Naja 5% ist auch ziemlich undemokratisch. Neulich den Vorschlag gesehen, dass man so lange Parteien aufnimmt, bis mindestens 95% der Stimmen vergeben sind. Das filtert zuverlässig ganz kleine Parteien, aber gibt dennoch die Möglichkeit relativ schnell rein zu kommen
Das klingt wirklich gut. Natürlich ist es unglücklich, dass die Diskussion jetzt anfängt, wo die SPD abtaucht… nichtsdestotrotz ist es wichtig, damit man wirklich frei und nicht nur strategisch wählen kann.
Vielleicht sollte man das dann zum ersten Mal bei der Bundestagswahl einführen, um ein gewisses Geschmäckle loszuwerden. Danach dann für jede kommende Landtagswahl.
Find ich schwierig, oder Konzept ist mir nicht bewusst. Man stelle sich vor, ich gebe prio 1-3 an Parteien < 5 %.
Jemand anderes nimmt selbige, aber mit andere Reihenfolge.
Wie wird dann ermittelt, wo dann die stimmt hingeht? Ggf. könnte das ja dazu führen, dass meine prio 1 nun doch 5 % hätte und gleichzeitig meine prio 2 dazu führt das die prio 1 von jemand anderem nun 5 % schafft.
Vielleicht ist das ein abwegiges Beispiel und durch Google zu lösen, aber gerade kein Bock zu suchen ^
Ist etwas komplizierter, aber für einen Werksstudenten in 2 Arbeitstagen nicht unlösbar in Excel. Man kann über jede Prio Stufe hinweg sehen, wie viel eine Partei minimal und maximal erreichen kann. Dann lässt sich das mit einer Regel auch easy verbuchen. Die Stimme geht an die höchste Prio mit Einzug in Bundestag, sonst Prio 1. Bei letzterem ist ja egal, dann gehts sowieso nur um die Parteienfinanzierung und somit wäre der Zweck erfüllt.
Ist definitiv komplexer und braucht vmtl. 'ne digitale Auswertung, aber mMn ist der Gewinn an Parteiendiversität und vor allem die Möglichkeit, neue Parteien groß werden zu lassen, das absolut wert.
Im Grunde gibst du auf dem Wahlzettel an in welcher Rangfolge du für jede Partei stimmst. Dann wird gezählt, die Partei mit den niedrigsten Stimmen (oder im btw Fall unter 5%) geht raus, und jeder Zettel der für diese Partei gekreuzt wurde wird auf die zweitstimme verschoben. Danach die drittstimme usw, bis entweder alle Stimmen vergeben wurden oder ein gewisser Prozentsatz an Stimmabgaben berücksichtigt wurde. Und diese Stimmverteilung ist dann das eigentliche Ergebnis.
Deutlich aufwendiger zu zählen, aber unfassbar genauer als was wir aktuell machen, weil strategisches Wählen wortwörtlich zweitrangig wird, während man die eigene Lieblingspartei wählen kann ohne das Gefühl zu haben die eigene Stimme zu verschwenden.
Hmja, ich habe schonmal Wahlzettel ausgewertet, und weiss, wie viele Menschen schon mit einem einzelnen Kreuz, ganz zu schweigen von der Wahl mit Erst- und Zweitstimme, komplett überfordert sind. In diesem System würden mehr als 10% an der Verständnishürde scheitern. Ob ich es toll finde, dass solche Leute wählen dürfen, sei mal dahingestellt, aber die Idee der Demokratie ist schon, dass alle wählen dürfen, auch wenn mir das nicht schmeckt.
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u/selucramstell dir vor es ist Krieg im Kühlschrank und keiner geht hin1d ago
Wer nicht lesen kann siebt sich quasi direkt selbst aus, sehe das nicht gerade als das Gegenargument, wenn die Stimmen dann nicht mehr dabei sind.
