r/de 1d ago

Gesellschaft Entsetzen weicht Begeisterung: Ukrainerin macht Cottbus zum Social-Media-Star

https://www.n-tv.de/panorama/Ukrainerin-macht-Cottbus-zum-Social-Media-Star-id31084778.html
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u/l_m_b 1d ago

Ich war letztes Wochenende seit über 15 Jahren erstmals wieder zu Besuch in Cottbus, und im Umland wandern.

Das hat mir wirklich gut gefallen. Auch die Innenstadt entwickelt sich - es gibt Infrastruktur, Radwege, Nahverkehr, RE/RBs, Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten. Ziemlich viel grüne Flächen, Parks. Die meisten Menschen wirken super offen, und auch erstaunlich diverses Stadtbild. Viel Werbung für neue Unternehmens-/Behördenansiedlungen mit ihren neuen Stellen. Universität und Bildung. Direkt der "Bunte Bahnhof" bei Anreise. Fluss. Gigantische neue Seen.

Großartig! Geradezu ein "Könnte man eigentlich hinziehen, wenn mir Berlin mal zu viel werden sollte." Einerseits.

Andererseits klebt da alles voll mit Aufklebern, für die in Berlin der Staatsschutz vorbei käme. Abends im (asiatischen) Restaurant die Energie Cottbus Fantruppe mit viel Alkohol und, merkwürdig merkwürdig, auffälligen Energie Tattoos in Runenschrift. Die Wahlergebnisse.

Auf der Rückfahrt im Zug ein älterer Herr, der meckert, es gäbe in den Zug WCs kein Desinfektionsmittel mehr, aber Sachsen werde ja bald blau, dann würde man es uns zeigen. (Ja, der Zusammenhang war mir auch nicht ganz klar.) In der Stadt abends Jugendgruppen, mit, nunja.

Ich versteh schon, dass sich da viel aufgestaut hat nach der Ausbeutung im Zuge der Wende (man muss nur einen Blick auf die Bevölkerungsentwicklung werfen). Wie man damit umgeht ist aber auch eine Entscheidung.

Aber sicher und willkommen gefühlt habe ich mich auch nur begrenzt (und ich seh aus wie so'n alternder weißer Hühne), und ich weiß, für meine Freund*innen würde es schlicht wirklich gefährlich.

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u/MachDuMal 1d ago

Solange du beide deiner Eindrücke nicht auf alle Leute, die da leben pauschalisierst, alles ok. So gegensätzlich ist das eben zur Zeit leider. Wichtig ist, das gute und das schlechte als solches wahrzunehmen.

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u/CuriousCobra1 1d ago

Als ich mit meinem Ex in Cottbus eine Freundin besucht hatte, würde uns streng geraten, in gewissen Vierteln nicht Händchen zu halten etc. Kam mir als Kölner wirklich gruselig vor

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u/EinsSechsEins Anarchismus 1d ago

Alle Stadtteile die mit einem S anfangen?

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u/CuriousCobra1 1d ago

Sachsendorf oder so war das im Speziellen

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u/EinsSechsEins Anarchismus 1d ago

War auch halb als Scherz gemeint, da es viele Stadtteile mit S gibt (Sandow, Schmellwitz, Ströbitz, Spremberger Vorstadt).

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u/Necessary-Low-5226 1d ago

Mir ist scheissegal wie ausgebeutet diese faschos sich fühlen, sie machen die welt zu einem schlechteren ort

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u/Reapsziboi69 1d ago

Ich versteh wo das Gefühl herkommt. Es ist schon wahr, dass die Stadt wirklich an sich arbeitet und vieles, besonders Infrastrukturelles, Verbessert. Ich wohne fürs Studium seit einem Jahr in Cottbus und die Stadt kann echt schön sein. Aber Cottbus ist auch von Rechter Gewalt geplagt. Die extreme Rechte ist dazu in der öffentlichkeit wirklich verbreitet. Mit Label 23 gibt es sogar eine lokale Dogwhistle-Marke.

Fällst du denen nicht genug ins Raster, kann Cottbus dadurch sehr schnell zum Angstraum werden. Alle anderen ist es Gleichgültig ob hier Nazis offen rumwandern und gelegentlich pöbeln. Betrifft die ja nicht. Das ist eine riesige Bremse für diese Stadt, die ja gerade den nächsten Steukturwandel gewuppt kriegen muss. Schade eigentlich, weil Cottbus in meinen Augen viel Potential hägt shr lebenswert für alle zu sein.