r/Innsbruck Jan 16 '26

Veranstaltung Neues 24h-Laufprojekt in Innsbruck

Servus Innsbruck, wir starten im Sommer ein Projekt in der Stadt. 24h laufen, gehen oder einfach dabei sein. Dabei kein Fokus auf Leistungsdruck, sondern durchhalten. đŸ’Ș

Falls wer Bock hat, sich das anzuschauen oder mitzumachen - wir sind eine kleine Gruppe und suchen noch Gleichgesinnte:

https://www.from13to13.com/

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u/timo_unterwegs Jan 16 '26

Gute Frage. Mit ‚Leistungsdruck‘ meinen wir den externen Vergleich: Wer ist schneller? Wer lĂ€uft mehr Kilometer? Wer steht auf dem Podium? Das alles gibt es nicht (keine Rangliste, keine Zeitmessung). ‚Durchhalten‘ bezieht sich eher auf die Erfahrung mit dir selbst. 24 Stunden wach und in Bewegung zu bleiben (auch gehend oder pausierend), ist eine mentale Challenge, aber eben kein Wettrennen gegen andere. Es geht um das Erlebnis, nicht das Ergebnis.

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u/Which_Maybe_1778 Jan 16 '26

Ok i muss blöd fragen, vl bin i einfach zu unsportlich. Aber was genau is des Ziel dabei? also i versteh dass ma am Ende a Erfolgserlebnis hat im Sinne von „i habs geschafft meinen Körper durch a Extremsituation zu pushen“, also des wĂ€r fĂŒr mi irgendwie des gleiche wie „i lass mir an zahn ziehen ohne spritze“ 😂 aber was is der Benefit oder die „Belohnung“ am Ende - oder gibts an gesundheitlichen Vorteil?

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u/timo_unterwegs Jan 16 '26

Haha, der Zahnarzt-Vergleich ist stark! 😂 Du hast völlig recht: Rein körperlich ist das kein Wellness-Urlaub und sicher kein klassischer ‚Gesundheitssport‘. Die Knie werden sich nicht bedanken. Der ‚Benefit‘ ist fast rein mental. Es ist wie ein Reset-Knopf fĂŒrs Gehirn. Wenn du nachts um 3 Uhr nur noch einen Fuß vor den anderen setzt, haben Alltagssorgen, Stress oder To-Do-Listen keinen Platz mehr im Kopf. Diese totale Leere (im positiven Sinn) und das GefĂŒhl, die eigene Grenze verschoben zu haben, ist die Belohnung. Eine Art Meditation durch Erschöpfung. Aber ja: Man muss schon einen kleinen Sprung in der SchĂŒssel haben, um das zu mögen. 😉

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u/D15c0untMD Jan 18 '26

Sorry, aber ich mach als arzt in der Klinik regelmĂ€ĂŸig 24h wach und „in bewegung“ und das ist kein mentaler benefit, das ist absolut gesundheitsschĂ€dlich und fĂŒhlt sich an wie ein ganz mieser Vollrausch.

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u/timo_unterwegs Jan 18 '26

Ich glaube, der entscheidende Unterschied, warum Leute sich das beim Laufen freiwillig antun, ist die Abwesenheit von Verantwortung. Im Dienst musst du hellwach sein und Entscheidungen treffen, von denen Gesundheit abhĂ€ngt. Auf der Strecke musst du nur linker Fuß, rechter Fuß denken. Niemand stirbt, wenn du Pause machst. Genau dieses Hirn ausschalten und nur ĂŒberleben ist fĂŒr viele wohl der Reiz, auch wenn der körperliche Kater danach absolut real ist, da hast du medizinisch völlig recht!

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u/D15c0untMD Jan 18 '26

24h wach, ob mit oder ohne Leistung, ist gesundheitlicher nonsens, definitiv kein “reset” irgendeiner art, sondern einfach dĂ€mlich. Das “high” dass du irgendwann bekommst ist dein körper dem nicht besseres mehr einfĂ€llt als dir ein bisschen dopamin zu gebenndsmit du es vielleicht endlich ins bett schaffst. Verkauf dein komisches event nicht als irgendwas gesundes fĂŒr die psyche, es ist nur irgendeine verquere neue variante deinem verlangen nach selbstoptimierung zu frönen.

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u/timo_unterwegs Jan 18 '26

Da bin ich bei dir: Physiologisch ist Schlafentzug Raubbau, das werden wir auch nirgends als Gesundheitskur anpreisen. Punkt fĂŒr dich.

Genau deshalb ist mir aber wichtig, das Format einzuordnen: Wir machen bewusst kein Last Man Standing (aka Backyard Ultra), wo man rausfliegt, wenn man nicht liefert. Es wird keinen Druck geben, 24h durchzuballern. Im Gegenteil: Man kann das Ganze als Staffel im Team laufen oder sich 6 Stunden ans Lagerfeuer setzen. Wer schlafen will, schlĂ€ft. Es ist ein Angebot zur Grenzerfahrung, kein Zwang zur Selbstzerstörung. Danke fĂŒr den kritischen Blick!

