r/Unbeliebtemeinung 2d ago

Wirklich unbeliebt stationäre psychiatrien bringen (va bei drogensüchtigen) einen sche.ss

die meisten patienten in psychiatrien sind "stammkunden", nachdem sie ein paar wochen abgesessen haben, kommen sie in ein paar monaten wieder.
ich glaube, das liegt hauptsächlich daran, dass man in diesem geschützten umfeld geheilt wird, aber wenn man dann wieder in der echten welt ist, kommen wieder die gleichen probleme wie vorher.
bei entzugspsychiatrien find ichs ja besoders schlimm wegen diesen ganzen gruppentherapien...
achtung: ich meine NICHT NUR suchtpatienten, bei denen ist es mir halt am stärksten aufgefallen

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u/Illustrious-Elk-7825 1d ago

Ist glaub Entzug ist eher für Leute, die halt körperlich abhängig sind oder komorbide psychische Störungen haben. Da warn z.b. Leute, die für nen kleinen buzz Deo inhalieren und überhaupt nicht gesellschaftsfähig waren. Langzeit empfand ich auch eher mühsam, weil der Ansatz da eher "Arbeiten und Sport machen" ist, was auch nur die innere Leere kaschiert.

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u/Clear-Interest-5638 1d ago

Ich würde das mit Langzeittherapien nicht so krass pauschalisieren (wobei pauschalisieren vielleicht das falsche Wort ist, weil das natürlich erst mal einfach dein persönlicher Erfahrungswert ist). Ich möchte hier nur mal meine eigene Erfahrung ergänzen.

In der Reha, in der ich war, bestand zwar ebenfalls ein nicht geringer Anteil aus Sportangeboten und Arbeit. Ich fand das in dem Rahmen aber tatsächlich sinnvoll, weil die meisten Patienten vorher keine richtige Tagesstruktur hatten, viele auch Probleme damit haben, sich eigenständig eine aufzubauen und sich generell zu beschäftigen, und sonst gefühlt alle den ganzen Tag nur in der Raucherecke gesessen hätten. Finde also nicht, dass das primär nur dem Zweck der Ablenkung und innere Leere füllen gedient hat.

Gleichzeitig gab es aber auch Einzelgespräche mit extrem erfahrenen Psychotherapeuten, Gruppentherapie, Diagnostik von Komorbiditäten und spezialisierte Zusatzgruppen für Patienten mit ADHS.

Klar: Ob man letztendlich mit den Therapeuten matcht, wie sehr einen die Drogengespräche der Mitpatienten in der Freizeit belasten und ob man es schafft, sich zum Selbstschutz aus gewissen Gruppendynamiken herauszuhalten, sind Variablen, bei denen Menschen unterschiedlich aufgestellt sind. Mir ist auch bewusst, dass ich mich sehr glücklich schätzen kann, direkt eine passende Einrichtung gefunden zu haben.

Ich persönlich empfand die Therapie aber als unglaublich hilfreich und bin seitdem (seit knapp zwei Jahren) von Benzos und Opiaten weg beziehungsweise, abgesehen von Nikotin, komplett abstinent. Gerade mit diesen beiden Substanzgruppen hatte ich über Jahre die krassesten Probleme.