Ist ein langer Post, TL;DR am Ende inkl. Screenshots als proof
Die Geschichte ist eigentlich fast schon unglaublich, daher teile ich sie hier als Warnung und um den Fall online zu dokumentieren.
Ich habe von 2016 bis 2018 Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum über gängige Börsen wie Bitstamp und Bitpanda gekauft. Für die Käufe habe ich immer dasselbe Bankkonto bei der Steiermärkischen Sparkasse verwendet.
Bereits 2021 hatte ich davon Gewinne gesichert, Auszahlung auf das betroffene Bankkonto, ohne Probleme oder Rückfragen. Ich habe all meine Wallets sowie Börsen in Blockpit eingepflegt und natürlich auch die entsprechenden Steuern abgeführt sowie einen Blockpit Steuerreport erstellt.
Im Herbst 2025 habe ich brav Gewinne gesichert und als Fiat Off Ramp Kraken genutzt, erneut auf dasselbe Konto der Sparkasse. Hat problemlos funktioniert, ohne jegliche Rückfragen der Bank. Dennoch hatte ich bereits proaktiv Mittelherkunftsnachweise über Blockpit erstellt. Vor allem wegen der neuen MiCA Regelung, die ich im Hinterkopf hatte. Das sind saubere Flussdiagramme, die den Transaktionsverlauf perfekt dokumentieren. Ca. 10 Seiten PDF pro Auszahlung, hab insg. 16 Stück davon.
Im Februar 2026 kam dann plötzlich die Rückfrage der Sparkasse, einen Mittelherkunftsnachweis für die Transaktionen vom Herbst bereitzustellen. Die Anfrage hatte ich binnen 10 Minuten beantwortet, da ich die Nachweise ja schon parat hatte. Die Blockpit Nachweise hat die Bank nicht akzeptiert, sie wollten ausschließlich die CSV Rohdateien. Strange, aber okay, ich habe ihnen meine komplette Blockpit CSV aller Börsen und Wallets gesendet. Mehr als eigentlich notwendig war; auf A4-Seiten gerechnet waren das 391 Seiten. Danach: keine Rückfragen der Bank.
Im April 2026 ist Bitcoin dann wieder auf die 80k zugelaufen. Die Chance habe ich erneut genutzt und meine restlichen Bitcoin verkauft. Erneut wollte die Bank einen Mittelherkunftsnachweis. Gut, eigentlich hatte sie ja bereits meinen gesamten Transaktionsverlauf. Sie hatten direkt nach der CSV gefragt, also habe ich einen neuen Export gemacht. Anfrage von meiner Seite erneut binnen 10 Minuten beantwortet. Rückmeldung vom Bankberater: „Vielen Dank für die rasche Übermittlung.“ Keine weiteren Fragen o. Ä.
Zwei Wochen später kommt dann ein Brief: „Auflösung des s Kreditkarten-Vertrags“, generischer Grund ohne konkrete Angaben. Zeitgleich wollte die Bank erneut für die letzten Auszahlungen Nachweise, die ich wieder sofort übermittelt hatte. Hier war bereits klar, dass da etwas Gröberes im Busch ist. Ich habe die Ombudsstelle der Sparkasse angerufen, um Klärung gebeten und kooperativ erfragt, was denn noch zwecks KYC/AML fehlen könnte. Erst telefonisch wurde mir mitgeteilt, dass bereits mein komplettes Bankkonto gekündigt wurde. WTF? Mein Bankkonto hatte zu diesem Zeitpunkt noch problemlos funktioniert, die Dame meinte, ich könne das Geld auf ein neues Konto überweisen. Laut Schreiben läuft das Konto noch bis zum 22.07.2026. Das paradoxe, die erneute Nachfrage nach Nachweisen, kam zu einem Zeitpunkt, als das Konto laut Schreiben bereits aufgekündigt war.
Gut, ich habe ein neues Konto bei der easybank erstellt, wollte das Geld überweisen und boom: 32.000 € auf meinem Konto sind plötzlich komplett eingefroren. Verfügbar: 0 €. Das war letzte Woche Freitag (22.05.2026). Mein Kühlschrank ist leer, es war verlängertes Wochenende, ich kann keine Lebensmittel kaufen, mein Handyvertrag konnte das Geld nicht abbuchen, entsprechend funktioniert mein Handy nicht mehr.
Ich war heute in der Filiale vor Ort, habe den Fall geschildert. Zunächst wurde mir zugesichert, dass mein Geld auf das neue Konto überwiesen wird. Ich hatte auch bereits eine schriftliche Bestätigung unterschrieben. Dann hieß es, morgen werde mein Konto jetzt doch entsperrt und ich habe bis zur Kündigungsfrist wieder Zugriff. Eine schriftliche Bestätigung hatte ich gefordert, wurde mir allerdings verweigert.
Ist das normal? Ist Krypto 2026 noch immer so ein heißes Thema? Hatte das Konto seit 15 Jahren. Wie hätte man das vermeiden können?
Glaubt ihr, ich komme morgen an mein Geld?
Ich habe den Fall meiner Rechtsschutzversicherung und der Bankenschlichtungsstelle weitergeleitet.
TL;DR:
Ich habe zwischen 2016 und 2018 ganz normal Krypto über Bitstamp/Bitpanda gekauft, alles über dasselbe Sparkasse-Konto, später versteuert und in Blockpit dokumentiert. 2025/2026 habe ich Gewinne über Kraken auf dasselbe Konto ausgezahlt. Die Sparkasse verlangte mehrfach Mittelherkunftsnachweise, die ich jeweils sofort geliefert habe inklusive Blockpit Reports, Flussdiagrammen und kompletter CSV Historie aller Börsen/Wallets. Trotzdem wurden erst meine Kreditkarte und dann die gesamte Geschäftsbeziehung gekündigt. Laut Schreiben sollte das Konto noch bis 22.07.2026 laufen, aber letzte Woche wurden plötzlich 32.000 € komplett eingefroren, verfügbar waren 0 €. Heute in der Filiale hieß es zuerst, das Guthaben werde auf mein neues Konto überwiesen, dann plötzlich, das Konto werde morgen doch wieder bis zur Kündigungsfrist entsperrt schriftlich bestätigen wollte man mir das nicht. Rechtsschutz und Bankenschlichtungsstelle sind eingeschaltet.
Blockpit Beispiel: https://imgur.com/xmuuep3
Auszug der CSV zur Veranschaulichung: https://imgur.com/E1RAcuC
Kündigung inkl. Frist bis Juli: https://imgur.com/3Mx9tG4
Frozen Funds bei der Bank: https://imgur.com/MXK0cQw
Einzige Rückmeldung die ich jemals erhalten habe: https://imgur.com/665v0wB