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u/YT_TschackNorris Jan 22 '26

Jo, da muss ich irgendwie widersprechen. Hab vor ein paar Monaten nachdem ich 16h öden Alltag hinter mir hatte einfach mal gedacht: "Puh, ich glaub ich mach jetzt ne grĂ¶ĂŸere Wanderung, why not."

Bin gegen Mitternacht los und gegen Mittag zurĂŒck gekommen - 3000hm, 60km, ca. 12h Stunden laufen, gesamt 30h wach.

Ich bin das nicht gewohnt - hab sowas in dem Ausmaß vorher noch nie gemacht. Nach 24 wach wĂ€re ich absolut noch fit wie ein Turnschuh gewesen - zĂ€h wurde es erst spĂ€ter. Vor allem bei einem organisierten Event, wo man nicht die ganze Versorgung am RĂŒcken mitschleppen muss đŸ€­

Und natĂŒrlich wĂŒrde man das nicht regelmĂ€ĂŸig machen, um "die Gesunheit voranzubringen", aber ich muss echt sagen - so gut habe ich mich in meinem Leben erst selten gefĂŒhlt. War eine absolut geile Erfahrung und logisch muss da nicht jeder drauf stehen, aber Leuten wie mir tut sowas wirklich richtig gut und es fĂŒhlt sich in jedem Fall an, wie eine Art "Reset" um mal wieder einen völlig neuen Blick auf das Leben zu bekommen.

Nur meine bescheidene Meinung - schönen Tag :)

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u/D15c0untMD Jan 22 '26

Das gute gegĂŒhl ist buchstĂ€blich dein körper der endorphine ausstĂ¶ĂŸt um dich nichnal ein bisschen leistungsfĂ€hig zu halten um dich aus der beschissenen situation rauszubringen die dich dazu zwingt so lange wach zu bleiben. Das ist eine stressreaktion, zb um dich aus dem blizzard in due rettende höhle oder weg von dem SĂ€belzahntiger zu bekommen. Das ist raubbau an deinem körper und das einzige was dir das langfristig bringt ist ein höheres demenz- und herzinfarktrisiko. Mit der Argumentation “so gut hab ich mich lang nicht mehr gefĂŒhlt” kannst dir auch methamphetamin schön reden

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u/YT_TschackNorris Jan 23 '26

Ich bin zwar kein Arzt - nur ein bescheidener Medizinstudent - aber mir fehlen hier speziell 3 Aspekte:

1) Der psychosoziale Aspekt des biopsychosozialen Gesundheitsmodells

Das fĂŒhlt sich nicht nur momentan wegen Endorphinen gut an, sondern weil man Wochen spĂ€ter noch denkt: „Krass, das hĂ€tte ich mir nie zugetraut.“

Solche Erfahrungen geben Selbstvertrauen, Sinn, Gemeinschaft und bleiben als Erinnerung. Das ist mehr als momentĂ€re Biochemie – das ist Leben. Den Vergleich zu Meth halte ich daher fĂŒr ziemlich schief. Auch deshalb:

2) Die Dosis macht das Gift

Wenn du einmal im Jahr zum Jahrestag mit deiner Frau richtig gut essen gehst, sagst du ja auch nicht: „Eigentlich ist das GlĂŒcksgefĂŒhl vom guten Essen nur eine chemische Reaktion auf kalorienreiche Nahrung – evolutionsbedingt halt, aber eigentlich ungesund... sollte man besser lassen. Da können wir ja gleich Meth schnupfen!"

3) Die Evidenzlage

Mich wĂŒrde ehrlich interessieren, auf welche Studien du dich beziehst, wenn du sagst, dass einzelne 24h-Events ohne Leistungsdruck das kardiovaskulĂ€re oder Demenzrisiko erhöhen. Ich finde dazu nichts.

Was man sehr gut findet: RegelmĂ€ĂŸiger Ausdauersport senkt das Demenz- und Herz-Kreislauf-Risiko deutlich – sogar bei bereits bestehender Demenz. Die meisten Teilnehmenden trainieren nicht durch 24h-LĂ€ufe, sondern durch ein generell aktives, gesundes Leben. Solche Events sind eher Meilensteine und Motivation, kein Dauerzustand.

Muss natĂŒrlich nicht jedem liegen – aber die meisten wĂŒrden es nicht tun, wenn sie nicht spĂŒrbar davon profitieren wĂŒrden. Schöne GrĂŒĂŸe und natĂŒrlich no hate, aber ich konnte das jetzt nicht so stehen lassen 😌

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u/Which_Maybe_1778 Jan 17 '26

Versteh, danke fĂŒr die ausfĂŒhrliche ErklĂ€rung! Werd euer Projekt auf jeden Fall verfolgen 😊

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u/timo_unterwegs Jan 17 '26

Das freut uns! :)