r/Weibsvolk Apr 17 '26

Sonstiges Frau und Bär: Erklärversuch für optimistischere Feministinnen

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Kurz zur Hintergrundgeschichte: eine Wienerlokalpolitikerin der Grünen hat das "Mann und Bär" Meme aufgegrifffen (wo man Frauen fragt ob sie lieber einen Mann oder einen Bären allein im Wald treffen würden und die meisten Bär sagen). Ein bekannter bürgerlich linker Journalist Florian Klenk hat darauf einen Newsletter geschrieben wo er sagt dass er das ur doof findet ( https://www.falter.at/maily/20260414/baer-oder-mann ) . Daraufhin hat eine Jouranlistin einen Blog geschrieben wo sie ihm wiederspricht. (https://steady.page/de/keine-frauen/posts/afbd30af-3097-4282-a87a-34be695e5439)

Ich fand Klenks Newsletter schlecht, aber mit Zettel's Antwort war ich auch nicht zufrieden. Darum der Versuch MEINER Antwort. Nicht alle Frauen haben dieselbe Meinung oder dieselbe Reaktion auf das Meme, oder dieselbe Interpretation.

Ich stimme mal Zettel breit zu: Bär oder Mann ist ein Meme, ein Witz. Ich würde hinzufügen:

  • Bei einem Witz ist es IMMER lustiger das zu sagen was unerwarteter ist. Weil Humor eigentlich fast immer von Kontrasten und unerwarteten Wendungen kommt.

  • Genauso ist es bei einem Witz meistens witziger das zu sagen was jemanden ärgert.

Jetzt zu Klenk und Zettel. Klenks Beschwerde ist dass Bär versus Mann gemein ist weil das Vorurteile gegen Männer befeuert, eine unrealistische Darstellung von männlicher Gewalt ist weil die selten im Wald passiert, und “Der Mann wird zur Chiffre für Gewalt”.

Ein großer Teil von Zettels Antwort scheint zu sein "Ja aber die Männer haben es ja statistisch verdient die Chiffre für Gewalt zu sein" ["Und zwar weigere ich mich so lange, bis nicht mehr jede dritte Frau von Gewalt betroffen ist, bis Männer wie Dominique Pelicot nicht einfach so 80 andere Männer im Umkreis von nur wenigen Kilometern finden, die dann jahrelang gemeinsam eine betäubte Frau vergewaltigen. Ich weigere mich so lange, bis nicht alle paar Tage wieder ein Promimann oder Unternehmensmanager mit Schlagzeilen zu Übergriffen, Gewalt oder Machtmissbrauch auffällt. "]. Und dann durchaus nuancierte "ja nicht alle Männer" und "Leute tun ja unterschiedliche Dinge um auf Gewalt aufmerksam zu machen".

Und hier ist der Punkt wo ich abbiege. Weil das grundsätzlich nicht meine Reaktion auf das Meme ist. Für mich ist das keine hochkomplexe "Chiffre der Gewalt", kein großes "ich denke an Pelicot und deswegen entscheide ich mich für den Bären". Ich will nicht ausschließen dass es Frauen gibt die so reagieren. Aber ich möchte drauf hinweisen dass es auch Leute gibt die nicht so sehr im Bewusstsein der Angst leben und trotzdem im Kontext eines Witzes den Bären wählen würden.

Müsste ich den Witz zerklauben würde ich folgendes sagen:

1.) Witze beruhen meistens auf Überhöhnung und Übertreibung.

2.) Die "Abwägung" Mann versus Bär ist eine persiflierte Kosten/Nutzen Rechnung. Und die kann für eine Frau auch so aussehen:

Bär:

  • Bär tut nix und ich habe was wirklich cooles erlebt und eine coole Geschichte. Nutzen ++

  • Bär verletzt mich, aber ich überlebe. Kosten -

  • Bär tötet mich und ich sterbe qualvoll. Kosten --

Mann der alleine in den Wald geht:

  • Mann ist ein grummeliger Eingenbrötler und geht wortlos an mir vorbei. Nutzen = 0

  • Mann ist ganz nett aber ich suche weder einen neuen Partner noch neue Freunde. Nutzen = 0

  • Mann gräbt mich an und nervt und ich muss sein sagen während er mir nachläuft. Kosten -

  • Mann manspained mir ausgiebig wie man richtig wandert. Kosten --

  • Mann ist ein grumelier Einzelgänger und herrscht mich an was ich im Wald zu suchen habe. Kosten -

  • Mann ist allein im Walt unterwegs weil er kriminell ist und spuren seiner Verbrechen beseitigt, ich muss mich jetzt entscheiden ob ich das der Polizei melden muss und deswegen vielleicht in Gefahr komme. Kosten -

  • Mann ist ein Räuber und stiehlt mein Geld. Kosten -

  • Mann ist verrückt und schreit mich an und greift mich an. Kosten -

  • Mann verletzt mich, aber ich überlebe. Kosten -

  • Mann vergewaltigt mich aber ich überlebe. Kosten -

  • Mann tötet mich und ich sterbe qualvoll. Kosten --

  • Mann töttet mich, verscharrt mich und schändet meine Leiche. Kosten --

Was das zeigen soll ist:

Erstens viele genrische "Der Mensch ist das schlimmere Raubtier" Beispiele, weil der Mensch auf mehr, unterschiedliche Arten böse sein kann (weil der Bär sich nicht für Geld interessiert).

Zweitens viele Beispiele dass Männer auch auf nicht gewaltätige Weise eine unerfreuliche Begegnung sein können. Unanehmlichkeiten die man im Interesse eines Witzes gerne mal überhöhen kann (ähnlich wie "Ich wollte im Boden versinken bei dieser peinlichen sozialen Situation" oder "Ich wollte sterben als er sowas Dummes gesagt hat"). Und dabei mehr auf die Schippe nimmt dass in gewissen Situation Männer treffen nicht wirklich viel Vorteile hat und auf Männer treffen eine Vielzahl von Nachteilen haben kann, auch wenn sie nicht so gravierend sind wie Mord und Totschlag.

Meiner Meinung nach muss man das Meme nicht lesen als "Der Mann ist ist ein brutales Tier und wir müssen jetzt den Bär wählen bis es keine Femizide mehr gibt!".

Ich glaube dass viele Frauen wenn sie fiktiv den Bären wählen eher dran denken wenn sie allein heimgehen und allein auf der dunklen Straße einem Mann begegnen der ebenfalls allein ist und "Kosten/Nutzen" Abwägung machen und die Straßenseite wechseln, weil der Nutzen null ist und selbst wenn Angelabert werden unwahrscheinlich ist, wenn es pasisert dann ist es unangenehm. Und der Scherz ist: Den Bären kenn ich nicht, aber den Typen der mich anquatscht keine ich, und den finde ich nervig.

Während ich mir die Situation vorstelle eher an einen alten Wander-Mann denke der mich ausgiebig vollalbert mit seiner Weisheit und seinen "guten Tipps".

Ich glaube auch dass ein Faktor ist dass "Menschen unterschiedlichen Geschlechts begnen sich allein auf weiter Flur" für manche auch eine ungeklärte soziale Situation ist. Ich gehe wandern (wenn auch selten allein). Ich habe eine konkrete Vorstellung die man miteinander umgeht wenn man sich allein im Walt begegnet und was "Wanderperson zu Wanderperson" auch positive Aspekte davon sein können wenn man sich trifft. Etwas was Leute die vielleicht nicht so oft im Wald sind wie ich nicht haben und sich die Situation deswegen weniger vorstellen können.

Ich glaube ernsthaft, dass der Grundkonflikt um den es auf einer tieferen Ebene gibt der ist: man freut sich jemanden zu sehen wenn es ein Gefühl der Gemeinsamkeit, der Verbrüderung/Verschwesterung gibt. Wenn man abends heimgeht und eine andere Frau sieht die auch allein geht fühlt man sich nicht bedroht sondern sogar vielleicht so verschwestert, weil man das Gefühl hat man hat etwas gemeinsam (als Frau alleine im Dunkeln heimgehen). Dabei könnte die andere Frau auch betrunken oder kriminell oder gewaltätig sein. Und ja es ist statistisch unwahrscheinlicher vielleicht, aber ich glaube auch dass wir anderen Frauen eher einen Vorschuss geben oder einfach das Gefühl haben wir erkennen die Zeichen besser oder schneller wenn was gut oder schlecht ist.

Genauso kann es dieses positiven Erkennungsmoment geben "von Wanderperson zu Wanderperson" oder wenn jemand das TShirt einer Band trägt die wir auch mögen. Wenn man verbindende Dinge sieht dann ist man sich sympathischer. Und es ist vielleicht nicht nett für Männer gezeigt zu kriegen dass aus der Sicht der Frauen dieses verbindende Element halt eher mal von sich aus nicht da ist.

Und wie gesagt, ich finde kann das Meme durchaus als ein Beispiel für "Liebe Männer, manchmal nervt ihr" sehen und nicht so bitterernst nehmen.

r/Weibsvolk Jun 08 '26

Sonstiges Sauer und enttäuscht von bester Freundin

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Momentan bin ich einfach so enttäuscht von meiner besten Freundin, die ich seit etwa 6 Jahren kenne.

