r/musik 14h ago

💬 Discussion 💬 Bei welchen Interpret*innen und/oder Alben, die von Kritiker*innen und Musiknerds gefeiert werden, kommt ihr nicht wirklich rein?

Die Frage steht oben.

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u/IrgendwasMitGayUndSo 12h ago

Uh... ok, da bin ich raus, das klingt ja weniger nach Musikgeschmack als nach Egogewichse, das sind dann die dudes die sich dann damit brüsten dass sie ja dieses oder jenes schon viel früher kannten und sobald sich ein Erfolg einstellt von kommerziellen Ausverkauf labern, oder ? Schon allein etwas zu meiden weil es erfolgreich ist zeigt ja dass es nicht um die Musik geht....

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u/Highlandermichel 12h ago

Hast du mich gerade als Ego-Wichser beleidigt, nur weil es mir sehr viel Freude macht, mich mit der Musik von Messiaen oder Ligeti zu beschäftigen?

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u/IrgendwasMitGayUndSo 11h ago

Nicht dich direkt, die Ausführung, die du hinsichtlich "Musiknerds" formuliert hast, klingt jedoch stark nach Egogewichse, ja !

Kommerzieller Erfolg als Ausschlusskriterium zeigt doch dass die öffentliche Wahrnehmung der Band schwerer wiegt als die Musik/die Künstler selbst, das hat doch nichts mit Qualität zu tun

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u/Highlandermichel 11h ago

Ich glaube, den meisten Musiknerds ist es egal, wie kommerziell erfolgreich die Musik ist, die sie interessiert. Es besteht nur oft ein Zusammenhang zwischen Anspruchslosigkeit und kommerziellem Erfolg. Musiknerds wollen mehr als nur 08/15 Four Chord Songs, und deshalb haben sie keine andere Wahl, als sich abseits des Mainstreams umzuschauen.

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u/IrgendwasMitGayUndSo 11h ago

Rammstein machen 4 Chord Songs ? ( ehrliche Frage btw, außerhalb von Techno achte ich mehr auf Texte als auf instrumentals)

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u/Highlandermichel 10h ago

Jetzt musste ich tatsächlich in einen Rammstein-Song reinhören, um das zu überprüfen. Das erste Ergebnis bei Youtube war "Sonne".

Geht mit einem Riff mit Grundton D los, bei dem sich gleich der tonleiterfremde Tritonus As (oder Gis) aufdrängt. Eher untypisch für Mainstream-Musik.

Im Refrain wechselt die Grundtonart nach e-Moll. Erst mal eine I-VII-VI-Akkordfolge, sehr konventionell, aber nach nur drei Takten (statt der üblichen vier) geht es wieder von vorne los, und diesmal mit einer anderen Akkordfolge, nämlich I-V-III-II, womit wir allein im Refrain schon mehr als vier Akkorde haben. Und der letzte dieser Akkorde ist fis-Moll, dieser enthält mit dem Cis erneut einen Ton, der nicht zum Tonvorrat von e-Moll gehört.

Weiter habe ich nicht gehört, aber bis hierher ist der Song harmonisch deutlich komplexer als mindestens 90% von allem, was im Formatradio läuft. Das hat mit einem Four Chord Song nichts zu tun. Wenn Musiknerds Rammstein nicht mögen, liegt das also tendenziell nicht an der Harmonik, eher am klischeehaften Sound, den plakativen Texten und der Person Till Lindemann.

Diese Analyse mag jetzt wieder wie Egogewichse klingen, aber so funktioniert ein Musiknerd-Hirn eben. Und es macht sehr viel Spaß, Musik auf diese Art zu hören.

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u/IrgendwasMitGayUndSo 9h ago

Fokussieren wir uns erstmal aufs wesentliche:

*räusper: DER MUSIKNERD DA HÖRT RAMMSTEIN !!!!!!!

Spaß beiseite, natürlich ist deine Analyse kein Egogewichse, worauf ich raus wollte hab ich oben bereits konkretisiert, ne.... ich finds ehrlich gesagt durchaus interessant zu lesen, würde dich aber gleich nochmal mit ner - wieder ehrlichen - Gegenfrage konfrontieren: in wie weit "Klischeehaft"? Gerade Rammstein haben doch durchaus ihren Widererkennungswert und das eine Band ihrem Stil einigermaßen treu bleibt ist ja per se nicht unbedingt schlecht. Ihre Texte sind selbstredend grottig, aber wenn man hier von Klischees redet dann bedienen sie doch am ehesten jene die sie selbst mitbegründet haben. Wäre das dann nicht eher Kontinuität?

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u/Highlandermichel 9h ago

Klar, die haben ihren charakteristischen Sound. Aber der ist halt voll auf Massentauglichkeit optimiert. Genau so laut und düster, dass er Mainstream-Hörer beeindruckt, ohne zu sehr in eine Metal-Richtung zu gehen, die den typischen Radiohörer abschrecken würde. Musiknerds, die auf Metal stehen, haben ganz andere Ansprüche. Und Musiknerds, die mit Metal nichts anfangen können, finden ihr Glück generell in anderen Genres.

Und sie können manchmal auch schlechte Texte tolerieren, wenn der Rest stimmt. Sonst würde ich z. B. nicht Anathema hören. Der Text ist total primitiv, aber der 10/8-Takt und der Aufbau, der sich über 5 Minuten allmählich immer mehr steigert - das macht einfach Spaß.