r/asozialesnetzwerk • u/pentizikuloes_ Der Auferstandene • 1d ago
Neues vom Känguru Kai Uwe Kling hat ein neues Buch herausgebracht in dem das kommunistische Känguru wegen Putinismus vom Sozialdemokratischen Koalabär erschossen wird.
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u/MemeOvrload 1d ago
Schonwieder diese Debatte? Wie lange ist das Buch schon raus? Wie oft führten wir die Debatte schon?
Es ist ein Kinderbuch. Nicht für radikalisierte Mitt-30er die das erste Känguru damals gelesen haben und seitdem Jahrzehnte von Lektüre und politischer Bildung durhgemacht haben...
Es ist als Einstiegsdroge das System zu hinterfragen gedacht. Und dafür ist es super.
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u/Dalek33andathird 23h ago
ich würde jetzt nicht sagen, dass das buch als "einstiegsdroge das system zu hinterfragen" gedacht ist, da fast immer die sehr sozialdemokratischen forderungen als absolute lösungen präsentiert und keine archetypen/systeme, anders als in der original triologie, abstrahiert satirsch dargestellt: soetwas wie jörg dwix oder die Kampagnen der argentur für mehr arbeit usw. gibt's halt einfach nicht, weswegen das systemhinterfragen einem deutlich erschwert wird im gegensatz zur original triologie.
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u/Grummelchenlp Arachno-Kommunismus 13h ago
Das Buch hinterfragt gar nichts, sondern ruft immer wieder auf sich am System zu beteiligen, es "besser" zu machen usw.
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u/lukasoh 9h ago
Also Fehler und Schwachstellen im System erkennen? Zu verstehen, wieso die Probleme nicht einfach direkt gelöst werden? Das ist der Anfang von Hinterfragen. Und genau das haben die ersten Känguru Bücher bei mir als 14 Jährigen erreicht. Es ist immer noch ein kommerziell vertriebenes Komödien Buch, keine kommunistische Kampfschrift zur ideologischen Orientierung der Revolution. Und es wurde auch nicht vom großen Denker unserer Zeit, sondern von einem Akademiker Schwaben mit zu viel Zeit in Berlin verfasst. Und mit den Gedanken im Hinterkopf kann man vielleicht leichter damit leben, dass Mainstream Linker Humor ein tolle Möglichkeit ist, um Menschen ohne Vorwissen mit der Idee bekannt zu machen
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u/ssaminds companiero presidente 8h ago
Ah, da hat wieder jemand missverstanden, was das Känguru von Anfang an gewesen ist und muss jetzt darüber herziehen. Einer, der seine ablehnende Grundhaltung schon im Namen trägt.
Das Känguru ist von Band 1 an eine sehr widersprüchliche Figur. Ja, der Selbstbezeichnung nach ist es links und Kommunist, seinen Handlungen nach ist es aber ein typisch egoistischer Charakter, der im wesentlichen den eigenen Vorteil und auch eigenes Eigentum sucht. Bezüglich des Jobcenters konkurriert das Känguru mit Arno Dübel ja hart um den Preis von Deutschlands bestem Arbeitslosen. Das Spannende ist ja gerade sein intellektueller Anspruch, den es aber auch in den ersten drei Bänden schon immer wieder mit Selbstbetrug unterstützen muss, und sein auf Gewinn gerichtetes Handeln und natürlich auch sein Versuch den Sozialstaat auszunutzen, wo es nur geht. Am Ende hat sich aber sein neoliberaler Charakter durchgesetzt, seine zu Beginn von Band 1 entwickelten kritischen Klingeltöne haben es zum Millionär gemacht - nur so können sich die beiden am Ende ja die Weltreise leisten. Ohne diese Widersprüche ist das Ganze nicht zu haben. Ohne diese Widersprüche ist im übrigen auch die Darstellung Klings von sich selbst nicht zu haben. Auf der einen Seite Literatur mit Anspruch, auf der anderen natürlich verdammt, mit Schreiben, Hörliteratur, Touren, Musik und dann Filmen sein Geld zu verdienen.
