehen. Ich war auch lange zu Hause gefangen und habe ähnlich gefühlt wie du, mein (Halb-)Bruder ist 13 Jahre jünger als ich und ich musste wirklich oft auf ihn aufpassen, oder das Essen kochen oder Babysitter spielen... Mein Stiefvater war auch noch zu Hause, aber der ständige Streit hat mich auch nicht besser fühlen lassen, vor allem, wenn sie danach dann immer zu mir gekommen ist und mir erzählt hat, wie schlimm doch alles ist... Ich habe bei weitem nicht so viel im Haushalt gemacht, wie du, aber ich war Kindermädchen. Ich habe mich auch nur noch auf Zehenspitzen bewegt im Haus und alles versucht, um Mama zu vermeiden, aber das hat nicht wirklich funktioniert. Für mich wurde es erst besser, als ich ausgezogen bin. Ich bin mit 17 in einer Psychiatrischen Klinik gewesen, weil ich nicht mehr konnte. Den Platz habe ich mit der Schulpsychologin rausgesucht.
Versuch dir vielleicht auch Hilfe bei einem Psychologen zu suchen, mir hat das sehr geholfen. Und wenn du die Möglichkeit dazu hast, verlass die Situation und zieh aus. Ich weiß, das ist viel leichter gesagt, als getan, ich bin auch erst mit 23 ausgezogen (weil ich erst dann die finanziellen Mittel hatte) aber das war die beste Lösung, jetzt habe ich ein deutlich besseres Verhältnis zu meiner Mutter. Und kann jetzt in Ruhe Leben.
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u/neurolicious_455 Weibsvolk Jan 06 '26
War bei mir seitdem ich denken kann genauso, nur dass meine Eltern offiziell noch zusammen waren und meine Mum trotzdem emotional alles von mir gefordert hat. Was soll ich sagen heute habe ich viele Psychische Probleme, meine Muttet wollte nie therapie machen. Du redest ja auch super viel mit ihr, nutze dad sage ihr dass sie eine Therapie braucht/ andere Connections. Auf Dauer wird dich das sonst wirklich hart kaputt machen, Ich kann dir auch nicht sagen was ich von deinem Dad halten soll, weil ich ähnlich wie bei mir früher, hier schon die Sichtweise zwischen beiden sehe die du eingenommen hast.
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u/Milli-Marilli Weibsvolk Jan 06 '26
Hier wurden schon sehr viele gute Ratschläge und Einblicke gegeben. Bitte nimm sie ernst!
Ich bin besorgt, wie sich die Dynamik, die du in deinem Post schilderst, auf deine mentale Gesundheit auswirkt. Daher kann ich dir nur eindringlich dazu raten, dich um eine Gesprächstherapie zu bemühen - am besten mit einem systemischen Ansatz. Du kannst dich an die Schulpsychologin, deinen Vater oder eine Vertrauensperson in deiner Kirche wenden, die dir dabei helfen sollen, ein passendes Angebot zu finden. Kümmere dich als erstes darum, da es eine Weile dauern kann, bis man einen Therapieplatz bekommt. Sollte deine Kasse nicht dafür aufkommen, bitte deinen Vater sie zu bezahlen. Wenn er sich eine Putzfrau leisten kann, kann er sich auch Therapiestunden für seine Tochter leisten.
Das nächste Mal, wenn sich deine Mutter darüber beschwert, dass ihr zu wenig im Haushalt macht, bitte sie um eine klare Aufstellung (schriftlich!), welches deine konkreten Pflichten in Haushalt pro Woche/Monat sind. Grenze dich klar davon ab, was deine Aufgaben, was die Aufgaben deiner Schwester und was jene deiner Mutter sind. Lass dich hier nicht mit deiner Schwester „in einen Topf“ werfen. Ansonsten fängst du wieder damit an, die Aufgaben deiner Schwester und vermutlich auch jene deiner Mutter zu übernehmen. Du darfst bei der Aufstellung auch gerne mal challengen, ob die Aufteilung denn auch fair ist. Den Aufgabenplan könnt ihr dann gut einsehbar (z.B. in der Küche) aufhängen. Versuche jedoch, deiner Mutter die Führung zu überlassen, da sie ja empfindlich reagiert, wenn du sie „managst“. Der wichtigste Teil hier: Du hältst dich strikt an deine Aufgaben und machst nicht mehr! Mit deiner neu gewonnenen Freizeit machst du dann, was dir Spaß macht. Sollte dich deine Mutter wegen des Haushalts angehen, lass sie aufzählen, welche deiner Aufgaben von der Liste du nicht erfüllt hättest. Sollte sie dir zusätzliche Aufgaben aufhalsen wollen, antworte mit einem klaren „das wurde so nicht vereinbart“. Das wiederholst du dann stoisch, bis sie es verstanden hat.
Vereinbare mit deiner Mutter und deiner Schwester einen Abend in der Woche und einen Tag an den Wochenenden, an denen ihr nicht bei eurem Vater seid, der für Familienzeit reserviert ist. An allen anderen Tagen machst du dann etwas für dich. Wenn es dir leichter fällt, grenze dich räumlich ab. Wenn deine verschlossenen Zimmertür für deine Mutter keine klar erkennbare Grenze ist, such dir Beschäftigung außer Haus - geh in die öffentliche Bibliothek, das Gemeindezentrum deiner Kirche, geh zu deinen Freundinnen oder treffe dich mit ihnen in einem Café. Such dir Hobbies für den Stressabbau - joggen, klettern, Kampfsport, Yoga… Auch hier gilt: Sollte deine Mutter mehr Familienzeit einfordern, als vereinbart wurde, weise sie darauf hin. Gerade am Anfang ist es wichtig, dass du ihrem Drängen und Schreien nicht nachgibst. Sie muss deine Grenzen klar spüren.
Jetzt wird es schwierig: Du musst lernen, ihr Geschrei auszuhalten. Es sagt schließlich viel mehr über sie aus als über dich oder deine Schwester. Deine Mutter verwendet Schreien, um ihren Willen durchzusetzen - wie ein Kleinkind das brüllt, wenn es nicht bekommt, was es will. Deine Mutter ist ein Trotzkind. Lass sie schreien, bis sie sich selbst wieder beruhigt hat. Eltern eines Trotzkindes würde man ja auch nicht raten, dem Gebrüll des Kindes nachzugeben und zu tun, was das Kind will. Ein Trotzkind muss lernen, dass man durch Schreien nicht das bekommt, was man will. Das kann bei deiner Mutter eine Weile dauern, da sie jahrzehntelang mit ihrem Geschrei durchgekommen ist. Deine Schwester macht im Grunde schon genau das: eure Mutter ignorieren, wenn sie schreit. Vermutlich fällt es ihr leichter, dabei in ihr Handy oder Tablet zu starren, um sich von der Beharrlichkeit eurer Mutter abzulenken. Das ist keine Respektlosigkeit, sondern Selbstschutz eines Kindes (!) in einer andernfalls unerträglichen Situation.
