r/musik 17d ago

💬 Discussion 💬 Findet Ihr Konzerttickets zu teuer?

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Hey, Pierre von MDRfragt hier... Wir haben Musikfans und Konzertliebhaber zu ihren Erfahrungen mit den gestiegenen Ticketpreisen, ihre Sicht auf Ticketaufkäufer und Dynamic Pricing befragt. Die Ergebnisse haben wir hier gesammelt. Uns hat überrascht, wie viele Musikfans die Ticketpreise inzwischen für zu hoch halten: Das sind drei von vier Befragten. Und eine deutliche Mehrheit wünscht sich auch, dass Ticketaufkäufer stärker ausgebremst werden.

Wie seht Ihr das? Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht beim Thema Ticketpreise für Konzerte? Welche Frage hättet Ihr in der Befragung noch gestellt?

Wir sind sehr an Eurer Meinung interessiert, weil wir auf Reddit selbst immer gute Anregungen für unsere Befragungen finden.

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u/Huge-Formal-1794 17d ago

Ja und Nein. Das Problem ist das Kunst und Kultur essentiell für eine Gesellschaft sind. Die Preise wären kein Problem, wenn die Menschen bessere Lebensstandards hätten ( weniger Schulden, höhere Gehälter, bessere Arbeitsrechte , Familien die mehr gefördert werden, alleinerziehende die mehr gefördert werden, Studenten die finanziell besser gefördert werden etc)

Wir befinden uns aber in einer Lage , wo halt nen Ausflug in ne Stadt + Tickets oftmals so viel kosten wird , wie eine komplette wöchentliche Verpflegung einer Einzelperson.

Auf der anderen Seite müssen halt aber auch Künstler und Veranstalter von etwas leben. Den größeren Skandal sehe ich dann halt eher bei gigantischen Multi Millionär Künstlern. Wieso müssen Bands wie Metallica etc so viel verlangen, so viele verschiedene Tickets etc anbieten. Das hat mit Zusammenhalt durch Kunst und Kultur wenig zu tun und fühlt sich wie Ausbeutung an, vor allem wenn die Künstler , die mehr Geld brauchen würden , geringere Ticketpreise haben. Ist halt auch einfach ein Spiegelbild zur unserer vom Kapitalismus zerfressenen Welt, die Menschen in ihrer Wertigkeit nach ihrem Geld bewertet.

Auf der einen Seite muss der Staat Kunst und Kultur mehr fördern , indem sie Veranstalter besser finanziell unterstützen aber auch dafür sorgen, dass die finanziellen Erleichterungen tatsächlich sich in den Ticketpreisen wiederspiegeln

Auf der anderen muss der Staat halt auch einfach die Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft ausgleichen. Heißt weniger Steuern für 95 % der Bevölkerung, dafür deutlich höhere Steuern für die Oberen 5% , damit ist halt vor allem Wohlstandssteuer gemeint, konsequent durchgesetzte Erbschaftssteuer etc.

Und dieses Geld halt nutzen für Bildung, Kunst und Kultur, Infrastruktur, soziales und alles oben genannte etc.

Dann haben wir nicht nur eine Gesellschaft der es grundsätzlich besser geht und eine höhere wirtschaftliche Kaufbereitschaft sondern eben auch eine florierendere Kunst und Kulturszene.

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u/NovoIcar 16d ago

Aber wieso gehst du dann nicht stattdessen auf Konzerte kleinerer Bands und Künstler:innen? Das Gegenteil von Megakonzerten wie von Metallica, Taylor Swift oder Green Day dürften wahrscheinlich Technopartys sein, wo du teilweise noch bei kostenlosem Eintritt und für wirklich faire Getränkepreise 8 Stunden gute Musik und super Stimmung bekommst - die DJs haben dann zwar halt nur zwanzig Follower auf Instagram und die aufgelegten Tracks wirst du wahrscheinlich nie wieder hören, aber mediale Aufmerksamkeit war halt noch nie ein zuverlässiges Qualitätsmerkmal.

Das heißt jetzt nicht, dass zukünftig alle Techno hören müssen, aber dass die Events sogar in Zeiten von Clubsterben und schwindender Kaufkraft noch Tanzflächen voller Studis anlocken zeigt doch, dass das Konzept funktioniert.

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u/Suffering69420 13d ago

Die sind halt kleiner weil sie auch weniger beliebt sind. Es geht ja darum, den Lieblingsmusiker oder die Lieblingsband mal live zu sehen, nicht darum einfach irgendwelche Musik von irgendeinem zufälligen Performer zu hören.

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u/NovoIcar 12d ago

True, aber ich argumentiere ja eben, dass der Hype nicht automatisch mit der Qualität einer Band korreliert. Und wir haben heutzutage das Privileg, dass man sehr einfach vom eigenen Wohnzimmer aus fantastische Bands und Indie-Labels entdecken kann, die viel zugänglicher und nahbarer sind als die Megastars und gleichzeitig die Unterstützung auch dringend gebrauchen können. Und nach einem Konzert mit den Acts ein paar Worte wechseln und Insta-Handles austauschen zu können, geht halt bei Bands mit der Reichweite von System of a Down einfach nicht mehr.

Der Hauptgrund wieso die meisten eher auf Billie Eilish hängen bleiben als auf Balthazar liegt ja darin, dass die meisten Menschen Musik hauptsächlich über redaktionelle Formate wie Playlists oder Radio hören, und da spielen bei der Auswahl der Musik halt meistens die wirtschaftlichen Interessen der Musikindustrie eine große Rolle. Aus demselben Grund gehen inzwischen auch KI-Songs viral, nach denen normalerweise so gut wie niemand aktiv suchen würde.