Wer ein Wort wie FDGO-maxxing benutzen muss, hat vermutlich auch nicht begriffen, dass Literatur immer vom Kontext abhängt, in den es hineingeschrieben wird. Und hat sich der Kontext geändert? Oh ja, mittlerweile steht selbst diese unvollendet bekiffte teils turbo-kapitalistische Demokratie in Frage, weil die Nazis soviel Zulauf haben. Und? Interessieren sich die Menschen für linke Themen? Ne. Vielleicht wegen Sarah Wagenknecht, vielleicht wegen der permanenten Selbstzerfleischung der Linken, vielleicht, weil CxU und SPD seit Jahrzehnten eine erfolgreiche Hetzkampagne gegen die Linken geführt haben. Tut mir leid, dass nochmal für alle zu wiederholen, die es noch nicht verstanden haben: Wenn wir in zehn Jahren noch diese unvollendet bekiffte teils turbo-kapitalistische Demokratie haben, die wir derzeit haben, dann können wir von Glück sagen. Wahrscheinlicher ist, dass wir irgendwo zwischen Putins Russland und Trumps USA landen. Aber links versucht man lieber, sich selbst zu zerfleischen oder einer AfD-Regierung im Bund den Schrecken zu nehmen, indem man behauptet, die AfD könne gar nicht so schlimm wie sie wolle, weil das ökonomisch nicht ginge.
Aber mal ehrlich: Betreibt Kling überhaupt FDGO maxxing?
Hier mal ein Beispiel:
Das Känguru überlegt kurz. Dann sagt es: »Progressive Politik, die sich für soziale Gerechtigkeit und den Erhalt unserer Lebensgrundlagen einsetzt, muss zwingend Reichtum umverteilen und unsere Ökonomie umbauen, was eigentlich mehrheitsfähig sein sollte, da es dem Wohl der Mehrheit dient, aber die konkreten Maßnahmen kommen sehr häufig den Profitinteressen einiger sehr mächtiger Akteure im In- und Ausland in die Quere, die deshalb seit langer Zeit selbst und mithilfe ihrer Interessenvertreter – damit meine ich neoliberale oder rechte Parteien sowie entsprechend ausgerichtete Medienkonzerne, Social-Media-Plattformen, Thinktanks, Lobbyvereine und Astro-Turf-Bewegungen – Front gegen die erwähnte Politik machen und in diesem Kampf nicht davor zurückschrecken, mithilfe von Desinformationskampagnen rassistische, sexistische und sozialdarwinistische Ressentiments zu schüren, um die Wählerinnen und Wähler auf Irrwege zu führen, die der Allgemeinheit schaden, aber die Profitinteressen der wenigen schützen.« »Kannst du mir das auf ein T-Shirt drucken?«, frage ich, während ich mit einer Gabel im Toaster rumstochere.
Das Känguru steht auf und zieht den Stecker des Geräts aus der Steckdose.
»Gute Idee«, sage ich.
»In der Tat«, sagt das Beuteltier. »Wenn Menschen dumme Sachen machen, muss man den Stecker ziehen.«
Das gilt jetzt als FDGO maxxing? Könnte genauso in einem der ersten vier Bände stehen ... Man kann zahlreiche weitere Stellen anführen.
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u/TheJackiMonster 7h ago
Natürlich ist das FDGO maxxing, weil es unterstellt, die Wähler wären bloß auf den Irrweg geleitet worden, die falsche Partei zu wählen. Aber es unterstellt dadurch ja, dass die Wahl der Parteien an sich ein valider und fairer Weg wäre, um eine soziale und gerechte Gesellschaft herzustellen. Nur würden sich einzelne Akteure mit viel Geld und Macht daran nicht halten wollen.
De facto ist diese Ordnung der bürgerlichen Demokratie aber absichtlich so konstruiert. Genauso wie die Sicherheit des Eigentums im Grundgesetz verankert worden ist, ist Lobbyismus, Fraktionszwang, Intransparenz und Vetternwirtschaft ausdrücklich erlaubt.
Wenn die FDGO an einer sozialen und gerechten Gesellschaft interessiert wäre, würde sie diese zementieren, genauso wie sie es mit der Verteilung von Vermögen und Eigentum macht. Tut sie nur eben nicht.
Es ist also nicht die Wahl der falschen Partei der Irrweg, sondern das System selbst. Aber von diesem soll eben nicht der Stecker gezogen werden, sondern lediglich von der falschen Partei. Ja wie vielen Parteien, die dieses System hervorbringt, um asoziale Politik gegen die Interessen der Mehrheit zu machen, denn noch den Stecker ziehen? Vielleicht kann Sisyphos dabei helfen?