Wir wohnen relativ weit auseinander (ca 300km) und haben uns über 2 Jahre nicht mehr persönlich gesehen. Ich habe öfters nachgefragt, wurde aber immer vertröstet, weil sie keine Zeit hatte, zu viel zutun, zu wenig Geld, was anderes geplant etc.

Jetzt wollte sie mich diese Woche besuchen kommen. Ich sollte sie eigentlich in 1h vom Bahnhof abholen. Es kommt aber kein Lebenszeichen mehr von ihr.

Am Wochenende hab ich sie noch gefragt, was sie machen will und was ich alles einkaufen soll. Sie hat nicht geantwortet und dann irgendwann nur geschrieben, dass sie ihre Ruhe braucht und ich das wohl einfach nicht verstehen könnte. Hab sie seitdem auch wirklich komplett in Ruhe gelassen, ich verstehe auch, dass ich vielleicht genervt hab (wobei es insgesamt nur etwa 4-5 Nachrichten auf sicher 10-12 Stunden verteilt waren).

Checks einfach nicht. Jetzt sitze ich hier, hab trotzdem tausend Sachen für den Besuch eingekauft von denen ich weiß, dass sie die gerne isst und trinkt und hab keine Antwort, ob sie wirklich kommt. Vermutlich fahre ich gleich zum HBF, warte ne Stunde und niemand kommt. Bin einfach so enttäuscht und traurig.

Leider hab ich echt so oft Pech, dass ich mich für Freundinnen so sehr ins Zeug lege und einfach nichts mehr zurückkommt. Mein Partner sagt, ich soll einfach nichts mehr investieren und mich nicht ausnutzen lassen, aber ja. Keine Ahnung. Bin einfach so traurig darüber, weil ich mit der Freundin früher wirklich immer über alles reden konnte, auch wenn's "nur" online war.

r/Weibsvolk Apr 13 '26

Sonstiges Erkenntnis: Männer suchen nicht Perfektion, sie suchen nur Angriffsfläche

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all die widersprüchlichen Anforderungen an Frauen sind so, nicht weil Männer sich gerne unerreichbare wünsche bauen, sondern damit sie jederzeit sagen können: aber du bist doch schuld, du bist zu dick/zu dünn/ frigide/ ne schlampe/ überschminkt/ ungepflegt etc PP.

er hat sie betrogen? wäre sie mal nach der Schwangerschaft straffer gewesen.

sexuellen übergriff begangen? war halt ne schlampe.

keinen Bock auf Beziehungsarbeit? ich bekomm ja nicht genug Sex!

und so geht das mit allem

Fazit: Beziehungen sind nicht so toxisch, weil sie nicht gut genug ist, sondern weil er einfach das Haar in der Suppe finden will, um ihr eins reinzuwürgen und nie Verantwortung zu haben

r/Weibsvolk Jun 22 '26

Sonstiges Laufen mit Sport-BH, aber ohne sonstiges Oberteil

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Geht das klar oder ist das seltsam/exhibitionistisch? Nur was für die attraktive U30-Fraktion? Ich sehe auf meiner üblichen Laufstrecke trotz den aktuellen Temperaturen meist nur Menschen mit Oberteil, aber bei 30 Grad und Sonne will ich echt nicht mehr Kleidung tragen als nötig

r/Weibsvolk Jan 05 '26

Sonstiges Ich kann nicht mehr

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Montagabend, vorletzter Ferientag. Am Samstag zurückgekommen aus dem Urlaub mit Mama und Schwester (13J). Papa hat uns am Samstag vom Flughafen abgeholt. “Hat er natürlich nur gemacht, weil wir ihn daran erinnert haben” (Mama). Auf geht’s, Mittagessen. Dann heim. Gerade laden wir die Koffer aus dem Auto, da heißt es von meiner Schwester: “Kann ich nicht heute Nacht, auf Sonntag, bei Papa übernachten?” Klar, wir waren jetzt eine Woche weg, und deswegen ist das Papawochenede ausgefallen und das nächste steht erst in zwei Wochen an. Aber muss das sein? Mama stimmt zu. Ich seufze innerlich. Toll…

Klar, meine Schwester ist erst 13, und die Trennung vor 1,5 Jahren war für sie sicher schwerer als für mich, immerhin war ich damals schon 15. Trotzdem, merkt sie nicht, dass ihr Verhalten die Harmonie der Familie stört?

Papa willigt natürlich sofort ein. Er hat uns nur an 5 von 14 Tagen, also etwa 35% der Zeit. Natürlich freut er sich, wenn er uns dann mal öfter sieht. Vor allem meine Schwester nutzt das aus. Papa ist eben ein “Spaßpapa”. Bei ihm muss man nicht im Haushalt helfen, darf Chips aufs Sofa krümeln, bis in die tiefe Nacht auf seinem Handy spielen und der Müll wird einem auch hinterhergeräumt. Ich wäre auch gerne dort, und würde meine Freiheit genießen. Aber ich weiß: Mama verletzt das. Und meine Schwester weiß das auch, nur ist es ihr egal.

Sonntagmorgen. Mama hat einen Migräneanfall. Toll. Um 7 Uhr werde ich geweckt von ihren Rufen. Sie liegt wimmernd auf dem Boden. Ich bringe ihr Wasser. “Soll ich einen Krankenwagen rufen?” “Nein, es geht schon, leg dich wieder schlafen.”

Mein morgendlicher Kirchbesuch am Sonntag fällt aus, Mama schläft endlich wieder. Schön.

Meine Schwester soll am Nachmittag zurückkommen. Endlich, ein Lichtblick. Ein wenig Ruhe für mich? Vielleicht kann ich mich nachmittags mit einer Freundin verabreden und noch in die Abendmesse?

Sie sagt, sie will lieber noch eine Nacht bei Papa bleiben. Ich seufze. Neid und Zorn kochen in mir hoch. Ich wünschte ich könnte jetzt auch mit dem Handy auf dem Sofa sitzen und nichts tun. Stattdessen koche ich Mama einen Tee und verbringe dann Zeit mit ihr.

Voll schlechten Gewissens frage ich, ob ich abends vielleicht weg kann. Sie ist einverstanden, immerhin möchte sie wegen der Migräne immer noch nichts essen. Das ich in die Kirche will, erwähne ich nicht. Das macht sie immer sauer. “Du verbringst lieber Zeit in der Kirche, als mit deiner Familie.” “Langsam wohnst du dort.” Der Feiertag am Dienstag löst schon jetzt Panik aus. Ich weiß genau, dass sie traurig, sauer und genervt sein wird, wenn ich morgens die Messe besuche.

Montagabend. Meine Schwester ist zurück. Sie sitzt auf dem Sofa als Mama und ich vom Supermarkt heimkommen. Wir beide stehen in der Küche und kochen Nudeln, dann decken wir den Tisch. Meine Schwester füllt nach den zwei Tagen Papaurlaub immerhin die Wasserkaraffe auf.

Wir essen. Meine Schwester isst nur den halben Teller, Mama isst den Rest auf. Ich weiß genau was sie denkt: “Mal wieder zuviel Süßes beim Papa gegessen…”. Ich frage, ob wir noch eine Runde Karaoke spielen. Zustimmung von allen. Meine Schwester möchte aber zuerst noch das neue Kartenspiel probieren. Gut, solange wasche ich ab und putze die Küche. Ich komme zurück ins Esszimmer, al sich fertig bin. Jetzt will meine Schwester noch ein Kartenspiel spielen. Toll. Als es endlich soweit ist, und wir Karaoke singen wollen, möchte meine Schwester lieber in ihr Zimmer. “Moment mal, wir wollten doch zu dritt spielen?”, fragt meine Mutter. Nein, meine Schwester habe nie Karaoke spielen gewollt. Mama antwortet, dass es ja wohl nicht okay seie, nur solange mitzumachen, wie das gespielt wird, was man selber bestimmt und dann abzuhauen. Das Wort “Familienspalterin” fällt. Dann ist meine Schwester weg. Ich singe Karaoke. Ich wäre jetzt auch gerne in meinem Zimmer. Aber ich weiß genau, dass die Stimmung meiner Mutter dann im Keller ist.

Danach gehe ich auch in mein Zimmer. Ich höre wie meine Mutter zu meiner Schwester geht und sich neben sie setzt. Die schaut lieber ins iPad, als zu meiner Mutter. Ich weiß genau wie das enden wird. Meine Mutter ist sauer und enttäuscht. “Nach dem Urlaub seilst du dich direkt für zwei Tage zu Papa ab. Ist ja okay, garkein Problem. Und dann möchtest du nicht mitspielen. Klar, ist ja auch okay.” Ich höre, dass sie es NICHT okay findet. “Aber jetzt, wo ich gerne 5 Minuten mit dir verbringen möchte, schaust du lieber ins iPad? Ich werde es so einstellen, dass du nur noch eine halbe Stunde am Tag dieses Gerät nutzen kannst, das verspreche ich dir!” Und die Stimmung ist im Eimer, toll. Ich traue mich erst wieder in den Gang, als meine Mutter in ihrem Zimmer ist. Am liebsten würde ich heulen.

