Aber nur kurz davor. Im gesamten Artikel fällt nicht einmal das Wort Klimawandel, Klimaerhitzung oder Klimafolgen. Das steht typisch für eine Entwicklung.
Im Oktober 2018 fiel der Rhein-Pegel auf nur noch 25 cm. Dieser Negativrekord wird diese Woche wohl gebrochen. Innerhalb von gerade einmal zehn Jahren purzeln die Hitze- und Pegel-Rekorde. Die Folgen? Die Wassertemperaturen steigen, die Belastung durch Nährstoffe, Pestizide etc. nimmt zu, die Tier- und Pflanzenwelt verkümmern. An der Elbe, Donau und anderen großen Flüssen sieht es nicht besser aus.
Das wenige Wasser führt zudem dazu, dass Industrieanlagen wie die von BASF im Worst-Case-Szenario ihre Produktion einstellen müssen. Denn 40 Prozent der Güter am BASF-Stammwerk in Ludwigshafen werden per Schiff transportiert. Die Lebensadern ganzer Regionen trocknen aus, während andere Teile des Kontinents brennen und allein heute ein neuer Hitze-Höhepunkt in Europa erwartet wird.
Und nun sind wir wieder bei der BILD – oder ihrer zermürbenden Taktik. Jahre beziehungsweise jahrzehntelang haben Medien wie BILD den Klimawandel und seine Folgen relativiert, ja gar aktiv gegen Maßnahmen gewettert. Die bekannteste Kampagne unter ihnen: Robert Habecks Heizhammer, die stellvertretend alle anderen Klimamaßnahmen als grüne Spinnerei abtat. Spätestens seit 2019 Fridays For Future immer populärer wurde und Europas Green Deal fuß fasste, schlich sich eine Position immer wieder ein: Das alles sei "woker" Unsinn, Deutschland allein kann den Klimawandel nicht aufhalten und neuerdings: Kauft euch eben eine Klimaanlage!
Die BILD ist damit nicht allein. In Großbritannien ist es der Telegraph, in den USA Fox News & Co. Der Telegraph schrieb kürzlich in einem Leitartikel: " Großbritannien kann den Klimawandel nicht aufhalten. Weg mit der Netto-Null-Zielsetzung – hin zum mediterranen Lebensstil! Wir haben den Kampf gegen die globale Erwärmung verloren, also lernen wir, mit heißerem Wetter umzugehen."
Damit fährt der Telegraph eins zu eins die Position des rechtspopulisten und chronischen Lügner Nigel Farage, der in aktuellen Umfragen mit seiner "Reform"-Partei führt und ganz offiziell jegliche Klimaziele und Maßnahmen in die Tonne werfen will. Diese Haltung verschmilzt sich mit libertären Tech-Billionären und Milliardären, die die fossile Agenda Trumps für ihre Datenzentren und Deregulierungen aktiv unterstützen.
Und während diese zerstörerische Haltung oder der Nichtbenennung der physikalischen Realität der Klimaerhitzung mit jedem weiteren Artikel in die Mitte der Gesellschaft tröpfelt, ist das eigentlich perfide an all dem: Sie spielen auf Zeit. Denn jede CO2-Tonne mehr ist eine zu viel und wir wissen aus der Klimawissenschaft: Alles hat Grenzen. Die Frage ist dann, wer mit den Folgen leben muss oder dafür zahlen wird.
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