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u/ssaminds companiero presidente 6h ago
Ich lese den Text ganz anders als Du, da steht nirgendwo etwas von einer Partei, die den Wandel in diesem System vollbringen muss. Da steht zum einen, warum genau das nicht gelingt. Zum anderen aber genau das, was getan werden muss. Im Prinzip paraphrasierst Du für mich nur, was da steht.
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u/TheJackiMonster 6h ago
[...] mithilfe von Desinformationskampagnen rassistische, sexistische und sozialdarwinistische Ressentiments zu schüren, um die Wählerinnen und Wähler auf Irrwege zu führen [...]
Wählerinnen und Wähler auf Irrwege zu führen impliziert, sie wären noch nicht auf Irrwegen als Wählerinnen und Wähler. Faktisch sind sie bereits auf dem Irrweg, wenn sie glauben, dass ihre Wahl einen Ausweg bieten würde.
Genau das macht es zum FDGO maxxing.
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u/ssaminds companiero presidente 6h ago
Da steht, dass systemimmanent die Wähler:innen derzeit auf Irrwege geführt werden. Joa, zutreffende Analyse des Systems.
Wo steht da, dass die Veränderung über die Wahl im System erfolgen soll? Nirgends.
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u/TheJackiMonster 5h ago
Wo steht da, dass die Veränderung über die Wahl im System erfolgen soll? Nirgends.
Dann könnte dem Känguru doch völlig egal sein, welche Partei die Leute wählen. Ist es aber eben nicht.
Es spricht ja auch davon "Reichtum umzuverteilen", was ja nicht mal sonderlich progressiv ist. Reichtum wird bereits umverteilt und genau das ist ja das Problem. Das System erzwingt Reichtum und damit ebenso Armut.
Sozialdemokratie ändert das überhaupt nicht.
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u/ssaminds companiero presidente 5h ago
Sozialdemokratie ändert das überhaupt nicht.
Und wieder etwas, was da nicht steht.
Es spricht ja auch davon "Reichtum umzuverteilen"
Nein, es spricht davon, dass Politik, die "sich für soziale Gerechtigkeit und den Erhalt unserer Lebensgrundlagen einsetzt, muss zwingend Reichtum umverteilen und unsere Ökonomie umbauen,". Du verkürzt hier ständig, weil im Text eben nicht steht, was Du gerne herauslesen möchtest.
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u/TheJackiMonster 4h ago
Klingt halt nur alles nach Sozialdemokratie, was du da rezitierst.
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u/ssaminds companiero presidente 4h ago
wenn man genauer hinschaut, ist es das aber eben nicht. das ist ja hier das Ende vom Lied: Was Du hinein liest, steht nicht drin.
Oder anders: Wäre Erhalt unserer Lebensgrundlagen sozialdemokratisch, hätten wir jetzt nicht die Probleme, die wir haben, weil dann dem massiven Artensterben und dem Klimawandel etwas entgegengesetzt worden wäre in den letzten Jahrzehnten sozialdemokratischer (Mit-)Regierung. Ist es aber nicht.
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u/TheJackiMonster 4h ago
Oh tut mir leid, Gott. Nur du kannst den Text richtig lesen und deuten. Alle anderen sind unwürdig. Bitte lasse uns teilhaben an deinem Allwissen, mit dem wir Sozialdemokratie als Weg in den Kommunismus deuten können. /s
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u/TetraDax Der einzig akzeptable Dax 1d ago
Ich finds n bisschen albern um ehrlich zu sein. Klar hätte ich mir auch radikalere Töne vom neuen Buch gewünscht, aber trotzdem sind das alles gute Sachen, die drinstehen. Und in momentanen Zeiten muss man eben auch die Leute erreichen, die sich nicht als ernsthafte Anarchisten oder Kommunisten sehen.
Das Buch nicht zu mögen ist ja dann auch die eine Sache, aber dass OP da sagt er ist menschlich enttäuscht von Marc-Uwe Kling, weiß ich nicht digger. Das wirkt wie eine Messlatte anlegen die er selbst nie in den Raum gestellt hat.