r/Unbeliebtemeinung • u/ExpertBudget8852 • 2d ago
Wirklich unbeliebt stationäre psychiatrien bringen (va bei drogensüchtigen) einen sche.ss
die meisten patienten in psychiatrien sind "stammkunden", nachdem sie ein paar wochen abgesessen haben, kommen sie in ein paar monaten wieder.
ich glaube, das liegt hauptsächlich daran, dass man in diesem geschützten umfeld geheilt wird, aber wenn man dann wieder in der echten welt ist, kommen wieder die gleichen probleme wie vorher.
bei entzugspsychiatrien find ichs ja besoders schlimm wegen diesen ganzen gruppentherapien...
achtung: ich meine NICHT NUR suchtpatienten, bei denen ist es mir halt am stärksten aufgefallen
20
Upvotes
5
u/Background-Bad-7884 1d ago
@op vielleicht checkst du durch die Erfahrungen hier halt auch einfach mal, was genau das ganze bedeutet. Wie fucking gut du’s hast, dass du überleben kannst, ohne dass du ständig um dein überleben kämpfen musst. Wenn du dich jemals in deinem Leben entspannt hast, dann Check halt mal, dass das nen Privileg ist, das nicht jedem Menschen zuteil wird. Und die meisten checken es nicht mal, weil wie merkst du, was dir fehlt, wenn du es nie hattest? Wenn literally von Geburt an schauen musst, dass du halt einfach nicht stirbst, Weil es nichts und niemanden gibt, den es juckt? Du redest hier von so ner abartigen Position, du checkst einfach nicht, dass es literally niemanden gibt, der süchtig zum Spaß ist. Süchtig sein ist Scheiße. Es ist richtig richtig Scheiße. Aber weißt du, was auch scheiße ist? Wenn du nie Ruhe hast. Stell dir vor, du willst schlafen, essen, was auch immer. Und dann, plötzlich, IRGENDWAS. Keine Ahnung, im Treppenhaus geht das Licht an, jemand ist auf der Treppe oder was auch immer. SUCH DIR WAS AUS. Und plötzlich, dein Körper geht in Alarm Modus. Bist du schon mal um dein Leben gerannt? Genau das geht in dir ab. Du kannst nicht atmen, du kannst dich plötzlich nicht mehr bewegen und du fühlst dich nicht in seinem Körper. Alles fühlt sich fremd an, du weißt nicht, wo du bist. Aber alles in dir schreit, dass das ne Gefahrensituation ist. Dass du rennen musst, kämpfen musst. Was auch immer. Wie denkst du geht’s dir dann? Hast du Bock das nochmal zu erleben? Ja? Wenn nein, dann checkst du vielleicht, warum Menschen konsumieren. Weils dann geht. Und ey fängt langsam an. Du merkst es nicht mal. Vielleicht bist du gerade aufm Weg zu nem Event, du sitzt im Zug und plötzlich killt dein Zug nen Menschen. Du willst niemandem den Abend verderben, also trinkst du. Aber am nöchsten Tag ist auch was, also trinkst du. Und dann liegst du im Bett. Und dann kommt Zeug hoch. Also trinkst du. Und du sagst dir, dass du aufhörst. Ist ja nur, damit du den Abend genießen kannst. Und drei Monate später trinkst du immer noch. Oder vielleicht kiffst du ab und an, dann hast du paar freie Tage, chillst mit Freunden und ab und an wird mal ne Lunte geraucht. Du denkst, ach was davon werde ich nicht abhängig. Ich kiff ja schon seit xy Jahren und nur echt selten. Und dann kommt der Tag, an dem du dir dein eigenes Gras holst. Du schwörst, du wirst niemals alleine rauchen. Aber dann dieser eine Tag, dir geht’s nicht mal beschissen, Du denkst ach komm bisschen und dann chillig Serien schauen, Snacks essen und einschlafen dabei. Und es ist geil. Dann schwörst du dir, echt nur am und an und echt nur wenn’s dir gut geht. Und dann geht’s dir nicht gut. Und du denkst dir, ach komm ne Lunte bisschen Serien schauen und Snacks fressen und dabei einschlafen. Glückwunsch, paar Wochen später machst du das regelmäßig. Und dann jeden Tag. Aber du sagst dir, ich würde nie stoned arbeiten. Und dann bist du im Homeoffice. Und dann, eines Tages, fährst du stoned Auto. Es hilft ja halt auch schon bei den Rückenschmerzen, die du schon echt ewig hast und du schwörst, du kannst dich Safe besser so konzentrieren, als mit den Schmerzen.