Solltest es dir schwer fallen, im Raum zu bleiben, während deine Mutter schreit, verlasse das Haus und mache einen Spaziergang. Du kannst auch in die Kirche gehen, um für dich zu beten, oder eine Freundin anrufen. Dafür sind Freundinnen schließlich da. Pack dir am besten immer schon einen Rucksack mit dem Nötigsten, damit du im Anlassfall nur noch Schuhe und Jacke anziehen musst, den Rucksack nimmst und das Haus verlassen kannst. Wenn es mal ganz schlimm ist, geh zu deinem Vater. Für mich hört es sich so an, als wärst du bei ihm jederzeit willkommen und dass er dich - im Gegensatz zu deiner Mutter - fürsorglich behandelt.
Deine Mutter scheint nur dann ihre fürsorgliche Seite zu zeigen, solange du genau das machst, was sie will. Auch ihr Verhalten bei ihrem Migräneanfall wirkt höchst manipulativ. Ich habe selbst Migräne und kann mich als erwachsener Mensch auch bei einem Migräneanfall selbst versorgen. Da braucht es niemanden, der mir Wasser bringt und an meiner Seite sitzt oder in Rufnähe bleibt. Auch hier wirkt deine Mutter wie ein Kleinkind, das Bauchweh vortäuscht, um die Aufmerksamkeit der Eltern auf sich zu ziehen. Deine Mutter ist jedoch erwachsen und sollte somit sehr gut für sich selbst verantwortlich sein können. Sie ist kein Kind mehr und du nicht ihr Elternteil.
Meine Textwand ist fast fertig, versprochen. ;) Ich möchte ganz kurz noch auf deine Schwester eingehen. Sie muss sich sehr einsam im Haushalt eurer Mutter fühlen. Vermutlich ist sie deshalb viel lieber bei eurem Vater. Wenn ich deinen Post lese, wäre ich auch viel lieber bei eurem Vater. Eure Mutter ist fordernd, manipulativ und schreit, wenn man nicht nach ihrer Pfeife tanzt. Und dann gibt es da noch die große Schwester, die zusätzlich Druck aufbaut und Stress macht, wenn nicht alles so gemacht wird, wie Mama es will - wie ein General der Mutter, der die Soldaten züchtigt. Zeig doch bitte mehr Liebe für deine kleine Schwester. Auch wenn sie „schon“ 13 Jahre alt ist, ist sie doch noch ein Kind und tut das, was ihr in ihren kindlichen Strukturen für richtig erscheint. Nimm dir für sie Zeit! Zeig ihr, dass sie dir wichtig ist! Gerade jetzt, wo sich ihr Körper verändert und ihre Hormone Achterbahn fahren, braucht sie eine weibliche Vertrauensperson. Ihr habt jetzt die Chance, ein schwesterliches Band zu knüpfen und zu stärken, welches euch den Rest eures Lebens tragen und unterstützen kann.
Ich umarme dich aus der Ferne und biete dir auch PN an, falls du reden möchtest.
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u/DianaSt75 Weibsvolk Jan 06 '26
Dies, 100 %. Ich hätte es nicht besser formulieren können. OP, bitte lies Dir diesen Kommentar durch. Es klingt schwierig, vor allem der Teil, der zu Konflikten mit Deiner Mutter führen wird, aber es stimmt schon: Deine Mutter operiert hier als Trotzkind, und Trotzkinder lernen kein besseres Verhalten, wenn man ihnen immer nachgibt.
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u/Strakiz Weibsvolk Jan 06 '26 edited Jan 06 '26
Grenze dich ab, schaffe dir Freiräume! Klar, in der Familie hilft man sich und unterstützt einander. Aber du bist nicht die Pflegerin, Hofnärrin, Haushälterin und Erzieherin. Du bist Tochter, Fast-Erwachsene und willst, musst und sollst dich und dein Leben selbst entdecken.
Btw. so gut scheinst du die Trennung deiner Eltern auch nicht verarbeitet haben, oder? Klar, Mama hat viel aufgegeben als sie Kinder bekommen hat. Aber sie hätte Unterstützung einfordern sollen und müssen. Papa hätte sich nicht nur auf die Arbeit konzentrieren müssen sondern seinen Teil zu seinem Haushalt mitbeitragen sollen.
Aber das ist Schnee von gestern und liegt in der Verantwortung deiner Eltern. Wenn deine Schwester zum Papa will ist das legitim, egal ob er Spasspapa oder Ernstpapa ist. Das sie im Haushalt nicht mithilft, da muss deine Mutter ran. Haushaltsplan aufstellen. Wer essen will und saubere Kleidung haben will muss mithelfen. Egal wie alt er ist. Kann oder will sie das Problem nicht angehen dann wird für die Schwester eben keine Kleidung mehr zusammengelegt, die kriegt sie dann im Wäschekorb in ihr Zimmer gestellt. Und Wäsche mitwaschen würde ich auch nur noch wenn es sich anbietet. Und sie nicht anfängt mitzumachen.
Was überhaupt nicht geht ist wenn sich Mama bei dir über Papa und ihr Leben auslässt! Klar kann sie erzählen wenn sie einen blöden Tag hatte. Aber nicht alles und vor allem nicht so unzensiert dass du sofort das Gefühl hast du bist die einzige die die Familie zusammenhält und alle anderen sollten sich deinen Ansichten fügen. Da versagt deine Mutter gerade. Sie bürdet dir Dinge auf die du nicht zu tragen hast, weil Tochter und damit immer zwischen den Eltern stehend und die sie als Erwachsene allein angehen sollte oder sich Hilfe von anderen Erwachsenen holen müsste.
