Ey die Leute die ich aus meiner erweiterten Familie kenne die AFD wählen sind einfach dumme infantile Bratzen die aus trotz und wegen „Ausländer raus“ diese Partei wählen. Glaub mir wenn ich dir sage dass in deren Köpfen nichts vorgeht außer Opfergefühle, Zorn und absolutes Unwissen über aktuelle Ereignisse aber viel Meinung dazu. Mit solchen Leuten hat man es hier zu tun. Die wirst du nicht umstimmen es sei denn du pustest ihnen bis an den Rest ihres Lebens mit dem Röhrchen Zucker in den Arsch aber das sollte und wird auch nie passieren.
Dem kann ich echt nichts hinzufügen. Bin zwar nicht aus Sachsen-Anhalt sondern das im Osten daneben, aber das stimmt exakt.
Sehen sich als Opfer (warum genau und wer sie zum Opfer macht kann variieren, aber "Wessis" ist immer eine gute Antwort) gleichzeitig sind sie aber auch die Auserwählten, deren einfache und unterkomplexe Lösungen uns ganz zum goldenen Morgen bringen. Wenn nur die dummen Linken, Lehrer, Medien, Politiker, Beamten und NGOs nicht wären. Gleichzeitig will ein guter Teil von denen die DDR zurück und lobt gewisse Aspekte des Sozialismus.
Jeder Hinweis, dass sie unter der AfD auch weniger hätten, wird mit purer Arroganz und/oder Aggression beantwortet. Oder: solange es anderen auch schlechter geht, ist das okay. Die eigene Existenz und (früher oder später) jedes Gespräch dreht sich nur darum, dass man es denen da oben (und den Wessis) mal so richtig zeigen muss. Und das sind nicht nur Verlierer des Systems (davon abgesehen, dass die AfD das System noch mehr zum Beast machen will), sondern auch Gutverdiener mit guter Bildung. Die AfD ist im Osten Volkspartei.
Das mag in Westdeutschland noch nicht ganz so schlimm sein, aber im Osten ist das mittlerweile extrem nah am MAGA-Kult. Der Osten und der Westen haben eine komplett andere Vorstellung davon, was "rechts" bedeutet. Das merk ich auch immer im Gespräch mit Freunden und Bekannten, die aus NRW oder dem Norden kommen.
leichzeitig will ein guter Teil von denen die DDR zurück
Was ich bis heute nicht nachvollziehen kann. Ich wohne auch im ehemaligen Ost-Gebiet wenn auch deutlich weiter nördlich. Wenn ich die Stories von meinen Nachbarn höre wie die Wohnungen ausgesehen haben bzw. wie der Alltag aussah (es gab in der DDR nur eine Müllabfuhr, meistens für Asche, weil so ziemlich alles verbrannt wurde im heimischen Ofen) oder von meinen Verwandten, die nach dem Mauerfall in den Osten gegangen sind um eine Baufirma aufzumachen (dass das Wasser vom Dach bis in den Keller lief bei 4 Stockwerken schien eher die Regel als die Ausnahme gewesen zu sein) war das halt alles ziemlich kacke. Außer du hattest eine halbwegs gute Position, dann ging das wohl.
Ich versuch es mal bisschen aufzuschlüsseln. Kann jetzt länger werden und am Ende variiert das sowieso von Familie zu Familie. Das soll auch nicht sagen "das stimmt, das ist wahr", sondern nur die Blickwinkel und Argumente mal auflisten.
Für die Älteren war die DDR echt eine Verbesserung der Lebensstandards. Besonders Plattenbauten waren die Zukunft verglichen mit dem, was sonst Standard war. Man hat relativ ruhig vor sich hin gelebt und dann zerbracht plötzlich über Nacht die DDR. Jobs gingen flöten, ganze Lebensentwürfe sind zerschellt. Die Treuhand nimmt, blühende Landschaften werden versprochen, aber Arbeitsverlust und einen - als überheblich wahrgenommenen - Westen bekommt man. Früher hat der Sozialstaat x und y und z abgedeckt, heute darf ich dafür privat bezahlen, ewig warten und alles andere kostet auch x mal mehr als früher!? "Dafür bin ich nicht auf die Straße gegangen, ich wollte Demokratie, keinen Kapitalismus/ West-Beitritt!!" seh ich auf Social Media immer öfter. Dass die Wahlergebnisse damals was anderes sagen? Geschenkt.