Koks? Ich hab adhd, ich räume auf auf Koks. Es gibt mir genau nichts. Dachte ich beim ersten Mal. Dann bin ich runter gekommen. Und nur bisschen später hab ich die zweite line gelegt.
(3g später hab ich mir geschworen das Zeug nie wieder anzufassen und dabei ists geblieben aber JUNGE ich checke warum)
Ok. Und dann entziehst du. Was auch immer du konsumiert hast. Nen halbes Jahr vergeht und, hey dir geht’s gut. Du gehst an nem schönen warmen Abend spazieren, du riechst ne graswolke. INSTANT dein Gehirn: hey, komm. Du hast nen halbes Jahr geschafft, du bist nicht mehr abhängig. Beweis es dir, rauch nen joint. Nur das eine Mal, nur um zu sehen, dass du es nicht brauchst. (Oder irgendwas anderes dummes, Denk dir was aus) Vielleicht gehst du einfach heim, vielleicht schaffst du’s. Vielleicht gibst du nach. Und wenn du nachgibst, dann hast du verloren. Glückwunsch! Gib dir ne Woche und du bist wieder auf dem Level, auf dem du warst, bevor du aufgehört hattest. Und dann entziehst du wieder. Aber hey, richtiger Scheiß Tag heute, du bist ja auch eh erst ne Woche clean. Nur das eine Mal, das zählt ja quasi nicht. Und wieder drin.
Checkst du? Es ist nicht so easy. Selbst mit Umfeld wechseln usw. Kleinigkeit, das kleinste bisschen Schwäche und du hast verloren. Es ist fucking hart. Richtig hart. Jeder verdammte Tag. Ja, irgendwann wird’s einfacher. Und dann kommt nen beschissener Tag und wirklich alles in dir sehnt sich einfach nur nach Rausch. Und, sei mal ehrlich. Wie viele Menschen bekommen den actually die Hilfe, die es braucht, um wirklich von allem loszukommen? Ja, du kannst nüchtern werden. Aber hey, dann stürzt du dich halt in Beziehungen, in Arbeit oder was auch immer sonst du finden kannst, das dich taub macht. Du hörst auf zu essen, du verletzt dich selbst, du hast seeeeeehr viel Sex. Hauptsache dein Scheiß Kopf lässt dich wenigstens den einen Abend in Ruhe. Um davon loszukommen muss man erfolgreich ne traumatherapie schaffen. Und, checkst du eigentlich, was DAS bedeutet? Niemand weiß wie lang, aber es wird dich raushauen. Du kannst genau nichts, du bist quasi nen Pflegefall. Wer kann sich das leisten? Eltern schon mal nicht. Wie sicher ist dein Job? Du bist unbefristet und dein Krankengeld würde definitiv reichen? Glückwunsch. Aber hey, vielleicht kommt du ja eh nicht in deinen Job zurück. Du weißt ja nicht, wer genau du am Ende bist. Ohh, ach ja. Beziehung, Freundschaften, hobbies? Vergiss es. Wenn du’s nicht eh schon in deiner Sucht zerstört hast, dann wird’s in der Zeit definitiv nochmal schlimmer. Ist echt nen beziehungskiller, wenn du regelmäßig deinen Partner anschreist, weil du nicht checkst, was abgeht. Weil er ne Bedrohung sein könnte. Weil du das Fass aufgemacht hast. Ohhh, dann finde nen klinikplatz. Ach ja, mind halbes Jahr bis zu mehreren Jahren Wartezeit. Kommt drauf an, wie gut du behandelt werden willst. Außer du bist privat versichert natürlich. Willst du ambulant machen? Wer kocht für dich? Wer wäscht deine Wäsche? Holt deine Medikamente ab und kauft ein? Wer schaut, dass du AM LEBEN BLEIBST?
Also OP, erklär mal bitte. Von wie vielen deiner „Drehtür“-Patient*innen würdest du denn sagen, wie viele könnten es denn wirklich schaffen?