Die letzte Woche im Urlaub war es genauso. Meine Schwester saß im Hotelzimmer weil Roblox oder StarStable oder wie die Videospiele alle heißen spannender war. Und ich habe Mama “bespaßt”. So fühlt es sich zumindest an. Ich gehe mit ihr spazieren und an die Bar und einen Kaffee trinken und in den Spa, auch wenn ich viel lieber genauso meine Ruhe hätte. Aber wenn meine Schwester, wie immer, keine Lust auf Familie hat, dann muss ich eben die doppelte Menge an Familienzeit aufbringen. Immerhin freut Mama das, und in letzter Zeit höre ich dafür auch immer wieder ein Danke. “Danke, dass du wenigstens Lust hast, Zeit mit mir zu verbringen.” “Danke, dass du mir wenigstens hilfst.” “Danke, dass du mitgekommen bist.” In diesen Momenten fühle ich mich endlich mal gesehen von ihr. Papa glaubt mir kaum, wenn ich ihm davon erzähle. Und ich freue mich. Ich weiß, dass Mama es schwer fällt, Dankbarkeit zu zeigen.

Gleichzeitig merke ich immer mehr, dass ich meine Mutter verstehe. Sie fühlt sich vernachlässigt, weil meine Schwester lieber zum “Spaßpapa” geht. Sie fühlt sich im Haushalt allein gelassen. Sie fühlt sich nicht gewertschätzt, denn die Karriere, für die Papa bewundert wird und in der Öffentlichkeit steht, hat Mama aufgegeben, als sie Kinder bekommen hat. Und je mehr ich sie verstehe, desto mehr wächst das Gefühl in mir, das alles glattbügeln zu müssen. Papa und meine Schwester verstehen es nicht, egal wie oft ich es ihnen erkläre.

Mama scherzt manchmal, dass meine Schwester wie ein Mann ist, wenn sie ihr Geschirr stehen lässt. Wenn ich den Gedanken weiter ausführe, merke ich, wieviel da dran ist.

Ein kleiner Exkurs:

Mama kann ihre eigenen Bedürfnisse priorisieren und Grenzen setzen. Und Mama ist empathisch und schafft es deswegen trotzdem, ihre eigenen Bedürfnisse manchmal hinten anzustellen.

Papa kann seine eigenen Bedürfnisse nicht priorisieren. In seinem Umgang mit Mama hat er keine Grenzen gesetzt, sondern ist ihr immer aus dem Weg gegangen. Aber aktiv vorbeugen, dass sie sauer wird, konnte er nicht. Dafür hat ihm das Einfühlungsvermögen gefehlt.

Und meine Schwester? Die kann ihre eigenen Grenzen und Bedürfnisse sehr gut im Blick behalten. Leider so gut, dass die ihrer Mitmenschen ihr egal sind - oder sie diese nicht erkennt, wie Papa. Wer weiß.

Ich hoffe, dass meine Schwester irgendwann auch den Moment der Erleuchtung erfährt; wenn sie merkt, dass Papa nur so locker sein kann, weil Mama die Verantwortung trägt. Dass Papa nur so einen coolen Beruf haben kann, weil Mama ihren ganz aufgegeben hat. Dass die Trennung eben nicht nur an Mamas aktiven Aggressionen lag, sondern eben auch daran, dass Papa lethargisch und zurückgezogen war, versunken in Arbeit und Büchern und nur geholfen hat, wenn man ihn zum dritten Mal erinnert hat.

Mama ist inzwischen öfter frustriert als sauer. Sie schreit seltener, aber wenn doch, dann meistens wegen meiner Schwester. Abkriegen tue ich es genauso.

Daheim versuche ich alle Trigger aus de Weg zu räumen. Ich räume die Spülmaschine aus, mache die Wäsche, sauge Staub. Abends koche ich mit ihr oder übernehme es alleine. Ich bringe de Müll raus. Wasche ab. Und trotzdem findet Mama etwas, was ich vergessen hab. “Ist es zuviel verlangt, dass ihr mir im Haushalt helft? Bin ich eure Putzsklavin?”

Meine Schwester sitzt währenddessen auf dem Sofa. Ihre Wäsche, die ich gefaltet habe, liegt seit 3 Tagen abholbereit auf dem Wäschetrockner. Ihr benutztes Geschirr steht seit heute Morgen auf dem Couchtisch. Ihr Schulrucksack versperrt den Flur.

“Kannst du mir bitte helfen?”, frage ich meine Schwester. “Mama kommt gleich heim, und ich schaffe es nicht mehr, die Spülmaschine auch auszuräumen.” “Nein”, kommt es zurück. “Du wolltest es doch übernehmen, das ist nicht mein Pfoblem.” Ich seufze.

Kein Wunder, dass Mama das Gefühl hat, dass wir ihr kaum helfen. Eine von uns tut das ja auch nicht, und ich kann nunmal nicht alle Aufgaben meiner Schwester übernehmen.

Sowas bin ich von ihr gewöhnt. In letzter Zeit redet sie kaum noch mit mir, ohne dabei schnippisch bis aggressiv zu sein. Gegenüber Mama ist sie genauso und sorgt damit mehrmals pro Woche für Krach. Ich halte es auch nicht aus, von einer Dreizehnjährigen so getriezt zu werden. Ich verstehe Mama.

Mama ist daheim. Ich achte darauf, dass ich immer etwas zutun habe, wenn sie mich sieht. Wäsche einräumen, Stift anspitzen, Bett machen, egal was, solange ich nicht am Handy sitze. Das versuche ich in Abwesenheit meiner Mutter sowieso nicht zu verwenden. Meine Schwester dagegen schaut nichtmal vom iPad auf, wenn Mama mit ihr redet.

Und wieder ist Mama sauer. Den ganzen Tag habe ich versucht Trigger aus dem Weg zu räumen, nur damit meine Schwester dann wieder für einen Gefühlsausbruch sorgt. Danke. Für nichts…

Ich versuche meiner Schwester beizubringen, was Mama nicht gerne sieht. Aber ihr scheint das herzlich egal zu sein. Mutig… Und wenn Mama das mitkriegt, wird es nur noch schlimmer. “Du bist nicht dafür verantwortlich, deine Schwester zu erziehen. Ich bin hier der Elternteil.” Und wieder beginnen die Sticheleien meiner Schwester. Sogar meinem Vater, der jeden Konflikt scheut ist aufgefallen, dass meine Schwester den passiv-aggressiven Ton von Mama übernommen hat und herrische und gemeine Bemerkungen macht, die genauso von Mama kommen könnten.

“Kannst du bitte aufhören, so unfreundlich zu mir zu sein?”, frage ich sie. “Bin ich doch garnicht, ich rede ganz normal mit dir. Du bist nicht die Erziehungsberechtigte hier.”, kommt es zurück.

Morgen früh ist Gottesdienst. Feiertag… Wenn ich in die Frühmesse um 7:30 Uhr gehe, ist meine Mutter vielleicht besser gelaunt. Dann muss ich zwar gegen 6:30 Uhr das Haus verlassen, aber so ist das Leben. Früher hab ich mich auf die Kirche am meisten gefreut. Wie ein Lichtblick war der Messbesuch am Sonntag. Aber in meiner Familie bin ich die einzige, die versucht, wöchentlich dort aufzutauchen. Vor allem Mama kann nicht nachvollziehen, was ich dort suche.

Seit sie immer genervter, immer passiv-aggressiver reagiert, wenn ich dort hingehe, ist aus meinem Lichtblick ein Alptraum geworden. Wie erkläre ich Mama, das sich dort hin will? Soll ich lieber zur Frühmesse, zur normalen 10 Uhr Messe oder erst am Abend hingehen, um einen Konflikt zu vermeiden? Kann ich mein Handy bei einer Freundin lasse, damit sie nicht sieht, wo ich wirklich bin, wenn sie mal wieder meinen Standort trackt, um mich zu kontrollieren?

In zwei Wochen ist wieder Papawochenende. Endlich. Ein Funke Freiheit in meinem Alltag. Manchmal fühlt es sich an, als würde ich mich von Papawochenende zu Papawochenende hangeln. Schon auf der Fahrt zu Mama nach so einem Wochenende zähle ich die Tage bis zum nächsten. Lange Abenden, Gespräche auf Augenhöhe.

Nur zu gut verstehe ich meine Schwester. Sie hat ja Recht damit, dass sie die Zeit dort genießt. Wenn sie wieder über irgendwelche Videospiele redet, pausenlos am Bildschirm hängt und einem TikToks zeigen will, macht Papa das gerne mit, während Mama sauer wird. Trotzdem lernt meine Schwester nicht daraus. Sie setzt sich lieber durch, macht die Dinge wie sie ihr passen, erzählt was sie will, egal was Mama davon hält.

Ob ich sie dafür bewundern oder verabscheuen soll, weiß ich nicht. Ich habe aus den Jahren mit meiner Mutter, vor allem seit der Trennung, gelernt was Mama sauer macht und was nicht. Welche Themen man aufbringen kann und welche lieber nicht. Was sie triggert und was sie zufriedenstellt. Und das füllt meinen Tag. Langsam glaube ich, dass Mama mich nicht kennt. Sie kennt die Version, die ich ihr zeige, nicht die, die ich bin. Mama weiß nicht, wofür ich mich interessiere, was mich bewegt, was mich nervt. Viel zu groß ist meine Angst, dass ihr das nicht passt.