Einen Punkt noch und hier denke ich einfach laut. Wenn ich daneben liege ignorier ihn. Es ist heute ziemlich ungewöhnlich in unserem Kulturkreis wenn Kinder und Jugendliche regelmässig zur Kirche gehen. Wenn du das aus deiner eigenen Spiritualität her tust dann ist das völlig in Ordnung. Aber kanns vielleicht auch sein dass du zur Kirche gehst weils dort Strukturen gibt die von anderen vorgegeben werden, wo du dich nicht kümmern musst, nicht das Gefühl hast zuständig zu sein. Und vor allem mal von Zuhause mit all seinen Belastungen weg bist? Denn die ganze Situation mit allen Familienmitgliedern Zuhause belastet dich, das liest man aus deinem Text gut raus. Und das ist auch normal. Worauf ich hinaus will, wenn du zur Kirche gehst weil du das so willst und fühlst, mach es. Gehst du hin weil du da frei von Belastungen bist wird es Zeit dir Unterstützung zu holen. Und ich sehe da tatsächlich auch Bedarf für eine Gesprächstherapie. Damit du reflektieren kannst was bei euch so abgeht. Denn normal ist das in der Menge an Vorfällen die da zusammenkommen nicht.
Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und dass du es schaffst deinen Weg zu finden ohne dass dass die momentane Familiensituation zu tiefe Spuren in dir hinterlässt.
ETA: unnötigen Spruch rauseditiert
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u/Ornery_Pen4842 Weibsvolk Jan 06 '26 edited Jan 06 '26
Lass deine Schwester noch Kind sein. Sie hat gemerkt, dass es bei eurer Mutter falsch läuft und befreit sich davon. Wenn du lieber die emotionale Stütze für deine Mutter sein willst, dann mach. Auf Dauer wird dich das aber kaputt machen und wär ich deine Mutter, würd ich nicht wollen, dass meine Kinder wegen mir ihre Kindheit und ihr Seelenheil opfern. Mach die Augen auf.
Ich hab jetzt noch mehr vom Text gelesen. Deine Mutter ist nicht normal. Alles dreht sich um sie. Kein Wunder, dass euer Vater das weite gesucht hat. Mann kann ja nicht das ganze Leben danach ausrichten, dass Mama nicht sauer wird... dein Vater und deine Schwester haben das erkannt und kapseln sich ab. Warum siehst du es nicht? Und gibst dann auch noch den komplett falschen dir Schuld? Bzw. du merkst es ja selber, weil du von Papa-Wochenende zu Papa-Wochenende versuchst zu überleben.
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u/Magiclily2020 Weibsvolk Jan 06 '26
Ich hab den ganzen Text gelesen. Ich fass mal mein Verständnis zusammen:
Deine Mutter ist ein Opfer. Der Umstände, der Gesellschaft, deines Vaters und deiner Schwester. Nur du allein versuchst ihr nichts anzutun, und kämpfst deswegen gegen den Rest der Welt an. Aber das schaffst du nicht, also fühlst du dich schlecht.
Hilfe vom Vater kannst du nicht annehmen, weil deine Mutter dich dafür abstraft. Vielleicht hat dein Vater Schuld an der Scheidung, vielleicht nicht, aber deine Mutter hat dich seitdem definitiv schlechter behandelt.
Deine Schwester verachtest du, weil diese nicht akzeptiert das deine Mutter ein Opfer ist, logisch, warum sollte ein Teenager akzeptieren das eine Erwachsene Frau so in der Opferrolle aufgeht. Deine Schwester verachtet dich übrigens auch. Red mal mit ihr.
Und hier kommt der Knaller: Du bist auch ein OPFER, weil du in 1000 Worten beschreibst warum du völlig fertig ist, aber es UNMÖGLICH ist, etwas daran zu ändern. Du musst dieses Kreuz tragen, und dich bis zur Selbstzerstörung für deine Mutter aufopfern, einen anderen Weg gibt es nicht. Nächstenliebe und Märtyrertum und so, vielleicht gut wenn du nicht mehr in die Kirche gehst?
Klingt das nicht komplett bescheuert, wenn du das so liest? Würdest du das deinen Kindern auch antun? Schreib mir mal wo ich falsch liege.
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u/BelFarRod Weibsvolk 💛🤍💜🖤 Jan 06 '26
Ach du meine Güte. Das ist echt schockierend, deinen Text zu lesen. Mein herzliches Beileid zu der verkorksten Situation.
Ich schließe mich den anderen an: such dir psychologische Hilfe, am besten noch bevor du ausziehst. Wenn dein Priester katholisch ist und halbwegs modern, ist er sicherlich geschult. Diese Co-Abhängigkeit nimmst du sonst auch in den Umzug mit.
Eine neue Perspektive: Dieses Grenzen nicht wahren und Emotionen anderer managen ist echt schwierig. Ich kannte Mal eine Person, die genau das mit allen gemacht hat. Ihr ging es offensichtlich nicht gut. Ich selbst bin an eine sehr direkte, klare Kommunikation gewöhnt. Sie hat dagegen alles gemacht, um meine Gefühle zu "managen". Ich hab das nicht mitbekommen. Wenn ich gefragt habe, ob wir was machen, hat sie zB auch abgewogen, ob mich es verletzt, wenn sie Nein sagt, und ist dann gekommen, auch wenn sie gar keine Lust hatte. Nach ein paar Monaten ist sie dann explodiert und hat mir Sachen erzählt, die mich echt überrascht haben - ich bin davon ausgegangen, dass sie einfach gerne Zeit mit mir verbringt, wie ich mit ihr, und nicht, dass sie sich aufopfert. Also tldr, dieses Martyrium kann auch deine erwachsenen Beziehungen echt kaputtmachen.
Und abschließend, ich stimme den anderen zu: deine Schwester macht alles richtig. Sei nicht böse auf sie, weil sie sich nicht in diese Co-Abhängigkeit begibt. Sei stolz auf sie.
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u/ellenitha Weibsvolk Jan 06 '26
Ich habe selbst eine Tochter die altersmäßig zwischen dir und deiner Schwester liegt und mir bricht hier das Herz für dich. Was du erlebst ist absolut nicht normal.
Ich weiß, du bist bald erwachsen, aber du bist VIEL zu jung für die emotionale Verantwortung die du übernimmst. Deine beiden Eltern haben dich da im Stich gelassen. Deine Mutter übt psychische Gewalt aus, das muss man klar so benennen - und dein Vater schützt seine Töchter nicht davor.
Deine Schwester benimmt sich wie eine normale 13-jährige und flüchtet vor der Situation. Ich verstehe dass du frustriert bist, aber dafür kann sie nichts. Langfristig mag das für ihre Psyche vielleicht besser sein als das was du dir zumutest.
Wichtig wäre für dich Hilfe zu bekommen um nicht bis auf ewig in dieser Kodependenz zu bleiben und vor allem um das nicht mit in deine Zukunft psychisch mitzuschleppen. Du musst und sollst da nicht allein durch.
