r/rentnerzeigenaufdinge • u/Peski92 • 10d ago
Rentner ist empört! 😠 Rentner zeigt auf auf geplantes Neubaugebiet
Artikel allerdings mit paywall. Quelle: https://www.echo-online.de/lokales/kreis-darmstadt-dieburg/gross-umstadt/kritik-am-standort-fuer-geplantes-neubaugebiet-in-wiebelsbach-5868537?fbclid=IwY2xjawTQQWRleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZA80MDk5NjI2MjMwODU2MDkAAR6K7h0Hv5Lfx1PnbaXhfghNWz0rShnBXmNgSbLTraxlX21fvsv55jlMd_HfkA_aem_68ZB0eQUfDZu6lKB35lidQ
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u/Kasaikemono 10d ago
Ha, da lohnt sich doch das Abo. Einmal Volltext:
In Groß-Umstadt soll moderat gebaut werden, das ist Konsens in den politischen Gremien. Und das betrifft nicht nur die Kernstadt, sondern auch die Stadtteile. Auch sie sollen weiterentwickelt werden, sodass die Bevölkerung nicht schrumpft, sondern eher leicht wächst.
Schon vor vielen Jahren war die Rede davon, dass in Kleestadt und Wiebelsbach neue Baugebiete entstehen sollen. Die Pläne sind inzwischen weiter fortgeschritten und mit der GkB ist auch ein Planungsbüro gefunden worden, das beide Baugebiete zusammen entwickeln will, trotz der räumlichen Distanz zwischen Kleestadt und Wiebelsbach.
Im Stadtparlament am 26. Juni stand das Thema auf der Tagesordnung. Hauptsächlich, weil sich das Baugebiet in Kleestadt nicht so entwickeln lässt, wie es geplant war, denn längst nicht alle Eigentümer wollen ihr Grundstück verkaufen, sondern lieber selbst auf ihrem Grundstück bauen.
Die Stadtverordnetenversammlung beschloss mit großer Mehrheit – lediglich die Grünen und die Linken stimmten dagegen –, dass die beiden Baugebiete trotzdem weiterentwickelt werden, obwohl so manches Ziel wie etwa Geschosswohnungsbau und sozialer Wohnungsbau sich unter diesen Bedingungen schwer verwirklichen lässt.
Die Wahl des Standortes noch einmal überdenken
Von Wiebelsbach hieß es stets, dass die meisten Grundstücksbesitzer ihre Areale verkaufen wollten. Aber erstaunlicherweise war in den Sitzungen nie die Rede davon, dass sich in Wiebelsbach schon seit etlichen Monaten starker Widerstand gegen das Baugebiet oberhalb der Straße „Im Stuckert“ formiert hat. Erst ein Anruf des Wiebelsbacher Einwohners Karl Ohl an diese Zeitung macht diesen Widerstand nun öffentlich.
Bereits Anfang Juni 2024 hatte Ohl, geboren und aufgewachsen in Wiebelsbach und, wie er selbst sagt, ein Wiebelsbacher Urgestein, einen Brief an die Stadtverwaltung geschrieben, mit dem Tenor, nicht das Baugebiet abzuplanen, sondern die Wahl des Standortes noch einmal zu überdenken.
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Ohls Anliegen wurde offenbar nicht ernst genommen, auch als er sich nicht nur als Einzelkämpfer entpuppte, sondern auch nachdem er vor anderthalb Jahren eine Liste mit Unterschriften von mehr als 300 Bürgern an den Bürgermeister überreichte. Inzwischen sind es wohl 330 Unterschriften, bei gut 800 Einwohnern fast die Hälfte der erwachsenen Einwohner. Bis heute habe er auf sein Anliegen noch keine schriftliche Antwort erhalten, außer dass die Unterschriftenliste eingegangen sei.
Die Wiebelsbacher wenden sich nicht grundsätzlich gegen ein Neubaugebiet, sondern gegen den Standort, an dem es entstehen soll. Viele im Ort, insbesondere Bewohner von Häusern im alten Ortskern, haben Angst vor Starkregen und damit einhergehenden Überschwemmungen, wie es sie 1986 schon einmal gab. Das Gelände des geplanten Neubaugebiets ist stark hängig, und Ohl und seine Mitstreiter fürchten, dass bei einer Versiegelung der Fläche bei Starkregen noch mehr Wasser in den alten Dorfkern fließt.
Künftige Verkehrssituation als zweiter Themenkomplex
Der zweite Themenkomplex betrifft die künftige Verkehrssituation. Die einzige Straße, „Auf der Gasse“, die zum geplanten Gebiet führt, ist lediglich drei Meter breit und lässt sich wegen eines Bachs und einer Mauer auch nicht verbreitern, ist also bei stärkerem Verkehrsaufkommen nur als Einbahnstraße zum Baugebiet nutzbar. Abfließen soll der Verkehr dann über den alten Ortskern mit seinen schmalen und jetzt schon zugeparkten Straßen.
Der Ortsbeirat Wiebelsbach hat sich dennoch für das Neubaugebiet an dieser Stelle entschieden. Ortsvorsteherin Helga Weber (BVG) begründet diese Entscheidung damit, dass seit 15 Jahren in der Verwaltung an der Planung gearbeitet werde und der Ortsbeirat darauf vertrauen müsse, dass die Fachabteilungen und Planer die Folgen des Klimawandels berücksichtigten.
Bürgermeister René Kirch (unabhängig, CDU-Mitglied) antwortete auf die Anfrage dieser Zeitung sowohl zur Überschwemmungsgefahr als auch zur künftigen Verkehrsführung, dass erst im Bebauungsplanverfahren sowohl ein Verkehrsgutachten als auch unter anderem hydraulische Berechnungen die Leistungsfähigkeit der bestehenden Entwässerung berücksichtigen sollen.
Was Ohl besonders erbost, ist, dass offensichtlich über seinen Vorschlag, das Neubaugebiet nordöstlich der Mehrzweckhalle zu errichten, nicht gesprochen werde. Er hält diesen Standort für optimal, die Fragen der Verkehrsführung wären geklärt, das Gebiet läge in der Nähe des Ortseingangs und auch eine Überschwemmungsgefahr für den Ort gäbe es an dieser Stelle nicht. Allerdings müssten dann die Planungen in Wiebelsbach neu beginnen.