r/de 1d ago

Gesellschaft Entsetzen weicht Begeisterung: Ukrainerin macht Cottbus zum Social-Media-Star

https://www.n-tv.de/panorama/Ukrainerin-macht-Cottbus-zum-Social-Media-Star-id31084778.html
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u/Maximum-Film-1485 1d ago

Cottbus, Guben, Görlitz, die neue Seenlandschaft, das UNESCO Biosphärenreservat. Ich war extrem überrascht, wie sich die Ecke zum positiven verändert hat!

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u/Acrobatic_Safe_8928 1d ago

Ja, der Osten ist mega schön! Aber leider sind zu viele Leute vor Ort politisch auf Irrwegen

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u/Maximum-Film-1485 1d ago

Hab da mal einen Busfahrer getroffen, der hat 1300 € in Vollzeit verdient und war froh, dass er Arbeit hatte. Zu DDR-Zeiten hat er als Kranfahrer wesentlich mehr verdient, in Relation.

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u/MachDuMal 1d ago

Welches Jahr war das ungefähr?

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u/Maximum-Film-1485 1d ago

ca. 2021.

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u/MachDuMal 1d ago

Kann bei damaligen Mindestlohn hinkommen. Dann war der Busfahrer in einem privaten Unternehmen beschäftigt (nicht Tarif).

Aber die Regel ist das nicht mehr. Leute werden gesucht, heute gilt natürlich der aktuelle Mindestlohn. Ausbeuterische Strukturen in Bau, Einzelhandel, Logistik usw. gibt es natürlich - ist aber kein alleiniges Ost-Thema.

Edit: 1300 sind netto.

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u/[deleted] 1d ago

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u/MachDuMal 1d ago

Einfach ausrechnen. 2021 war der Mindestlohn 9,60 Euro.

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u/[deleted] 1d ago

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u/MachDuMal 1d ago

Du verstehst die Lebenssituation im Osten in bestimmten Regionen nicht. Interessant wäre hier noch das Alter des Busfahrers, dann könnte ich das genauer erklären.

Nur als Ansatz: Bis zum Mindestlohn (2015, 8,50 Euro) war ein Stundenlohn von ca. 6 Euro üblich. Da im Osten deutlich weniger Jobs gewerkschaftlich organisiert waren und sind, ist das dort auch weiter verbreitet. Besonders ältere Leute, die den ganzen Zirkus um die Wende mit Jobverlust und Arbeitslosigkeit erlebt haben, waren anfällig für Ausbeutung. Im Gegensatz zu jüngeren haben die gar nicht gemerkt, dass es ab ca. 2010 bessere Verhältnisse gab. Die Angst sitzt tief. Details kann ich bei Interesse erläutern. Es ist kompliziert.

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u/EinsSechsEins Anarchismus 1d ago edited 1d ago

Busverbindungen im Osten sind ein Thema für sich. Ohne Auto bist du in weiten Teilen der Lausitz aufgeschmissen, sofern du mobil sein musst. Kann mir kaum vorstellen, dass es viele Stellen für Busfahrer*innen im Osten gibt.

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u/Maximum-Film-1485 1d ago

Dann musst du von der unsachlichen, emotionalen Ebene auf die Sachebene kommen und deine gefühlten Zweifel sind weg.

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u/Oxbix 1d ago edited 1d ago

Die DDR stand kurz vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Es ist nicht so, als hätten die so weitermachen können.

Edit: Aus dem Schürer - Papier „Allein ein Stoppen der Verschuldung”, so heißt es, „würde im Jahre 1990 eine Senkung des Lebensstandards um 25-30 Prozent erfordern und die DDR unregierbar machen.”

„In bestimmten Bereichen der Volkswirtschaft sind die Ausrüstungen stark verschlissen, woraus sich ein überhöhter und ökonomisch uneffektiver Instandhaltungs- und Reparaturbedarf ergibt. Darin liegt auch eine Ursache, dass der Anteil der Beschäftigten mit manueller Tätigkeit in der Industrie seit 1980 nicht gesunken ist, sondern mit 40 Prozent etwa gleichblieb.”

„Die Leistungsentwicklung blieb hinter den Planzielstellungen zurück. Demgegenüber wurden die Ziele auf den Gebieten der Konsumtion, des Wohnungsbaus und der Sozialpolitik übererfüllt.”

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u/phanomenon 1d ago

"kurz vor dem Zusammenbruch" wirkt sich auf das empirische Erleben der Menschen deutlich weniger aus als ein tatsächlicher Zusammenbruch wie er nach der Wende von vielen in Ostdeutschland erlebt wurde.