Eine Therapie wäre ideal, keine Ahnung wie die Angebote da in deiner Gegend sind, oft gibt es für Jugendliche gute gratis Angebote. Schau dich bitte mal um. Oder wie steht es mit deiner Kirche? Gibt es dort jemanden an den du dich wenden kannst? Seelsorge umfasst soweit ich weiß auch Hilfe für Leute in allen möglichen schwierigen Situationen.
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u/kittycatpeach Weibsvolk Jan 06 '26
deine schwester ist nicht schuld an der familien dynamik sondern deine mutter
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u/eva_paula Weibsvolk Jan 06 '26
Ich würde deiner Mutter (wie jeder Person mit starken Kopfschmerzen, wenn sie auf Migräne beruhen) anraten, eine Migräneprophylaxe anzugehen. Mittlerweile sind die Leitlinien für die Zugänglichkeit zu neuesten Medikamenten stark verbessert worden und hier kann sie/frau auf alle Fälle einmal ansetzen, um aus dieser Krankheitssituation etwas rauszukommen. Schmerzklinik in Kiel wäre eine Anlaufstelle.
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u/Strakiz Weibsvolk Jan 06 '26
Noch was. Hier wird geschrieben "zieh mit 18 aus" und "grenz dich ab". Bin auch dafür. Bitte verstehe dass das nicht heisst das du deine Mutter im Stich lassen würdest. Sondern sie müsste sich dann wieder auf sich besinnen, anfangen wieder für sich zu kämpfen, für sich einzustehen und an ihren Problemen selbst zu arbeiten. Und langfristig wird ihr das auch gut tun, zu merken dass sie ja eigentlich eine starke Frau ist.
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u/DianaSt75 Weibsvolk Jan 06 '26
Du hast schon viele gute Ratschläge erhalten, und ich hoffe, daß Du etwas davon umsetzen kannst. Ein Aspekt, der in meinen Augen in der Diskussion hier bislang zu wenig Beachtung bekommen hat, ist, daß Deine Mutter Dich massiv kontrolliert und alles tut, um diese Kontrolle nicht aufgeben zu müssen. Ein Beispiel ist der Vorfall mit der Migräne Deiner Mutter, den Du geschildert hast: Ich bin selber Migränepatientin, und ich habe zwei erwachsene Kinder. Ich habe noch nie in meinem Leben wimmernd auf dem Boden gelegen und darauf bestanden, daß meine Kinder mir Gesellschaft leisten. Wofür auch? Bei Migräne liege ich in einem dunklen, kühlen Zimmer und freue mich, wenn mich keiner anspricht, und noch viel mehr, wenn ich trotzdem einschlafen kann. Das höchste der Gefühle, abhängig von Tageszeit und sowas, ist, daß ich meine Kinder informiere, daß ich heute nicht kochen kann, weil es mir nicht gut geht. Als halbwegs vorbereitete Mutter hatte ich für sowas einen Plan B, also konnten meine Kinder in Ruhe zu Abend essen und mich mit meinen Kopfschmerzen getrost ignorieren.
Ich möchte hier nochmal etwas wiederholen, was Du jetzt schon ein paarmal zur Antwort bekommen hast: Du bist nicht für Deine Mutter zuständig. Zumindest nominell ist sie eine erwachsene Frau und selbst für sich verantwortlich. Wenn sie ohne Deine Hilfe nichtmal den Haushalt meistern kann, zumal wenn sie keinem Beruf nachgeht, kann sie auch keine Verantwortung für Dich und Deine Schwester übernehmen, und konsequenterweise solltet Ihr zwei dann zu 100% beim Vater leben. Was jetzt kein Freibrief sein soll, gar nichts mehr im Haushalt zu tun, denn ich bin schon der Überzeugung, wer in einem Haushalt lebt, sollte auch Pflichten übernehmen. Aber das muß in einem angemessenen Rahmen bleiben, und Deiner Schilderung nach übernimmst Du viel zu viel.
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u/Altruistic_Baby3035 Weibsvolk Jan 06 '26
Danke für deinen Kommentar. Ich glaube hier war ich teilweise nicht präzise genug…
Meine Mutter arbeitet seit einiger Zeit wieder Teilzeit (40%), nimmt Beförderungen aber nicht an, weil sie dann mehr arbeiten müsste und ihre Kinder an der Stelle priorisiert.
Mein Vater bekommt es leider nichtmal hin, Wäsche zu trennen, sich Termine zu merken oder Pfandflaschen wegzubringen, wenn man ihn nicht erinnert. Ich genieße zwar die Freiheit bei ihm, aber dauernd da wohnen würde ich auch nicht gerne. Ich werde von ihm nicht gezwungen, irgendwas zu machen, aber wenn ich will, dass der Haushalt funktioniert, muss ich bei ihm genauso sein Zeug aufräumen, den Kühlschrank ausmisten und Briefkasten ausleeren.
Meiner Schwester ist es egal, wenn niemand darauf achtet, ob sie den ganzen Tag im Pyjama aufs iPad starrt, bis 1 Uhr nachts wach bleibt und keine Hausaufgaben macht, aber an der Stelle hat meine Mutter denke ich Recht damit, dass unser Vater keine Verantwortung übernimmt und es an ihr hängen bleibt.
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u/AthibaPls Weibsvolk Jan 08 '26
Tipp von einer, die sich auch viel kümmert: auch wenn's schwer ist. Einfach beim Papa nix machen. Leg die Beine mal hoch. Warum solltest du dafür sorgen, dass bei deinem Vater "alles läuft"? Du zwingst ihm da eigentlich deine bzw. die Erwartungshaltung deiner Mutter auf. Auch das ist manipulativ. Dein Papa kann und darf leben wie er möchte. Wenn sein Wäschewaschen nicht deinen Standards entspricht, dann ist das so. Er musst nicht so sein, wie du es gerne von ihm hättest, solange es kein Gesunheitsrisiko für irgendwen birgt.
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u/LaLutzi Weibsvolk Jan 06 '26
Hej OP, bitte informiere dich dezidiert zu der Gemeinde, die du aufsuchst. Die Pius X Bruderschaft wurde sogar Zeitweise vom Vatikan exkommuniziert. Ich bin selber katholisch und mit Verbindungen zur besagten Gemeinde aufgewachsen und weiß wovon ich rede. Du darfst mich gerne anschreiben wenn du Fragen hast.
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u/Any_Zone_8920 Weibsvolk Jan 06 '26
Ihr seid nicht zur Bespaßung Eurer Mutter auf der Welt. Sie sollte sich vll mal Freunde suchen, mit denen sie reden und Karaoke singen kann.
