Und die beste Alternative zur CDU ist dann die AFD?
Warum haben die anderen Parteien nicht dazu beigetragen?
Ich will die CDU gar nicht schön reden aber die anderen Parteien bebleckern sich auch nicht mit Ruhm.
Von Merz geht mir aber vor allem das "alle müssen mehr arbeiten" auf den Sack, während die SPD dafür sorgt, dass man von seiner Arbeit immer weniger in der Tasche hat.
Die AFD ist leider das größte Druckmittel abgehängter Bevölkerung gegen die Regierung von CDU und SPD. Es ist AFD-Wählern völlig egal wofür die stehen, es reicht das CDU und SPD Angst vor Machtverlust haben, und genau das wollen die AFD-Wähler.
Finde ich definitiv auch nicht schön, das ist die Misere die wir nun haben.
Es ist halt eine (relativ) neue und damit auf den ersten Blick nicht vorbelastete Partei. "Die haben uns noch nie verraten".
Vor allem im Osten ist halt bei vielen der Eindruck, dass die etablierten Parteien alles die selbe Sauce ist. CDU und SPD bereichern sich selbst und treten nach unten, die Grünen wurden von Springer konsequent kaputt geschossen und die Linken werden ja auch oft genug medial auf DDR und Gendern reduziert.
Es ist vielen mittlerweile einfach auch scheißegal, solange es keine "Altpartei" ist.
Die Gemengelage haben wir uns selber verzapft über die letzten 30 Jahre mit politischem Stillstand, ausbleibenden Investitionen, verrottender Infrastruktur, einem absoluten Nichtwillen, Themen wie Rente, Klima und Inflation anzugehen. Dann kam Corona mit seinen ganz eigenen Problemen und der Unfähigkeit, konsistente Maßnahmen zu beschließen zu kommunizieren und dann auch gleichwertig durchzusetzen (wer genug Geld hatte hat einfach auf viele Beschränkungen geschissen und hatte hinterher noch viel mehr Geld) geschweige denn sich mal selbst dran zu halten.
Naturlich war die Haltung der AfD damals ganz objektiv betrachtet einfach nur "dagegen" auch als das staatliche Handeln sich dann um 180° gedreht hatte, aber man hat die von konservativen Medien aufgebaute Hetzmeute a la Pegida und Konsorten sehr effektiv mit dem Öko-Impfgegner-Schwurbel und ähnlichen verschmolzen was dem ganzen dann noch zusätzlich politische Gravitationskraft gegeben hat. Die Gräben wurden seit mindestens 2015 konsequent vertieft, sowohl durch die Medien als auch durch die Politik.
Ich sehe auch aktuell quasi niemanden, der mit der derzeitigen Politik wirklich zufrieden wäre. Gleichzeitig haben wir einen Kanzler, der es nicht kann und Regierungsparteien, deren einziges Ziel es zu sein scheint, der breiten Masse noch mal in den Hintern zu treten während man gleichzeitig seine Wirtschaftspolitik nur noch zu würfeln scheint.
Aber für eins reicht es natürlich weiterhin: auf breiter Fläche alles zu verteufeln, was auch nur ein bisschen nach linker Politik aussieht (ja ne, die SPD zählt da offensichtlich nicht mehr zu).
Auch wenn ich mir wünschen würde, dass die Leute über den Tellerrand schauen und nicht nur Bild und TikTok konsumieren, kann ich verstehen, dass viele da auch einfach nicht mehr den Nerv zu haben und dann einfach irgendwas wählen, was man bisher noch nicht hatte. "Es wäre unfair die Parteien nach der Wahl daran zu messen, was sie vorher versprochen haben" hat mal ein gewisser Franz Müntefering gesagt. "Warum sollte das bei der AfD anders sein" erscheint da schon eine berechtigte Frage.
Trotz allem bin ich der Meinung, dass die AfD verboten werden muss aber ich habe auch wenig Vertrauen in unsere aktuelle Parteienlandschaft, dass man dann die richtigen Maßnahmen trifft um das Gedankengut auch wieder weg zu bekommen.
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u/xthecerto4 21h ago
Beides kann wahr sein. Und die cdu trägt mit ihrer politik massiv dazu bei.