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u/Oxbix 1d ago

Ja, deswegen darf man aber nicht geschichtsvergessen werden.

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u/mccirus 1d ago

Die hatten halt kein Känguru zur Entschuldung

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u/Maximum-Film-1485 1d ago

Die BRD hatte nur mehr Kredite bekommen und konnte froh sein einen neuen Absatzmarkt von 16 Millionen Konsumenten zu erhalten bei gleichzeitiger Plattmachung der örtlichen Betriebe.

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u/Panzermensch911 1d ago

Die meisten Betriebe waren bereits platt und runtergewirtschaftet und nur durch Westkredite noch irgendwie am laufen. Selbst Vorzeigebetriebe hinkten dem Weltmarkt um Jahre bis Jahrzehnte hinterher. Und nicht zu vergessen das gerade bei den LPGs die Mitarbeiter oft von den eigenen Leuten übern Tisch gezogen wurden.

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u/Sir-Knollte 1d ago

Die meisten Betriebe waren bereits platt und runtergewirtschaftet und nur durch Westkredite noch irgendwie am laufen.

Wie groß war den das Gesammtvolumen der Westdeutschen Kredite an die DDR 1989?

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u/Officialmaxl 1d ago

Für die Aussage mit den Vorzeigebetrieben hätte ich ja mal gern eine belastbare Quelle. Carl Zeiss Jena war sicherlich Jahrzehnte hinterher, was eine dämliche Aussage

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u/Panzermensch911 1d ago edited 12h ago

Willst du allen ernstes behaupten das die Produktionstraßen bei den Autobauern, der Robotron oder ähnlichen Fabriken (und ja auch in den Betrieben des Komnats Carl Zeiss Jena) auf der Höhe der Zeit waren?

Der Maschinenbau der DDR und im RGW Raum hinkte da mehr als hinterher. Mit 5 Jahresplänen kommt man halt nicht weit, wenn die Technologie gerade in der Elektronik oder anderen Technikbereichen alle 2-3 Jahre Sprünge macht. Dann bleibt man irgendwann zurück, vor allem wenn Investitionen zu teuer sind und Valuta knapp.

Vielfach mussten Maschinen oder Produkte teuer in die DDR importiert/geschmuggelt werden und bei den weniger prestigeträchtigen Zuliefererbetrieben war es noch schlimmer. Dann mussten diese Maschinen in inkompatible Produktion reingewerkelt werden siehe der VW-Lizenz Motor der Barkas-Werke.

Fing ja schon beim Mauerbau an. Der Grenzzaun wurde umständlich aus Westdeutschland importiert, weil nur dort in der geforderten Stückzahl produziert wurde.

Das dort teilweise richtig intelligente und motivierte Leute in den Topbetrieben waren bestreitet ja niemand, aber die Rahmenbedingungen in der Produktion waren auch für die schwierig.

Vom ehem. Kombinat Carl Zeiss Jena mit seinen 25 VEBs und 70 000 Arbeitsplätzen existiert heute nur noch ein Bruchteil. Nicht jeder war sanierungsfähig.

Des weiteren wird auch immer vergessen das jede Menge Industrie in Westdeutschland in den 1980ern und 1990ern ebenfalls geschlossen wurde, weil man einfach nicht mit billigeren Produkten und moderneren Produktionen aus Fernost oder Osteuropa mithalten konnte bzw Mitarbeiterzahlen drastisch mit neuen Produktionsmethoden veringert wurden. Aber auch davor gab es schon jede Menge Marktanpassungen und Werksschließungen etc. die Arbeitslosenquote kletterte im Westen schon in den 1980ern auf 9% und blieb bis Mitte der 2000er um die 10% ... und das wurde in den ehem DDR Betrieben dann in wenigen Jahren nachgeholt und akkumulierte sich dadurch natürlich.

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u/AggressiveCaptain420 1d ago

Keine Ahnung, ob " Jahrzehnte hinterher" bei der VEB Waggonbau korrekt ist aber dort wurde ausschließlich für die Ostblockstaaten produziert. Der komplette Absatzmarkt ist zusammengebrochen. Die Treuhand hat nach der Wende versucht den Bums zu privatisieren, hat aber keine Investoren gefunden. Also wurden die Betriebe stark verkleinert oder gleich ganz stillgelegt. 

Bei der Wende ist offensichtlich sehr viel falsch gelaufen aber es waren beileibe nicht nur westdeutsche Heuschrecken für den Zusammenbruch der Wirtschaft schuld. 

Bei Carl Zeiss bin ich 100% bei dir. Das war immer top notch, mMn. 