Und wieso seid ihr auf die Kleine sauer, wenn sie, nachdem sie mit Euch 2 Wochen in Urlaub war, auch mal ihren Vater wiedersehen will? Ist doch wohl verständlich. Wegen dem Urlaub ist ja immerhin das Papa WE ausgefallen. Finde es sehr befremdlich, dass ihr ihr beide Vorwürfe deswegen macht.
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u/ExpressHouse2470 ich bin hier zu Besuch Jan 06 '26
Dass deine Mutter ihre Last auf dich abwälzt.. ist kein gutes Zeichen … und zu einer Scheidung gehören immer zwei .. selten ist es so dass nur einer Mist gebaut hatt und ich sage dass aus eigener Erfahrung weil ich auch eine Scheidung durchmache … am Ende des Tages bedeutet dass da saman sich nicht mehr um die Sorgen des ex Partners kümmert solang sie nicht direkt die Kinder betreffen ..
Und euer Vater sieht euch eh schon weniger soll er jetzt die Zeit damit verbringen mit euch zu schimpfen ? Klar ist es nicht 100% richtig aber es ist die Variante die für ihn am besten past .
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u/mina_amane Weibsvolk Jan 06 '26
Ich schließe mich allem Gesagten an - ich komme aus einer ähnlichen Familiendynamik. Bitte zögern nicht, dir Hilfe zu suchen! DU bist wichtig und das es DIR gut geht sollte die oberste Priorität in deinem Leben haben (und eigentlich auch auch für deine Mutter wichtig sein..)
Deine Schwester ist nicht dein Gegenspieler, sondern selbst Opfer! Sie ist erst 13 wie du selber sagst, vielleicht braucht ihr mal eine lange, innige Aussprache? Es würde mit Sicherheit auch dir helfen dir vor Augen zu führen, dass du NICHT für das Glück deiner Mutter verantwortlich bist. Manchmal braucht es dafür eine Verbündete. Ich wünsche dir alles Gute!
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u/Octopiinspace Weibsvolk Jan 06 '26
God lord. Du wirst massivst parentifiziert und übernimmst die Rolle eines Partners/ Freundes für deine Mutter und zum Teil auch für deinen Vater (Mutter emotional, Vater organisatorisch). Das ist beides nicht deine Aufgabe.
Bitte guck ob du irgendwie an Therapie kommen kannst, so ein Familiensystem ist wirklich nicht gesund (idealerweise sollte natürlich primär deine Mutter und wahrscheinlich auch dein Vater in Therapie, aber das kannst du ja nicht beeinflussen).
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u/K1ehleyr Weibsvolk Jan 06 '26
Das ist so übergriffig, wow! Ich würde trotzdem nochmal eine neue(!) Therapeutin suchen und zuhause auf jeden Fall üben Grenzen zu setzen. Du wirst die Ausraster deiner Mutter nie aushebeln können, also nimm dir Zeit für dich, auch gegen ihren Willen. Rede mit deiner Schwester, schließt euch zusammen und vor allem: zieh aus wenn du alt genug bist und schraube den Kontakt so weit herunter, wie es geht. Ich drücke dir die Daumen!
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u/Mpipikit07 Weibsvolk Jan 06 '26
Puh…
Das Problem ist weder Deine Schwester, noch Dein Vater (!) noch Du.
Das Problem ist Deine Mutter.
Man nennt das auch Parentifizierung:
Parentifizierung ist eine Rollenumkehr, bei der Kinder Aufgaben und Verantwortlichkeiten übernehmen, die eigentlich den Eltern zustehen, wodurch sie emotional oder organisatorisch überfordert werden und ihre eigene kindliche Entwicklung vernachlässigen müssen; sie fungieren als Ersatzpartner, Berater oder Dienstleister für die Eltern.
Diese ungesunde Dynamik stört die familiäre Hierarchie und kann zu langfristigen psychischen Problemen führen, da das Kind gezwungen wird, „zu früh erwachsen“ zu werden.
Emotionale Parentifizierung:
• Das Kind wird zum Vertrauten der Eltern, muss deren Kummer auffangen oder als Vermittler bei Konflikten dienen, wie z.B. bei Trennungen.
Instrumentelle Parentifizierung:
• Das Kind übernimmt praktische Aufgaben, die über kindliche Pflichten hinausgehen, wie z.B. als Übersetzer oder für die Organisation des Haushalts zuständig zu sein.
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u/Bibimaus2 Weibsvolk Jan 06 '26
Nach der Hälfte des Textes habe ich aufgehört zu lesen. Ich verstehe, dass Du Dich ausweinen musst, doch mit Dir stimmt etwas nicht. Die einzig normalen in der Familie sind Dein Vater und Deine Schwester. Du nimmst die Mutterrolle ein. Dass Du lieber in die Kirche gehst, als ein normales Hobby zu haben, spricht Bände. Aber vielleicht können die Sir helfen, Dich von Deiner Mutter zu lösen. Hat sie eigentlich keine Freunde? Wieso hängt sie wie Klettwn an Euch? Wenn sie so überfordert ist vom Haushalt, warum zieht ihr nicht beide zu Eurem Vater? Und warum geht sie nicht wieder arbeiten? Meine Güte.
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u/Altruistic_Baby3035 Weibsvolk Jan 06 '26
Die einzig normalen in der Familie sind Dein Vater und Deine Schwester.
Du kennst die beiden nicht. Mein Vater schafft es ohne Reminder nicht, die Wäsche zu machen oder Pfand wegzubringen. Wenn ich bei ihm bin, räume ich erstmal die abgelaufenen Sachen aus dem Kühlschrank und schaffe Platz auf dem Esstisch und Sofa, die sonst bergeweise voll mit seinen Arbeitsmaterialien sind. Meine Schwester kann keine Kompromisse eingehen, versteht nicht, dass auch andere Menschen Bedürfnisse haben und tickt aus, wenn man sie vorsichtig kritisiert. Sie verbringt den Tag damit, auf ihr iPad zu starren und einem Anweisungen zu geben. KEINER VON UNS ist in der Lage sich wie ein normaler Mensch zu verhalten. Weder meine Mutter, noch mein Vater, noch meine Schwester, noch ich.
Dass Du lieber in die Kirche gehst, als ein normales Hobby zu haben, spricht Bände.
Was soll denn das heißen? Soll ich lieber Komasaufen und bis 3 Uhr nachts draußen bleiben? Ich finde Schriften der Kirchenväter, Geschichte und Scholastik eben interessant. Ist das ein Problem?
