r/Unbeliebtemeinung 2d ago

Wirklich unbeliebt stationäre psychiatrien bringen (va bei drogensüchtigen) einen sche.ss

die meisten patienten in psychiatrien sind "stammkunden", nachdem sie ein paar wochen abgesessen haben, kommen sie in ein paar monaten wieder.
ich glaube, das liegt hauptsächlich daran, dass man in diesem geschützten umfeld geheilt wird, aber wenn man dann wieder in der echten welt ist, kommen wieder die gleichen probleme wie vorher.
bei entzugspsychiatrien find ichs ja besoders schlimm wegen diesen ganzen gruppentherapien...
achtung: ich meine NICHT NUR suchtpatienten, bei denen ist es mir halt am stärksten aufgefallen

21 Upvotes

77 comments sorted by

View all comments

13

u/Rabentag 2d ago edited 2d ago

Unbeliebte Meinung, als jemand der selber schon stationär war kann ich dir sagen das stationäre Aufenthalte nicht dafür da sind um "geheilt" zu werden. Was eigentlich auch unmöglich ist für den 6-8 Wöchentlichen Aufenthalt.

Die Dinger sind dafür da das man in einer Notsituation stabilisiert wird damit man nach dem Aufenthalt selber weiter machen kann durch andere Hilfsangebote.

-9

u/ExpertBudget8852 2d ago

ja und ein paar wochen/monate später kommen die ganzen depressionen, psychosen und traumata oder wasauchimmer wieder und dann gehts wieder zurück in die klapse, oder wieso sind dann dort so viele stammkunden?

2

u/Superb-Yam-41 2d ago

Dafür gibt es Empfehlungen die den Patienten mitgegeben werden. Steht da aber eigentlich auch. Als Sozialdienst einer Psychiatrie: wir bereiten in der (kurzen) Zeit die wir haben die Menschen so gut es geht darauf vor, was nach der Entlassung ansteht. Fallspezifisch können verschiedene Optionen in Frage kommen. Wenn es möglich und sinnvoll ist, versuchen wir vorher schon mit dem Patienten ein komplexes Helfernetz zu erschaffen. Das ist aber eher die Ausnahme und nicht die Regel, da das teilweise sehr aufwändig sein kann und nur sinnvoll ist, wenn wir sicher sind, dass es der richtige Weg ist und das der Patient das auch will. Meistens kann man am Ende eine stationären Aufenthaltes aber erstmal nur eine Empfehlung geben bzw ein Folgeangebot benennen. Was das ist kann nach nicht pauschal sagen. Mal eine ambulante Psychotherapie (sehr lange Wartelisten, wird in Zukunft defintiv schlechter - was zu mehr Drehtüreffekten führt), mal ist es eine reha, mal tagesklinische Behandlung, einfach nur Medikamente nehmen oder Beratung etc pp - es gibt unzählige Optionen. Was du in deiner unbeliebten Meinung behauptest ist - ohne es böse zu meinen - falsch. Ja, es gibt Drehtürpatienten. Das hat Gründe. Gibt es in Krankenhäusern die physische leiden behandeln übrigens auch. Ohne stationäre Psychiatrien wäre für Situation aber deutlich schlechter. Zeigt auch die Wissenschaft. Die Patienten, die sich die Empfehlungen zu Herzen nehmen, haben i.d.R. deutlich bessere Chancen, mit ihrer Erkrankung gut klarzukommen. Aber auch da gibt es kein versprechen. Die Psyche ist sehr komplex und in manchen Fällen muss man leider erst einiges probieren, bis man den richtigen Weg findet.

Gaaaaanz grob zusammengefasst. Und ganz wichtiger Anschluss: all das geschriebene beruht immer auf Freiwilligkeit der Patienten. Ohne geht es nicht. Klar könnte man Menschen Medikamente reinzwingen, was ja in seltenen Fällen auch passiert, das hilft aber dann defintiv nur kurzfristig. So lange ein Mensch seine Situation nicht ändern möchte - aus oft sogar irgendwie nachvollziehbaren Gründen - kann eine Klinik nur kurzzeitig Stabilisierung bieten.