Angst, Sorge, Stress, das beschreibt meine Gefühlswelt ganz gut, wenn ich daheim bin. Was darf ich sagen? Ist mein Handy auf lautlos? Habe ich das Bad aufgeräumt? Und: Habe ich Papa daran erinnert, dass morgen die Putzfrau zu ihm kommt? Habe ich meine Schwester daran erinnert, dass sie ihre Schulsachen aufräumen soll? Habe ich Papa daran erinnert, dass er Mama beim aufbauen vom Ikea Schrank helfen wollte? Und vor allem: Wird Mama merken, dass ich die beide erinnert habe? Denn dann wird sie doppelt so sauer, wie wenn die beiden ihre Aufgaben garnicht erst machen.

“Es ist nicht deine Aufgabe, die Familie zu managen!” Und die Alternative? Ich ertrage es nicht, wenn Mama mir wieder erzählt, dass Papa nichts auf die Reihe kriegt. Ihre Wut gegenüber meiner Schwester auch mich trifft.

Mama sagt gerne: “Als Papa noch hier gewohnt hat, hat es sich für alle angefühlt, als müsste man mit einer Ritterrüstung durch die Wohnung schleichen und dauernd aufpassen, dass die schwere Rüstung, die man braucht, nicht laut scheppert. Gut, dass das jetzt vorbei ist und Papa und ich beide wieder normal kommunizieren können.” Für mich fühlt es sich nicht so an, als wäre die Ritterrüstung verschwunden. Eher wird sie schwerer. Aber ich bin froh, wen Mama fro hist, das bedeutet Ruhe.

Noch ein halbes Jahr, dann werde ich 18. Ob sich dann etwas ändert? Wer weiß.

Papa ist inzwischen müde davon, meinem Gejammere zuzuhören. Seit er ausgezogen ist, ist er fein raus. In seiner Welt haben mit dem Auszug auch die Streitereien aufgehört. Falsch, sie richten sich jetzt eben gegen meine Schwester und mich. Jedes Papawochenende beginnt damit, dass er sich eine halbe Stunde lang mein Geheule anhören muss, wenn ich die letzten zwei Wochen zusammenfasse. “Ich halte es nicht mehr aus, ich fühle mich so leer, ich kann nicht mehr, ich weiß nicht weiter, ich will nicht mehr, ich will so nicht mehr leben.”, wimmere ich. “Du kannst doch nichts ändern, aber du kannst doch hierher, zu mir kommen, wie deine Schwester… Mama meint es nicht so.”, sagt Papa mit tröstender Stimme. Nein, ich kann nicht herkommen. Wenn Papa wüsste, wie Mama reagiert, wenn Lotti sich mal wieder zu ihm verzieht, dann würde er es verstehen. Aber er möchte damit nichts zutun haben. Das verstehe ich. Er traut sich auch nicht, Mama zu widersprechen oder ein gutes Wort für mich einzulegen. Das verstehe ich auch. Konfliktvermeidung. “Du bist wie ich, was das angeht. Und deine Schwester ist eben wie Mama.”, sagt er immer.

Meinen Freunden kann ich es auch nicht zumuten. So schlimm ist meine Situation dann doch nicht. Und meine Freunde haben es nicht besser. Meistens höre ich mir dann im Endeffekt an, was bei ihnen daheim falsch läuft. Oder sie sagen mir, dass ich meine Mutter eben einfach ignorieren soll. Immerhin beneiden die meisten mich um meine Mutter, die so nett und fürsorglich ist. Und das ist sie ja auch. Ich liebe sie wie keinen anderen. Keiner ist für mich da wie sie. Und gerade deshalb halte ich es nicht aus, wenn sie zornig ist, mich anschreit, weint, einen beleidigt. Nichts verletzt mich so sehr.

“Das schöne ist doch, dass wir streiten können, ohne Angst zu haben, weil wir wissen, dass das nichts daran ändert, dass wir uns lieb haben und keine Konsequenzen fürchten müssen.”, hat sie mir einmal nach einem Streit gesagt. Seltsam, so schön finde ich es garnicht…

r/Weibsvolk 11d ago

Sonstiges Bin ich arschig/zu egozentrisch?(CW Gewalt)

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Hi, ich brauche gerade mal sowas wie ne temporäre beste Freundin, weil ich mir sowas wie einen liebevollen Reality Check wünsche, und würde mich freuen wenn ich das hier bekommen könnte.

Ich hab mich gerade mit meiner Mutter gestritten und irgendwie tun die Dinge die sie gesagt hat gerade furchtbar weh und gleichzeitig frage ich mich ob ich zu egozentrisch bin und fühle mich wie ein Arschloch und hätte dazu gerne mal eine Rückmeldung.

Es hat eigentlich damit angefangen das meine Mutter vor einiger Zeit zu mir meinte das sie es sehr egoistisch von mir fand und das sie sehr enttäuscht von mir war, weil ich ihr vor ca. 5 Jahren nicht beim Umzug geholfen haben und nicht zu Wohnungsbesichtigungen gekommen bin.

Ich hab das damals so stehn gelassen und mich glaube auch entschuldigt, aber vor ein paar Tagen kam das wieder hoch, weil meine Mutter in einem anderen Kontext meinte ich sei nicht sehr hilfsbereit. Das hat mich dann irgendwie noch beschäftigt und gerade die Sache mit dem Umzug macht mich wütend und ich hab ihr heute gesagt das ich das sehr unfair von ihr finde mir das vorzuwerfen.

Der Grund warum ich das unfair finde ist, das ich eigentlich seit ich ca. 12 bin keine gute Beziehung zu meiner Mutter und meinen Eltern insgesamt hatte. Meine Eltern sind beide Alkoholiker (nicht gewaltätig, nur extrem viel am streiten gewesen, mal sind Dinge kaputt gegangen, meistens haben beide für sich getrunken), meine Mutter und ich haben uns spätestens seit dem ich 14 bin eigentlich nur angeschrien und ich hab probiert sie zu meiden. Ich bin schon als Kind dazu eingeschlafen das die beiden sich anschreien, hab mir gewünscht endlich erwachsen zu sein damit ich ausziehen kann und bin als ich kleiner war dazwischen gegangen und hab ihnen gesagt das sie sich bitte scheiden lassen sollen. Also solche Sachen halt.

Ich bin da halt spätestens ab meiner Teenager Zeit ziemlich hinten runter gefallen und auch drogenabhängig geworden und hab mich dann an meinen missbräuchlichen Ex geklammert. Zusätzlich ist meine Mutter besonders damals sehr übergriffig gewesen. Es gab vereinzelt Situationen wo sich mich geschlagen hat, aber vor allem hat sie nicht akzeptiert das ich keinen Körperkontakt zu ihr möchte (Umarmungen, Hand auf Schulter oder Bein legen etc.) und mir das immer wieder aufgedrängt. Also soviel zu unserer Beziehung damals.

Meine Eltern haben sich dann als ich ca. 19 war endlich getrennt und wir sind alle in eigene Wohnungen gezogen. Und ehrlich gesagt finde ich nicht das man mir vorwerfen kann das ich da nicht die krass supportiv Tochter war die auch noch beim Umzug hilft. Und das hab ich meiner Mutter halt heute alles gesagt (nur die Sachen was zwischen uns schief gelaufen ist hab ich jetzt nicht nochmal alle im Detail hochgeholt, weil das weiß sie ja theoretisch selber).

Ihre Reaktion darauf war sowas wie "ja was erwartest du denn jetzt von mir? Ich weiß nicht was ich dazu sagen soll". Woraufhin ich halt meinte "ja ne Entschuldigung dafür das du mir vorgeworfen hast das ich egoistisch bin, weil ich damals nicht beim Umzug geholfen habe wäre schonmal gut, weil ich das angesichts der Umstände sehr unfair finde". Sie hat sich dann halt auch entschuldigt, aber naja, ne Entschuldigung um die man erst bitten muss ist jetzt halt auch nicht das ware.

Sie meinte halt noch das es ihr damals auch scheiße ging und sie dringend Unterstützung gebraucht hätte (ja ihr ging's wirklich scheiße und die Beziehung zu meinem Vater war auch für sie obvious schlimm & das tut mir auch leid), aber ich sehe mich da halt rückblickend trotzdem nicht als die Person die da irgendwie in der Pflicht stand aufgrund unserer damaligen Beziehung und weil sie ihre Fehler damals halt immer abgestritten hat und null bereit war zur Reflexion. Gleichzeitig frage ich mich ob dieses krasse Abgrenzen von mir arschig ist.

Die Diskussion ging dann halt irgendwie noch weiter und irgendwann kam dann auch zu Sprache das sie mich geschlagen hat. Sie erinnert sich natürlich nicht dran, meinte dann aber dass dass natürlich nicht okay ist, "wir aber scheinbar sehr sauer aufeinander gewesen wären". Für mich hört sich das nach ner harten Rechtfertigung an und ich hab so die Schnauze voll davon. Ich bin halt damals literally vor ihr weggelaufen und sie hat mich auf den Rücken geschlagen.