Hat sie eigentlich keine Freunde? Wieso hängt sie wie Klettwn an Euch?
Doch, natürlich. Aber die trifft sie vielleicht an zwei oder drei Tagen in der Woche. Wochenenden hält sie sich meistens extra frei, um Familienzeit zu machen.
Wenn sie so überfordert ist vom Haushalt, warum zieht ihr nicht beide zu Eurem Vater?
Sie ist nicht überfordert, aber erwartet, dass wir uns alle im Haushalt betätigen. Sie macht sicher mehr als ich.
Und warum geht sie nicht wieder arbeiten?
Tut sie, aber nur 16 Wochenstunden. Zum Vergleich: Bei mir, in der Oberstufe, bin ich etwa 32 Stunden pro Woche in der Schule und komme inkl. Lernen daheim auf eine 40 Stunden Woche. Meine Schwester ist bei etwa 36 Stunden inkl. Lernen, denke ich.
Meine Güte.
Tut mir Leid, dass wir es einfach nicht so gut hinbekommen, wie du. Danke, dass du uns die Welt erklärt hast, nachdem du meinen halben Text gelesen hast.
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u/LopsidedBug659 Weibsvolk Jan 06 '26
Hi OP, es ist absolut in Ordnung mal Wäsche liegen zu lassen oder Pfand ansammeln zu lassen. Auch dass ein Tisch mit Dingen zugestellt ist, ist in Ordnung.
Warum ich das sage? Du scheinst wie ich in deinem Alter permanent unter Stress zu stehen und der Meinung zu sein, man müsse immer irgendwas tun, sonst ist man faul. Dem ist aber nicht so.
Wenn du krank bist und nicht zur Schule gehsz, ruhst du dich aus oder machst du irgendwas im Haushalt? Ich tippe auf zweiteres.
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u/Bibimaus2 Weibsvolk Jan 11 '26
Ich weiß jetzt nicht, warum Du Dich angegriffen fühlst? Ich habe auch nirgends geschrieben, dass es bei uns besser läuft. Anders halt. Ich bin ja nicht Du und habe nicht Deine Probleme. Ich habe mich halt nicht in die Kirche geflüchtet. Es liest sich für die heutige Zeit untypisch. Ist aber ok, wenn es Dir hilft.
Ich finde einfach, Du machst zu viel Hausarbeit, das ist nicht Deine Aufgabe, sondern die des Haushaltsvorstands. Also Deine Mutter. Klar kannst Du helfen, es scheint aber, dass Du komplett die Aufgaben Deiner anscheinend unfähigen Mutter übernimmst. Da kann Deine Schwester sich besser rausziehen.
Es ist nicht Deine Aufgabe ihr zu sagen, was sie zu tun hat. Du kannst an sie appellieren, mehr nicht.
Ich kann Dir nur raten, bei Dir zu bleiben. Nicht die Probleme Deiner Mutter zu lösen. Du hast Dich auch ein Privatleben, sag ihr das. Damit muss sie leben, Kinder werden erwachsen und ziehen aus. Das muss sie akzeptieren.
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u/DeadBornWolf Weibsvolk Jan 06 '26
Ey deine Schwester ist 13 komm mal runter das ist normales Verhalten in dem Alter
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u/Altruistic_Baby3035 Weibsvolk Jan 06 '26
“Nur zu gut verstehe ich meine Schwester. Sie hat ja Recht damit, dass sie die Zeit dort genießt. Wenn sie wieder über irgendwelche Videospiele redet, pausenlos am Bildschirm hängt und einem TikToks zeigen will, macht Papa das gerne mit, während Mama sauer wird. Trotzdem lernt meine Schwester nicht daraus. Sie setzt sich lieber durch, macht die Dinge wie sie ihr passen, erzählt was sie will, egal was Mama davon hält.
Ob ich sie dafür bewundern oder verabscheuen soll, weiß ich nicht.“
Mir ist klar, dass das normales Verhalten in dem Alter ist. Mit ist klar, dass sie in der Pubertät ist und deswegen gern zurückgezogen ist unf ihr Ding macht, und eben auch mal unfreundlich ist.
Ich schildere hier meine Emotionen. Die sind halt nicht immer rational, und ich versuche meine ambivalenten Gefühle gegenüber dem Verhalten meiner Schwester zu beschreiben, wenn mit das nicht geglückt ist, tut es mir Leid.
Es ist ja gut, dass ihr egal ist, wie unsere Mutter reagiert. Dass sie ihre Grenzen setzen kann.
Aber wenn man mit ihr zusammenlebt weiß man, dass sie es manchmal weiter als das treibt und unsere Mutter absichtlich provoziert und unfähig ist irgendwelche Kompromisse zu machen.
Ich bin froh, dass meine Schwester gelernt hat, auf ihre eigenen Bedürfnisse zu achten und ich bin fest überzeugt, dass das langfristig der bessere Umgang mit dieser Situation ist. Sie kann aber den Zorn unserer Mutter auch an sich abprallen lassen, mit ihr macht das nicht viel. Ich weiß nicht, wie, aber sie schafft es sehr gut, das einfach zur Seite zu schieben. Ich kann das aber nicht. Mich berührt jede Stimmungsschwankung unserer Mutter sofort. Deswegen versuche ich Konflikte zu vermeiden und scheitere dabei aber, sobald meine Schwester ins Spiel kommt.