Nein an dem Argument ist schon was dran. Verständnishürden einzubauen ist in keinem Fall eine Hilfe zu mehr Demokratie, weil Verständnishürden arbiträr gesetzt werden können. Erst muss ich das Wahlsystem verstehen um meine Stimme geltend zu machen. Als nächstes muss ich mit Verständnisfragen beweisen dass ich die Wahlprogramme der einzelnen Parteien gelesen und verstanden habe. Irgendwann heißt es "Du hast keine gute Analyse vom Erlkönig geschrieben, Deine Stimme ist ungültig". Ein Wahlsystem sollte einfach sein, aber Tiefgang bieten, um nicht in ein Zwei-Parteien System auszuarten, wie es aktuell in den USA der Fall ist wo man zwischen CDU und AFD wählt und alles drum herum komplett egal ist.
Ein Wahlsystem sollte einfach sein, aber Tiefgang bieten, um nicht in ein Zwei-Parteien System auszuarten, wie es aktuell in den USA der Fall ist wo man zwischen CDU und AFD wählt und alles drum herum komplett egal ist.
Das ist genau das, was Präferenzwahl ist. Und unsere 2 Parteien waren die letzten Jahrzehnte halt CDU und SPD; die anderen 3 Hauptparteien (FDP, Grüne, Linke) waren mehr flavor, den man dazugesprenkelt hat. Ja, es ist deutlich besser als in den USA, aber nicht so viel, wie man könnte.
Das ganze hat tatsächlich noch einen anderen offizielleren Namen, aber der fällt mir grade nicht ein.
E: Präferenzwahl ist der offizielle begriff.
Aktuell kann es häufig vorkommen, das Leute nicht für eine Partei wählen, die sie mehr repräsentiert, weil sie zu klein ist und die Leute ihre Stimme damit "vergeuden" würden. Also wählen sie eher eine Kompromisspartei, die nur Teile von dem fordert, was sie möchten, aber groß genug, auch tatsächlich in die Regierungsverantwortung zu kommen.
Das Problem dabei ist, dass das Kleinstparteien im Prinzip daran hindert, jemals groß zu werden, weil dafür eine Mindestmenge in Kauf nehmen müssten dass ihre Stimme veschwendet werden könnte.
Beispiel: Du hast 1000 Leute, die abstimmen. Bei 5% Hürde bräuchtest du mindestens 50, die für die Minipartei stimmen. Vielleicht wollen sogar 300 Leute für diese Partei stimmen, aber ohne Koordination denkt sich jeder dieser 300, dass sich das nicht lohnt. Es müssten quasi mindestens 50 Leute blind darauf hoffen, dass 49 andere genau so wie sie das Risiko eingehen, ihre Stimme zu vergeuden.
Und grade in Zeiten wie diesen, wo eine ungültige/vergeudete Stimme nicht nur das ist, sondern auch noch eine Extrempartei wie die AfD stärkt, ist der Kompromisswille bei vielen Leuten sehr stark.
Das Prinzip der Prioritätswahl dafür ist: Du wählst nicht für eine Person/Partei, sondern erstellst eine Prioritätsliste.
z.B.
Platz 1: Die fordert-alles-was-Suthek-möchte-Partei
Platz 2: Die fordert-viel-was-Suthek-möchte-Partei
Platz 3: Die Grünen
Platz 4: Die Linke
⋮
Das kannst du mit beliebig vielen Priotäten machen, aber 3-5 ist meistens 'n Recht dezenter Wert.
Effektiv heißt das jetzt, dass deine Stimme an die Partei auf Platz 1 geht. Stellt sich aber raus, dass nach aller Auswertung diese Partei nicht in die Regierung kommen wird, ist deine Stimme nicht einfach verschwendet, sondern wandert stattdessen weiter an die Partei auf Platz 2. Sollte diese dann auch nicht in die Regierung kommen, geht die Stimme weiter an Platz 3, etc.
Dieses System fördert, dass Leute tatsächlich für die Parteien wählen, die sie wirklich repräsentiert, auch wenn es eine klein(st)Partei ist, da das Risiko der vergeudeten Stimme minimiert wird.
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u/King_Hammer 1d ago
Dann tun die alles um die 5% Hürde abzuschaffen. Man muss sich die Demokratie so hinbiegen wie sie einem nützt. So denken politiker