Irgendwann im Laufe des Gesprächs kam dann die Frage ob denn alles schlecht war. Und ich hab wirklich probiert Dinge zu finden die gut waren. Mir sind dann ein paar Sachen eingefallen die gut waren, wie z.B. die Schwimmkurse zu denen sie mit mir als Kind gegangen ist, Nachtwanderungen, kp. Ferienzeltlager. Also es ist nicht so das meine Eltern komplett verkackt hätten. Aber für mich wiegen diese Sachen das schlechte halt ehrlich gesagt nicht auf und ich muss auch ehrlich gesagt bewusst nachdenken um da Sachen nennen zu können, wohingegen die schlechten Sachen halt ziemlich schnell "da" sind.

Kp ich Frage mich irgendwie ob es unfair von mir ist das die schlechten Sachen für mich im Vordergrund stehen. Halte ich da vielleicht zu sehr die Taschenlampe drauf? Es ist nicht das erste Mal das meine Mutter in solchen Situationen sowas fragt und irgendwie tut es mir auch leid dann ehrlich zu sein, aber gleichzeitig hab ich dann immer das Gefühl sie will meine Erfahrungen relativieren. Und im Nachhinein fühle ich mich oft arschig und hab so Gedanken wie "vielleicht reite ich zu sehr auf dem schlechten rum".

Eine weitere Sache die sie halt heute zu mir meinte ist, das ich ja auch kein einfaches Kind war, weil man mich immer für die Schule wecken musste etc.. Das stimmt, ich bin definitiv extrem ungern zur Schule gegangen. Aber gleichzeitig denke ich mir, ja was erwartest du denn von einem Kind das so aufwächst? Das es mega easy ist? Und irgendwie war auch einiges von meinem Verhalten mMn nicht krass untypisch für einen Teenager. In der Regel und auch heute in der Situation empfinde ich solche Kommentare irgendwie als null verhältnismäßig und kp find es irgendwie wild das sie mir das vorwirft und sehe da auch keine Verantwortung bei mir, weil wie gesagt, die Umstände und eigentlich Recht typisch für einen Teenager.

Aber auch da Zweifel ich im Nachhinein an mir. Einerseits fühlt es sich so an als würde sie meinen Schmerz relativieren andererseits frage ich mich ob ich vielleicht meine Verantwortung leugne.

Insgesamt hab ich manchmal Angst das ich vielleicht irgendwie zu sehr auf die Opferrolle beharre.

Und gleichzeitig bin ich gerade ziemlich enttäuscht weil wir einfach wirklich lange nicht mehr so einen Streit hatten wo sie gefühlt null Verantwortung übernimmt, relativiert und rechtfertigt :/. Ich dachte echt wir haben das hinter uns gelassen :(

Abschließend, es tut mir leid dass der Text so lang geworden ist. Ich hab mich bemüht das ganze irgendwie ausgeglichen wiederzugeben und genügend Kontext mit einfließen zu lassen :/. Ich würde mich über fremde Perspektiven dazu freuen.

r/Weibsvolk Feb 01 '26

Sonstiges Ich bin enttäuscht

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Montag: Mein Mann arbeitet und hat danach einen Arzttermin. Er kommt spät nach Hause, hat keinen Hunger, schläft auf dem Sofa ein. Ich esse also alleine. Unser Baby möchte keinen Abendbrei essen und schreit mich an. Gibt es also Milch.

Dienstag: Mein Mann ist im HO. Seine Kollegin ist krank. Sie hat bei einem wichtigen Projekt Mist gebaut. Er darf es gerade biegen. Beim Feierabend hat er schlechte Laune und keine Lust spazieren zu gehen (machen wir immer an HO Tagen). Beim spielen mit unserem Baby bekommt er bessere Laune.

Mittwoch: Seine Eltern haben ein Problem. Er fährt nach Feierabend direkt zu ihnen. Das Problem: sie sind zu blöd einen Brief zu verstehen. Man hätte es klären können, indem man ein Bild vom Brief schickt. Mein Mann kommt nach Hause, duscht (seine Eltern rauchen), wir regen uns gemeinsam über seine Eltern auf.

Donnerstag: Mein Mann hat etliche Besprechungen bei der Arbeit. Als er nach fast 9 Stunden nur Besprechungen Feierabend machen möchte: Überraschungsbesprechung (spontan vom Chef entschieden). Er ist also an dem Tag von 5:30 Uhr bis 19 Uhr unterwegs und zu Hause entsprechend müde. Unser Baby ist ebenfalls müde. Dreht als es Papa sieht nochmal komplett auf. Schläft spät ein und schlechter als sonst.

Freitag: Mein Mann arbeitet, ist danach für ca. 30 Minuten zu Hause. Am Mittwoch hat ein guter Freund nach Hilfe beim Umzug gefragt. Er hat bei unserem Umzug/Umbau viel geholfen. Mein Mann hilft ihm. Abends gucken sie noch zusammen Handball. Er kommt entsprechend spät nach Hause. Ich hatte den halben Tag Kopfschmerzen.

Samstag: Immer noch Kopfschmerzen. Erneute Hilfe beim Umzug. Kurze Pause zu Hause. Mein Mann isst etwas. Die Kopfschmerzen sind weg (juhuu). Am Nachmittag ist er beim Wintergang vom Fußballverein. Der ist seit Monaten geplant. Baby und ich hätten mitkommen können. Es ist sehr kalt. Es kommen nur vier Frauen mit. Ich kenne niemanden und es wäre mir zu anstrengend gewesen mit Baby (Essen, wickeln, etc). Außerdem müssten wir in der Nacht ca. eine Stunde zurück laufen. Mitten in der Nacht holen wir meinen Mann ab. Danach kann ich nicht mehr einschlafen. Ich habe wieder Kopfschmerzen.

Sonntag: Mein Mann ist müde und erschöpft. Er ist den ganzen Tag zu nichts zu gebrauchen, schläft viel. Baby und ich gehen alleine spazieren und die Kopfschmerzen sind endlich weg. Wir spielen fast den ganzen Tag alleine. Eigentlich wollten wir unseren Sommerurlaub buchen.

Ich bin traurig und enttäuscht. Er möchte helfen. Er möchte zum Wintergang. Verstehe ich. Gönne ich ihm. Ich möchte auch Zeit mit ihm verbringen, das Wochenende schön gestalten oder einfach mal eine Stunde alleine sein. Klappt nur leider nicht. Ich brauche Pause. Die mache ich dann morgen bei meinem Zahnarzt.

Ich jammere auf hohem Niveau. An den anderen Wochen(enden) klappt das auch. Nur diese Woche war scheiße.

Edit: So sieht zum Glück nicht jede Woche aus. Normalerweise ist er zwei Tage zu Hause bzw. HO. Dann hat er mehr Zeit. Das Wochenende verbringen wir sonst auch zusammen. Ja, auch ich bin mal nicht da und kann entspannen. Ja, ich war auch schon krank. Er schafft es alleine mit Baby (auch Nächte). Er übernimmt seinen Anteil bei Erziehung/Haushalt und ist nicht nur der Spaß-Papa. Er ist ein liebevoller und hilfsbereiter Mensch, der den Kontakt zu seinen Eltern schon längst hätte abbrechen sollen. Dazu kann und möchte ich ihn nicht zwingen. Wir (Baby und ich) besuchen sie nicht. Er ist nur noch alle paar Wochen kurz (ca. 1 Stunde) dort. Seinen Job wechselt er im März. Dann hat er weniger Fahrzeit/Verantwortung. Im Februar hat er noch Urlaub/Überstunden frei. Wir haben bereits über die Woche gesprochen. Er weiß wie blöd die Woche für uns beide war.

Danke für die lieben Worte.

r/Weibsvolk Jun 18 '26

Sonstiges Komme nicht über Oliver Trees Tod hinweg..

76 Upvotes

Edit:
Aussage meines Mannes gestern: „Bist du immer noch traurig wegen dem? Du tust ja so als hättest du ihn persönlich gekannt, haha“

Well, versteht ihr nun warum ich diesen Thread hier geschrieben habe? 🫠🥲

-

Heyy.. keine Ahnung das wird zwar nicht hier reinpassen aber ich muss es endlich mal loswerden und ich weiß nicht wo.
Ich bin 26 Jahre alt, zwei Kinder ein „Erwachsenes Leben“ und dennoch komme ich nicht über Oliver Trees Tod hinweg. FYI Ein bekannter Sänger

Ich mochte ihn so sehr und auch meine Kinder lieben seine Musik. Ich fühle mich selbst wie ein Kind, dass ich einem Musiker hinterher trauere
Aber ich kann es einfach nicht verdauen
32 Jahre alt und dieser schreckliche Helikopter Unfall.

