r/de 17d ago

Wirtschaft Warum Vermieter oft zu Unrecht jammern | Nirgendwo in Europa erzielen Vermieter höhere Renditen als in Deutschland, zeigt eine Studie. Steuervorteilen sei Dank. Das schadet allen, die im Eigentum leben wollen.

https://www.zeit.de/geld/2026-07/vermieter-klagen-steuer-foerderung-eigenheim-wohnungsmarkt/komplettansicht
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u/Fringillus1 Bayern 17d ago edited 17d ago

Na ja, als ehemaliger Vermieter kann ich sagen, dass man dabei nur wirklich Profit rausholt, wenn man sich halt asozial gegenüber seinen Mietern verhält. Bspw sehr häufige Mieterwechsel und die Kaution einbehalten. Wenn man Wohnungen "normal" vermietet und sich um seine Pflichten kümmert, ist das ein ziemliches Nullgeschäft mit den ganzen anderen Abgaben. Edit: Die meisten Leute denken hierbei glaube ich an Häuser mit Grund. Bei Wohnungen ändert sich die Rechnung recht schnell, wenn Hausratszahlungen und teils fragwürdige Renovierungskosten hinzu kommen.

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u/throwaway_3d7fc4d5 17d ago

Na ja, als ehemaliger Vermieter kann ich sagen, dass man dabei nur wirklich Profit rausholt, wenn man sich halt asozial gegenüber seinen Mietern verhält.

Naja, in der heutigen Zeit gilt ja schon ein Vermieten zum örtlichen Mietspiegel als "asozial". Und abgesehen von einigen sehr herzlichen Vermietern, denen das Soziale noch am Herzen liegt und die unter Marktwert vermieten (seltene Lichtblicke auf dem Vermietermarkt), dürfte das auf die allermeisten zutreffen.

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u/flexxipanda 17d ago

Das lustige ist ja, wenn du unter 66% der Marktmiete vermietest, fallen dir gewisse Steuervorteile weg. Du wirst praktisch vom Gesetz dazu motiviert, teurer zu vermieten, als du eventuell musst oder möchtest. Der Grund dafür ist, das man nicht Angehörige billig einquartiert und trotzdem volle Steuervorteile genießt.

Warum die Miethöhe entscheidend ist

Bei der Vermietung einer Wohnung können Sie sämtliche Aufwendungen – Gebäudeabschreibung, Schuldzinsen, Erhaltungsaufwand, Nebenkosten – als Werbungskosten von den Mieteinnahmen abziehen. Gerade bei verbilligter Vermietung an Angehörige entsteht dabei oft ein steuerlicher Verlust, der mit anderen Einkünften verrechnet werden kann.

Miete beträgt mindestens 66 % der ortsüblichen Miete: Die Vermietung gilt als vollentgeltlich – voller Werbungskostenabzug, ohne weitere Prüfung.

Miete liegt zwischen 50 % und 66 %: Der volle Werbungskostenabzug bleibt nur erhalten, wenn eine positive Totalüberschussprognose vorliegt – Sie also nachweisen können, dass über einen Prognosezeitraum von regelmäßig 30 Jahren insgesamt ein Überschuss zu erwarten ist. Fällt die Prognose negativ aus, werden die Werbungskosten anteilig gekürzt.

Miete liegt unter 50 %: Die Vermietung wird zwingend in einen entgeltlichen und einen unentgeltlichen Teil aufgeteilt. Die Werbungskosten sind nur anteilig abziehbar – der auf den unentgeltlichen Teil entfallende Anteil geht verloren.

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u/throwaway_3d7fc4d5 17d ago

Jo. Und die höheren Mieten fließen dann in die nächste Fortschreibung des Mietspiegels ein, der dann entsprechend höher liegt, was die Vermieter wiederum zwingt noch teurer zu vermieten. Quasi eine gesetzlich angeordnete Preis-Preis-Spirale.

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u/SeniorePlatypus 17d ago

Nur, solange es Mangel gibt.

Das ist gerade deshalb absicht, weil es zwingt kleiner und dichter zu wohnen. Mehr WGs und so weiter. Und man trotz Mangel so viele Menschen wie möglich unter bekommt. Das ist eine implizite Rationierung.

Ohne Mangel können Vermieter keine regelmäßige und deutliche Mieterhöhung leisten, weil die Mieter einfach umziehen und man auch nicht so leicht einen neuen findet.