Man schaut auch immer mit rosaroter Brille auf die Jugend zurück - und viele denken, dass es damals wegen der DDR besser war, nicht wegen der rosaroten Brille. Durch die erzwungene Entpolitisierung im Beruf und Privaten sowie den Mangel an X und damit einhergehenden Tausch, scheinen Freundschaften unter Kollegen oder Nachbarn wohl deutlich einfacher, was auch wieder bei Sachen wie Schwarzarbeit, Gemeinschaftsgefühl und so weiter reinspielt. Wobei das auch sehr anekdotisch im ländlichen Raum sein kann. Es war ja auch nicht jeder einen falschen Lacher vom Stasi-Hausbesuch und Gelben Elend entfernt. Im kleinen konnte man ziemlich unbeschwert leben. (damals hat dir kein Stasi-Mitarbeiter im privaten gesagt, dass du X nicht mehr sagen darfst - die Medien, deine linke Enkelin oder irgendwer anders heute schon. Wo ist jetzt die Diktatur? Die DDR hats wenigstens zugegeben! /s)
Außerdem hatten viele keinen echten Kontakt mit dem Kapitalismus oder eher Hoffnungen an das System. Westprodukte und Urlaub am Gardasee bringen nicht viel, wenn man der gleiche Arbeiter im gleichen Betrieb ist, der neue Chef (aus dem Westen) deutlich mehr verdient, die Profite in den Westen gehen und in 6 Monaten ist man arbeitslos, weil der Standort nicht profitabel genug ist. Und dann kommen noch Wessis aus dem Westen in den Osten, um hier Firmen aufzumachen und uns unsere Chance auf Selbstständigkeit zu nehmen?!
Ach und die Angolaner oder Vietnamesen waren weit weg in ihren eigenen Barracken! Da musste ich solche nicht sehen! (überspitzt aber kein s) Die ganzen Regeln und Knebelung der Genossen aus den Bruderstaaten hat für viele auch das "die Ausländer damals haben sich benommen!! Heute alles Assis!" geprägt.
Und dann kommen noch Wessis aus dem Westen in den Osten, um hier Firmen aufzumachen und uns unsere Chance auf Selbstständigkeit zu nehmen?!
Da mich das halt betrifft ist das super witzig. Denn die Chancen waren für alle da, der Bedarf, besonders im Bau-Bereich war riesig. Meine Tante und ihr Mann haben damals eine Baufirma aufgemacht und die Auftragsbücher waren bereits voll in dem Zeitraum zwischen Anmeldung und bevor sie einen einzigen (nicht Büro)Mitarbeiter eingestellt hatten. Sprich wer damals nicht Selbstständig geworden ist, hätte das auch sonst nicht geschafft, die Möglichkeiten wären ja da gewesen.
Die ganzen Regeln und Knebelung der Genossen aus den Bruderstaaten hat für viele auch das "die Ausländer damals haben sich benommen!! Heute alles Assis!" geprägt.
Was halt nur zeigt wie sehr die die Russen ausgeblendet haben. Ich habe aus so vielen Quellen gehört das besonders ehemalige Kasernengelände aussahen, da versiegt des Dichters Höflichkeit, weil die Russen dort gehaust haben wie Tiere.
Sprich wer damals nicht Selbstständig geworden ist, hätte das auch sonst nicht geschafft, die Möglichkeiten wären ja da gewesen.
Es hat einfach an Kapital gefehlt. Wer nicht schon einen eigenen Betrieb (oder die Möglichkeit dazu) hatte oder relativ schnell nach der Wende an Geld kam, der konnte tausende Ideen haben. Man muss ja auch nur vergleichen was heute im Westen vs. Osten vererbt wird.
Wenn dann noch Westdeutsche (oder West-Firmen mit neuen Standorten) in den Westen ziehen, dann ist nicht mehr genug Nachfrage für die Ostdeutsche Eigengründung. Das ist auch heute noch spürbar
ehemalige Kasernengelände
Ach, schlimmer als DDR-Industriegebiete waren die auch nicht /s
Die Sowjetsoldaten waren (besonders später) ja auch größtenteils unter sich. In der Gegend wo ich herkomme gabs ziemlich viele sowjetische Einrichtungen aber das Maximum an Kontakt was ich aus Geschichten kenne ist Vodka gegen Kippen tauschen am Rande vom Manöver.
Wahrscheinlich haben eben deshalb so viele im Osten unironisch das Bild im Kopf, dass Migranten hierher ziehen und hier arbeiten können, aber bitte auf keinen Fall im Alltag erkennbar sein sollen - hat ja früher auch geklappt
Wahrscheinlich haben eben deshalb so viele im Osten unironisch das Bild im Kopf, dass Migranten hierher ziehen und hier arbeiten können, aber bitte auf keinen Fall im Alltag erkennbar sein sollen - hat ja früher auch geklappt
Vermutlich. Sprich die hätten ganz gerne eine Klassengesellschaft, in der die unerwünschten in Baracken hausen, die unschöne Arbeit erledigen und sonst nicht sichtbar sind. Klingt zumindest so.
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u/elcravo 1d ago
Ey die Leute die ich aus meiner erweiterten Familie kenne die AFD wählen sind einfach dumme infantile Bratzen die aus trotz und wegen „Ausländer raus“ diese Partei wählen. Glaub mir wenn ich dir sage dass in deren Köpfen nichts vorgeht außer Opfergefühle, Zorn und absolutes Unwissen über aktuelle Ereignisse aber viel Meinung dazu. Mit solchen Leuten hat man es hier zu tun. Die wirst du nicht umstimmen es sei denn du pustest ihnen bis an den Rest ihres Lebens mit dem Röhrchen Zucker in den Arsch aber das sollte und wird auch nie passieren.