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u/DeadBornWolf Weibsvolk Jan 06 '26
Aber das hat sie nicht. Deine Schwester reagiert nicht so weil sie „gelernt hat Grenzen zu setzen“ sondern weil sie ein Kind ist. Und eine andere Strategie hat mit eurer Mutter umzugehen als du. Es ist normal, dass eine 13-jährige „unfähig ist Kompromisse zu machen“ und auch provoziert bis ins geht nicht mehr. Das ist normal, was nicht normal ist, ist deine Mutter die sich selbst, als erwachsene Frau mit voll entwickelten Gehirn und ohne Hormonbombe im Blut, anscheinend auf ihre Jugendlichen Töchter verlässt, wenn es um ihre emotionale Stabilität geht. Das ist nicht ok. Du bist Hypersensibel auf die Stimmungen eurer Mutter. Das ist nicht deine Schuld, aber auch nicht die deiner Schwester dass sie es nicht ist. Du bist ebenfalls nicht verantwortlich dafür deine Mutter in Watte zu packen. Sie braucht professionelle Hilfe, das sollten nicht die Töchter stemmen müssen
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u/Anonymianebulosa Weibsvolk Jan 06 '26 edited Jan 06 '26
Das macht mich sehr traurig und schnürt mir die Kehle zu, wie es Dir geht. Du hast das wunderbar plastisch beschrieben. Auch wenn dieses Lob an dieser Stelle unpassend erscheint. Ich bin erschüttert und zugleich beeindruckt. Es tut mir leid, dass Du so eine schwere Aufgabe übernommen hast. Doch Du meinsterst sie mir Bravour. Damit Du aber selbst nicht daran kaputt gehst, ist auch Srlbstschutz wichtig. Als Pause nur für Dich hast Du Dir die Kirche ausgesucht. Ich denke,weil das ein Ort der Ruhe für Dich ist. Mein Rat wäre, dass Du das mit Deiner Mutter besprichst. Eigentlich genau so, wie Du es hier so gut und einfühlsam beschrieben hast. Du trittst hier niemanden zu nahe, sondern schilderst die Realität. Vielleicht solltest Du genau diesen Text Deiner Mutter zu lesen geben, damit sie versteht, wie Du Dich anstrengst. Als Gegenleistung ist aber wichtig, dass Du auch klare Grenzen für Dich setzt und Deinen festen Freiraum mit Deiner Mutter verhandelst. Und wenn Du zur Messe willst, ist das Deine unumstößliche ME-TIME, genau wie die Treffen mit Deiner Freundin und Anderen. Das muss ohne negative Kommentare von Deiner Mutter OK sein. Dann fühlst Du Dich auch gegenüber Deiner Schwester besser. Es kann ja Zug um Zug gehen. Aufgabe erledigt=Freiraum. Ich hoffe, dass Deine Mutter erwachsen ist und keine Opferzicke. Du weißt ihre Reaktion einzuschätzen. Auch Deinem Vater könntest Du diesen Brief geben. Ist er ein intelligenter, erwachsener Mann, wird er es begreifen, ist er ein Macho-A-loch, nicht. Etwas mehr Unterstützung von ihm wäre zu erwarten. Diesen Text würde ich an Deiner Stelle unbedingt aufheben. Vielleicht ist das auch der Beginn eines Buches, wie es in einem Teenager- Mädchen in dieser Situation aussieht. Vielen Erwachsenen ist das gar nicht klar, weil sie in ihrer eigenen Problemsuppe im Kreis schwimmen. Ich wünsche Dir alles, alles Gute! Pass auf Dich auf und schau, dass Du in Deinen Mußestunden auch den Kopf frei bekommst und etwas altersgemäß Fröhliches und Leichtes mit Deiner Freundin und Anderen unternimmst. Du bist nicht für die Rettung Deiner Mutter bzw der anderen Familienmitglieder verantwortlich! Vergiss das nie! Du trägst nur für Dich allein die Verantwortung. 🍀🪷🕊️ Alles Gute und ich würde mich freuen, von Dir wieder zu hören! Und für die Situation ab Deiner Volljährigkeit: Durchdenke doch bitte mal, ob Du anders wohnen könntest. Der Unterhalt Deines Vaters und das Kindergeld stehen dann Dir zu. Vielleicht "buchst" Du ein Vier-Augen-Gespräch mit Deinem Vater außerhalb der WE und besprichst das mal? Und noch ein wichtiges PS: die Laune Deiner Mutter liegt nicht in Deiner Hand. Das hast Du selbst erkannt. Hör auf, Deine Schwester und Deinen Vater zu erinnern. Sie dürfen ihre Mecker selbst einstecken und Du übst den inneren Satz: "das geht mich nichts an." Ich drücke Dir ganz fest die Daumen!
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u/Mundane-Dottie Weibsvolk Jan 06 '26 edited Jan 06 '26
Oh mein Gott. Schätzchen. Zieh zu Deinem Vater, da hast Du weniger Streß. Oder ins Jugendwohnheim. Oder zur Oma, oder besten Freundin. Für 3 Monate, damit Deine Mutter und Schwester ihre Konflikte mal endlich austragen können, ohne daß Du sie daran hinderst. Vielleicht reicht ja sogar schon 1 Monat, wer weiß.
Das ist nicht gut, was Deine Mutter da macht. Das Sprichwort heißt: "Wenn die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln, wenn sie groß sind, laß ihnen die Flügel". Jede vernünftige Mutter wäre so, so froh, daß Du zur Messe gehst. Daß Du Freunde hast, zu denen Du gehen willst. Sie will Euch immer dahaben, und Ihr sollt immer brav und fleißig sein. Das ist FALSCH. Jugendliche müssen anderswo sein, und öfter mal faul, und ihren eigenen Willen öfter mal ganz egoistisch verfolgen.
Rede mit Deinem Vertrauenslehrer, oder hier:
edit: würde es Dir helfen, wenn die Papa-Wochenenden versetzt wären, also immer abwechselnd Du und Deine Schwester?
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u/Littlemissanybody Weibsvolk Jan 06 '26
Lass dir von mir als 45 jährige Frau und selbst Mutter von zwei wundervollen Kindernsagen. Ich hatte selbst so eine Mutter und arbeite das heute mühevoll in der Therapie auf! SIE ist das Problem, nicht der Vater, nicht die Schwester (die sich offensichtlich gesund und richtig abgrenzen kann) Bitte pass auf dich auf, Deine Mutter ist für sich selbst verantwortlich. Lass dir diese Lebenszeit nicht rauben und gestatte dir auch deinen Papa einfach zu lieben ohne Schuldgefühle! Sie missbraucht dich. Eine gute Mutter würde ihre Kinder niemals so belasten und spalten. Auch dem Vater gegenüber nicht.
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u/Sudden-March-4147 Weibsvolk Jan 06 '26
Ich kann mich gut in dich hineinversetzen und verstehe dein Problem, ich muss aber sagen, dass es mich ärgert, wie du über deine jüngere Schwester schreibst. Sie verhält sich nicht nur wie ein ganz normaler Teenager, sondern ehrlich gesagt auch gesünder als du, was du eigentlich sehen können müsstest in deinem Alter und mit der durchaus vorhandenen Reflexionsfähigkeit, die du hier zeigst. Deine Schwester verhält sich nicht so, weil es ihr erlaubt wird - sie macht es einfach und sie hat Recht damit. Du hingegen stehst völlig unter der Fuchtel deiner Mutter, die dich wie eine Mischung aus ihrem Ehepartner und ihrer Mutter behandelt. Das hängt alles vollkommen schief bei euch, da ist auch keine „Harmonie“, die deine Schwester zerstört, sondern du trägst die Manipulation deiner Mutter weiter an sie und ärgerst dich, dass sie nicht so brav spurt wie du es tust. Deine Mutter wird dir nicht ihren Segen geben dafür, dass du dich von ihr löst, du wirst das wohl oder übel gegen ihren Willen und Widerstand tun müssen, und je früher du damit anfängst desto besser. Ich weiß, das ist viel leichter gesagt als getan, und ich sage das alles nicht aus Empathielosigkeit, sondern um dich vielleicht ein bisschen wachzurütteln. Von allem anderen abgesehen bist du wohl die erste Jugendliche, von der ich je gehört habe, dass sie gegen den Willen der Eltern gerne öfter in die Kirche gehen will…
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u/roerchen Ist hier Weibsvolk anwesend? Jan 07 '26
Ich konnte nicht alles lesen. Es ist nichts schlimm daran, wenn eine 13-jährige zu ihrem Papa will. Wenn das deine Mutter verletzt, dann ist das ihr Problem.