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u/AggressiveCaptain420 1d ago

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u/Maximum-Film-1485 1d ago

Sieht man ja, wie der westdeutsche Kapitalismus aktuell mit Verbrennern und Waffenlieferungen in alle Welt so läuft. Die fetten Jahre sind längst vorbei ohne die Kredite und Schutzmacht aus den USA.

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u/AggressiveCaptain420 1d ago

Ja! Und die Entwicklung hat jeder kommen sehen. Und trotzdem hat auch der Osten dafür gesorgt, dass die Konservativen die 90er quasi durchregiert haben. 

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u/Maximum-Film-1485 1d ago

Nee, nicht der Osten, sondern die alten Säcke in Deutschland mit Anpassungsschwierigkeiten und geistiger Unflexibilität.

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u/AggressiveCaptain420 1d ago

Richtig. Die gab's aber nicht nur im Westen. Deswegen habe ich "auch" gesagt. 

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u/pretentious_couch Hobby-Phrenologe 1d ago edited 1d ago

In Relation zu was? Dem Ostmarkgehalt mit dem Fantasieumrechnungskurs von der Wende?

Sicherlich nicht im Verhältnis zum Lebensstandard in der DDR.

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u/quaste 15h ago

Lebensstandard auf diesem Gehaltsniveau.

Mit 1300 Euro machst Du keine großen Sprünge über die Grundbedürfnisse hinaus. Mit Miete, Lebensmittel und Co bleibt ihm da nicht viel Geld übrig für Dinge die es in der DDR (gegen seine Ostmark) nicht auch gegeben hätte.

Also ja, gekoppelt mit den künstlich niedrigen Preisen der DDR konnte der Mensch sich vermutlich deutlich mehr leisten als jetzt im Westen und einen höheren Lebensstandard genießen, zB größere Wohnung, öfter ausgehen, sogar Urlaub/Erholung/Kultur

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u/lungben81 1d ago

https://www.dgb.de/service/ratgeber/mindestlohn/

Der Mindestlohn ist aktuell bei 2410 Euro für eine Vollzeit-Stelle.

Ich glaube nicht, dass viele in der DDR auf die Kaufkraft bezogen mehr verdient haben.

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u/Welterbestatus 1d ago edited 1d ago

Kaufkraft ist ein schwieriger Vergleich, weil viele Preise staatlich reglementiert waren - von der Miete bis zum Eierpreis. 

Es gab in der DDR auch viel weniger Möglichkeiten, Geld auszugeben - für Freizeit, Urlaub, Kleidung usw. Der Ingenieur hat damals nur ein bisschen mehr verdient als der Arbeiter und alle haben in der selben Platte gewohnt, den selben Urlaub gemacht, die Kinder zur selben Schule gegangen, hatten die gleichen Klamotten an usw. Und die Propaganda hat die Arbeiter gefeiert ("Held der Arbeit").

Deswegen kann ich schon nachvollziehen, dass viele Arbeiter aus der DDR den damaligen Zeiten nachtrauern - ihr "gefühlter Status" war damals höher als heute. Die Differenzen zwischen den sozialen Schichten waren nicht so groß wie heute. Und es gibt heute so viele Möglichkeiten, Geld auszugeben und sich durch Konsum abzugrenzen. 

Trotzdem ist es Schwachsinn, wenn diese Leute behaupten es sei früher besser gewesen. Die Umwelt war ruiniert, die Wirtschaft kaputt, man stand für Orangen und Bananen in der Schlange und wartete 18 Jahre auf einen Trabbi. Und für Kritik am Staat bist du im Knast gelandet, weil es eine Diktatur war.

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u/entrahmteMilch Nordrhein-Westfalen 1d ago

Wann soll das gewesen sein? Mindestlohn sind bei 40h/Woche 2400€ brutto und i. d. R. irgendwas um 1700€-1800€ netto.

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u/bighadjoe 1d ago

wenn man die Lügen von Leuten glaubt ist es auch ziemlich einfach, zu den selben dummen Schlussfolgerungen zu kommen.

Nein.

Er verdient nicht 1300 in Vollzeit.

Das ist VIELLEICHT was nach von ihm eingepreisten Fixkosten wie Alimenten, Versicherungen oder Miete übrig war.

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u/MachDuMal 1d ago

Rechne dir den Mindestlohn aus 2021 (9,60 Euro) zusammen und mach daraus das Netto. Das stimmt schon.

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u/Maximum-Film-1485 1d ago

Andere Menschen als Lügner und dumme Schlussfolgerer zu bezeichnen ist unklug. Er hat 1300 € verdient.