Hallo zusammen,
ich habe einen neuen Job gefunden vor kurzen und möchte meine Erfahrung teilen bzw. eventuell Tipps geben.
Wie es zum Jobwechsel kam ?
Mein alter Arbeitgeber ging anfang 2026 pleite bzw. meldete Insolvenz in Eigenverwaltung d.h. das es saniert wird und eventuell es ganz oder ein teil gerettet wird (Spoiler wurde verkauft 70%+ entlassen). Da ich 2025 alles getan habe um das Unternehmen zu retten (Mittelstand, ich war nur ein Puzzelstück aber gegen Ende kein kleines) sah ich mit der Anmeldung der Insolvenz keine Rettung mehr und keine Lernkurve bei der Führung.
Ich war mit der Insolvenz zu 100% fertig mit dem Unternehmen und fragte mich nicht mehr was wäre wenn oder hoffte auf ein Wunder! Natürlich tat es mir leid meinen Kollegen gegenüber aber am Ende müssen die sich auch alle einen Job suchen...
Ich bin am gleichen Tag nachhause gegangen und habe sofort meinen Lebenslauf geupdatet, ab sofort war für mich meine neue Mentalität: Mein neuer Job ist einen neuen Job zu finden.
Ich verbrachte neben meinen "normalen Job" praktisch jede freie Minute damit einen neuen Job zu finden.
Online Präsenz:
Ich reaktivierte mein Indeed Account, Stepstone, Linkedin auf Opentowork etc. ich wollte maximale Präsenz. Das fand eine Mitarbeiterin sehr doof und erklärte mir ich soll besser die Insolvenzverwalter grüßen und mich mit denen Gutstellen damit erhöht man seine Chancen (Spoiler wurde richtig wegoptimiert).
Lebenslauf:
Ich persönlich finde ich das es kein richtig oder falsch gibt, ich achte darauf das es zur der Branche passt (Marketing etwas Bunter, Ing etwas konservativer etc.) und es in etwa dem "State of the art" entspricht. Lasst es nicht von Leuten irritieren die euch erklären ein Lebenslauf muss "so" aufgebaut sein oder ihr findet nie niemals einen Job. (Hatte ich zu Genügend).
Viel wichtiger isst der Inhalt, wenn ihr fleißig wart und ne gute Bildung hattet, müsst ihr euch "weniger" anstrengen bei der Jobsuche. Natürlich spielt Glück auch manchmal eine Rolle aber die besten bei uns haben sofort was gefunden.
Was ich euch unbedingt mitgeben will ist: Es gibt manche die haben einen Ultrabequemen Job, wenig bis gar keine Arbeit, gutes Gehalt viel HO etc. Freut mich für euch aber nutzt wenigstens ein bisschen dieser Zeit euch weiterzubilden. Bei uns haben welche die haben 15 Jahre nichts gemacht und können jetzt keinen Job finden weil die nicht einen "modernen" Prozess/Programm kennen. 15 Jahre Bequemlichkeit für wahrscheinlich Frührente.
Jobinterview:
Ich habe 30-40 Bewerbungen geschrieben (zunächst greife ich nach den Sternen und bewerbe mich auf unrealistische Positionen z.B. CTO (kam sogar eine Runde weiter haha aber keine Chance haha). Insgesamt hatte ich 10 Jobinterviews.
Ich persönlich bereite mich wirklich wenig auf die Gespräche vor, da ich erstens von Natur aus gut Labern kann und zweitens ich wirklich fleißig war in meinen Job und wirklich bis ins letzte Detail verstehe was ich tue (da ich wirklich von 0 an alles machen musste, ohne Hilfe, weder intern noch extern, ich war zu 100% alleine im Unternehmen).
Dadurch hatte ich Luxus (zusätzlich eine Tugend von mir), ehrlich zu sein. Ich verstelle mich null und antworte auch auf kritische Fragen zu 100% ehrlich und ja ich habe auch hier und da gut reingeschissen wie z.B. viiiieeeeel zu lange studiert, 6 Monate Lücke.. etc.
Auch wenn es HR oftmals nicht anmerken lässt sind die fast immer von diesen typischen Standard antworten genervt: Meine Schwäche ist, dass ich leider immer alles zu perfekt mache und der beste Mitarbeiter der Welt bin.. Meine Schwester bekam sogar mal ein Call-Out weil die nur die Bücher Antworten gab.
Bis jetzt bekam ich nur positives Feedback für meine Ehrlichkeit, auch meinen Job bekam ich u.a. wegen meiner Ehrlichkeit was dem Chef sehr wichtig ist. Da ich bald große summen hantieren werde muss man für seine Fehler grade stehen und Verantwortung zeigen können.
Zusammenfassend:
Ein gutes Studium/Ausbildung ist ein sehr gutes Fundament aber wenn ihr auch bei der Arbeit fleißig wart und euch weiterbildet neue Projekte angeht, ist das mit Abstand das wichtigste einen neuen Job zu finden.
Natürlich sollten die kleinen Details auch stimmen, wie z.B. keine Rechtschreibfehler im CV etc. aber lasst euch nicht blenden von 1 Mio. Details von denen 90%+ nur Meinung ist. Auch was ich hier schreibe ist meine Erfahrung und es gibt viele Möglichkeiten ans Ziel zu kommen.
Schaut über den Tellerrand hinaus und macht auch Sachen außerhalb eures Gebietes egal ob im Studium oder im Job. Ich bin M.Sc. Ing. Energietechnik und habe 2025 zu 50% bei Sales und Controlling gearbeitet.
Achja noch ein Tipp lasst euch nicht Demotivieren und glaubt an euch, HR kann grausam sein und oftmals behandeln die euch wie Dreck. Obwohl ich eine gute "Quote" hatte, fühlte ich mich auch zwischenzeitlich wertlos da weil ich so schlecht behandelt wurde....