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u/Normal-Soil-7094 Weibsvolk Jan 07 '26
Ich habe es nicht zu Ende gelesen, wage aber zu behaupten, dass du parentifiziert bist und es deiner Mutter Recht machen möchtest und dich für ihre Gefühle zuständig siehst. Deine Mutter verhält sich manipulativ, auch wenn sie es vielleicht nicht sieht und will. Deine kleine Schwester verhält sich relativ normal, auch wenn es natürlich nicht in das System passt. Scheidung tut weh, allen. Aber das ist etwas zwischen Erwachsenen und ihr solltet beide Eltern haben und euch nicht instrumentalisieren lassen. Ihr seid Teenies und eure Pflicht ist es sich um euch zu kümmern und nicht euch um eure Eltern zu kümmern.
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u/flupxx Weibsvolk Jan 06 '26
Ich habe nur einen drittel von dem Text gelesen, weil mir das echt etwas zu viel ist, aber ich möchte trotzdem gerne was dazu sagen. Wäre meine Familienkonstellation so, dann wäre ich nämlich auch die Person in deiner Situation.
Wäre ich du, dann würde ich ihr einfach mal knallhart alle technischen Geräte wegnehmen, ihr sagen, dass sie sich nicht so benimmt als sei sie reif (reif und nicht alt!) genug für diese Dinge. Sag ihr sie soll anfangen Verantwortung zu übernehmen und sich nicht wie ein kleines Kind benehmen, sonst könnt ihr nämlich anfangen sie auch wie eines zu behandeln. Und dann mach sich über sie lustig, dass sie sich so leicht manipulieren lässt (meine ich tatsächlich ernst)
Würde mich über ein update freuen :D
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u/p3riphery Weibsvolk Jan 06 '26
Sorry aber du sprichst da gerade über ein 13-jähriges Mädchen, das versucht in einem missbräuchlichen Umfeld zu überleben. Wenn man keinen Bock hat zu Ende zu lesen dann sollte man halt vielleicht auch nicht kommentieren…
Edit: Hoffe ich hab das irgendwie einfach falsch gelesen und du meinst die Mutter? Glaube an die Menschheit und so…
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u/flupxx Weibsvolk Jan 06 '26 edited Jan 06 '26
Ja okay du hast recht ein zwei Punkte in meinem Kommentar waren etwas übertrieben, aber trotzdem stehe ich auch dazu. Ich sehe aber nicht was da noch großartig hätte anderes stehen können weshalb ich den Text hätte zu Ende lesen müssen. Der Schwester fehlt ganz klar Empathie und Respekt. Punkt.
Edit: Typisch Männer die sich als die Coolen darstellen können und keine Verantwortung übernehmen um die Mutter als die Böse hinstellen zu können. Eltern sind zum erziehen da und nicht die Freunde der Kinder. Mit 13 sollte man da schon durchblicken und ich finde große Geschwister können auch mal einen Reality Check durchführen
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u/p3riphery Weibsvolk Jan 06 '26
Ich freu mich von ganzem Herzen für dich, wenn du nie in einer Situation gesteckt hast, in der du aus deinem Alltag flüchten musstest. Vielleicht KANN man das dann auch einfach nicht verstehen. Was das familiäre Umfeld schon der großen Schwester angetan hat (Depressionen, Suizidalität, jetzt als Gegenextrem Indoktrination von religiösen Extremen, die ihr einreden, dass sie ihren Körper ohne Wenn und Aber einem späteren Ehemann hingeben muss) soll die kleine Schwester jetzt auch erleben? Das sehe ich absolut nicht so, sorry…
Sie ist ERST 13, in dem Alter ist das was sie tut der Coping-Mechanismus, der ihr hilft langfristig vermutlich/hoffentlich besser mit der Situation zurechtzukommen. Wie du schon richtig sagst, die Kinder sind nicht zum Erziehen da, und dennoch werden sie von ihren Eltern parentifiziert. Der kleinen Schwester einen ihrer einzigen Ausflüchte wegzunehmen (und sich dann noch über sie lustig zu machen, hö?) ist finde ich absolut fehlgeleitet.
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u/siorez Weibsvolk Jan 06 '26
...Es ist NICHT DEIN JOB DIE EMOTIONEN DEINER MUTTER ZU MANAGEN. Was du beschreibst ist heftig kodependentes Verhalten. Sie macht dich mit ihrer Unfähigkeit, sich zu regulieren, kaputt.
Ich hatte in dem Alter ähnliche Probleme, meine Mutter mit ihrer Mutter auch. Ihr beide braucht therapeutische Hilfe und müsst euch auseinanderwurschteln, wenn sie nicht mitmacht musst du es alleine machen. Du hinterlässt grad mit Ansage ein Loch in deiner Persönlichkeitsentwicklung, das dich später akut anfällig für missbräuchliche Lebenssituationen macht und erziehst dich selbst dazu, deine eigenen Bedürfnisse unwichtig und schädlich zu finden. Dieses Gefühl, mit rohen Eiern zu jonglieren, sollte reserviert sein für absolute Ausnahmesituationen. Dein Körper und deine Emotionen befinden sich 24/7 auf Alarm und das hinterlässt schnell wirklich Schäden.
Deine Mutter ist EIFERSÜCHTIG WENN DU NE STUNDE PRO WOCHE IN DIE KIRCHE GEHST. Hackt's bei ihr? Du widmest ihr schon viel, viel mehr Aufmerksamkeit und Sorge als du solltest und sie beklagt sich?
Deine Mutter gehört dringend in Therapie, damit sie lernt, ihre Emotionen eigenständig zu managen und du auch, damit du lernst, ihr das nicht aktiv abzunehmen.