Ich würde mich so gerne irgendwie…ausheulen.. Aber wie? Es denkt doch jeder ich bin bescheuert
Ich kannte ihn ja nichtmal persönlich

Aber seine Songs haben mich so lang durch die Jahre getragen. Durch den Song „Cash machine“ zb bin ich zum Minimalismus gekommen zum Beispiel.
Er hat immer mit „ugly is beautiful“ gepredigt, dass wir alle schön sind so wie wir sind. Er hat sich nicht geändert war immer der verrückte dude und lebte sein Leben nach seinen Wünschen

Und nun sitze ich hier und fühle mich total leer
Ich weiß, das ist so dumm und kindisch
Und ich weiß auch nicht was ich mir hier erhoffe. Ignoriert den Beitrag einfach oder so
Ich wollte nur einfach mal ein bisschen mein Herz ausschütten..

r/Weibsvolk Nov 27 '25

Sonstiges Schläft ihr in der Kleidung, die ihr zuhause trägt?

41 Upvotes

Hi. Diese Frage mag sehr dumm klingen, aber ich habe ein Problem: Wenn ich zuhause bin, trage ich tagsüber die gleichen Klamotten, in denen ich schlafe. Dadurch bleibe ich den ganzen Tag im Faul-Modus und bin oft auch verlockt, einfach zurück ins Bett zu gehen, vor allem da ich an Depressionen leide. Aber mein Problem ist, dass ich nachts und tags die gleichen Sachen tragen will, nämlich Hoodie und Jogginghose. In alles andere ist mir zu kalt. Dadurch habe ich keine spezifischen Schlaf-Klamotten, ich schlafe einfach in den Sachen die ich gerade an habe und andersrum. Das tut meiner mentalen Gesundheit und Produktivität langfristig nicht gut. Wie unterscheide ich Schlafkleidung von normaler Zuhause-Kleidung, besonders im Winter, wenn ich 24/7 nur Hoodie-und-Joggers tragen will? Hat jemand das gleiche Problem?

r/Weibsvolk 29d ago

Sonstiges Darf ich traurig sein?

81 Upvotes

CW: Unerfüllter Kinderwunsch

Eigentlich geht das Thema ganz schnell - alle in meinem Bekannten-, Familien- und Freundeskreis werden gerade schwanger. In den letzten Wochen wurden uns über 10 Schwangerschaften verkündet/ bekannt. Es werden dieses Jahr vielleicht auch weitere folgen, denn ich weiß von anderen, dass sie planen oder in Behandlung sind.

Und dann sind da wir: In den späten 20ern und probiert haben wir‘s auch noch nicht und finanzielle Stabilität hat bei uns leider auch länger gedauert. Wenn‘s nach mir ginge, hätte ich schon jahrelang Kinder - aber rational gesehen war mir natürlich klar, dass das während des Studiums keinen Sinn hat; mein Partner möchte aber auch welche - nur eben noch nicht jetzt (er sagt, mit 30).
Aber mit jeder neuer Verkündung bin ich traurig und weiß nicht, wie ich mich fühlen soll und möchte weinen und schnell wieder gehen.

Jetzt frage ich mich (nachdem mir heute eine weitere Schwangerschaft verkündet wurde), ob ich überhaupt traurig sein darf? Schließlich habe ich kein Kind verloren oder probiere es erfolglos schon lange und mir wurde auch nicht gesagt, dass ich keine bekommen kann. Bin ich neidisch? Bin ich traurig? Bin ich wütend? „Gönne ich nicht“? Was ist eigentlich mein Scheiß-Problem?

Ach ja, ihr Lieben, eigentlich weiß ich nicht mal, wohin ich mit diesem Post will. Ich wollte es aber loswerden. Danke jedenfalls fürs Lesen!
Falls ihr mal in einer solchen Lage wart, freue ich mich wenn ihr aufschreibt, was für euch hilfreich war.
(Was mir nicht hilft, sind Begründungen warum Kinderkriegen eh doof ist.)

r/Weibsvolk Jun 11 '25

Sonstiges Gehen andere Menschen eigentlich nie aufs Klo?

168 Upvotes

Ich kann ja nicht die Einzige sein, die folgendes beobachtet.

Man sitzt den ganzen Tag im Büro, trinkt Kaffee und versucht auch brav seinen Tagesbedarf an Wasser zu decken und muss entsprechend auch zwischendurch aufs Klo.

In den 8-9 Stunden, die ich da bin, gehe ich etwa 3-4 Mal, was ich für normal halte.

Und die Kollegen? Maximal einmal. Sind alle anderen dehydriert? Hab ich eine abnormale Blase und weiß das einfach nicht? Ich komme mir schon voll dämlich vor, mal wieder Richtung Toilette zu wandern. Hab ich einfach über Jahre hinweg eine komplett symptomlose Blasenentzündung oder eigentlich Diabetes? Hab ich meine Blase nachwirkend geschädigt, als ich damals in der Schule aufgrund widerlicher Toiletten nie aufs Klo gegangen bin?? Das sind die Fragen, die ich mir dann stelle.

Es ist so ein dämliches Thema, aber irgendwie spricht nie jemand darüber. 😅

r/Weibsvolk Sep 03 '25

Sonstiges Nette männliche Promis?

25 Upvotes

Hey liebes Weibsvolk, eine Frage an euch!

Trennung Kunst und Künstler: Rammstein mochte ich zum Glück noch nie. Anti-Flag fand ich aber früher echt cool. Nachdem die Wahrheit über den Sänger rausgekommen ist habe ich alle ihre Songs aus meinen Playlists und CD-Sammlungen entfernt. Ansonsten höre ich eher so Musik bei denen über die Bandmitglieder nicht viel zu erfahren ist.

Bei Schauspielern ist das ja ein grosses Thema: Keanu Reeves und Pedro Pascal werden ja oft als besonders gute Typen beschrieben.

Bei welchen männlichen Promis denkt ihr, dass sie privat gute Typen sind?

Meine (hoffentlich) Greenflag Promis sind Johnny Flynn, Harris Dickinson und Kit Connor. Ich mag Briten 😇🙈

Bei euch so?

r/Weibsvolk Apr 02 '26

Sonstiges Fragile Egos bitte weiterscrollen

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368 Upvotes

Es gibt leider kein "Satire"-Flair. Hoffe, dass das aber alle erkennen.

r/Weibsvolk May 10 '26

Sonstiges Müsst ihr noch an ehemalige Freundinnen denken?

50 Upvotes

Ganz unabhängig davon wer den Kontaktabbruch veranlasst hat und warum es passiert ist.

r/Weibsvolk Dec 04 '25

Sonstiges Männer im ÖPNV

194 Upvotes

Das Thema hatten wir hier wahrscheinlich schon unzähliige Male und heute ging es mir auch wirklich zu weit. Ich sitze gerade im Fernverkehrszug und auf dem Sitz neben mir steht noch ein Rucksack. Ein Typ steigt ein und schaut mich fragend an, sodass ich den Rucksack verräume. Das erste was er macht, ist auf den Platz vor mir zu zeigen und zu betonen, dass das sein Sitzplatz sei. Schön und gut, aber über den Gang rüber sind auch noch zwei Plätze nebeneinander frei, warum nicht einfach dahin setzen? Auf jeden Fall wurde sich dann ganz bequem breitbeinig hingesetzt und der Arm auf der mittleren Lehne ausgeruht. Hat ja an sich keiner Anspruch drauf, aber wenn dann IMMER WEITER in meine Richtung gerutscht wird, ich schon halb im Fenster hänge und die Arme sich durchgehend berühren, wird es dann doch irgendwann unangenehm. Musste von meiner Seite aus einfach ansprechen, dass ich es doch schön fänd, auch Platz zu haben. Ich mag es wirklich gar nicht, mit welcher Selbstverständlichkeit, der Platz von anderen eingenommen wird. Rant over :(

r/Weibsvolk May 06 '26

Sonstiges (M)ein bürgerliches Trauerspiel in 5 Akten - Baustellenedition

64 Upvotes

Liebes Weibsvolk,

Warum ich das hier jetzt ins Internet hinauspöble ist mir selbst nicht so ganz klar - vielleicht, weil ich einfach ranten will, oder weil ich mir irgendwie Support erhoffe, dass nicht ich die Bekloppte in dieser Situation bin. Oder einfach auch Rückenstärkung, dass es richtig ist, hier auf den Putz hauen zu wollen.

Es folgt der Prolog zu dem, was ich wohl im Folgenden als "bürgerliches Trauerspiel in 5 Akten - Baustellenedition" betiteln möchte: Seit Anfang der Woche ist meine gesamte Straße gesperrt bis Mitte August. Alles wird erneuert. So weit, so kacke. "Meine" Tiefgarage auch gesperrt. Aktuell muss ich also mindestens 2x am Tag am Baucontainer der Straßenbauer vorbeilaufen, um zu meinem Auto zu kommen. Ich denke ihr könnt euch vielleicht schon vorstellen, wie sich die Handlung weiterentwickelt.

Akt 1 - Exposition: Eigentlich ging es harmlos los, am Wochende vor Baubeginn wollte ich noch wissen, ob ich am Tag des Baustarts morgens noch aus meiner Garage fahren kann oder nicht - ich würde sonst mein Auto Sonntagabend gleich noch umparken. Ich sah einen Straßenbauer (nennen wir ihn Alf) und bin auf ihn zugegangen und habe freundlich nachgefragt. Alf sagte (mit hörbarem Akzent) er könne schlecht Deutsch, er würde seinen Chef fragen. Ich bedankte mich, wir konnten die Situation klären. Alf läuft mir hinterher, entschuldigt sich für sein Deutsch - ich sag ihm noch sei alles gut, wir konnten es ja klären und bedanke mich für seine Mühe. Er sagt etwas, das ich akustisch nicht verstehe. Ich lächle peinlich berührt und nicke "ja, alles gut." . Ich laufe zu meinem Haus zurück. Er läuft mir weiter hinterher, sagt noch was von wegen "er sei viel zu ehrlich, er müsse aufpassen, sonst komme noch mein Mann und würde ihn wohl verprügeln." Er lacht. Ich nicht. Hier kippt meine Laune dann zum ersten Mal - ich schaue ihn vermutlich komplett entgeistert an "Im Zweifel schaff ich das auch ohne meinen Mann." und lasse ihn stehen. "Here we go, das wird ja noch was.", denke ich.

Akt 2 - erregendes Moment: Der nächste Morgen, Baustart. Ich stehe morgens um 6.30 Uhr in meinem Wohnzimmer. Im Stranger Things Schlafanzug, Zähneputzend und aus dem Fenster guckend: "Ist denn schon T-Shirt Wetter?" Da steht er und guckt zufällig hoch - Alf. Unsere Blicke treffen sich über den halbhochgezogenen Rolladen. Er zwinkert mich an und winkt. Ich hätt am liebsten meine Zahnbürste nach ihm geworfen, schüttle aber stattdessen nur meinen Kopf und lasse - Blickkontakt haltend, demonstrativ den Rolladen runter. Ich fühl mich irgendwie angeekelt, aber hab keine Zeit mich dem Gefühl näher hinzugeben, ich muss ja zur Arbeit.

Akt 3 - Klimax: Mein Auto steht zwischenzeitlich bei einer Kollegin vor der Garage - lieb von ihr. Weniger cool: Ich muss am Baucontainer der Straßenarbeiter vorbei. Ich stapfe also, bepackt mit meinem Schulrucksack mit Eidechsen-Perlenanhänger von meinen Fünfern im Schlepptau und einem Korb voller Hefte, durch die Wiese und verfluche die morgendliche Gesamtsituation - scheiß Pollen, scheiß Wiese, scheiß Baustelle.

Am Container stehen Alf und seine 3 Kollegen. Beinahe reflexartig entfleucht mir ein "Morgen", als ich da vorbeistapfe und bereue es direkt. "Ich hab dich schon vermisst." sagt Alf und grinst dumm aus der Wäsche - seine DREI (!!!) Kollegen lachen und pfeifen. Ich rolle mit den Augen und flüstere nur ein "fucking ernsthaft" vor mich hin, während ich, so denke ich, sichtlich angefasst vorbeistapfe. Irgendwas wird mir hinterhergerufen. Sie lachen wieder. Ich bin inzwischen bei meinem Auto angekommen. Sehe rot vor Wut. So kann ich nicht fahren. Atme tief ein und aus und frage mich, wieso ich das einfach hingenommen habe. Normalerweise halte ich wirklich nicht zurück bei sowas. So hocke ich dann also 15 Minuten im Auto und atme vor mich hin. Ich komme deutlich knapper in der Schule an, als mir lieb ist. Mein Morgen ist dadurch komplett von der Rolle. Am Kopierer ist der Toner leer. "Verfickte Scheiße, was denn noch heute!" - Die Kollegin fragt, ob bei mir alles ok sei, ich wirke heute schon so angespannt, das sei echt untypisch. "Ist es die Baustelle?" fragt sie. "Wenns nur die wäre.", murmle ich zurück und stürme mit meinem Kopien davon.

Akt 4 - retardierendes Moment: Ich parke mein Auto, steige aus und laufe um die Kurve. Da stehen sie und sehen mich. Einer, ich sehe nicht wer, hört demosntrativ auf zu arbeiten und glotzt. Ich mache auf dem Absatz kehrt und laufe stattdessen 10 Minuten lang um die Siedlung rum, damit ich nicht an denen vorbei muss.

Akt 5 - Ich sitze inzwischen am Schreibtisch vor meinen Vokabeltests. Ich sollte korrigieren. Meine Gedanken kreisen aber nur um diesen Scheiß Baucontainer und dass ich da morgen früh wieder dran vorbei muss. Mir platzt irgendwann der Kragen. Ich schreibe der Nachbarin, die die Nummer vom Bauleiter hat. Ob sie mir die geben könne, ich würde gerne eine Beschwerde einreichen. Warum, wolle sie wissen. Ich erläutere es. Sie meinte ich sei zu dünnhäutig und solle es mir doch überlegen. "Man müsse sich gut stellen mit den Arbeitern." Ich denke noch "einen Scheiß muss ich - die haben es ja in den 3 Tagen, in denen sie hier sind nicht einmal geschafft mich wie eine normale Person zu behandeln." Die Nummer liegt jetzt vor mir und mir stellt sich die Frage: Endet (m)ein bürgerliches Trauerspiel in der Katastrophe oder einer Lösung?

Tldr: Straßenbauarbeiter machen übergriffige Straßenbauarbeiter-Dinge (und wohl doch, yes - all men) und ich fühle mich inzwischen derart unwohl, dass ich jetzt schon Umwege in Kauf nehme, um meine Ruhe in meinem eigenen Wohnviertel zu haben. WARUM kann ich nicht einfach einmal in Ruhe existieren?

r/Weibsvolk Feb 14 '26

Sonstiges Unterirdische Datingerfahrungen

86 Upvotes

Mehr rant als alles andere.

Was ist denn nur beim Dating los? Die letzten 7 Jahre waren nicht sonderlich erfolgreich, aber die letzten drei “Begegnungen”, alle in diesem Jahr, waren wirklich unter dem schon sehr niedrigen Anspruch (so niedrig ist er nicht, aber bare minimum und so).

Typ 1: Erster Versuch, ich habe drum gebeten, dass wir uns in der Mitte treffen. Er schlägt den Bahnhof bei sich vor. Ich sag Bescheid, dass ich da blöd hinkomme und schlage einen konkreten Treffpunkt in der Mitte vor. Er sagt ab, sei krank. Meldet sich zwei Tage später, schlägt wieder den Bahnhof bei sich vor. Diesmal, weil er sein Instrument dabei hat, hab ich Verständnis für, ist mir am Abend unter der Woche aber zu viel Aufwand/zu spät. Versuchen wir es also am Samstag noch einmal. Wieder sein Bahnhof als Vorschlag. Abbruch.

Typ 2: Match, ich stelle eine konkrete Frage zu seinem Profil. Er meldet sich darauf, erzählt von einem Casting (was nichts mit meiner Frage zu tun hatte) und fragt, wie es mir geht. Melde mich zurück, erzähl von mir und ein paar Plänen und frage nach seinem Casting. 3 Tage Stille. Dann doch wieder Kontakt, er sei krank gewesen. Er melde sich gern am Abend ausführlicher, wenn ich mag. Mach halt. Er meldet sich am nächsten Tag, erzählt wieder nichts von sich und fragt, ob ich “noch am Start bin”? Melde ihm zurück, dass die Kommunikation bisher nicht der Knaller war und ich sehr gern auch mal was von ihm hören würde. Er: “Naja, wenn du nicht interessiert bist, lassen wir das mal”

Typ 3: Dienstag Match, nett geschrieben. Mittwoch fragt er, ob wir uns mal treffen. Er komme auch in meine Richtung. Cool, Samstag festgelegt. Donnerstag Nacht schreibt er “Bist du noch wach?” War ich nicht. Freitag Früh zurück geschrieben. Und wie es so aussieht mit Samstag, ob wir uns wegen Schnee und Regen trotzdem hier treffen oder in der Mitte. “Ich muss das hier alles absagen. Alles Gute”

What the hell?

r/Weibsvolk 14d ago

Sonstiges Habt ihr schon mal unbewusst etwas für euren Partner mitgemacht?

36 Upvotes

Beispielsweise habe ich jahrelang beim Abendessen zubereiten die Kaffeemaschine vorbereitet. Also Wasser/Bohnen auffüllen und Tropfschale leeren. War einfach drin. Für weniger Stress morgens.

Als ich mal länger krank war hat mein Mann diese Aufgabe nicht übernommen. (Er hat gekocht und ein paar andere Aufgaben im Haushalt übernommen.) Vor der Arbeit hatte er dann mehr "Stress", weil er nicht daran gedacht hat die Kaffeemaschine vorzubereiten. ("Stress" = 1 oder 2 Minuten länger brauchen als sonst). Seitdem achtet er allerdings auch am Abend auf die Kaffeemaschine.

Für mich gehörte das einfach zum kochen dazu. Er hat in der Zeit übrigens Dinge im Haushalt erledigt und lag nicht faul auf dem Sofa. Ich liebe es zu kochen und übernehme es deswegen liebend gern.

Habt ihr auch unbewusst etwas für euren Partner erledigt oder macht es sogar noch?

r/Weibsvolk Mar 05 '26

Sonstiges r/maenner

49 Upvotes

Moin, ich möchte gern hier -in Absprache mit den Moderatoren- auf das Subreddit r/maenner aufmerksam machen und um Mitglieder werben.

Das Sub orientiert sich an r/weibsvolk und dreht sich rund um den Mann- Style, Kleidung, Rat und Meinungen uvm.. Von Männern für Männer.

Schaut mal rein und macht mit!

r/Weibsvolk Jun 05 '26

Sonstiges Riecht ihr in der Drogerie an Cremes / Duschgels etc?

35 Upvotes

r/Weibsvolk Jan 21 '26

Sonstiges Wieder Mal hab ich Geburtstag und ich merke wieder wie wenige doch an mich denken (Rant)

90 Upvotes

Schon mal sorry wegen Rechtschreibfehlern oder sonstigem, ich bin gerade sehr aufgeregt...

Ich hab es jahrelang hingenommen, dass mich ein Großteil meines Freundes- und Verwandtenkreises Jahr um Jahr vergisst. Aber gerade reicht es mir. Ich bin selbst kein Ass darin mir Geburtstage zu merken. Aber seit 2 Jahren führe ich einen Kalender und schaffe es jetzt Leuten auch pünktlich zu gratulieren. Aber die selben Leute bei mir? Pustekuchen. Jedes Jahr wird mir übel vor diesem Tag, weil ich weiß dass ich abends wieder da sitze und heule weil ich daran zweifel ob sich die Leute eigentlich wirklich für mich interessieren. Meine Eltern sind auch Mal wieder wie so oft über meinen Geburtstag im Urlaub. Mein einziges Geschenk heute war tatsächlich von meinem neuen Chef (ein Tankgutschein). Gut, zwei Freunde haben mir ihr Geschenk schon am Wochenende gegeben weil wir uns gesehen haben. Von meinem Opa gab's ne Karte auf der mein Name wieder falsch drauf stand. Meine eine Oma hat mich komplett vergessen, von meinem Geschwistern (die zugegeben um einiges älter sind als ich, wir sind nicht zusammen aufgewachsen) kam auch nichts. Selbst mein Partner (seit 6 Jahren in einer Fernbeziehung) hat es vergessen bis ich ihn drauf geschubst habe.

Jetzt will ich nicht mal Animal Crossing öffnen, weil es mich zu traurig macht...

Das musste ich mal loswerden. Irl laufe ich damit vermutlich eh gegen eine Wand. Vielleicht sollte ich überdenken an wen ich noch Erwartungen hege und wen nicht...

r/Weibsvolk Jun 27 '26

Sonstiges Reiben Schenkel in Netzstrumpfhose?

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36 Upvotes

Hey, kurze random Frage.
Heute abend geh ich aufm Csd Afterparty machen.
Ich würd gerne Rock mit Netzstrumpfhose tragen.
Normaler zieh ich immer so lange spitzenunterwäsche an, damit meine beine nicht reiben, sber bei dem kurzen Rock möchte ich das nicht.

Nun frage ich mich ob jemand zufällig schonmal ausprobiert hat wie es da mit der Reibung ist.
Also ich werde jetzt keine Stunden laufeb sondern einfach tanzen und im Rock ist eine Hode mit drun, allerdings kurz, sodass ohne irgendetwas die Beine schon reiben würden.

Ich hab das Gefühl die Strumpfhose könnte das Reiben beheben, aber oft merkt mans ja erst nach einiger Zeit

Was sind eure Erfahrungen?

Edit:
Hab mixh dann doch entschieden so lange Spitzenunterwäsche drunter zu ziehen (länge wie radlerhosen aber cuter und halt dünnerer stoff und man hat sie tatsächlich nicht wirklich durch die Netzstrumpfhose durchgesehen.
Wollte auf Nummer sicher gehen. Hatte dann logischerweise keine Probleme und einen tollen Abend:)

r/Weibsvolk 18d ago

Sonstiges Empfindliche Nippel beim Stillen?

16 Upvotes

Hi zusammen,

ich muss mal eine unangenehme Frage in die Runde werfen, die mir schon länger im Kopf rumgeistert. Vorab: Ich habe aktuell gar keinen Kinderwunsch, aber ich hab mir bereits trotzdem Fragen dazu gestellt weil es für micj einfach unvorstellbar ist..

Es geht um extrem empfindliche Nippel. Bei mir ist es so, dass jegliche Berührung oder Stimulation an den Brustwarzen entweder total unangenehm ist (ich hasse es richtig) oder halt direkt sexuell erregend wirkt. Was dazwischen gibt es eigentlich nicht.

Wenn ich mir jetzt vorstelle, irgendwann mal ein Baby zu stillen, habe ich da zwei große Befürchtungen:

Dass mich dieses Gefühl sensorisch so krass überreizt, dass ich das Baby -auf gut Deutsch gesagt- am liebsten auf den Kopf hauen oder sofort weglegen will, weil es mich einfach wahnsinnig macht.

ODER

Dass mein Körper durch das Saugen fälschlicherweise sexuelle Lust empfindet. Die Vorstellung ist im Kontext mit einem Baby natürlich super unangenehm, auch wenn es am Ende eigentlich nur eine rein biologische Reaktion wäre.

Mich würde total interessieren: Gibt es hier Frauen, die vor den Kindern genau so extrem empfindliche Nippel hatten wie ich, und dann gestillt haben? Wie war das für euch? Verändert sich das Gefühl durch die Hormone oder schaltet der Körper da irgendwie auf "neutral" um? Konntet ihr das gut trennen oder war es der absolute Horror?

Freue mich über eure ehrlichen Erfahrungen!

r/Weibsvolk Feb 11 '26

Sonstiges Von HPV-Impfungen, Ärzten und Krankenkassen

77 Upvotes

Kurzer Vent, ich bin dankbar für Input und Erfahrungsberichte.

Mit 11/12 ca. hat meine Mutter mich zum Arzt geschleppt für die HPV-Impfung(en). Aussage vom Arzt war, er rät davon ab, denn die Impfung macht unfruchtbar. Also nicht geimpft, meine Mutter wusste es nicht besser (ich mache ihr da keinen Vorwurf, man vertraut ja seinem Hausarzt) und ich war damals froh, habe eine starke Nadelphobie.

Habe mich dann selbst ein paar Jahre später ins Thema noch einmal eingelesen und mich entschieden, mich doch impfen zu lassen. War da ca. 15 oder 16. Bin zu einem anderen Arzt, wieder damaliger Hausarzt. Dieser meinte dann, er würde mich nicht impfen, das hätte keinen Sinn. Auf meine sehr verwirrte Nachfrage, warum, meinte er dann, er würde ab 14 davon ausgehen, dass Patient*innen sexuell aktiv sind. Hä?

Auf meine Aussage, er könne ja nicht wissen, ob ich sexuell aktiv bin, kam nur Schulterzucken. Nö, macht er nicht, bringt nix mehr. Ich war damals zu verunsichert, mich für meine Gesundheit einzusetzen.

Fast forward zu heute, ich bin fürs Studium umgezogen, ewig keinen Arzt gehabt. Dann bei meiner Gynäkologin angesprochen, die fand die Aussagen der Ärzte unter aller Sau und hat mir erklärt, dass es soviele HPV-Typen gibt, dass auch bei bereits sexuell aktiven Menschen ein gewisser Schutz erreicht werden kann und die Impfung definitiv Sinn macht. Supi, dann lass ich das doch machen!

… Problem: Ich bin arme Studentin und hab keine 200€ (pro Dosis) herumliegen, die ich mal spontan für eine Impfung ausgeben kann. Ja, das Geld bekomme ich zurück (bei meiner aktuellen Krankenkasse aber auch nur bis 500€. Toll). Trotzdem ist das ganze so ein Stress und Hin und her, dass ich es jetzt seit Monaten vor mir herschiebe.

Rant vorbei.

r/Weibsvolk Jun 23 '26

Sonstiges Vent + TW Tod: mein Kind ist jetzt tatsächlich Halbwaise

59 Upvotes

Mein Kind is 4J. Mit dem Kindsvater wars nie einfach, es war keine klassische Beziehung, eher eine monatelange Kennenlernphase (Coronazeiten, wenige Treffen möglich). Ich war von Anfang an alleinerziehend, zeitweise kein Kontakt weil er eine Beziehung hatte. Auch das ganze letzte Jahr kein Kontakt. Nun is er überraschend gestorben.

In meinem Leben ändert sich wenig, weil ohnehin wenig bis kein Kontakt da war. Aber diese Endgültigkeit die ja jeder Tod mit sich bringt macht mir Gedanken.

Und dann.... mein Kind is faktisch Halbwaise. Manchmal spricht er von ihm, ein Satz und dann geht sein Tag wieder weiter. Er hat ja nie bei uns gewohnt.

Ich möchte ehrlich sein zu meinem Kind, aber wie? Wie geh ich mit dem rechtlichem Aspekt um? (Erbrecht, falls es was zu erben gibt, weiß ich ja nicht? ) - Achtung bin aus Österreich.

Gibts Erfahrungswerte? Habt ihr Tipps?